Kegel und Zylinder

  • Hallo,

    ich versuche mich gerade an einer Rakete (Space X Heavy),

    Es geht um das Formen der Röhren/Zylinder und Kegel(-abschnitte).









    Das hier ist die Schneidevorlage für die Rakete, die für die Booster sind ähnlich:



    Im 1. Versuch hatte ich zu schweres Papier, das konnte nichts Gutes werden.

    Nun im 2. Versuch verwende ich 120g so wie es auch dort beschrieben ist.

    Probleme ( s Bild PaperFalcon, bereits mit 120g Papier gebaut):

    1. Die Raketenkörper sind recht dünne Zylinder, 37mm Umfang, also ca. 11,7 mm Durchmesser. Problem: Es bleibt eine Wulst an der Klebenaht bestehen (wie auch beim Kleben in einem einzigen Schritt). Leichtes Schmirgeln bringt hier auch nur wenig Verbesserung...und irgendwann ist das Papier durchgeschmirgelt.... Wie könnte ich diese Wulst vermeiden?

    2. Der Kopf ist eine Zusammenfügung aus einem Zylinder und einem Kegel. Beim Zylinder gibt es dasselbe Problem wie beim Raketenkörper. Zudem soll man unten einen sich verjüngenden Kegelabschnitt (Streifen) ansetzen. Dabei sind keine Klebelaschen an diesem Streifen, sondern nur am Ende der beiden Zylinder (Kopf und Körper). Welche Verbindung sollte ich zuerst angehen: mit dem Kopf oder dem Körper? Und zuerst den Streifen zum Ring fügen und dann (Lasche für Lasche) ankleben oder erst Laschen kleben und am Ende den Ring schliessen?

    3. Der Kegel an der Spitze besteht aus 3 Teilen.

    Mein Problem (s. Bilder PaperFalcon): Wie klebt man diesen so zusammen, dass das Ergebnis das Auge nicht beleidigt?

    a) 1=Kopf (hat keine Klebelaschen) 2= Kegelabschnitte (mit Klebelaschen an der Oberseite) darunter, einen nach dem anderen ....oder umgekehrt?

    b) davon unabhängig:

    -- Kegelabschnitte runden und zusammenkleben und DANN mit dem n. Teil verbinden (ggf. Lasche für Lasche) oder

    -- Kegelabschnitt offen lassen und Lasche für Lasche (einzeln!) den Papierstreifen mit dem Oberteil verkleben ?

    Der 1. Vorgang hat den Nachteil, dass ich bei genügend kleinen Teilen wie es hier der Fall ist die Laschen nicht genau genug "rundherum" platzieren kann: habe ich sie auf der einen Seite für OK befunden, sind sie auf der gegenüberliegenden Seite wahrscheinlich schon wieder verrutscht. Hin und her korrigieren geht, solange Ponal nicht fixiert ist. Aber die Teile leiden darunter sehr. Sollte ich statt mit Ponal Express mit Sekundenkleber erfolgreicher sein?

    Der 2. Vorgang hat den Nachteil, dass der anzuklebende Streifen auch mehrfach angefasst und gebogen/platziert werden muss, weil ich beim Kleben schon eine Lasche zuviel erwische und diese Klebung dann später gelöst werden muss, weil ungenau. Das schädigt die betroffenen Teile. Am Ende habe ich Knicke und Beulen sowie trotz allem keine Klebungen, die rundherum einen sauberen Kreis bilden, sondern eine (echte, aber ungewollte) Ellipse. ....Über die Überstände will ich mich erst gar nicht aufregen.. ;-)


    Heute habe ich die Idee gehabt, den Kegel mit Watte zu füllen und dann weiterzubauen. Ich sehe schon, dass ich damit Kegel am Ende sicherer in eine Kreisform zwinge als ohne diese Füllung, denn ich kann das Teil dann anfassen ohne dass es so schnell verdrückt wird. Aber das Experiment "Kleben" steht noch für den 3. Versuch an.

    4. Hat jemand Erfahrung mit "Füllungen" von Hohlteilen, um sie in Form zu halten/bringen? Wie bringt man dann das Anschlussteil so an, dass die Watte/Füllung den Vorgang nicht behindert? Welche Alternativen zum Versteifen solcher gefährdeten Teile gibt es noch?


    Liebe Profis, vielen Dank für Eure Antworten!

    Der immer noch Übende

    Stephan

  • Moin Stephan,


    auf die Schnelle kann ich dir nur auf 1. antworten:

    schneide die Kleberlaschen ab und setzte sie aus dünnerem Papier von der Rückseite an.


    Gruß

    Klaus

    Wir bleiben immer Kinder, und,
    so klug wir auch sein mögen, wir behalten immer die Lust,
    mit scharfen Messern und spitzen Scheren zu spielen.

    Wilhelm Raabe (1831 - 1910)

  • Und auch auf die Schnelle; zunächst trocken formen, erst dann zusammenkleben. Verknitterungen des Kartons dürfen nicht sein. Gut (richtig) geformtes Teil muss seine Form auch ohne Klebstoff halten!

  • Moin Stephan,

    Auf jeden Fall Vorgang 1. nehmen.


    Wenn dir die Abbindezeit von Ponal zu kurz ist, nimm Uhu schwarz (Lösemittelhaltig) dann bleibt genug ZEIT um in RUHE die Teile auszurichten.

    Es hilft auch wenn du nur kleine Dreiecke als Klebelaschen stehen lässt, aber immer gilt - Gut Vorformen und immer wieder trocken anpassen!


    Ich weiß jetzt nicht, wie du den Raketenkörper als Röhre vorformst, wichtig ist aber das gesamte Bauteil inkl. Klebelasche zu runden.

    Man kann auch die Klebelasche abschneiden und nachträglich mit dünnem Papier die beiden Enden verkleben, wie Klaus schon geschrieben hat.

    Nimm ruhig mal ein Blatt Papier und übe, übe, übe


    Zum Versteifen der Raketenröhre kannst du ein aufgerolltes Blatt Papier mit gleicher Länge(Höhe) einfach in die Röhre schieben, muss noch nicht mal verklebt werden.

    Durch die Eigenspannung des Papiers liegt die Rolle schön an der Innenseite an und stabilisiert das ganze.


    Gruß aus Bremen

    Stephan

  • Habe jetzt mal mit Watte als Füllung probiert. Schon besser. Aber die Raketenröhre mit Lasche aus dünnerem Papier will immer noch nicht so wie ich will.

    Die Watte hilft ungemein bei so kleinen Teilen, damit ein Kreis auch ein Kreis (naja, nahe dran...) bleibt. Und dass man das Papier nicht verknickt, wenn man klebt und anpasst. Ist mir aber immer noch nicht zu meiner Zufriedenheit gelungen. Noch mal machen....

    Zum Runden der Rakentenröhre: Ich habe bisher nur unzureichend lange Stecken (runder Bleistiftund konisch zulaufende Federklingenhalter) oder im Durchmesser zu dicke Rohre/Stäbe. Welches Werkzeug/-stück sollte mich mir zulegen, um möglichst universell runden zu können?

    Gruß aus Erlangen

    Stephan

  • HiStephan

    Du findest bestimmt im Haushalt passende Dinge,z.B. Häckelnadeln, Stricknadeln sind meistens in verschiedenen Stärken vorhanden.

    Bei der Frau oder Mutter oder Oma geben lassen. Schaschlikspieße, Zahnstocher usw. mit etwas Fantasie läßt sich immer etwas finden.

    Gruß Peter aus der Nähe Ansbach

    Papier ist geduldig, ich werde es auch noch lernen

  • 120g/m² Papier und Weißleim passt nicht zusammen, nimm zu Beginn bitte Alleskleber mit Lösungsmittel.

    So langsam geht's mir wie dem Virus...

    Ich brauch dringend einen Wirt!

  • I've now tried using cotton wool as a filling. Much better. But the rocket tube with the flap made of thinner paper still doesn't work the way I want it.

    The cotton wool helps a lot with such small parts, so that a circle remains a circle (well, close to it ...). And that you don't bend the paper when you glue and adjust it. But I still haven't succeeded to my satisfaction. Do again....

    About the rounding of the rocket tube: So far I have only had insufficiently long pins (round pencil and conical spring blade holder) or tubes / rods that are too thick in diameter. Which tool / piece should I get myself in order to be able to round as universally as possible?

    Greetings from Erlangen

    Stephan

    Stephan,


    I am not sure of the size of your model. How about putting inner frames in the tube? Since the model has mostly cylinder shape, you might roll the thin paper thick (diameter) enough to fit into the tube.



    It will hold the cylinder shape as well as add the strength of the model.

    Just an idea.


    Seo by the Bay


  • 120g/m² Papier und Weißleim passt nicht zusammen

    Bei mir passt das aber schon (reine Erfahrung)



    nimm zu Beginn bitte Alleskleber mit Lösungsmittel.

    für den Anfänger ein spitzen Tip - da würde ich mich jedenfalls dran halten !

    LG KM


    PS : schon manche Space - X von Mr. Murks ist auch nix geworden - also bauen, bauen, bauen - mit der Zeit klappst dann auch mit der Kombination Papier&Kleber

  • Wenn es um einen robusten runden Querschnnitt geht, würde ich neben dem Tip von Seo und Stephan (die ganzen Minimodel-Reifen in 1:100 bekommen so einen Wickelkern) auch den guten, alten Rundspant nicht vergessen; 11,7 mm Durchmesser minus Wandstärke links und rechts (die vorne und hinten ziehe ich jetzt mal nicht ab :wacko:) sind 11,3 mm Durchmesser für den Spant - den Kreis 2 x auf 160 gr-Karton ausdrucken, sauber ausschneiden und die bereits fertige (!) Röhre oben und unten damit verschließen, nachdem Du das Ende eines Wickelkerns als innenliegende Klebelasche hinter die Enden Deiner Außenwände geklebt hast. Für einen Baseball-Schläger sicher noch nicht gut genug, aber für ein Kartonmodell schon recht stabil... Das mit Watte halte ich eher für eine Reparatur-Methode, wenn das Kind schon im Brunnen ist.

    Werkzeug für so etwas bietet das Kurzwaren-Regal in Hobby-, Bau- oder Supermarkt; ich habe inzwischen eine Sammlung von Stricknadeln in verschiedenen Durchmessern, die für meine Bedürfnisse eigentlich noch immer lang genug waren. Für 11,7 mm Durchmesser eine schöne dicke 5 mm-Nadel nehmen, damit kannst Du dann auch beim Verkleben von innen gegenhalten - das wird schon.

  • Habe all die guten Tipps beim Bau einer kleinen Saturn V von CANON Creative angewandt.

    Lessons learned

    1. Kleine Modelle/Teile eher mit 120g statt 160g Papier produzieren

    2. Ob Uhu schwarz oder Ponal/Bindulin... macht sich nicht bemerkbar bei den Papieren. Uhu Hart schon (ist nicht so schnell bindend und auch nicht so endfest...). Noch schlimmer: Uhu lösemittelfrei ist eine Zumutung.

    3. Fotopapier ist eher abzulehnen, weil es den Kleber (egal welchen) nur sehr schlecht auf-/annimmt

    4. Röhren forme ich mit "Einleger" (= Rolle wie von Heiner beschrieben). Die End"stopfen"-Methode habe ich noch nicht ausprobiert, kommt noch. Ich musste die Beschreibung mind. 3x lesen, bis ich das Bild der Technik vor Augen hatte ;-). Röhren besser aus dünnerem Papier, hier: 90g - 120g. auch: Laschen abschneiden, durch dünneres Papier ersetzen ( Seidenpapier wie zum Einwickeln von Gläsern etc. ist es aber nicht!)

    5. Rundungen formen: ein nützliches Werkzeug ist die Akupressurnadel mit 2 versch. großen Kugeln am Ende und konischem Griffstück. Und dicke Schaumstoffmatten.

    6. Auch Anleitungen können falsch sein, also sei wachsam und ziemlich weit vorausschauend, wie auch immer das gehen soll/kann: Saturn V von CANON will am Ende ein Teil montieren lassen, das viel besser bereits 2 Schritte vorher montiert wird.


    Offen: Das Ansetzen von Kegelstücken "nach und nach" an ein Teil ist mir zuletzt nicht gelungen, denn hernach war das Stück aus mehreren (5-6) Teilen schief geraten: jedes Segment ist rund, aber nicht der ganze Körper gerade ausgerichtet.


    Ich hatte beginnend an der Vertikalklebestelle des "fertigen" Teils das n. Teil mit Lasche angesetzt und dann Lasche für Lasche rundum geführt. Am Ende schloss das Teil auf der bereits fixierten Lasche am Anfang ab.

    Problem: Wenn man jede Lasche einzeln befestigen will, wird man genauer, aber oft hat der Kleber das noch nicht geklebte "Ende" des Teils doch erwischt und es würde bei Weiterführung schief/unpassend werden. Also muss man es vorsichtig lösen und dann weitermachen. Genauso die Methode "Klebstoff nicht auf Laschen, sondern innen am aufzuklebenden Teil anbringen": Da fummele ich von innen mit dem Laschen, damit sie gut mit dem Klebefilm verbinden. Aber .... ziehe am einen Ende, verschiebt sich alles am gegenüberliegenden Ende und umgekehrt. Auch damit wird das nichts Gutes.


    Wie bringt der erfahrene Kartonbauer einen "Ring" an einem anderen an?

    a) Lasche benetzen, eine nach der anderen EINZELN befestigen?

    b) Dito mehrere Laschen in einem Rutsch (Wieviele von allen in Prozent/Kreisgraden sind dann machbar?)

    c) Dito alle Laschen in einem Rutsch

    d) Laschen von innen mit Werkzeug an benetzte Innenwand andrücken/befestigen: Einzeln, mehrere, alle

    oder was gibt es noch für Methoden?



    Bleibt noch eine andere grundsätzliche Frage:

    Da ich bemerke, dass ein Modell bei meinem 1. Versuch nichts wird und auch der 2. und 3. kaum an irgendetwas hier gezeigtes heranreicht, muss ich einige Bogen wiederholt ausdrucken. Schon oft lese ich hier, dass hier und da etwas nichts geworden ist, aber man sich irgendwie geholfen hat oder nochmals eine Versuch gemacht hat. ich schliesse daraus, dass der geneigte Kartonbauer selbst von auf Papier gekauften Bogen einen Scan hat/anfertigt, den er beliebig oft für diesen Zweck ausdrucken kann. Das ist ja für den Downloader das Gleiche und rechtlich völlig OK.

    Bleibt für mich die Frage:

    Baut der erfahrene Kartonbauer das Modell

    - aus dem vom Verlag gelieferten (Papier-)Bogen oder

    - stets von Ausdrucken, nachdem das Original gescannt wurde?


    Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass sich die Farben von Ausdruck und Original in der Regel unterschiedlich geben und deshalb gleich mit dem Ausdruck begonnen wird.


    Meine bisher gekauften Bogen habe ich stets im Original verbaut, ohne einen Scan vorher herzustellen. U.a. auch deswegen, weil die Bogen nicht A4 waren (alte Schreiber-Bogen) und ich zu faul war, diese aufzuteilen/zu beschneiden, dass sie gescannt hätten werden können....

    Auch deshalb ist mein erster Versuch nach vielen Jahren ("Do-X") in der blauen Tonne gelandet. Tja, meine Hybris....

    Viele Grüße

    Stephan

  • How does the experienced cardboard maker attach one "ring" to another?


    The experienced cardboard maker builds the model

    - from the (paper) sheet supplied by the publisher or

    - always of printouts after the original has been scanned?

    lcar


    Stephan,


    I might not be as qualified as an experienced cardboard maker but here comes my own answers.

    I hope they would be useful.


    1. Attaching one ring to another

    - I don't use any tap to put rings together in my models. I just connect them with instant glues and fortify the connection behind with thin paper strips. But when I need to use the tap to connect them, I use non-water based glues like UHU All purpose adhesive. In my opinion, craft paper with 160 ~ 170 g / m2 is still thin and porous and very susceptible to water.

    https://www.uhu.com/en/product…ll-purpose-adhesive/63661


    2. I don't use scanned and printed parts for my model building. Two reasons. (Mostly for commercial models)

    First, there is no way to match the quality of offset printed parts from publishers. I had also tried inkjet or later printing but inkjet had smudge issues and laser printing had toner particle detachment issues. So, my model building work is just continuous one way of cutting and pasting very very very and very very very carefully. : thumbsup:


    Seo by the Bay