Dachbodenfund, kann mir jemand von Euch weiterhelfen?

  • Hallo Freunde

    Ich habe einen Dachbodenfund gemacht. Beim Aufräumen des Dachbodens meiner Grosseltern habe ich diese Dampflok gefunden. Ich erzähle mal was ich weiss: Das Modell ist 36 cm lang, 22cm hoch und hat eine Spurweite von 7cm. Der Schlepptender fehlt. Das Modell ist aus Broncegussteilen und Stahl gefertigt. Selbst die feinsten Teile sind funktionstüchtig ausgeführt, so zum Beispiel die aufklappbaren Deckel der Zylinderstopfbuchsenölbehälter. Das Modell konnte ursprünglich mit Kohle gefeuert werden. Leider sind diverse der filigranen Teile umgebogen oder abgebrochen. Die Lok hat auf jeder Seite ein Namensschild mit der Aufschrift "ARDYR" oder so ähnlich.

    Auf dem Dampfdom ist eine Plakette angebracht, mit einer Signatur und der Jahreszahl 1884.

    Mich würde nun interessieren um was für eine Maschine es sich handelt, da ich nicht so gut dokumentiert bin hoffe ich auf eure sachdienlichen Hinweise.

           


       

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind (Albert Einstein)

    N.K.


    Derzeit im Bau: IJN Nagato 1:200 von Dom Bumagi, HMCS Waskesiu Card Fleet 1:200, MiG 21MF Answer-Angraf 1:33
    Fertig: Mellum, Indianapolis,TAKAO Digital Navy 1:250,Korvette Agassiz 1:250, NJL TOGO CFM 1:250 .
    Petrojarl Cidade de Rio das Ostras JSC skaliert auf 1:250
    Hellcat, Halinski

  • Noch zu erwähnen wären die innenliegenden Schieberkästen. Kulissensteuerung erfolgt über entsprechende Exzenter auf der Antriebsachse.

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  • Wie heißt das so schön: Ich habe zwar keine Ahnung, denke aber es ist auf jeden Fall eine T3.

    Genialer Dachbodenfund!

    Also warten wir bis MichiK sich meldet....


    Gruß pianisto

  • Wie heißt das so schön: Ich habe zwar keine Ahnung, denke aber es ist auf jeden Fall eine T3.

    dito...


    Hallo Niklaus,


    ich halte das Modell für einen Eigenbau. Nimm vielleicht Kontakt zu einem Museum auf, z.B. Spielwarenmuseum Nürnberg.


    LG
    René

    So langsam geht's mir wie dem Virus...

    Ich brauch dringend einen Wirt!

  • Hallo Niklaus ,


    Ich bin mir nicht ganz sicher ,aber Ich denke das es eine Bayrische C IV Güterzuglok ist.

    Die gab es als Zwilling und Verbundmaschine so ab 1884 .


    Auf alle Fälle ein Klasse Fund ,Vielleicht hast Du was ganz Besonderes gefunden.


    Andreas

  • Hallo Niklaus,


    bei Deiner Lok könnte es sich um eine Boubonnais Lokomotive des Typs D 3/3 handeln, die ab

    1867 auf der Nordostbahn und anderen Schweizer Bahngesellschaften im Betrieb war.

    Der Tender war wohl 2 achsig.


    Jürgen

  • Ich noch einmal; ich habe Herrn Kołodziej (Autor von sehr vielen Eisenbahn Kartonmodellen von MODELIK, u. a. T3 und Fakultativwagen, Eisenbahntechnikingenieur vom Beruf angeschrieben. Hier die Übersetzung seiner Antwort;

    In den alten Zeiten gab es mindestens einige Dutzend Dampflokomotivhersteller, ihre Produktion begrenzte sich manchmal nur auf eine Serie. Z. B. Lokomotiven aus Sachsen könnten in Baden unbekannt sein und andersrum. Ich denke, dass dieses Modell kein 1:1 Modell von einer real existierenden Lok war. Jemand hat ein Spielzeug mit Dampfantrieb hergestellt, das äußerlich einer Lok des Musterblatts T3 ähnelt. Alle Achtung, sehr gelungen!

    Die Lösung mit solchen Rauchkammertür war vor allem in Konstruktionen in der Donaumonarchie zu finden.

  • Moin zusammen,


    das ist eine wunderschöne Lok, herrliche Handarbeit und ein wirkliches Prachtstück! Es fehlen wohl einige Teile am Fahrwerk, die nachgebaut werden sollten.

    Ich würde sie aber nicht mehr anheizen ohne Druckprüfung, das ist zu gefährlich, aber mechanisch würde ich sie instandsetzen, dazu ist sie einfach zu schön.


    Ein echtes Schmuckstück, egal, ob sie vorbildgetreu ist oder nicht.


    Gruß

    Hadu

    Vielleicht kommt der Tag, an dem mehr Leute checken, dass Idiotie nicht links oder rechts ist, sondern in erster Linie daher rührt, dass jemand ein Idiot ist! (M. Tegge)




    www.modell-und-geschichte.jimdo.com


    Mitglied der Luft'46-Gang

  • Nachtrag:

    Zu Hause konnte Herr Kołodziej in Ruhe nachforschen, hier die Ergebnisse:

    Dieses Spielzeug war wohl der bayerischer Lok C IV nachempfunden. Nur das Führerhaus wurde etwas vereinfacht, ebenso der Kessel, der dem Belpeira Kessel (z.B. von Ty23) ähnelt. Die Funktionalität (damit das Spielzeug – Lok fahren kann) stand hier offensichtlich im Vordergrund.

    Asdera hatte also recht.

  • Hallo Freunde,

    Vielen vielen Dank für eure Ausführungen, ich werde mich nun noch an ein Technikmuseum wenden. Auf jeden fall habe ich nun eine Richtungsvorgabe, für die weitere Recherche.

    Grüsse Nik

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind (Albert Einstein)

    N.K.


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  • Hallo Nikolaus,


    zuerst ist das natürlich keine T3 und auch keine Tenderlok. Das, was Henryk als Rahmenwasserkasten sieht, ist einfach ein Blechrahmen, der bei älteren Loks typisch war. Der Barrenrahmen, der viel "luftiger" aussieht, kam später. Selbst die Preussen hatten min. bis zur P8 die Blechrahmen. Sicher ist auch, daß es sich um eine Schlepptenderlok handelt. Diese werden für Echtdampfmodelle gerne verwendet, haben sie nämlich keine Führerhausrückwand und erleichtern so die Bedienung. Der Tender ist bei solchen Modellen meist der Sitzplatz für den Lokführer, allerdings erscheint mir der Platz dann doch zu klein. Spurweite würde ich auf Spur II tippen (Spurweite 64mm). Ich denke, daß dies ein Unikat ist und im totalen Selbstbau mit einigen Kaufteilen einschlägiger Hersteller (z.B. der Injektor paßt vom Stil nicht zur Machart der Lok) ist. Das ist allerdings nicht sicher. Ich bin leider nicht tief in Länderbahnloks bewandert und eine solche ist es sicherlich. Ich würde da auch in Richtung Jürgens Einschätzung gehen wollen. Willst Du die Maschine wieder in Betrieb setzen?


    liebe Grüße

    hänschen

    beste Grüße vom hänschen