Barockschloss von Saarbrücken – Renovierung und Erweiterung

  • Hallo Freunde!


    Nachdem ich zig Jahre lang hier nicht mehr aktiv war und unter wenig erfreulichen Umständen aus den anderen Kartonmodell-Forum rausgeworfen wurde (wegen Nichtpostens!), versuche ich es gerne noch einmal hier.


    Mein aktuelles, corona-langeweile-bedingtes Projekt stellt die Renovierung eines sehr alten Modells dar, das ich vor mehr als 30 Jahren gemacht hatte: Das Saarbrücker Barockschloss (also nicht das heutige, mit modernem Mittelteil, von dem es mittlerweile einen Kaufbogen gibt).


    Der Bogen ist /war so ziemlich einmalig und wird sicherlich nie wieder zu bekommen sein.


    Anfang der 1970er Jahre hatte man im Zuge der Begeisterung für den Wiederaufbau der kriegszerstörten Saarbrücker Ludwigskirche geplant, auch gleich das 1793 (!) abgebrannte und danach sehr verändert und nur reduziert wiederhergestellte Saarbrücker Schloss (es diente dann als Mietskaserne!) nach den Originalplänen des Architekten F. J. Stengel zu rekonstruieren. Am 1.1.1980 entschloss sich aber der damalige Saarbrücker OB, Oskar Lafontaine, dagegen (der Bau ist in städtischem Besitz) und es blieb bei der (immerhin ja auch recht gelungenen) Renovierung des Ist-Bestandes mit Einfügung des modernen Mittelteils von Gottfried Böhm.


    Noch 1977 gab man aber einen sehr schönen, komplett handgezeichneten (!), aber nicht farbigen Bastelbogen zur Unterstützung des Wiederaufbaus des Barockschlosses heraus, den ich damals als Kind in einem Schaufenster sah und der mich total faszinierte (dort u. a. in verschiedenen Farben, Blau, Rot, Lila ausgedruckt). Erst 10 Jahre später erstand ich dann auf Nachfrage in einem traditionellen Schreibwarengeschäft in Saarbrücken in total verstaubtem Zustand einen der letzten damals noch existierenden Bögen. Alles andere wird wohl in den Reißwolf gewandert sein.....


    Um 1989 bastelte ich das Modell zusammen und das Bauprojekt wurde größer und größer.....

    (Fortsetzung folgt)


    So sah das Modell jedenfalls nach 12 Jahren im (trockenen!) Keller bis vor 6 Wochen noch aus .

    Alles vergilbt und verstaubt (was das geringste Problem ist) und das Dach des Mittelrisalits nebst dem Belvedere trotz (oder gerade wegen) der Schutzhülle aus Pappe eingedrückt:



    Nächste Projekte (insofern ich das noch erlebe :(): Limburger Dom, Hamburger Michel, Kolosseum Rom, Bremer Rathaus, Notre Dame de Paris (alle von Schreiber)

    Edited 3 times, last by Oktavian ().

  • Hallo Oktavian

    Willkommen hier. Bei deiner Vorliebe für Architekturmodelle empfehle ich dir den Baubericht von Pitje über das Ulmer Münster.

    Ich glaube auch du wirst staunen was alles möglich ist.

    Liebe Grüße Peter

    Papier ist geduldig, ich werde es auch noch lernen

  • Hallo Oktavian,

    das alte Schloss in Sarrbrücken sieht sehr gut aus. Aber im Innenhof fehlt ein unabdingbares Utensil aller saarländer Hausbesitzer:


    DER SCHWENKER

    samt Auflage.:D

    Ulrich

  • Nix mit Schwenker in einer hochfürstlichen Residenz!!!


    Und weiter gehts:


    Hier ein Zeitungsartikel von damals, das ist das einzige Zeugnis das ich vom Bogen im Urzustand habe: Ganz in weiß und mit vielen nicht-historischen Ungenauigkeiten. Ich hoffe, dass das nach 44 Jahren keine Urheberrechtsverletzung vorliegt (Quelle ist ja genannt):



    Das ist das, was ich damals, 1987/88, zuerst daraus bastelte: Die Fenster sind schon geschwärzt und die Dächer (im Original schwarz-grauer Schiefer) in schwarzer Pappe:



    Da sich die sehr dünnen Kartonwände schon damals unschön zu wölben begannen, setzte ich erstmals das ein, was ich mittlerweile bei allen meinen Bögen (v. a. auch bei Schreiber) mache, nämlich dass ich sie und alle Balustraden mit stärkerem Karton hinterklebe.


    Und dann setzte, es war 1989, mein Bauwahn erst recht ein, denn ich wollte dem Schloss auch möglichst originalgetreu einen Teil seiner Umgebung, v. a. den ebenfalls verlorenen Barockgarten (wenigstens ein kleines Stück davon) wiedergeben.

    Nach Beseitigung der unhistorischen Dachfiguren (s.o.) landete das Ganze erst mal auf einer 1,5 cm starken Holzplatte. Mit Styropor wurde das unterschiedlich hohe Gelände nachgebaut. Ich war damals erst 22 und wundere mich über meinen Erfindungsreichtum:




    Die beschnittene Baumallee, die das Schloss auf der obersten Terrasse von zwei Seiten umgab (von ihr wird später nochmals die Rede sein), bestand aus Wattebällchen mit Laubstreu auf Schaschlikstäben. 114 Stück entsprechend den Stengelschen Originalplänen. Und im Hof wurde historisches Pflaster (mit Bleistift in, ich glaube, zweiwöchiger Arbeit, selbst aufgezeichnet verlegt und die historisch verbürgten Außentreppen und Pollersteine versetzt:



    An der Nordseite (die damals wie heute sehr beeindruckend hoch über der Saar liegt) sollte ein ganz kleiner Teil des barocken Parterregartens mit Broderien wiedererstehen:



    Fortsetzung folgt!

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    Edited once, last by Oktavian ().

  • @ alle: Danke für alle die sehr lieben Likes (nennt man das heute so?)

    Ich freu mich aber auch über geschriebene Kommentare/Fragen/Kritikpunkte.

    Aber wie gesagt, die eigentliche Geschichte hat ja noch gar nicht angefangen.


    Das hier also war dann am Ende das Endergebnis:


    Ein sehr schönes und detailliertes Kartonmodell (übrigens M 1:150) des untergegangenen Barockschlosses. Die Fensterkreuze, die schon geschwärzt waren, habe ich dann nochmals mit schwarzen Kartom beklebt (die Fassaden standen ja schon aufrecht) und mit von Hand aufgemalten Sprossen verfeinert, da die vorhandene Sprossung des Bogens viel zu grob und unbarock war. Ich weiß heute nicht mehr, wieviele, aber mind. 200 Fenster von Hand aufgemalt.... irre. Wie gesagt: Das war 1990, da gabs noch kein Photoshop.


    Besonders schön der sonnendurchflutene obere Parterregarten mit den Broderien:


    Es sah fast wie echt aus, oder?


    Oder hier die hintere Baumallee, von der aus man rechts über ein System von Rampen und Treppen ursprünglich in den sehr viel größeren unteren Schlossgarten ging (nicht gebaut):


    An der oberen Baumallee vorbeigelaufen gelangte man am Südflügel zu einer weiteren geometrischen Baumpflanzung, gegenüber des kleines Marstalles:


    Oder man konnte auch hochgehen und vom sog. Belvdere des Mittelpavillons aus einen tollen Blick über die Gesamtanlage und den Innenhof genießen. Besonders hübsch war die von Stengel entworfene geschwungene Ehrenhofbalustrade, mit der dieser Hof von dem (ebenfalls nicht gebauten) unteren Schlosshof abgetrennt wurde:


    Das war also um 1992 der erreichte Stand des Schlosses.

    Leider kam das Modell dann bis heute ganz schrecklich ins Alter (wie wir alle)


    Fortsetzung folgt!

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  • Ein sehr attraktives Modell!


    Als doch eher etwas weit von Saarbrücken entfernt wohnender Niederrheiner war mir das Schloss ziemlich unbekannt. Schön, dass Dein Beitrag mich darauf gestoßen hat. 🙂


    Der Mittelbau von Gottfried Böhm gefällt mir übrigens richtig gut. Eine schöne Symbiose zwischen Alt und Neu!

  • Hallo Helmut,


    ja genau. Viele Saarbrücker (auch ich) taten sich am Anfang aber sehr schwer mit der Böhmschen Lösung, weil man von 1970 bis 1980, also zehn Jahre lang, diese tolle Stengelsche Barockschloss-Variante in der Presse vorgesetzt bekam. Dann der rasante Wechsel durch Lafontaine und die ersten Entwürfe von Böhm des Mittelpavillons in Glas und Stahl waren sehr hoch und länglich und glichen mit ihrer Rundung oben eher einem..... äh... lassen wir das.

    Böhm hat dann an die 200 Varianten gezeichnet, bis er zur heutigen Lösung kam. Und mit dem tollen Innenraum darin, sieht es allemal supertoll aus und verströmt sogar "Barockfeeling". Die Saarbrücker waren begeistert!


    © Wikimedia Commons, AnRo0002

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  • Und weiter gehts.


    Nun also zum traurigen Ist-Zustand: Das Modell stand 12 Jahre im selbstgebauten Schutzkarton im trockenen Keller, da ich seit jener Zeit zwei pappeverzehrende Haustiere :P habe, die das Schloss sicher zum Fressen gerne gehabt hätten....

    Ich wusste, dass vieles verschmutzt, einiges sicher beschädigt war (die Vasen herabgefallen u. Ä.). Es war höchste Zeit etwas zu tun....


    Als ich den "Mini-Sarg" mit 'nem Freund vor ein Paar Wochen in die Wohnung hochholte, war das Entsetzten aber perfekt:


    Das Dach des Mittelpavillons nebst des umlaufenden Gitters war sehr stark eingedrückt (siehe Bilder des ersten Posts).


    Der selbstgemalte Innenhof an einer Stelle auch eingedrückt, aber v. a. mit sehr vielen Wasserflecken:


    Sämtliche Fassaden waren / sind nach 30 Jahren extrem vergilbt. Das Schloss sieht tatsächlich aus, wie ein echter Altbau (das originale Schloss sah vor seiner Renovierung auch so aus...). An einigen Stellen waren aber sogar Teile des Druckes abgeblättert:


    Die Bäume der Allee haben fast alle ihr Kunstlaub verloren (sahen also wieder aus wie echte Wattekügelchen), das den Boden des Schlossgarten darunter extrem verdreckte (hier auf dem Bild rechts schon "abgeholzt).


    Am allerschlimmsten sah/sieht aber die Südostecke des Schlosses aus (auch oben). Dort schüttete mir ein Freund, der mal in meinem WG-Zimmer wohnte, irgendwas drüber. Ich retuschierte es mit den damaligen Mitteln, aber mit der Zeit kamen die Spritzer immer deutlicher zum Vorschein. Einfach nur eklig und unansehnlich:


    Ich überlegte drei Tage lang verzweifelt, was ich tun könnte und war eigentlich schon soweit, den historischen Saarbrücker Schlossbrand von 1793 mit meinem Modell nachzustellen, es abzufackeln und danach nur noch wegzuschmeißen.

    Joh. Friedr. Dryander: Der Saarbrücker Schlossbrand, 1793.

    © Wikimedia Commons/Oktobersonne [Bild beschnitten]


    Fortsetzung folgt!

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  • Hallo Freunde! Vielen Dank für die vielen netten Likes!

    Und weiter gehts.


    Also ich beschloss dann am Ende natürlich doch nicht, das Modell abzufackeln. Aber guter Rat war wirklich teuer.

    Die alten Fassaden zu säubern usw. war einfach nicht mehr möglich. Also etwas Neues drüberkleben. Aber woher die Vorlage nehmen, wenn es den Bogen schon lange nicht mehr gab? Ich konnte und wollte das Modell auch nicht soweit auseinandernehmen, um die einzelnen Fassaden auf den Scanner zu legen. Also blieb nur noch das Abfotografieren. Gottseidank hat sich die Technik in den letzten Jahren ja so sehr verbessert, dass man schon mit der Handy-Cam hervorragend aufgelöste Bilder hinbekommt. Diese wurden dann mit Gimp entzerrt, maßstäblich wiederhergestellt und farblich wieder weiß gemacht.


    Ja, und dann fingen meine umfrangreichen Retuschen und Verbesserungen an, denn ich wollte, dass die Barockfassaden so originaltgetreu wie nur möglich - also noch besser als das verblichene Vorbild werden. Letztlich zeichnete ich so gut die das gesamte Schloss neu, übernahm nur noch einzelne Teile des alten Bogens, bzw. benutzte diese als Vorlage.


    Um es mir leichter zu machen, legte ich für die normalen Flügel, bei denen sich Vieles wiederholt, eine Muster- oder "Vorratsseite" an, aus der heraus ich dann für die jeweils unterschiedlichen Fassadenabschnitte immer das herauskopierte und einfügte, was ich brauchte:


    Abweichend vom originalen Bogen fügte ich wieder die phantsasievollen Fensterschlussteine an: In den ersten zwei Etagen Frauenmasken und Kartuschen (Barockornamente), die sich an den Achsen und in den Stockwerken jeweils abwechselten und im obersten Stockwerk (dem Mezzanin) unterschiedlich gestaltete Schlusssteine. Ebenso gibt es an den unterschiedlichen Flügeln entweder ganz schlichte Fenster, oder Fenster mit einer kleinen rechteckigen Basis unten oder solche, wo sich dort schön geschwungene Voluten befunden (an den Eckpavillons). Dies fand ich alles in originalen Aufmaßen des heutigen Schlosses, wo sich diese Bauelemente in Teilen heute noch befinden.

    Ganz wichtig für die Wirkung der Fenster des Schlosses, sind aber die Sprossen, die ich ja auch schon am alten Modell händisch abgeändert hatte. Nun ging dies mit PaintShop viel feiner und effektiver, analog zu den Wiederaufbauplänen von 1978.

    Die Vorlage für die Türe fand ich schließlich an einem Barockpalais Stengels in Saarbrücken. Sie ist sehr schön und reich - so könnte es evtl. auch beim Schloss ausgesehen haben...


    Eine besondere Freude war es für mich, dass mir das Stadtarchiv Saarbrücken kostenlos zwei Scans der originalen Pläne Stengels sandte. Die Originalpläne selbst sind leider im Krieg verbrannt, aber auf den eingescannten Fotos kann man eigentlich noch alle Details sehr gut erkennen. Letztlich sind sie die einzigen originalen Informationen, die wir über die vielen verschwundenen Partien des Schlosses besitzen:


    Besonders stolz bin ich auf meine Nachzeichnungen der schönen Dachgaupenfenster, die nun am Modell wieder haargenau wie auf den Plänen und wohl auch damals im barocken Saarbrücken aussehen:


    Soweit für heute!

    Fortsetzung folgt.

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  • Helmut B.: aber sehr gerne doch!


    Hier nun also die ersten Ergebnisse:

    Der Parterregarten am Nordflügel. Verrückterweise hatte die Gartengestaltung dort alle Zeitenläufe bis auf bissel Staub, der schnell weg war, gut überstanden. Hier sieht man nun sehr drastisch die Unterschiede zum "Altbau" rechts.....

    Anders als vorher habe ich aber nicht mehr alle Positionen der Postamente der Balustrade mit Vasen besetzt. Man weiß auch eigentlich gar nicht, ob es beim echten Schloss je solche Vasen überhaupt gegeben hatte. Es gibt Gemälde, dort ist alles voll besetzt, aber das sind wohl geschönte Darstellungen für den Fürsten gewesen, damit's im Bild noch prunkvoller aussah. Da ich auch 'eh nimmer alle der von mir vor 30 per Hand aus Modelliermasse geschnitzten Vasen habe (und auch keine mehr nachfertigen werde - das bringe ich heute nicht mehr), habe ich die Positionen der Balustrade nur an verschiedenen Stellen besetzt, beziehe mich dabei aber auf einen alternativen Plan von Stengel. Ich finde so siehts nicht zu viel und nicht zu wenig, gerade perfekt aus.


    Der Eckpavillon des Südflügels. Besonders gut kommt nun auch beim Schloss erst wieder der typische Weiß-Grau-Anstrich aller Stengelbauten zur Geltung, was zusammen mit den schwarzen Schieferdächern und verschiedenen Vergoldungen unglaublich vornehm und prachtvoll aussieht (ein paar davon gibts ja noch in SB). Die Treppen konnte ich , etwas aufgearbeitet, noch vom Altbau übernehmen. Das verschlissene Pflaster wurde auch total erneuert:


    Blick von der anderen Seite auf den Süd-Eckpavillon mit der schon teilweise erneuerten Baumallee, die mit etwas gröberen Flocken jetzt besser als vorher ausseiht. Die Wattekügelchen waren aber alle wiederverwendbar. Sehr schön auch - wie bereits erwähnt - die erneuerten wunderschönen Dachgaupen mit ihren Schwüngen:


    Und hier noch einmal ein abschließender Blick durch die südliche Baumallee. Sieht richtig echt aus, gell?

    Ich muss dann am Ende auch mal Bilder mit fingiertem Himmel reinsetzen, dann wirds erst richtig toll:


    So das wars jetzt fürs Erste. Zweieinhalb von drei Schlossflügeln sind fertig, aber es fehlt völlig der prachtvolle Mittelpavillon mit seinem Schmuckwerk (der geht morgen in den Kopiershop) und vor allem die aufwendige Sanierung der Gartenbalustraden und der östlichen Baumallee (über 70 Bäume). Da morgen auch für mich wieder der Ernst des Lebens losgeht, wird's jetzt etwas länger dauern, bis wieder News kommen. Ich bleibe aber dran.


    Ich freu mich auch über Kommentare/Fragen!

    Liebe Grüße

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  • Hallo Octavian

    Das ist doch eine Renovierung die sich lohnt. Günstiger als wenn der Staat eine Ausschreibung macht.

    Gefällt mir sehr gut. :thumbsup:

    Gruß Peter

    Papier ist geduldig, ich werde es auch noch lernen

  • petespi9  Pitje: Danke für euer Lob, das ehrt und freut mich sehr, v. a. wenn es auch solch berufenem Munde kommt.


    Mal sehen, wie die Renovierung voranschreitet. Sehr gespannt bin ich aber - vielleicht hat ja jemand von Euch Tipps? - wie vergilbungsresistent diese Laserkopien aus dem Shop sind. Ein Modell, was bei mir gleich über dem Schloss im Regal steht, das ich mir vor Jahren schon von denen ausdrucken ließ ist noch unverändert farbecht (und mein Wohnzimmer ist sehr hell).


    Noch ein aktuelles Bildchen aus dem oberen Parterregarten. Die kleine Nebentüre ist direkt aus den Originalplänen Stengels entnommen. Sehr schön sind die Details sichtbar, wie auch die vergoldeten Fenstergitter (die gab es nachweislich). Diese hier kommen von Stengels Schwester-Schloss in Dornburg an der Elbe und wurden von mir "nachvergoldet". Besonders schwierig zu Bauen waren die charakteristischen Eckquaderungen (also die herausstehenden, vertikalen Abschnitte). Nicht so sehr die Frontseiten (da ging's), sondern um die Ecken rum zu den Fassaden hin. Die Streifen waren dort 2, allerhöchstens 3 mm breit. Iiiih. So was Fitzeliges mag ich gar nicht. Ich konnte die aber auch nicht weglassen, da sich zwischen den schönen hellen Fassaden dann dauernd häßliche gelbe Streifen befunden hätten.

    Ich habe für die Fassadenteile hier erstmals im Kartonmodellbau flächig Buchleim verarbeitet, den man sehr schön auf den alten Fassaden aufstreichen konnte und mittels dem man die neuen Teile dann immer nochmal etwas geradeziehen konnte. Schöne Erfahrung.


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    Edited 2 times, last by Oktavian ().

  • Aus der häßlichen Ente wird ganz langsam wieder ein schöner Schwan.


    Die östliche Gartenseite - mit völlig abgeholzter Baumallee - ist so gut wie fertig.

    Die neuen Teile für den Mittelpavillon sind vom Copyshop geliefert (sehen top aus!) und die ersten Balustraden wurden auch schon runderneuert (hier aber noch nicht zu sehen)....

    Die erste Probe für die (sehr gut gewordenen) "Gitterteile" (auf Folie) sitzen schon mal provisorisch auf dem Dach des Belvedere (Mitte, oben), da bin ich aber noch nicht zufrieden mit den Anschlüssen.


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  • So - heute war ich wider Erwarten doch noch fleißig und habe fast alle Balustraden fertigbekommen, die ja für die Gartenanlage sehr wichtig sind und die stark vergilbt und verschmutzt waren. Wurden nun auch wieder mit Vasen bestückt. Allerdings nicht mehr so viele wie vor der Maßnahme.


    Der Aufgang zum südlichen Garten von der Talstraße her mit wiederhergestellten Torpylonen und Gittern


    Blick von der östlichen Baumallee (die noch leer ist) hinunter in den südlichen Garten:


    Blick vom nördlichen Parterregarten auf die (im Modell nur sehr verkürzt dargestellten) Pfeiler zum Schlossplatz hin :


    Blick von der Anlage der östlichen Baumallee über die Balustrade hinweg in den oberen Parterregarten hinunter. Die beiden Sphingen sind winzige Kopien von zwei Plastiken, die sich tatsächlich im Saarbrücker Schlossgarten (aber an anderer Stelle) heute noch befinden und die wohl Neobarock vom Ende des 19. Jahrhunderts sind. Sehen aber in echt sehr schön aus und kamen deshalb mit in mein Modell:


    © Pixabay /lizenzfrei


    Das wars für heute.

    Ab morgen heißt es: 60 Bäume für die östliche Allee "bepudern", wozu ich überhaupt keine Lust habe....:S

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    Edited 2 times, last by Oktavian ().

  • Das "Pudern" ist nach wie vor in vollem Gange. Ich dürfte morgen aber damit fertig werden - uff!!


    Habe bzw. werde die Bäume mit mattem Klarlack besprühen, damit sie das Laub länger halten und nicht so zustauben.

    Weiß jemand von Euch noch ne andere Lösung dafür?


    Und ich werde die Bäume im Modell auch nicht wieder einkleben. Reinstecken in den tiefen Styropor-Untergrund reicht zu und hält gut. Dann kann man sie auch mal wieder rausziehen und nach Bedarf den Untergrund säubern.


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  • Hallo Stefan


    Das ist ein hochspannender Bau-, bzw. Renovationsbericht! Wunderschöne Details udn klasse Fotoperspektiven!

    Und das letzte Foto sieht aus wie die Vorbereitung eines exotischen Apéro-Häppchen-Tellers :D


    Beste Grüsse

    Peter


    P.S. PN folgt;)

  • Peter_H

    Daaaanke, danke für die Lorbeeren!


    Nix mit Apéro...Wie heißt es in der Bibel? "Im Schweiße deines Angesichts sollst du.... .....pudern!"

    Jetzt gleich noch einmnal 25 Stück und dann bin ich gottseidank durch. Ich sah gestern an allen Fingern schon selbst wie ein bepuderter Laubbaum aus.

    So was mach ich nie wieder ......

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  • Hallo Freunde,


    ich habe nun doch mal etwas weitergebaut.

    Hier der Mittelpavillon der Gartenseite - vorher. Alle abstehenden Teile wurden schon mal abgezupft....



    ...und hier nun der "Schwan"... sieht toll aus!


    Detail der Fassade. Auf dieser Seite habe ich im wesentlichen die Teile der alten, handgezeichneten Fassade wiederverwendet, aber am PC "schön" gezeichnet. Fenstersprossen und Glastüren mit Türklinke nun geradezu perfekt (finde ich).


    Hier ein Blick hoch zum Dach mit den erneuerten Dachgauen - alle aus den originalen Stengelplänen nachgezeichnet:


    Und hier liegen im Schlossgarten schon einmal die vier großen Balkonkonsolen. In diesem Falle ist dies ein Entwurf von mir von vor 30 Jahren (im Originalmodell gab es hier fälschlicherweise gar keine) von der noch vorhendenen originalen Zeichnung noch einmal eingescannt, neu ausgdedruckt und mit einer Pappefülllung zur besseren Stabilität versehen:


    Und hier der Glanzpunkt der Fassade: Der Balkon (nach dem originalen Stengel-Entwurf) auf Folie, bereit zur Montage.


    So das war's für heute. Fortsetzung folgt!

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  • Hallo Freunde,

    heute ist mir unglaublich viel gelungen. Die Gartenseite des Schlosses ist komplett fertig und sieht hinreißend aus. Ich habe aber jetzt nicht mehr die Kraft, das alles zu posten. Vielleich morgen, wohl eher aber nächste Woche.


    Deshalb jetzt nur als Schmankerl: Das abschließende Gitter des Belvederes auf dem Mittelpavillon, also die Bekrönung des Schlosses mit der Darstellung des Reichsadlers. Erst beim im dritten Anlauf gelang es mir und erst beim zweiten Folienbogen. Die dünnere Druckfolie musste auf stärkere aufgezogen werden, damit sie stabil war. Die Seitenteile waren ferner auf der ersten Folie in den Segmenten etwas (2mm) zu lang, so dass ich alles noch einmal neu machen musste, um die historisch exakte Anzahl der Gitter-Segmente beizubehalten und keines anzuschneiden, das hätte nicht schön ausgesehen. Das Dach ist übrigens noch das alte, von vor 30 Jahren. Vielleicht erinnert ihr euch noch an das erste oder zweite Bild, das ich gepostet hatte. Da war dort alles eingedrückt und kaputt

    Jetzt isses perfekt. Ich gebe zu, ich bin begeistert:


        


    Ohne mehr für heute. Fortsetzung folgt!

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  • So, wie versprochen nun die Bilder der vollendeten Gartenseite des Saarbrücker Schlosses.


    Tattaaaaaaa....! Willkommen in der Hochfürstlich-Nassauisch-Saarbrückenschen Residenz!


    Hier also die Mittelachse der Gartenseite. Abweichend vom Originalplan und vom Vorzustand des Modells habe ich den mittleren Teil der Baumallee frei-, also 9 Bäume weggelassen. Das erschien mir schlüssiger, denn dahinter (quasi im Rücken des Kameramanns) setzte eine halbrunde Balustrade und dann eine prachtvolle, geschwungene Treppenanlage ein, über die man in den Terrassengarten und den unteren Schlossgarten hinabstieg (möchte ich eigentlich auch mal bauen - dazu vielleicht sehr viel später noch etwas). Ich hoffe jedenfalls, Meister Stengel im Himmel wird mir diese freie Interpretation hier verzeihen.....


    Etwas näher dran: Auf der freigewordenen Gartenfläche habe ich die Statuen der "Vier Jahreszeiten" von Ferdinand Dietz aufgestellt. Diese Figuren standen tatsächlich im echten Schlossgarten (aber niemand weiß, wo genau). Sie haben alle überlebt und befinden sich heute im Saarbrücker Saarlandmuseum. Die MUSSTEN hierher zurückkommen und ich finde, sie machen sich sehr gut.


    Blick über die Baumkronen der Allee zum Balkon mit seinen teilweise vergoldeten Gittern. Ich gebe zu, ich bin von der Wirkung begeistert....


    Hier nun eine Nachaufnahme des Daches des Mittelpavillons. Dort sind die Figuren ja nicht dokumentiert. Die beiden Seitenfiguren waren im ursprünglichen Modell an dieser Stelle aufgestellt (ich glaube, es sind nachgezeichnete Statuen von der Ludwigskirche). Ich habe sie neu ausgedruckt und wieder an diese Position gesetzt. In der Mitte die gespiegelte Version des großen Wappenschildes, das später auf die Hofseite kommt und das bekannt ist. In die Mitte habe ich aber abweichend vom fürstlichen Wappen, das später dorthin kommen soll, das Portraitmedaillon des Hochfürstlichen Bauherrn, Fürst Wilhelm-Heinrich von Nassau-Saarbrücken, reingesetzt. Ehre, wem Ehre gebührt!


    Ein Blick über die Dächer des Nordflügels hin zum Mittelpavillon mit dem schon mal gezeigten, jetzt aber aufgesetzten Belvederegitter. Hier kann man einmal sehr schön die Lichtwirkung der durchscheinenden Folie sehen. Ich bin begeistert!

    (P.S. Nicht wegen euch, sondern da ja die halbe Welt mitliest, habe ich mir erlaubt, die Bilder teilzuverpixeln, wenn sie zuviel von meiner Wohnung zeigen).


    Blick am Südost-Eck hinunter auf die untere Terrasse. Abweichend vom Originalplan habe ich mir auch hier eine kleine Freiheit gegönnt, da mir die Fläche immer so häßlich leer erschien und ein dort Wasserbecken hingesetzt. Aber immerhin genau nach einem Becken, das man auf den Plänen Stengels erkennt, das sich aber im oberen Parterregarten befand, just an der Stelle, wo ich das Modell abschneiden musste:


    Hier ein Blick längs der hinteren Baumallee.


    Und hier zum Abschluss noch ein Blick an der nördlichen Schlossmauer hinunter. Da habe ich eine Inschrifttafel angebracht (auf Französisch, wie man das damals so machte) und des Architekten Stengel (und auch meiner Wiederaufbau-Wenigkeit) gedacht. Das Relief (ist aus dem 19. Jh.) ist tatsächlich auch am heutigen Schloss (aber an ganz anderer Stelle) zu finden.


    Soweit erst einmal für heute.

    Jetzt kommt in den nächsten Tagen der Endspurt vorne im Schloss-Ehrenhof und dann ist es - unglaublich - tatsächlich geschafft!

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    Edited 3 times, last by Oktavian ().

  • HAllo Oktavian

    die Restaurierung gelingt Dir sehr gut! Schön, dass Du noch auf den alteen detaillierten Modellbogen zugreifen konntest, denn der "neue" von Rawocut ist bei weitem nicht so schön, wenngleich er die moderne variante zeigt. Als alter Usinger interessiert mich der Bau auch so, denn neben Architekt und Adelsfamilie teilen die beiden Schlösser auch das gleiche Schicksal....

  • Lieber Thomas, toll! Danke für deine netten Worte!


    Nein, der Rawocut hat mich niemals interessiert. Und ja, die Geschichte von diesem Bastelbogen (siehe meine ersten 2 Posts) ist/war eine ganz eigene. Von 1977 !!! Mit der jetzigen Renovierung habe ich nun wohl aber den letzten, noch existenten Bogen zerstört. Es ging aber nicht anders.


    Dafür dürfte ich jetzt der (einzige) Besitzer des in allen Details exaktesten Saarbrücker Schlossmodells auf der Welt sein.

    Im Saarlandmuseum existiert noch dieses Gipsmodell aus den, ich glaube, 1920er Jahren. Na ja... Keine Konkurrenz:

    © Oktavian

    Evtl. hatte der SBer Architekt und Stengelexperte Dieter Heinz noch ein eigenes gehabt, aber da er jetzt nicht mehr lebt, wird man das wohl niemals erfahren....

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  • Ach Helmut.... Vielen, vielen Dank!!


    Bin doch Historiker. Da gehört Vieles mit zum Beruflichen.

    Aber meine (modellbau-) handwerklichen Fähigkeiten erstaunen mich selbst immer wieder.

    Na, ich bin ja noch nicht ganz fertig........

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  • Hallo Freunde,

    ich habe zwar gerade die vier Hermen im Schlosshof aufgestellt bzw. eingeklebt (die sind sehr schön geworden...), aber mehr wird heute nicht mehr. Bin gerade etwas ermattet von der vielen Arbeit hier....:sleeping:


    Deshalb jetzt nur noch einmal ein bearbeitetes Bild der Gartenpracht - mit Himmel...


    P.S.: Danke für die vielen netten likes hier!!!

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  • Tataaaaaa!!

    Liebe Freunde!

    Es ist soweit und ist geschafft. Nach knapp zwei Monaten Arbeit ist das Saarbrücker Barockschloss fertig und erstrahlt nun wieder im alten Glanze. Wenn ich mir vorstelle, dass das Modell mit seinen knapp 32 Jahren nun fast so alt ist, wie der originale Bau nur geworden ist - 45 - dann werde ich schon sehr wehmütig. Die Chancen stehen jedenfalls gut, dass es das Original zeitlich überleben wird. Ich bin sehr gerührt, vor allem da es doch aus meiner alten Heimat Saarbrücken kommt und da es wohl kein zweites Modell dieses Bauwerks gibt, wo man so viele authentische Details sehen kann. Aber seht selbst.


    Die Hauptansicht mit dem Ehrenhof:


    Den Zugang bildet wieder die wunderschön geschwungene Ehrenhofbalustrade Stengels. Auch hier steckt unten nach wie vor das alte Teil von 1988 drunter:


    Hier nun der Höhepunkt des gesamten Bauwerks: Der Mittelpavillon auf der Hofseite mit seinem prachtvollen Balkongitter, v. a. aber mit den vier Hermen. Diese habe ich in Gimp komplett nachgestaltet und zwar aus drei muskulösen Männerfiguren von der Fassade der Reichshofkanzlei Fischer von Erlachs in Wien und ganz rechts einer Frauenfigur aus der Saarbrücker Ludwigskirche. Oben auf dem Dach ist die Wappenkartusche in der Mitte, links der Figur der Minerva, rechts die Ceres, alles teilweise farbig gefasst und mit Vergoldungen. Leider sitzt das oberste Dach mit dem Belvderegitter hier wie ich erst jetzt festgestellt habe, etwas schief auf. Mal sehen, ob ich das noch korrigieren kann:


    Hier noch einmal die Fassade im Detail. Sämtliche Dekorationen habe ich an dieser Fassade abgeändert und ergänzt nach den Informationen, die mir der originale Stengelplan, den ich freundlicherweise aus dem Saarbrücker Stadtarchiv erhielt, lieferte: die Festons (Gehänge unten) und die Fensterumrahmungen oben, die damit von denen auf der Gartenseite abweichen (so war das damals meist üblich). An den drei Figurenaufsätzen oben habe ich in den letzten Tagen noch lange gesessen und sie bei mir zuhause noch 3-4 mal selbst neu ausgredruckt. Die dunklen Partien dort, die im Modell doch arg störten, mussten mit Gimp erst "weggewedelt" werden. Sehr fitzelig und es bedurfte unzähliger "Stellproben":


    Auch an der rechten, südlichen Seite der Anlage ist nun die Gitteranlage aus alten Restteilen wiedererstanden. Lediglich das Gitter vorne links ist neu und aus Folie, da ich keine Lust mehr hatte, das verlorene Teil aus echten, handbemalten Drähten Stück für Stück selbst zu machen. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich das damals hinbekommen hatte:


    Und hier abschließend noch einmal ein Blick auf die Gesamtanlage vom nördlichen Parterregarten aus:


    Das wars! Hurraaaa! Ich gebe zu, ich bin überglückklich gerade, dass ich das schöne alten modell trotz seines schlimmen Zustands nicht abgebrannt und dann weggeworfen habe! Für Anmerkungen - auch kritische - oder Fragen bin ich dankbar.


    Ich werde mich in der nächsten Zeit aber noch mal melden, ich habe nämlich schon wieder neue Ideen für das Schloss...

    Nächste Projekte (insofern ich das noch erlebe :(): Limburger Dom, Hamburger Michel, Kolosseum Rom, Bremer Rathaus, Notre Dame de Paris (alle von Schreiber)

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  • Hallihallo,


    da gratuliere ich ganz herzlich zur wirklich gelungenen Sanierung des Schlosses. Sieht ganz hervorragend aus! :thumbup::thumbup:

    Um das gute Stück vor Staub und sonstigen Einflüssen zu schützen, würde ich Dir eine Haube empfehlen. Schau doch mal hier: https://www.sora.de/vitrinen/

    Die sind vergleichsweise erschwinglich, die werden in Selbstmontage zusammengebaut und die Lieferung erfolgt idR innerhalb weniger Tage, vielleicht mal ne Woche. (Bin kein Lobbyist, sondern überzeugter Konsument derselben ;) )


    Viele Grüße

    Peter

  • Vielen Dank, lieber Peter! Fürs Lob und für den Hinweis. Ich denke, das ist wirklich das, was ich brauche!!


    Sieht toll aus dort. Habe gerade nachgeschaut. Na ja... mit € 130,-- bin ich dabei...... Hm.....

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  • Hallo Stefan


    Herzliche Gratulation zur geglückten Renovation! Das ist wahrlich ein wunderschöner Anblick!

    Ein sehr schöner, aussergewöhnlicher Baubericht, danke für's Teilen!


    Und die Sora-Vitrinen kann ich ebenfalls wärmstens empfehlen!


    Beste Grüsse und bis demnächst

    Peter

  • Es gibt nichts besseres, als ein guter Staubschutz - egal von welchem Hersteller.
    Dein Ensemble hat es absolut verdient!

    Es gibt da so ein paar Berichte, die aufgrund der Hintergrunddetails Besonders spannend sind. Und dieser hier gehört genau in diese Kategorie!


    Ich hoffe auf mehr...:rolleyes:

    "Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte: 'wo kämen wir hin?' und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?"

  • Philipp Tietz

    Danke, danke, danke für Deine netten Worte und den Tipp mit der Vitrine. Sind halt nur 130 € Kosten, soweit ich das bisher ermitteln konnte. Das ist schon ein ganz schönes Stück Geld für mich, das muss ich mir überlegen.



    Und hier, noch quasi zur "Beweisführung", dass alles stimmt, eine historische Zeichnung aus dem Saarlandmusem:

    Anonymus: Schloss Saarbrücken, vor 1793 © Saarbrücken, Saarlandmuseum / Alte Sammlung (gemeinfrei)

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  • Hallo Stefan

    So ein schönes Modell gehört einfach auch geschützt. Muss ja kein Kaufteil sein. Kann man mit Plexiglas auch selber machen. Kommt dann sicher günstiger.

    Oder du besorgt dir vom Glaser ein paar Zuschnitts und Klebstoff sie mit Silikon selber wenn Plexiglas zu profan ist. Kratzer gibt es dann auch nicht so leicht.

    LG Peter

    Papier ist geduldig, ich werde es auch noch lernen

  • Hallo Stefan,

    ein altes Modell zu restaurieren macht oft sehr viel Mühe, weil man ja nicht so einfach in die vorhandene Substanz eingreifen soll. Das Schlossmodell strahlt wieder im alten Glanz.

    Ulrich

  • Hallo Ulrich! Danke auch dir für die netten Worte und die Lorbeeren!


    Ja, du hast recht, das Ganze war nicht ganz einfach. Ich hatte schon seit vielen Jahren immer wieder mal vor, das Schloss zu sanieren, wusste aber nicht wie. Ich wusste immer schon, dass ich die Fassaden nicht mehr reinigen konnte, sondern kopieren musste. Aber wie? Handy-Fotos waren zu wenig aufgelöst und ich wusste nicht, wie ich die Teile entzerren und bei der Menge wieder richtig miteinander kombinieren könnte. Scannen ging jedenfalls gar nicht, denn ich wollte den an sich ja noch intakten Bau nicht auseinandernehmen, das wäre sein völliges Ende gewesen. Bei der Abnahme des halben Daches des Mittelpavillons (der ja eingedrückt war), war mir schon mulmig genug. Die Technik gab es vor 10-15 Jahren (zumindest für mich) einfach nicht her.

    Aber das hat sich dann ja dank der Entwicklung der letzten Jahre geändert. Gimp hat mir da unendlich viel geholfen......


    Hier spaßeshalber nur mal ein Screen-Cap von meinen Arbeitsbildern (lange nicht alle), die nötig waren....


    Pitje

    Peter_H

    petespi9

    Noch zu der von Euch erwähnten Abdeck-Haube (ich fange ja langsam doch an, damit zu liebäugeln....): Also bei Sora bezahle ich in den Abmessungen € 130,-- fertig, bei Obi für eine entsprechd große Acrylglasplatte, die ich dann ja noch selber zusammenbauen muss, 139 €. Da ist nüscht gewonnen und ich werde wohl die 130 € investieren müssen......

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  • Liebe Freunde,


    Ich komme nun endlich doch langsam zum Ende meines Bauberichts vom Saarbrücker Schloss.


    Eine kleine Hinzufügung gab es dann noch am Samstag: Ich habe dem Fürsten Wilhelm-Heinrich standesgemäß eine Orangerie gebaut. Also einen Orangengarten. Das Gebäude dazu gab es auch (im oberen Parterregarten), dass ist aber auf dem Modell leider nicht unterzubringen gewesen. Ich habe diese kleine Anlage deshalb auf der südöstlichen unteren Terrasse um das Wasserbassin, wo noch Platz war, angelegt. Ich habe mich dabei ein wenig von der Orangerie in Versailles inspirieren lassen, die vom großen Hauptparterre aus ja auch vertieft und um ein Wasserbecken herum, angelegt ist:


      


    Damit wäre es also vollbracht!!


    Zum Abschluss aber wollte ich euch aber gerne noch berichten, dass ich seit 30 Jahren davon träume, doch wenigstens die prachtvolle Terrassen-Treppenanlage zu bauen, die sich östlich an das Ensemble anschloss. Die originale erste Szizze von damals existiert sogar noch (dort der rechte Teil) und auch ein 1:1-Plan.

    Soll ich das auch bauen? Was denkt ihr? Meine Wohnung ist doch schon so voll. Es wären immerhion nochmals 20 cm mehr Modell, das man aber gesondert anzufügen und auf der Ablage unter dem Tisch, auf dem das Modell jetzt steht, lagern könnte......


     

    Links: Plan von mir. Rechts: Historische Ansicht mit Terassenanlage © Saarbrücken, Saarlandmuseum /Alte Sammlung (gemeinfrei)


    Soweit also.

    Vielen, lieben Dank für euer Mitverfolgen, eure Likes und netten Kommentare!

    Stefan

    Nächste Projekte (insofern ich das noch erlebe :(): Limburger Dom, Hamburger Michel, Kolosseum Rom, Bremer Rathaus, Notre Dame de Paris (alle von Schreiber)

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  • Hallo Stefan

    Träume sollte man versuchen zu verwirklichen. Also gar keine Frage, bauen, bauen, bauen.

    LG Peter

    Papier ist geduldig, ich werde es auch noch lernen