Kümo GREUNDIEK (originalungetreu abgeladen) / 1: 250 / Eigenkonstruktion

  • Hallo Modellbaufreunde !


    Nach meiner komplizierten WIEBKE kommt jetzt wieder bastlerischer Eintopf - ein Kümo. Ich bleibe aber in der Region ! WIEBKE wird vom Schifffahrtskontor Altes Land (SAL) bereedert und GREUNDIEK liegt auch im Alten Land. Die GREUNDIEK wurde 1950 von der Rickmers-Werft in Bremerhaven unter dem Namen HERMANN-HANS als eines der ersten Schiffe in Vollschweißbauweise fertiggestellt. 1965 wird sie verkauft und in RITA DÖLLING umbenannt. 1986 erwarb der Landkreis Stade das Schiff und setzte es als Ausbildungsschiff für die Seefahrtschule Grünendeich ein. 1994 erwarb der Verein Alter Hafen Stade e.V. das Kümo, richtete es zum Museumsschiff her und hält es in Fahrt.


    Die GREUNDIEK ist 46,39m lang, 7,62 breit und mit 348 BRZ vermessen. Als Kümo trug sie 500 t, die Ladebäume je 2 t (etwas weniger als WIEBKE).


    Quelle: Greundiek.de


    Grundlage für den Bau meines Modells ist ein Generalplan aus dem Buch "GREUNDIEK, seit 1950 auf Nord- und Ostsee" von Jungmann/ Klug/ Meyer.


    Da die GREUNDIEK seit ihrer Nutzung als Ausbildungs- bzw. als Museumsschiff keine Fracht mehr trägt, ragt sie gewaltig hoch aus dem Wasser, was meine Frau und ich überhaupt nicht leiden mögen. Ich mache deshalb von meiner modellbauerischen Freiheit Gebrauch und lege sie nach alter Art eines Manta-Fahrers tiefer. Sie musste halt einmal herhalten, um Sandsäcke für den Hochwasserschutz zu transportieren.


    Angefangen bin ich, wie ihr seht, auch schon.


     


    Ich hoffe, euch interessiert die GREUNDIEK ! Manfred hat sie ja schon angemahnt.


    Henning

  • Moin, moin Henning,


    die GREUNDIEK....klasse....und dann noch beladen:thumbup:! Wie oft haben wir früher solche kleinen KüMos auf der Weser gesehen....die dazu gehörenden Maschinengeräusche habe ich heute noch im Ohr....


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Moin Henning


    auch bastlerischer Eintopf kann begeistern.

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.


    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.


    I´m a Billiever, #17, Go Buffalo

  • Moin Zusammen;

    besonders dann wenn die Diesel in die Standprobe gegangen sind.


    Der Neubau, als Beispiel ein AHTS wurde mit Vor- und Achterleine am Kai festgemacht. Zusätzlich kamen dann noch Vor- und Achterspring vom Neubau an den Werftkai.

    Die beiden Lips Verstellpropeller in Kortdüse hatten Steigung Null, Becker Vollschweberuder mittschiffs und dann hieß es " Wolke ".

    Erst Diesel I und dann Diesel II.

    Der Sound den die beiden 4.000 PS Diesel vom Typ MAK hatten war was besonderes. Jeder, der einen MAK gehört hat, kennt vielleicht diesen Sound. Die Helgensohle und der Boden der Vormontage haben während der Standprobe vibriert.

    Dann kam Maschine aus und danach Notstart.... .

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Manfred hat sie ja schon angemahnt.

    Moin Henning,

    na, ich kann mir nicht vorstellen, dass Du auf Mahnungen hin tätig wirst. ;-)


    Um so mehr freut es mich als gebürtiger Stader, dass Du dieses Projekt in Angriff nimmst.
    Ich nehme an, dass Du auch bereits vor Ort warst und dich mit entsprechenden Unterlagen und Fotos versorgt hast.

    Falls nicht, Stade ist immer einen Besuch wert.


    So, nun möchte ich Dich nicht länger mit meinem Geschreibe vom Kostruieren und Bauen abhalten und wünsche Dir gutes Gelingen!

    Beste Grüße,


    Manfred

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • Moin Henning,


    tolles Projekt!! Da habe ich gleich noch einige Bilder vom Original. Ich habe sie im Juni 2008 bei einer Kontrollfahrt in die Kieler Innenförde gemacht. Vielleicht sind sie ja nützlich.


    Viele Grüße aus Laboe


    Dirk

  • Ich bin erstaunt über die gute Resonanz und freue mich darüber, dass niemand über mein Tieferlegen gemeckert hat.


    Nochmal zurück zum Spantgerüst: Ich habe sowohl aus konstruktiven, als auch aus bastlerischen Gründen in der Verlängerung des Hauptdecks nach vorn uns nach achtern Stringer eingebaut. Das Backdeck ist bei der GREUNDIEK an den Seiten abgekantet, so dass ich auch an der unteren Kante Stringer eingezogen habe.


    Die Bordwände habe ich zeichnerisch nach der Dreiecksmethode abgewickelt, vorn und achtern jeweils zwei Streifen. Was ich nie hinbekomme, ist die Bordwände so zu konstruieren, dass der Name und der Heimathafen, die auf beide Bordwände verteilt sind, auf Anhieb zusammenpassen. Ich habe die Bordwände am Heck deshalb mit Namen und Heimathafen überklebt, anstatt die Bordwände konstruktiv zu überarbeiten.


     


  • Ich bin erstaunt über die gute Resonanz und freue mich darüber, dass niemand über mein Tieferlegen gemeckert hat.

    Naja, Deine Modelle haben ja doch immer etwas besonderes, insofern wirst Du immer ein reichhaltiges Interesse haben.

    Und "tiefergelegt" wird die GREUNDIEK ja durchaus auch unterwegs gewesen sein, zu aktiven Zeiten. Insofern: alles gut...


    Beste Grüße

    Fiete

  • Moin Zusammen;


    wer weiß ob die Dame in der Holzfahrt unterwegs war.

    Dann war auf eigener Ladung schwimmen angesagt.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • ...Ich mache deshalb von meiner modellbauerischen Freiheit Gebrauch und lege sie nach alter Art eines Manta-Fahrers tiefer.

    ...

    Dann solltest Du der GREUNDIEK aber auch einen Fuchsschwanz an die Signalrah hängen... 😄


    Im Ernst:

    Kaum abgeladen oder leer, so wie jetzt als Museumsschiff, sieht sie wirklich nicht sehr attraktiv aus! Ich bin da genau der gleichen Meinung wie Inge und Du.

    Mir gefällt das tiefergelegte Schiff sehr viel besser.

  • Hallo,

    die Diskussion mit dem tiefergelgten Rumpf ist schon so alt wie es WHV Modelle gibt. Die

    Frachter des LI besaßen zur Anfangszeit alle einen sehr hohen Unterwasserstreifen, was dann später zu Diskussionen über die Authentizität des Modell führte. Ist das Schiff gelöscht dargestellt ragt es eben höher aus dem Wasser. Also sehe ich die Frage nach höher oder tiefer als Geschmackssache an wie so vieles im Modellbau.

    Dass es hier niemand angesprochen hat hängt wohl damit zusammen, dass fast alle Modellle heute tiefer gelegt dargestellt und konstruiert sind, also es nicht auffällt.

    Ulrich

  • Nur gibt es bei diesem Schiff die Besonderheit, dass es unter dem Namen GREUNDIEK und der entsprechenden Farbgebung nie beladen wurde, weil der Laderaum als "schwimmendes Klassenzimmer" bzw. als Museum genutzt wurde.

  • Gebaut habe ich heute die Luken. Ich habe mich entschieden, sie ohne Persenning zu bauen, so dass die hölzernen Planken zu sehen sind. Beim Original sind Persennings grün, wie das Deck und die Bordwände. Da waren mir die hölzernen Planken eine willkommene farbliche Abwechselung. Außerdem passt es zu meinem Märchen, demzufolge meine GREUNDIEK gerade Sandsäcke für den Hochwasserschutz transportiert. Die vielen Fotos von Heiner und Joachim habe ich heute schon beim Zeichnen des Aufbaus nutzen können.


     


  • Moin Henning!

    Wie schade, daß Du das Schiff natürlich nicht als Bausatz auflegen wirst. Ich habe auf dem Schiff mal eine Museumsfahrt nach Glückstadt mitgemacht und durfte das Schiff auf der Elbe bis vor Glückstadt als Rudergänger 1 1/2 Std. steuern. Mit Strömung und Seitenwind reagierte es wegen der hohen Lage und Leichtigkeit wie ein Segelschiff auf jede Böe. Es war richtig Arbeit. Also wäre die hohe Lage der Greundiek im Modell durchaus vorbildgerecht.

    Viel Erfolg beim Bauen.

    Hanns


    Hänschen klein ging allein in die weite Welt hinein...jetzt lieber zu Hause bleiben

  • Helmut!

    Also ehrlich mal! So geht das nicht, Einfach den Wasserpaß schön machen. In Wirklichkeit ist das noch viel schlimmer, der Wasserpaß ist schräg.Weil hinten der dicke Motor sitzt und vorne außer Bordwänden nur Luft ist, guckt das Schiff vorne weiter aus dem Wasser. Sieht, wenn man darauf achtet, komisch aus. Und das ist die Greundiek. Einfach schön machen geht gar nicht.:D

    Bis bald mal wieder

    Hanns


    P.S. In Wirklichkeit mache ich es auch nicht anders als Henning. Wenn ich meine, es sieht mir interessanter aus, gestalte ich es so, wie ich will. Ich versuche es nur, es plausibel aussehen zu lassen oder eine "passende Erklärung" zu haben.

    Hanns


    Hänschen klein ging allein in die weite Welt hinein...jetzt lieber zu Hause bleiben

  • Heiner hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich das Lukensüll nicht richtig gebaut habe. Es steht, wie das Foto von Joachim zeigt, nicht senkrecht, sondern schräg. Dem Generalplan konnte ich diese Stellung nicht entnehmen, weil er keinen Querschnitt enthält. Ich habe ja schon manchen Frachter in meinem Leben gebaut, aber einer mit schrägem Lukensüll ist mir noch nicht über den Weg gelaufen.


    Weiter ging es heute mit dem Aufbau.


       


  • Mein Freund Reinhold Hahn, der ja bekanntlich schon viele Modelle für verschiedene Verlage konstruiert hat, hat mich aufgeklärt, was es mit dem schrägen Lukensüll auf sich hat. Das war bei den damaligen Kümos keineswegs ungewöhnlich. Es diente dazu, zB. Schnittholz besser nach außen in den Laderaum verstauen zu können, ohne das das Ladeseil gegen die Unterkante des Lukensülls stößt.

  • Moin Zusammen;


    dem ist auch so, es gab viele Kümos, die durch den Kanal auf schwimmender Ladung unterwegs waren.

    Schnittholz und Papierfahrt war vielleicht ein einträgliches Geschäft.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Zuletzt habe ich die Winden gebaut, wobei die vordere Ladewinde offenbar auch die Ankerwinde über eine Kette antreibt, die Lüfter und die Rettungsmittel.


       


  • Moin Henning,


    watt'n datt'n fü'ne Reling???


    Ansonsten: Kleines, sehr sehr feines Modell.


    Beste Grüße


    Manfred

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • @ Manfred: sei gnädig mit Henning, ein extra Ätzsatz wird sich für 1 Modell nicht rechnen, und aus Standartteilen die kleinen Relingfelder zu schneiden - schwierig. Ich denke, mit einem grünen Handlauf wird das ähnlich genug werden...


    Und an Hennig: Danke für die Erklärung mit der Kette zur Ankerwinde, ich habe mich schon die ganze Zeit gefragt, was das für ein graues Ding ist. Sieht sehr gut aus!

    Viele Grüße

    Heiner

  • Manfred, die Reling tut doch gut:thumbup:........o.k., die Matrosen haben beim Pönen etwas dick aufgetragen.....die Farbe muss eine Konsistenz haben, dass sie gerade nicht mehr zusammenläuft.


    Die Revell Aqua Color-Farben die ich zumeist verwende, verdünne ich etwas mit einem 50:50 Wasser-Isopropanol-Gemisch, dadurch trocknen sie schneller auch beim Aufbringen mit dem Pinsel. Die richtige Konsistens muss man durch Probieren herausfinden.


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Na klar tut´s die Reling. Muss denn ein Modell immer so aussehen also ob es gerade frisch aus der Werft kommt? Schiffe und auch unsere Modelle leben. Und da gehören Lebens- oder Gebrauchsspuren mit dazu.

    Ulrich

  • Ich glaube, Manfred ist mit der Tröpfchenstruktur der Reling nicht einverstanden. Als ich die Platine lackiert habe, war es zu kalt (um 0° C), so dass sich diese Tröpfchen gebildet haben. Wenn man zu geizig ist, die Platine zu entsorgen und sich eine neue zu kaufen, dann muss man ertragen, dass man mit dem Modell keinen Preis gewinnen kann.


    Meine weiteren Bemühungen galten im wesentlichen der Ergänzung von Pollern, Relings, Oberlichtern, Leinentrommeln und Niedergängen.



    Viel fehlt nicht mehr, morgen wird die GREUNDIEK wohl fertig.

  • Zum Thema Reling:


    Beim „normalen“ Betrachten eines Modells haben wir doch alle keine Makro-Augen, oder? Die Tröpfchen dürften kaum stören...

    Und wenn es wirklich mal stört:

    Solche Mißgeschicke passieren mir auch gelegentlich. Ich legen die Teile mit der nicht gelungenen Lackierung dann für ein paar Minuten in Aceton und streiche die Farbe dann vorsichtig mit einem Pinsel ab. Das geht mit etwas Geduld rückstandsfrei.


    Henning: Das wird ein klasse Modell!