Bell P-39N; Kartonowy Arsenal 2/2003; Maßstab 1:33

  • Hallo miteinander,


    ich fahre meinen aktuellen Baubericht hiermit mal "zweiforig". Im Nachbarforum findet das Thema bisher wenig Anklang und hier fehlt noch ein Baubericht über die sowjetische Airacobra von Halinski. Da mir mein aktuelles Projekt, die de Havilland Vampire, gerade wie ein Staubsauger die Freude am Kartonmodell abzieht und der Funke auf Teufel komm raus einfach nicht so richtig überspringen will, beginne ich einfach schon mal mit einem, bereits seit längerem in der Schublade vor sich hinreifenden, Großprojekt. Es geht um die Bell P-39, ein zu seiner Zeit nahezu avantgardistisch daherkommendes Design, daß die Amerikaner allerdings recht lieblos als Leihgerät/Exportschlager in alle Welt "abschoben", weswegen mein Großprojekt auch mit einem sowjetischen amerikanischen Fliegerchen losgeht.




    Mein großes Fernziel ist der superheftige Halinski-Bogen von 2016, mit dem man allerdings genausowenig seine Modellbaukarriere beginnen sollte, wie mit einer HMV-Bismarck ;( Somit wähle ich, zur Sicherheit, einen langsamen Einstieg. Für 2021 habe ich den 2003er Halinski-Bogen, um den sich dieser Baubericht hier drehen wird, und, um den Schwierigkeitsgrad in der Folge langsam hochzudrehen, das KW-Cartoon-Modell eingeplant.



    Doch nun zum eigentlichen Gegenstand dieses Berichtes: Da es sich hier um den mit großem Abstand kostengünstigsten Halinski-Bogen überhaupt handelt, habe ich mir gleich noch eine Sicherheitskopie obendrauf gegönnt. Soweit der Plan. Beim Durchblättern habe ich jedoch gemerkt, daß sich meine Bögen sowohl in der Reihenfolge ihrer Zusammenstellung als auch farblich unterscheiden. Hierzu Eindrücke vom "gemeinsamen Blättern" der beiden Heftchen:







    Wir haben es hier mit einer Auflagenstärke von 9000 Exemplaren zu tun, die dann wohl in mehreren Chargen gedruckt wurden ?( Bleibt nur die Frage, warum sich Layout und Farbgebung derart unterscheiden :?: Zum Vergleich: Von Flugzeugbausätzen anderer Verlage gibt es selten mehr als 2500 Exemplare, tendenziell eher durchgängig weniger.



    Orientieren werde ich mich, neben dem ausführlichen Skizzenmaterial, selbstredend auch am Baubericht von frettchen im Nachbarforum, bei dem ich mich an dieser Stelle schon mal vorab fürs "Vorturnen" bedanken. Ich werde zunächst das heller gedruckte der beiden Heftchen anschneiden, weil es in seiner qualitativen Beschaffenheit schon etwas "ausgelutschter" daherkommt, als der andere Bogen. Eine Tiefziehkanzel und den LC-Satz verbaue ich ebenfalls. Mit dessen Katalogisierung werde ich jetzt auch gleich mal einsteigen....



    Gruß,



    Daniel.

  • Ich habe zunächst den Lasercut katalogisiert und dann das Chassis verleimt.



    Mir ist aufgefallen, daß ich ganz vorne zwischen Spant und Grundplatte keinen absolut rechtwinkligen Abschluß hinbekommen habe. Deshalb habe ich über zwei Stunden lang die entsprechenden Spanten nochmal in Handarbeit geschnippelt und erneut verleimt, nur um am Ende annähernd das gleiche Ergebnis zu erzielen :wacko:



    Ich glaube, wenn man zweimal den gleichen "Fehler" macht, ohne dabei einen Fehler zu machen, ist es unter Umständen gar kein Fehler. Erst Recht nicht, wenn der Gegenstand des Anstoßes für das menschliche Auge nur mit größter Mühe zu sehen ist. Ich baue dann jetzt mal mit der Handarbeitsversion weiter :pinch:


    Nach dem langatmigen Spantenstecken entwickelt sich die Sache nun hin zu einer richtig amtlichen Halinski-Baustelle. Zunächst ist alles noch einigermaßen gut nachvollzieh- und umsetzbar. Die Teile 1-3 habe ich vor der Montage zu einem Segment zusammengefügt und anschließend als Großbauteil am Chassis angebracht. Der Fahrwerksschacht für das Bugrad wurde grob vorgebaut und die Wölbung darin versenkt. Im Anschluß kam von der anderen Seite der Fußboden obendrüber.




    Zu guter Letzt habe ich noch die Sitzschale geschafft:




    Weiter mit den Fußpeldalen und der Propellerwelle, die den amerikanischen Piloten mächtig Angst um ihre Fortpflanzungsfähigkeit einjagte :D Diese habe ich mit einem Stück Draht, Durchmesser 1,5 Millimeter, umgesetzt. Die eigentlich vorgesehene Papiervariante ist viel zu dick, um auf die vorgesehene Markierung zu passen.


  • Die Rückwand des Cockpits mit den vormontierten Drähten, die die Sitzschale und Gurte aufnehmen werden:



    Ganz wichtig für einen gelungenen Papierflieger: Die monströs ausdetaillierte, und später selbstredend nahezu unsichtbare, Rückseite des Instrumentenbrettes nebst dem Sockels des Steuerknüppels, der o-beinig über die Welle drüber muß. Rechts sind die beiden Teile schon mal zur Ansicht angesteckt:



    Es zeigt sich, daß ich mit meiner Drahtwelle eine gute Entscheidung getroffen zu haben scheine, da es mit dem ursprünglichen Papierteil an dieser Stelle extrem eng geworden wäre.


    Anschließend wurden die Cockpitmöbel pünktlich zum Jahreswechsel komplett eingeklebt:




  • Einiges Rätselraten gab es um die korrekte Position von Teil Nummer 17. Dieses taucht weder in einer Bauskizze noch als Markierung auf dem Zielbauteil auf. Abhilfe schaffte letztendlich eine kleine "Flugplatzrunde" :cool:



    Ich habe mir zwischenzeitlich mal eine schreckliche digitale Übersetzung der Bauanleitung erstellt :S und dabei in Erfahrung gebracht, daß die mehrteilige Ausführung der Türen eine Steilvorlage zur Durchführung einer optionalen Bauweise mit geöffneten Einstiegsluken ist. Für mich ist das allerdings nicht relevant. Ich möchte mich mit dem 2003er Bausatz von Halinski lediglich an die Grundsätze der Formgebung der P-39 herantasten und so ein Ding schlußendlich auch mal in der Hand halten, bevor ich mit den richtig heftigen Airacobra-Bausätzen loslege. Und obendrein möchte ich natürlich auch hier am Ende ein gelungenes Modell dastehen haben. Rechts auf dem Bild sind nochmal die Teile 16 und 17 an der noch nicht eingepaßten Tür zu sehen:



    Danach ging's ans Eingemachte. Die hintere Cockpitverkleidung mitsamt Scheibe war an der Reihe. Hier habe ich vor der Umsetzung intensiv in Alfreds Baubericht gestöbert und dabei in Erfahrung gebracht, daß er tatsächlich den hinteren Teil der Originalkanzel verwendet hat. Da läuteten bei mir gleich alle Alarmglocken, weil ich beim Versuch der Verwendung einer Originalkanzel beim hinteren Verglasungsteil im letzen Jahr fast meine Kawasaki Hien hingerichtet hätte :cursing:

    Allerdings hat Alfred das mit der Originalkanzel wohl nicht zum Spaß geschrieben und sein Flieger sieht am Ende auch blendend aus. Also habe ich, mit massig Bauchschmerzen, multiple Trockenanproben gemacht, nur um dabei festzustellen, daß die ganze Angelegenheit paßt, wie Arsch auf Eimer :thumbup:




    Schlußendlich habe ich noch die Türen mit angebracht und durfte am Ende feststellen, daß es an sich gar nicht so schlimm war, wie befürchtet. Und obendrein sitzen alle wichtigen Begrenzungslinien nach wie vor supergenau genau dort, wo sie auch hinmüssen. Hürde genommen, würde ich sagen.

  • Dieser Baubericht landet nun in der Gegenwart, denn heute waren diverse hochknifflige Bautätigkeiten rund um die vordere Verglasung an der Reihe. Die Scheibe ist bei der P-39, in optischer Hinsicht, um einiges wichtiger, als bei anderen Flugzeugen. Es handelt sich hier nämlich nicht einfach um den "Deckel auf dem Topf" (Hayabusa), sondern um einen integralen Bestandteil der Karosserie als Solche. Zu allem Überfluß ist die finale Position der insgesamt sechs Bauteile während des Bauprozesses nur zu höchstens 90 Prozent klar. Dementsprechend verbrachte ich fast zwei Stunden mit Schnippeln, Aufstecken, Schnippeln, Aufstecken, Biegen, Aufstecken.... Auf dem ersten Bild ist zusätzlich noch das winzige Visier zu sehen, das vor der Montage auch noch unter die Kuppel muß. Die Innenverkleidung mußte mal wieder auseinandergetrennt und am Außenteil passig gemacht werden. Es gibt keine realistische Chance, den Schnitt am fertigen Modell noch zu sehen. Somit habe ich mir auch gar nicht die Mühe gemacht, das Wegzukaschieren.



    Hier nochmal ein letzter Blick ins Cockpit vor der Kuppelmontage:



    Und dann wurde nochmal eine Stunde angepaßt. Das Ergebnis ist links richtig gut und rechts, nach Anbringung eines weiteren Rumpfringes, nahezu perfekt :thumbup:



    Die ganze Nummer war alles andere als einfach. Allerdings hat der Bogen (Stand jetzt, wohlgemerkt) eine phänomenale Paßgenauigkeit, die derartige Bastelakrobatiken überhaupt erst ermöglicht. Das Zusammenspiel von (Original-) Tiefziehkanzel und Papiermodell ist ebenfalls einsame Spitze.

    Jetzt habe ich mich vorne wie hinten vom Plastik weggebaut und kann mit dem Kerngeschäft, dem reinen und unverfälschten Papiermodellbau, fortfahren 8o

  • Hallo Daniel,


    die Arbeit an der Kanzel ist Dir 1A gelungen, damit wäre ich persönlich sehr zufrieden! Die Stange, die Du durch 1,5mm Draht ersetzt hast, war wohl so ein zu rollendes Teil? M.E. ein Konstruktionsprinzip, dessen Beerdigung überfällig ist. Selbst bei den exakt konstruierten Halinskis kommen da fast immer viel zu dicke Teile raus.


    Die Farbunterschiede sind dramatisch, das nimmt Dir leider die Chance da Teile auszutauschen, kenne ich so von Halinski nicht, für die Dauntless musste ich mir eine zweite Maschine nachbestellen und das waren die Farben identisch.


    Als dieses Modell rauskam, war Halinski offensichtlich im Umbruch, Farbgebung und Cockpitdetails bereits exzellent, aber noch keine separaten Steuerflächen. Das beschleunigt freilich die Arbeit an diesen Teilen dramatisch.


    Wirst Du die Räder selbst herstellen?


    Zaphod

  • Hallo Zaphod,


    • die Kanzel ist unter "in Ordnung" zu verbuchen. Ich bin mit dem Ergebnis aber zufrieden, da ich mir ziemlich bewußt darüber bin, daß ich aus so einer Konstruktion beim besten Willen nicht mehr rausholen kann.
    • Die Propellerwelle ist ein Rollteil, ja. Bei Halinski habe ich, abgesehen von dieser Welle, eigentlich durchgängig gute Erfahrungen mit Rollteilen gemacht. Bei Orlik und Kartonowa Kolekcja (Beides Verlage mit ziemlich amtlicher Materialstärke) spalte ich den Karton teilweise in seine einzelnen Schichten auf und rolle dann das so ausgedünnte Material. Außer bei Fahrwerksbeinen, die mache ich stets so massiv wie vorgesehen.
    • Die Farbunterschiede sind bei einem Preis leicht südlich von sieben Euro total verschmerzlich. Interessant ist es trotzdem, da auch das ganze Bogenlayout sich unterscheidet. Bei der "dunklen" Version steht der Preis nicht auf der Titelseite, dafür aber die Auflage. Hinten sind Bilder von fertigen Modellen gedruckt anstatt von Bauteilen. Keine Ahnung, was die da damals gemacht haben ?( By the way, dieser Bogen ist in meinem Stapel der absolute Rekordhalter in Sachen Auflage. Ich kenne ansonsten kein Papiermodell, das auch nur annähernd neuntausendmal gedruckt wurde :huh: Darüber hinaus hoffe ich natürlich, daß ich durch den Bau ohne Ersatzteile durchkomme. Meine Problemzone bei Flugzeugen ist allerdings immer die Tragfläche. Hoffentlich wird das diesmal was 8|
    • Die "Detailarmut" dieses Modelles ist kein Problem. Ich habe ja auch schon die Hayabusa und Hien von 2001 gebaut, die noch einfacher gehalten sind, aber trotzdem über eine ziemlich umwerfende Formensprache verfügen. Hier wird das ähnlich sein, das zeichnet sich jetzt schon so langsam ab. Ich baue dieses Modell in Vorbereitung auf die Bögen von KW-Cartoon (ziemlich zeitnah) und Halinski 1-2/2016 (irgendwann später, vielleicht nächstes Jahr) und blättere diese beim Bau auch nebenher ein Bißchen mit. Die Detaillierung des Cockpits ist, wie eigentlich der ganze Bogen, sehr ausgewogen: Es sieht gut aus, kann aber auch recht zügig zusammenmontiert werden. Speziell gegen den zweiten Halinski-Bogen ist dieses Cockpit hier allerdings absolutes Anfängerniveau, der späte Halinski ist die reinste Detailschlacht. Auf den Vergleich gehe ich aber am Ende im Fazit nochmal ein, da es in vielfacher Hinsicht interessant ist, beim Bau des alten Modelles das Neue schon mitzublättern 8o

    Gruß,


    Daniel.

  • Wirst Du die Räder selbst herstellen?

    Hatte ich ganz vergessen :pinch: : Flugzeugräder habe ich bisher immer selbst hergestellt. Teilweise macht das sogar Spaß. Auch bei der Airacobra habe ich nichts anderes vor, allerdings muß ich da später nochmal genau die Konstruktion und Bauanweisung studieren. Irgendwie sieht das bei diesem Flieger leicht komisch aus :wacko:



    Eigentlich hatte ich größere Bedenken, handgeschnittene Spanten und Lasercut zu vermischen. So eine Aktion hat mich im letzten Sommer eine Spitfire gekostet, so daß drei kostbare Wochen Bastelzeit für die Füße waren :cursing: Letztendlich verhält es sich aber so, daß das handgeschnittene Rumpfskelett und das lasergeschnittene Flügelkonstrukt sich nur an einem einzigen Punkt verbinden. Somit kann ich hier eigentlich nahezu keine Ungenauigkeiten durch abweichende Materialstärke erzeugen. Also habe ich den Rest des LC-Satzes schon mal zusammengefügt sowie hinten zwei und vorne ein Rumpfsegment gebaut. Die Hecksequenz und der Flügel sind auf dem zweiten Bild nur locker angesteckt. Vorne lasse ich den Rest noch so lange offen, bis ich hinten alles komplett dran habe, damit ich da am Ende die korrekte Menge Ballast reinstecken kann. Die Paßgenauigkeit der Rumpfringe ist ziemlich genial, es sind nach dem Zusammenstecken fast keine Korrekturarbeiten nötig :thumbup:


  • Nachdem die Frustfledermaus jetzt in der Vitrine steht und dort einen formidablen Eindruck macht, geht es nun hier weiter und zwar mit dem Leitwerk. Die Schnittstelle Rumpf/Leitwerk wird in der allgemein verrufenen Spant/Spant-Methode geklebt. Alfred hat sich an dieser Stelle mit einem zusätzlichen Klebelaschenring beholfen, ich hingegen wollte mal herausfinden, was überhaupt an der Methode Spant/Spant so böse ist. Ergebnis: Es sieht nicht wirklich schlimm aus, bedarf aber durchaus ausgiebiger Fummelei, um alles bündig aufeinander zu bringen. Wenn man auf diese Weise einen ganzen Rumpf kleben muß, kann das wohl schon nervig werden...



    Das Leitwerk hat zwar wenige Teile, ist aber trotzdem eine ziemliche Herausforderung, da man ganz schnell mal ein verzogenes Flügelchen gebaut hat. Man kann über die Detaillierungswut der neueren Halinskis sagen, was man will. Ein Leitwerk mit separierten Klappen und supernerdigem Spantengerüst drinnen baut sich aber viel weniger fehleranfällig, als das hier. Sind dann halt so um die achtzig Teile mehr...

    Kehlbleche baue ich eigentlich ganz gerne. Heute aber habe ich mir ziemlich einen abgebrochen, was man am Ende auch sieht. Mein Weißleim war links zu dick und, als Konsequenz daraus, im Anschluß rechts zu dünn angerührt. Es hat nicht sollen sein...




    Im Anschluß habe ich den Rumpf dann der Länge nach zusammengefügt. Das gestaltete sich herausfordernd, weil der Rumpfring hinter dem Cockpit unten teilweise offen ist und dadurch eben nicht wie auf Befehl an seinem Platz sitzt. Dafür gibt es unten ein scheunentorgroßes Montageloch zum Stockern, Biegen, Fummeln und Nachkleben, wodurch ich nach einiger Zeit ein recht gutes Ergebnis erzielen konnte.



    Im nächsten Schritt bin ich an die Fahrwerksschächte ran. Hier bin ich auf eine Konstruktion gestoßen, die ich so noch nicht kannte. Die Seitenteile werden zuerst eingeschnitten und dann auf den gedruckten Bereich von hinten aufgedoppelt. Der "Deckel" verbleibt in Bastelbogenstärke. Läßt sich aber problemlos bauen. Scheinbar wollte man hier den Gaul einfach mal andersherum aufzäumen. Am Ende habe ich die Schächte zur Anprobe ins Flügelskelett gesteckt:




    Gruß,


    Daniel.

  • Und weil ich ja gerade schon eine Airacobra-Tragfläche gebaut habe, liegt es doch nur nahe, auch dem Halinski seinen Flügel zu spendieren. Methodik und Reihenfolge habe ich weitgehend bei Alfred abgekupfert. Mit dem Ergebnis bin ich gut zufrieden. Das ist jetzt schon die zweite Tragfläche hintereinander, die ich ohne deutlich sichtbare Probleme an den übergroßen Problembauteilen fertigstellen konnte:





    Damit kann es dann an die Ausdetaillierung gehen. Mögen die nächsten Tragflächen mindestens genauso gut werden...


    Gruß,


    Daniel.

  • Als Nächstes habe ich mich dem Lufteinlauf hinter dem Cockpit zugewandt. Ein ziemlich kniffliges Teil. Am Ende geht das Ergebnis aber in Ordnung:



    Die Fahrwerksbeine habe ich auch noch gerollt, das geht mit Halinski-Papier und verdünntem Weißleim echt super von der Hand:



    Allerdings überkommen mich gerade zunehmend Motivationsprobleme. Schuld daran ist eine gewisse Neuerscheinung bei einem gewissen Verlag, die mir von Minute zu Minute mehr in den Fingern juckt. Es gibt da eigentlich nur einen Ausweg:



    Die P-39 fährt jetzt erstmal in die Abstellung und wartet, bis ich mich an zwei anderen Modellen fertig ausgetobt habe.


    Wir reden dann in ein paar Wochen hier weiter. Bis dahin ist sicherlich auch das Bleiband für den Ballast bei mir angekommen...


    Gruß,


    Daniel.

  • Da wollte ich mich also an zwei Modellen austoben. Eines von den Beiden hat sich im Bereich der Kehlbleche völlig zu Ende getobt. Von daher mußte ich mir jetzt irgendwie beweisen, daß ich das mit den schön gebogenen Blechen noch drauf habe. Rein zufällig ist genau das der nächste Arbeitsschritt für die Airacobra. Also frisch ran ans Werk!


    Da mein größter Widersacher im Kartonmodellbau, neben widerlichen Fehlkonstruktionen, zu groß geratene Bauteile sind, habe ich die Kehlbleche entlang einer Bauteil-Trennlinie der Originalvorlage entzweit, um dann, wie es sich gehört, von hinten anzufangen:



    Sieht ja links schon recht perfekt aus. Rechts mußte ich dann mal wieder ein Bißchen mit dem Bauabbruch flirten, macht ja auch sonst keinen Spaß...



    Diesmal habe ich die Kurve aber noch gekriegt. Durch halbseidene Anpassungsarbeiten habe ich die Unterseite allerdings folgendermaßen versaut:



    Vorne hingegen sieht es prima aus. Ganz am Ende ist mir aufgefallen, daß die Bleche auch im oberen Bereich seitlich verschoben sind. Durch die schwammigen Farbübergänge kann ich da aber drüber hinwegsehen. Rechts nochmal ein Blick auf die rechte "Verblechung" des Flugzeuges:



    Das kann sich sehen lassen, finde ich. Gebt mir eine gescheite Konstruktion und ich baue euch Kehlbleche 8o


    Gruß,


    Daniel.

  • Weiter geht's jetzt vorne mit dem Ballast. Hier kommt ein Lerneffekt von der De Havilland Vampire zum tragen. Da habe ich vorne einen halben Schraubenladen reingeworfen und das Ding wollte trotzdem partout nicht auf dem Vorderbein stehen. Also habe ich mir Bleiband bestellt, mit dem man Gardinen beschwert, damit sie auch stabil nach unten hängen. Ich habe hier das dickste verfügbare Zeugs genommen, mit einem Gewicht von 200 Gramm pro Meter. Drei Meter habe ich mir davon bestellt, das reicht mindestens bis ans Ende aller Tage. Ich habe dann, nachdem ich den kleinen Längsspant noch etwas zugerichtet habe, eine gute Portion Blei so weit vorne wie möglich in den Rumpf geklebt (das geht wirklich, dank der Stoffummantelung!!!) und in der Folge das nächste Rumpfsegment schön unauffällig drübergebaut.




    Damit war ich endlich in der Lage, den Rumpf nach vorne hin abzuschließen. Das vordere Abschlußsegment bringt so einige motorische Herausforderungen mit sich (Soll das etwa eine Kanone sein?). Für die Beweglichkeit des Popellers habe ich eine kleine Buchse aus gerolltem Papier verbaut und dann, endlich endlich, den Rumpf vorne zugemacht:



    Gruß,


    Daniel.

  • Eigentlich habe ich gerade mit dem Gedanken geliebäugelt, doch als eines der nächsten Modelle mal einen Kettentraktor á la Famo Rübezahl bzw. Caterpillar Sixty anzugehen. Dann habe ich gemerkt, daß mir schon die winzige Anzahl von nur vierundzwanzig eintönigen Auspuffteilen beinahe völlig die Motivation zerschießt :wacko: Ich baue dann doch lieber keine Panzerketten...




    Meine Auspuffe gefallen mir aber ziemlich gut. Besser kann ich das aus Papier nicht bauen. Das Modell ist jetzt in einem Stadium, in dem das Grundgerüst eigentlich steht und jedes Detail, das dazukommt, die ganze Geschichte immer... nun ja, geiler werden läßt 8o


    Gruß,


    Daniel.

  • Rainer59: Ja, es geht steil in die richtige Richtung:cool:



    Zunächst habe ich die Flügelenden angebracht und den Tragflächen die Klarlackschichten Nummer zwei und drei verpaßt:



    Im Anschluß wurde noch ein Bißchen im Fahrwerksschacht herumgewühlt...



    Danach habe ich mich um die Reifen gekümmert. Das Zusammenspiel von Skizze und Bauteilen ist bei den Hinterreifen ziemlich gut geraten und es macht ziemlichen Spaß, die Dinger zu bauen. Allerdings ist die Sache sehr schleifintensiv, da die Bauteilgrößen doch ziemlich voneinander abweichen.




    Das Vorderrad allerdings... hat einen ärgerlichen Fehler in der Bauteilbezeichnung, weswegen mir am Ende zwei Millimeter Materialstärke gefehlt haben, wodurch mal wieder eine idiotische Notoperation fällig wurde. Somit habe ich am Ende zwei sehr schön ausgeformte Hinterräder und ein leicht grobmotorisch geratenes Bugrad.



    In der Teilekiste wird es jetzt langsam übersichtlich. Vielleicht noch 'ne Woche für den Rest:thumbup:



    Gruß,


    Daniel.

  • Unlogischerweise habe ich als Nächstes das Bugrad montiert und den vorderen Fahrwerksschacht ausgestaltet, was eine ziemlich üble Fummelei war:



    Das mußte jetzt erstmal sein, damit ich diesen Angstgegner nicht noch länger vor mir herschiebe. Ich habe dann nochmal einen Blick in die Zukunft gewagt. Im noch sehr fernen Jahr 2016 wird die Konstruktion des Bugrades immer noch genau so umgesetzt, wie bei der Ursprungsversion. Das Hauptfahrwerk wird allerdings ein Update bekommen, daß es nicht mehr feierlich ist...



    Ich baue dann jetzt erstmal die "Einstiegsvariante";)


    Gruß,


    Daniel.

  • Als Nächstes die Hauptfahrwerke. Sie werden nach ihrer Fertigstellung einfach in den Fahrwerksschacht geklebt, es gibt auch keine Bohrung ins Flügelinnere, die den Draht aufnimmt. Wenn man aber mit dem bösen Stinkezeugs arbeitet, ist es nach dem Aushärten bombenfest. Zusätzlich habe ich noch die Luftauslässe hinten gebaut.




    Und dann gabt's die erste Stellprobe:



    Dieses Modell wird niemals unter der Decke "fliegen" Die Airacobra sieht, mit diesem ewig langen Fahrwerksbein vorne und den "Stummelchen" hinten, im Parkzustand einfach zu genial aus. Der schräge Winkel, in dem der Rumpf sich beim Stehen auf den Rädern befindet, ist einfach ein Träumchen! Das Ding kommt glasklar auf den Vitrinenparkplatz. Keine Diskussion:thumbup:


    Jetzt noch die inneren Fahrwerksdeckel, der Propeller und ein Seilchen. Dann 'is endgültig durch8o


    Gruß,


    Daniel.

  • Rainer59: Danke und ja, das stimmt. Das ist ein Modell, mit dem ich sogar mal selbst zufrieden bin. Kommt nicht oft vor, sowas:wacko:


    Und damit geht's jetzt hier an die Abschlußarbeiten. Zunächst die inneren Fahrwerksklappen mit Verdrahtung nebst dem obligatorischen "Seil des Grauens"



    ...dann die Propellermontage, die trotzder integrierten Kanone richtig gut von der Hand ging:




    Leider mußte ich die Idee mit dem drehbaren Propeller wieder begraben, weil Propeller und Rumpf einen häßlichen Versatz von fast einem Millimeter offenbart haben. Keine Ahnung, was da wo wie schiefgelaufen ist. Was soll's, Proppeller angeklebt und fertich 'is. Warum muß man eigentlich bei einem Vitrinenmodell den Propeller drehen können? Ich habe auf diese Frage jedenfalls keine Antwort:whistling:Und so sieht's dann schlußendlich aus:



    Richtig schön ist das Fliegerchen geworden. Obwohl die Konstruktion des Leitwerks nicht mehr mein bester Freund wird, muß ich dem Bausatz nur das Beste bescheinigen: Die Paßgenauigkeit ist wunderbar, was sie aber in Anbetracht des ziemlich heftigen Schwierigkeitsgrades auch zwingend sein muß;(


    Ich bedanke mich an dieser Stelle auch nochmal bei allen interessierten Mitlesern und im Besonderen auch bei frettchen für das sehr hilfreiche "Vorturnen":thumbup:


    Galeriebilder liefere ich in den nächsten Tagen nach. Irgendjemand hat mir hier gerade das letzte Stückchen Zeit geklaut:cursing:


    Gruß,


    Daniel.

  • Servus Daniel,


    Gratuliere, die Airacobra ist sehr schön geworden! Und der Propeller muss sich ja wirklich nicht drehen...

    Weitermachen!


    Herzlichen Gruß

    Robert

  • Hallo Daniel,


    der Lend & Lease Fighter ist perfekt geworden.

    Warum muß man eigentlich bei einem Vitrinenmodell den Propeller drehen können?

    Wenn Du Flieger auf Ausstellungen zeigst, versucht mindestens Einer, ob sich der Propeller dreht. Und das sind meistens keine Kinder.:D


    LG
    René

    Hoffentlich probiert bald wieder jemand die Propeller zu drehen.

    So langsam geht's mir wie dem Virus...

    Ich brauch dringend einen Wirt!

  • Hoffentlich probiert bald wieder jemand die Propeller zu drehen.

    Ich verstehe ja deine Sehnsucht nach Ausstellungen und teile sie auch ziemlich heftig. Aber bevor irgendein neugieriger Bodybuilder meinen Airacobra-Propeller zerdreht, lasse ich das Fliegerlein lieber unversehrt zu Hause8|Sinnvoll ist es natürlich auch noch, wenn man den Prop zu Transportzwecken einfach rausziehen und danebenlegen kann. Geht halt hier nicht. Was soll's? Ist trotzdem ein gutes Modell geworden8o



    Ach so, und danke für alle Wertschätzungen:thumbsup:Habe ich über dem Gedanken an den Propellertest fast vergessen:huh:


    Weitermachen!

    Läuft. Jetzt hiermit nur noch vier angefangene Baustellen:whistling:


    Gruß,


    Daniel.