Peking 1:250 Passat Verlag

  • Hallo zusammen,


    die Baufortschritte kommen derzeit etwas langsamer, aber je mehr Berichte ich über dieses Schiff sehe, desto mehr Details sehe ich, die ich vielleicht auch noch bauen könnte. Dank Helmuts Hinweis gestern, wieder ein toller Bericht im NDR:thumbsup: mit einem besonderen Blick auf die Rahen.


    Zeichnen und Lasern nimmt derzeit sehr viel Zeit in Anspruch aber für die Passat/Peking gab es keinen Laser/Ätzteilsatz. Ich könnte den der Preussen verwenden, aber der passt nicht an allen Stellen und die Peking hat jetzt bei der Renovierung doch einige Änderungen erfahren, sowohl bei den Niedergängen, wie auch bei den Laufbrücken. Die Niedergänge sind jetzt grau und die Laufbrücken haben keine Durchzüge (bzw. fast unsichtbare Stahlseile). Also schone ich besser den Ätzteilsatz und laser selbst.


    Die Peking hatte wie auch die Passat Laufbrücken zwischen den drei Aufbauten des Schiffes, damit die Besatzung auch bei schwerer See einigermaßen sicher und vor allem schnell von der Back zur Poop gelangen konnte. Diese Laufbrücken konnten jetzt bei der Peking nicht restauriert werden. Sie wurden neu zusammen mit der weißer Reling mit Stahldurchzügen erstellt.



    In der Mitte der hinteren Laufbrücke die Kompassplattform auf der in der Mitte ein Peilkompass stand und seitlich die Klampen für die Rettungsboote.



    Bis bald Ulli


  • Hallo zusammen,

    weiterbauen an der Peking wollte ich erst nach unserem Urlaub. Die Laufbrücken bei der Passat auf meinen Fotos und der Peking hatten mich etwas verwirrt. Die Passat hatte wohl wesentlich mehr Laufbrücken und die Brass- und Fallwinden



    standen an unterschiedlichen Stellen.


    Bevor ich mit der Takellage beginne, muss ich sicher sein, dass diese bei beiden Schiffen ungefähr gleich war. Aber wenn die Winden an andere Stellen stehen, dann ist wahrscheinlich auch die Führung des laufenden Gutes anders und damit mein Buch über das stehende und laufende Gut der Passat für mich bei der Peking unbrauchbar.

    Also auf nach Hamburg, und dann mal wieder Museum ... geschlossen ?(

    genau wie bei unseren letzen Besuchen. Uns scheint, die warten auf uns und schliessen dann.;)


    Die Peking öffnet wohl im Oktober, wenn alle Genehmigungen und und und...alles vorhanden ist.


    Also auf nach Travemünde. Die Passat..... offen :)



    Und siehe da, sie hat zwei "T-Träger Gestelle", der richtige Name und die Funktion dieser Plattformen ist mir nicht klar, nur, dass diese leichter erreichbar waren bei schwerer See. Auf der Passat sind dort die Rettungsbootes gelagert und die Brass- und Fallwinden.
    Hier ein Foto des Rettunsbootes des Passat und im Vordergund die dazu gehörigen Davits.


    kartonbau.de/attachment/744527/


    Werden die Boote mit dem Ladebaum zu den Davits gehieft ? Dann dort eingehängt und schiesslich von dort zu Wasser gelassen ?

    Würde doch Stunden dauern,:cursing: kaum tauglich für Rettungsboote ??(


    Die Peking hat nur auf dem Hauptdeck ein solches " T-Träger Gestell", auf der bis jetzt nur ein Kompass angebracht ist. Die Rettungsboote fehlen noch.

    .

    Ladebaum der Peking. Links die Plattform auf den T-Trägern und ein


    einsamer Davit der Peking und weit und breit kein "Gestell" für ein Rettungsboot.


    Vielleicht könnt ihr mir weiter helfen.


    Schöenen Abend

    Ulli

  • Moin Ulli;


    eine Hilfe könnte das Faksimile der Bauvorschriften sein. Zum anderen die Ausgaben der HANSA und der Schiffahrt International.


    Was auch ein Fundus sein könnte, währen die Werft Chroniken von Blohm & Voss.


    Ich muss mal schauen was ich finden, aber es wird ein wenig dauern, denn Urlaub habe ich erst im September nach den Schulferien.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Hallo Uli,


    ich kann nur das Buch von Andreas Gondesen »Die letzten Flying-P-Liner« (Oceanum-Verlag) empfehlen. Darin sind alle Unterschiede zwischen den Schiffen aufgeführt. Leider ist das Buch nicht mehr über den Verlag zu beziehen. Die von Arne erwähnte Faksimilie der Bauschvorschriften ist auch hilfreich.


    PEKING und PASSAT waren die einzigen baugleichen Schiffe der Viermastbarken. Dannoch unterscheiden sie sich – wenn wir vom Ur-zustand und den Zustand in den später 1920er-jahre sprechen – in Details.


    Hier wird die PEKING im aktuellen Zustand vorgestellt:

    https://www.arbeitskreis-histo…ontour/peking-in-hamburg/


    Die Nocken waren übrigens zu Laeisz-Zeiten nicht weiß gemalt. Es gibt eine Annekdote in der ein P-Liner-Kapitän einmal seine eigenmächtig gehandelten Männer anpfeift die Nocken wieder umzumalen das es sowas bei Laeisz nicht gäbe! Die Info mit den Nocken habe ich mir mehrfach bestätigen lassen (u.a. bei Andreas Gondesen). Nur weil die PEKING in Hamburg aktuell sowas hat, muss es nicht heissen dass es damals so war! Es sieht chic aus, ist aber historisch nicht korrekt!


    Viele Grüße,

    Klaus

    »Das muss das Boot ab können!»

  • PS: Die T-Träger sind Barrings zur Lagerung der Beiboote. Die PASSAT hatte mehr Beiboote da sie in den 1950ern zum Schulschiff mit wesentlich höherer Besatzungszahl als ursprünglich vorgesehen umgebaut wurde. Die Laufbrücke dient dazu, die einzelnen »Inseln« (Back, Hochdeck und Achterdeck) schneller und bei schwerer See sicherer zu erreichen.


    Hier noch ein Link zu den interessanten Petroleum-Motoren mit denen u.a. auf der PEKING einst die Ladewinden angetrieben wurden (es gab anfangs keinen Strom an Bord. Erst zur Betätigung des Funkgerätes in den 20ern wurde ein Generator angeschafft!)


    https://www.arbeitskreis-histo…modelle/gnom-motorwinden/


    Hier gibt es noch ein Mini-Modell der PEKING in der ursprünglichen Form (mit kurzem Achterdeck vor dem Umbau zum Schulschiff 1927).


    https://www.arbeitskreis-histo…itglieder/modelle/peking/


    Ich hoffe, ich konnte etwas helfen... ;)


    Klaus

    »Das muss das Boot ab können!»

    Edited once, last by Tiger ().

  • Moin Zusammen;


    ich habe das Buch bei Amazon gefunden.


    Aber nur gebraucht und es wird ab € 239,- angeboten.


    Ne ne das macht meine Regierung nicht mit.... .

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Neeeee... soviel würde ich auch nicht ausgeben. Da hilft sicher nur abwarten bis jemand das Buch günstiger anbietet oder eine Suchanzeige schalten. Bei ebay-Kleinanzeigen habe ich in Hamburg gerade zwei Angebote (45 Euro und VB). Da könnte man auch mal gucken.


    Oder mal nachfragen. Bspw. bei der »Galerie maritim« oder »Wede« in Hamburg. Manchmal bekommen sie Nachlässe oder haben noch ein Buch vorrätig.


    Klaus

    »Das muss das Boot ab können!»

  • ... da fällt mir noch etwas signifikantes ein: Die Frontschotts hatten bei der PEKING eine aufgemalte Holzmaserung. Sie waren nicht einfach ockerfarben – wie es in Hamburg aus kostengründen gemacht wurde – sondern marmoriert (heißt das so im Malerhandwerk?). Auf Entfernung sahen die Schotts aus als seien sie aus Holz. Im erwähnten Buch von Andreas Gondesen sind alte Farbaquarelle abgedruckt auf denen dieses Strukturen zu sehen sind.


    Ich befüchte, für das Modell wirds nun zu spät sein eine solche Darstellung hinzuzufügen. Man könnte höchstens Papierkopien der Schotts - sofern sie vorhanden sind - mit einer gemalten Holzdarstellung versehen, die Bullaugen und Türen ausschneiden und vorsichtig und passgeneu überkleben.


    So, jetzt bin ich aber still und hoffe, nicht für Verwirrung gesorgt zu haben... :love:


    Klaus

    »Das muss das Boot ab können!»

  • Hallo Klaus,


    vielen Dank für deine umfangreichen Hinweise, insbesondere zu den "Barrings".


    Auf die Bauvorschriften der Peking hatte ich erst einmal verzichtet, weil ich die Bauvorschriften der Passat habe und im Buch von Thomas Böttcher die neuen Erkenntnisse zur Rekonstruktion des stehenden und laufenden Gutes der Passat sehr genau beschrieben sind.

    Durch unsere Besichtigung der Passat habe ich jetzt leider den Eindruck, dass die Takelung der Peking nicht wirklich baugleich zu der der Passat ist.


    Bücher über die Flying P-Liner habe ich auch schon einige - unter anderem auch die Beschreibung und Bauzeichnungen der Petroleum-Motoren, die auf einigen dieser Schiffe eingebaut waren, nach meinen Unterlagen aber wohl nie auf der Peking.


    Zu den "malerischen" Veränderungen hatte ich mir überlegt, diese nicht zu übernehmen, zumal Einiges jetzt auf der Peking so nicht wieder umgesetzt wurde. Insbesondere die ockergelbe Farbe war mir auch zu aufwendig in der Umsetzung, daher habe ich alles in weiß belassen.


    Viele Grüße

    Ulli

  • Hallo Ulli,


    es freut mich dass Du und Ihr mit meinen Kommentaren etwas anfangen kannst!


    Der GNOM begegnete mir zuerst bei der Beschäftigung mit der PEKING. Auf Fahrt waren die Motoren abgebaut und unter Deck verstaut. Wenn sich solch ein Motor noch auffindet, soll wohl auch die PEKING ein restauriertes Original bzw. einen Nachbau bekommen.


    Ich behaupte nun mal, dass die Takelagen beider Schiffe (PEKING und PASSAT) zumindest 1927 identisch waren. Beide Schiffe kamen von Blohm & Voss und der Drang zum Wirtschaftlichkeit war enorm. Kann schon sein dass später mal dieses oder jenes Tau anders geschoren war, die Funktionsweise dieser Viermastbarken war aber sicher identisch.


    Ich habe noch vergessen, Dir dieses preisgünstige Buch vom Oceanum-Verlag zu empfehlen:


    http://oceanum.de/OCEANUM-Das-…me-Magazin-SPEZIAL-PEKING


    Darin gibt es für den Modellbauer interessante Beiträge von Andreas Gondesen die Deine oben gestellten Fragen beantworten. Die »Barrings« werden übrigens auch »Bootsgalgen« genannt (nur als Nachtrag). Laut dem erwähnten Beitrag waren die beiden hinteren Boote als Rettungsboote klar in den Davits. Die beiden vorderen Boote mussten als Verkehrsboote zunächst nach achtern unter die Davits gezogen werden um ausgesetzt werden zu können.


    Wie geschrieben war die Gestaltung der Schotts in »Kamm-Technik« auf der aktuellen PEKING zu teuer. Ich kann aber sehr gut verstehen, dass Ihr an das Bauteil nicht mehr 'ran möchtet.


    Ich bin gespannt, wie Euer Modellbau weitergeht :thumbsup:


    Viele Grüße aus dem verregneten Hamburg,

    Klaus

    »Das muss das Boot ab können!»