Erbitte Hilfe zum ausschneiden.

  • Moin an das Forum.

    Als Neuling im Kartonmodellbau (bisher 2 Modelle) habe ich zwei Fragen an die Schwarmintelligenz des Forums.


    Mein neustes Projekt ist das Rathaus von Breslau

    Zu den 18 Ausschneidebögen habe ich noch den gelaserten Rippensatz gekauft. Hier habe ich jetzt 3 Tage an der Grundplatte gearbeitet weil der Karton beschädigt war und der gedruckte Boden nicht auf die gelaserten Ausschnitte passte. Aber ich konnte den Schaden beheben und werde später noch eine dünne Pressspanplatte unterkleben.

    Nun zu meinen Fragen:

    1. wie und mit welchem Werkzeug kann ich z.B die mit "W" gekenzeichneten Fenster oder auch diese feinen Strukturen der Türme sauber ausschneiden?

        


    2. auf einem Bogen sind vier Farbflächen bzw. Texturen aufgedruckt. Wofür wird das gebraucht?


    Freue mich auf eure Ratschläge und Tipps.

    Gruß vom wiwoBernd


    Auch aus den Steinen die einem in den Weg gelegt werden kann man noch etwas schönes bauen.

  • Hi Bernd,

    zur Frage 1;

    am besten (zumindest für mich) mit einem Skalpell bzw. einem kleinen Cutter (gibt es auch im Baumarkt), je nach Länge der zu ausschneiden Linien eventuell entlang eines (kleinen) Metallineals.

    Die filigranen Strukturen kann man mir der „Stichelnmethode“ vom Bogen trennen.

    Zur Frage 2;

    Das könnte die „rezerwa koloru“ (Farbreserve) sein.


    Viel Spaß und Erfolg!

  • Hallo Bernd,


    dieses Modell habe ich auch schon unter dem Messer gehabt. Ein tolles Modell, mit dem LC-Satz gleich doppelt. Aber da hast Du Dir auch ein ganz schön anspruchsvolles Modell für den Anfang ausgesucht.


    Henryk hat die Techniken eigentlich schon perfekt angesprochen. Ein Skalpell (eher klein und mit einigen Ersatzklingen) und für die filigranen Strukturen (die sind aber erst gegen Ende dran) die Stichelmethode, da kommen bei mir auch schonmal diverse Nadeln im Vorfeld zum Einsatz.

    Was aber auch nicht unterschätzt werden sollte, ist die Unterlage. Hier bietet sich eine sog. selbstheilende Schneidematte an. Pappe u.ä. führt durch die Hinterbliebenen Schnitte schnell zu Fehlschnitten der Folgeteile. Manche Kollegen benutzen auch Glasunterlagen. Das funktioniert auch, aber die Klingen werden schneller stumpf.


    Die farbigen Flächen sind, wie von Henryk angemerkt, Reserveflächen zum Ausbessern und bei polnischen Bögen eigentlich immer dabei.


    Viel Spaß mit dem Modell.


    LG

    Marion

  • Moin Bernd,


    da hast Du dir ja, wie Marion schon angemerkt hat, was vorgenommen.


    Hast Du schon mal in dem Tread "Werkzeug und andere Hilfsmittel" gesehen?

    Dort werden solche Fragen nach Scheren, Messern/Cuttern, Schneidunterlagen und Klebern behandelt und beantwortet.


    Für den Anfang würde es auch ein einfaches Bastelmesser mit Abbrechklinge tun.

    Und bevor Du deinen gekauften Baubogen anschneidest, solltest Du die Trockenübung an einem Free-Downlod Modell oder an einer Kopie vom Rathaus probieren.


    Beim Kleben von Kleinteilen empfielt sich Weißleim.

    Bei großflächigem Verkleben und Aufziehen auf Verstärkung/Lasercut ist Lösungsmittelhaltiger Kleber (uhu schwarz) besser.

    Keinen Weißleim benutzen, da er Wasserhaltig ist und unschöne Wellen verursacht.


    Gruß aus Bremen

    Stephan

  • Hallo Bernd,


    zum Ausschneiden brauche ich nichts mehr sagen, die vorhergehenden Antworten sind erschöpfend und gut. Aber zu den filigranen Bauteilen: Du könntest bevor Du sie aus dem Bogen herauspräparierst auf der Vorder- und auch der Rückseite mit Plastikkleber oder matten Nagellack imprägnieren (zuvor an einer Stelle z.B. vom Titelblatt ausprobieren, wie es sich auf den Druck auswirkt). Es ist dann vielleicht ein wenig schwerer es auszuschneiden oder zu sticheln, aber der große Vorteil ist die filigranen Bauteile sind dann "steifer".


    Wenn Du mit den Schneidtechniken noch nicht so vertraut bist: einfach die fraglichen Teile scannen und auf ähnlich dicken Papier ausdrucken und loslegen, das alles dauert dann länger aber Du bist dann geübter, wenn Du an die Originalteile gehst.

    Herzliche Grüße
    Gerald

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    I'm walking! @fats_domino

  • Moin, moin Berrnd,


    eigentlich ist alles gesagt.....bleibt dir nur noch....."Probieren geht über Studieren :) ". Dazu zwei meiner "handfesten" Werkzeuge:

    • OLFA Design Knife mit 30° Klinge für "normale" Schneidarbeiten
    • MARTOR Grafix 501 Halter mit den sehr spitzen Klingen Nr. 680 für feinste (Stichel-)Arbeiten

    Gruß von der Ostsee und viel Erfolg

    HaJo

  • Allen herzlichen Dank für die Hinweise.

    Skalpelle habe ich einige zur Auswahl. Am liebsten arbeite ich mit dem feinen Skalpel was auch im OP verwendet wird.

    Aber auch hier ist die Schneide fast so dick wie die Ausschnitte. Ich hatte gehofft einen Geheimtipp zu bekommen.:D

    Schneidmatte habe ich auch schon. Das scannen aller Bögen mach ich sowieso immer als Erstes - man weiß ja nie - was so alles schief gehen kann. Ausserdem habe ich noch 5 Nymphensittiche die manchmal gerne helfen, allerding nur mit dem Schnabel.:evil:


    wünsche Allen einen guten Rutsch

    Gruß vom wiwoBernd


    Auch aus den Steinen die einem in den Weg gelegt werden kann man noch etwas schönes bauen.

  • Nachbrenner.....

    Du könntest bevor Du sie aus dem Bogen herauspräparierst auf der Vorder- und auch der Rückseite mit Plastikkleber oder matten Nagellack imprägnieren

    .....dazu kann man auch Schnellschleifgrundierung (z.B. von CLOU) nehmen, die zieht ins Papier ein und härtes es, so dass es nicht ausfranst und sich glatte Schnittkannten bilden. Ist auch sehr schnell abgetrocknet, aber vor Verwendung prüfen hinsichtlich der Verträglichkeit mit der Druckfarbe bzw. Tinte da auf Nitro-Basis.


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Weiterhin ist zu beachten, dass Papier ein Holzprodukt ist und deshalb die Klingen bein Gebrauch keine allzu große Standzeit, d.h. Schärfe haben.

    Ulrich

  • Moin Bernd,

    nu kannst Du loslegen!

    Was die Vorderschreiber geschrieben haben kann ich nur empfehlen, besonders den Tip von Hajo. Wenn Dir das alles zu vage ist, ich wohne in Großenwiehe, das ist nur wenige Kilometer von NF entfernt. Da könntest Du "kontrollieren" was man mit Skalpell-geschnitten alles fabrizieren kann.

    Nur so wg Deiner Skepsis;)

    Gruß

    Ralph

  • Hier mal der Ausschnitt aus meinem Modell, an dem die Fenster bereits fertig sind, aber auch - sehr zu meinem Unmut - nicht 100% akkurat gelungen:


    Die Fenster sind im Original (die untere Kante) exakt 2mm breit, oben eine Zinne entsprechend weniger als 1mm. Also schon eine ordentliche Herausforderung. Ich habe mit dem oben bereits gezeigten Martor Grafix (hier nur mit schwarzem Griff) geschnitten:


    Und nun ist mir mit Verspätung doch noch ein Tipp eingefallen: Lupenbrille oder beleuchtete Arbeitslupe! Ich arbeite inzwischen fast nur noch damit, kleinere Teile auf jeden Fall. Das macht mitunter enorm viel aus.


    PS: den Tipp mit dem Schnellschleifgrund kannte ich auch noch nicht. Schnell Papas Werkstattbestände gecheckt (er war Schreiner): genug vorhanden. :thumbsup:

  • Moin Bernd,


    Mir scheint die Klinge an deinem Messer etwas stumpf, hast Du Ersatz?

    Bei solchen Ecken immer das Messer senkrecht halten damit die Ecken nicht ausfransen

    und das wegzuschneidende Material über dem Lineal halten (wenn du hierbei überhaupt eins benutzt).

    Auch die Position der Lichtquelle sollte gut eingerichtet werden (kein Schatten auf die Schnittlinie)

    Einige Kollegen benutzen auch eine Lupe (Tisch- oder Kopf Lupe) da geht's dann noch genauer.




    Gruß

    Stephan

  • Kann es sein, dass Du meine abfotografierte Klinge meinst? Ja, die ist stumpf. Die habe ich nur gerade schnell abfotografiert, sie ist aktuell so nicht im Gebrauch. Wie scharf oder unscharf die Klinge damals beim Schneiden war, kann ich dir nicht mehr sagen. Zu lange her...Auf jeden Fall sind die hinterlegten Fenster schief geraten. Das lag aber eher am Knick in der Pupille...:cool:

  • Hallo HaJo,

    kannst Du mal eine Bezugsquelle für das

    MARTOR Grafix 501 Halter mit den sehr spitzen Klingen Nr. 680 nennen,

    sowas suche ich auch auch.


    Gruß


    Jürgen

  • Hallo lieber Bernd,


    Quote

    Ich hatte gehofft einen Geheimtipp zu bekommen.

    sorry hier ist nix geheim, da öffentliches Forum! Und wenn Dir die eingestellten Hinweise und Tips nicht reichen, dann musst Du selber Neues ausprobieren.

    Herzliche Grüße
    Gerald

    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------
    I'm walking! @fats_domino

  • Kann es sein, dass Du meine abfotografierte Klinge meinst? Ja, die ist stumpf. Die habe ich nur gerade schnell abfotografiert, sie ist aktuell so nicht im Gebrauch. Wie scharf oder unscharf die Klinge damals beim Schneiden war, kann ich dir nicht mehr sagen. Zu lange her...Auf jeden Fall sind die hinterlegten Fenster schief geraten. Das lag aber eher am Knick in der Pupille...:cool:

    Oh, Marion,

    War das dein Bild?
    Sorry, ich dachte der Eintrag kam von Bernd.


    Gruß

    Stephan

  • Danke, Danke, Danke für die vielen Tipps.

    Gestern habe ich noch fleissig geübt und so langsam bekomme ich ein Gefühl für das Skalpell. Ich habe bei mir auch noch ein Kurvenskalpell gefunden aber damit komme ich überhaupt nicht klar. Sei es drum, es wird.

    Weiterhin habe ich mir überlegt ob es Sinn macht für die kleinsten Ausschnitte eine art Stichel anfertige. Werde mal versuchen einen meiner Uhrmacher-Schlitzschraubendreher scharf zu schleifen. Der kleinste den ich habe hat eine Klingenbreite von 0,8 mm. Wenn das klappt werde ich berichten, wenn es schief geht, ab damit in die Senkrechterundablage.

    Gruß vom wiwoBernd


    Auch aus den Steinen die einem in den Weg gelegt werden kann man noch etwas schönes bauen.