Nab Tower im Doppelpack, 1:250, Paper Shipwright

  • Ein neuer Tag, ein neues Modell - oder eben zwei.


    Der Nab Tower von David hat mich schon lange fasziniert. Und inzwischen gibt es ja zwei Varianten davon: vor und nach dem Umbau, also vor und nach 2015. Mehr Information zu den Modellen gibt es hier. Und wie bei Paper Shipwright üblich kann man sich die einzelnen Bögen anschauen, bevor man bestellt


    Für die "vor"-Variante gibt es einen Bericht von Robi, der mir schon geholfen hat, indem er erwähnt, dass im Modell einige Teile fehlen. Das war auch bei mir so, aber David hat innert Tagen einen Ersatzbogen mit allen Teilen geliefert. Vielen Dank, David! Für die "nach"-Variante habe ich keinen Bericht gefunden.


    Es beginnt mit der mit 2 mm dickem Karton zu verstärkenden Grundplatte. Damit die Schnittkanten am fertigen Modell schön aussehen habe ich mich für zwei Lagen von 1 mm dickem Bristolkarton entschieden. Der ist zwar beinhart, aber liefert ein sehr kompaktes und weisses Ergebnis. Vor lauter Freude über diesen schönen Karton habe ich ihn dann gleich für alle zu verstärkenden Teile verwendet, was ich jetzt bitter büssen muss. Denn ausser der Heliplattform der Variante "vor 2015" und einem Lukendeckel der Variante "nach 2015" sind alle Schnittkanten später unsichtbar. Graukarton oder sogar Finnpappe hätten es also auch getan.



    Für alte Hasen, besonders aus der Fahrzeugfraktion, eine Selbstverständlichkeit, aber für den einen oder anderen weniger Geübten wie mich vielleicht hilfreich:

    bei dickem Karton lohnt es sich, zuerst möglichst viel vom übeschüssigen Karton wegzuschneiden. Da das Material dann beim Schneiden ausweichen kann, reduziert sich der Kraftaufwand ganz wesentlich. Zudem achte ich darauf, dass das Ende eines Schnittes ausserhalb der Begrenzungslinie des Teils liegt. Denn am Schnittende habe ich die grosse Stufe, wo das Messer nicht mehr vom Karton geführt wird.


    Wenn sich mein Handgelenk nach dem Ausschneiden der verstärkten Teile wieder gebrauchen lässt, melde ich mich wieder.


    Andi

  • Einige kalte Wickel am Handgelenk und unzählige Klingen später habe ich alle zu verstärkenden Teile ausgeschnitten. Im ersten Bild die dicken Brummer, bei denen sich die harte Arbeit gelohnt hat. Die weissen Kanten sehen wirklich gut aus. Ich finde es schon beinahe schade, dass sie bei den sechseckigen Plattformen noch umkleidet werden. Mal sehen, vielleicht lasse ich es auch und färbe sie einfach. Im zweiten Bild die Teile für das Tragwerk der Variante "vor": 144 kopflose Männchen und 24 halbe Tannenbäume, davon vier mit einer Wurzel ;).


     


    Andi

  • Hallo,

    Schon jetzt eine Gratulation wegen der enormen Mühe des Ausschneiden.Und dann mus ja noch alles zusammengefügt werden.

    Viel Erfolg bei dem Puzzle, was gehört wohin.

    Ulrich

  • Danke, Ulrich. Mal sehen, wie es sich anlässt.


    Man soll sich selber nicht vor dem Abend loben (oder so ähnlich). Auch wenn die Schnittflächen der sechseckigen Basen sehr schön ausgesehen haben, hat es sich beim Umkleben gezeigt, dass die Streifen nicht wirklich gepasst haben. Ein wesentlicher Grund ist sicher, dass ich es noch nie fertig gebracht habe, beim Schneiden das Messer so zu halten, dass ein senkrechter Schnitt entsteht. Bei einer Kartonstärke ist das i.a. unkritisch, aber bei 2 mm wird das sehr sichtbar. Da die Streifen zu lang waren, konnte ich hie und da ein Stück herausschneiden und so geht es.



    Bei beiden Turmzylindern musste ich die Profilscheiben um ca. 0.5-1 mm abschleifen, damit sie zwanglos gepasst haben. Beim Passtest waren die Zylinder dann um etwa diesen Betrag zu schmal. Bei der Variante "nach" (links) ist die graue Farbe auf der Basis schon hineingezogen, bei der Variante "vor" (rechts) habe ich den Rand in der Farbe der Turmhülle gefärbt. So fällt es kaum auf.


    Die Klebelaschen der Hüllen habe ich umgedreht und auf der Rückseite in der Farbe der Hülle gefärbt, damit nichts von dem starken Gelbton durch einen allfälligen Spalt schimmern kann.



    Gewarnt durch den erwähnten Bericht von Robi habe ich die Zylinder innen mit drei Stützen verstärkt. Diese sind einfach 2 mm kürzer als die Höhe der Zylinder, was gut gepasst hat. Ebenso habe ich in die untere, zuerst eingebaute Profilscheibe ein Loch geschnitten, um die obere Scheibe sauber einpassen zu können. Die Reihe kleiner Fensterchen in der Variante "vor" habe ich wie üblich mit Antistatikfolie "verglast".


     


    Belastungstest bestanden!



    Bei der Variante "nach" gibt es einen Fehler bei den Markierungen für die Naht und für die Nordrichtung. Sie sind auf der Basis und auf den Profilscheiben nicht gleich. (Im Bild habe ich das rote Dreieck von der Profilscheibe rechts parallel auf die Basis nach links verschoben.) Nach reiflicher Überlegung habe ich die Naht der Hülle auf die Markierung auf der Profilscheibe gesetzt und den Nordpfeil der Profilscheibe dann mit dem Nordpfeil der Basis ausgerichtet. Das scheint mir am ehesten zu den Markierungen für die Treppe, für die Reling auf der Basis sowie zu dem Titelbild zu passen (wobei ich im Titelbild auch die eine oder andere Umgereimtheit gefunden habe).


     


    Andi

  • Heute habe ich mit dem Exoskelett der Variante "vor" begonnen. Zuerst kamen die senkrechten "Halbtannenbäume" dran. Damit diese radial senkrecht zur Wand stehen, habe ich jeweils die untersten Horizontalstreben eingeklebt.



    Dabei hat sich schnell gezeigt, dass die Fusspunkte der vertikalen Streben systematisch neben den Markierungen standen (im Oval). So lassen oder versuchen, denn ganzen Turm von der Basis zu lösen und zu drehen? Ich habe mich für Zweites entschieden, wobei mir zwei frühere Entscheide geholfen haben. Erstens hatte ich die Grundfläche des Turms nicht ganzflächig mit Kleber bestrichen, sondern nur in einem Ring. Und zweitens habe ich die Fusspunkte der senkrechten Streben noch nicht verklebt. So konnte ich mit einer langen Klinge das Ganze wieder schadenfrei lösen.



    Nun habe ich zuerst die restlichen senkrechten Streben angebracht. Dabei hat mir geholfen, dass ich den Zylinder verstärkt hatte und dass meine Handspanne gross genug ist, um den Turm mit einer Hand oben und unten zu halten. Dann kam das Ganze auf die Basis. Jetzt passt es viel besser (siehe "Leitstreben" bei den roten Markierungen (Pfeile)). Der oben bereits erwähnte kleine radiale Offset ist natürlich geblieben. Jetzt kann ich die übrigen Streben noch sauber auf die grünen Markierungen kleben.



    Offenbar stehe ich mit den Markierungen für die Ausrichtung des Turmes auf Kriegsfuss. Abschliessend kann ich empfehlen, die Naht des zylindrischen Kerns auf die Markierung der Profilscheiben auszurichten und dann den ganzen Zylinder auf die Fusspunkte auf der Basis. Eventuell hat der Turm dann nicht die ganz genaue geografische Orientierung, aber modellbauerisch ist das für mich die befriedigendste Lösung.


    Andi

  • Danke euch für das Daumendrücken!


    Das Einbauen der horizontalen Streben ist an sich problemlos. Bei mir hat sich jedoch gezeigt, dass die ausgeschnittenen Teile den ganzen Umfang nicht abdecken. Das kann gut daran liegen, dass ich die Teile in der Breite marginal zu kurz geschnitten habe. Damit auf 12 Segmente ein Millimeter fehlt, muss jedes Teil ja weniger als 0.1 mm zu kurz sein. Das liegt klar innerhalb meiner Toleranz. Ich habe bei zwei gegenüberliegenden Segmenten aus Restkarton etwas breitere Teile geschnitten und diese dann eingepasst.



    Die durchgehende Plattform muss man entweder vor dem Ankleben der vier längeren Stützen anbringen oder, wie ich es gemacht habe, an zwei Stellen teilen und so einbauen. M.E. ist das die einfachere Lösung. Ich musste rundum aussen ca. 1 mm abschneiden, was wieder an meinem zu kleinen Kern liegen kann. Die kleine Plattform links im Bild unten links hat die gleiche Breite wie die anderen, ihre Stützen sind aber deutlich kürzer. Man kann sie überstehen lassen oder kürzen, was mir besser gefallen hat.


     


    Bei der breiteren Plattform links im Bild unten rechts stimmen die Stützen in der Höhe nicht. Es gibt mehrere Lösungen dazu. Man kann sie wie die anderen oben auf die Stützen kleben wie im Titelbild, aber dann verläuft sie auf halber Höhe der Tür. Oder man kann sie auf die mittlere Strebe kleben, dann liegt sie zu tief. Ich habe die radialen Stützen angepasst, so dass die Plattform passend unter der Tür liegt. Will man die tangentiale Stütze auch passend haben, muss man sie neu zeichnen. Das habe ich mir geschenkt.



    Damit war es an der Zeit, die Türme zu deckeln. Bei der Variante "vor" kam unter den Deckel noch die Scheibe mit dem Hubi-Fangnetz, das man auf Folie kopieren kann. Ich habe es gelasert. Auch hier habe ich bei der Variante "vor" wieder mit der radialen Orientierung der Deckel gekämpft. Irgendwie komme ich mit den Angaben im Bogen nicht zurecht. Wenn ich mich an die Markierungen halte, kommt etwas anderes heraus als in den Bauskizzen und diese stimmen wiederum nicht mit dem Titelbild überein. Das Studium von Bildern im Internet hat auch nicht wirklich geholfen. Ich habe mich für etwas entschieden, was dem Titelbild nahekommt und den Bildern im Internet nicht total widerspricht.


     


    Jetzt sind nur noch die Plattformen zu füllen.


    Andi

  • Hallo Andi.


    I am sorry that you have had difficulties in building my Nab Tower lighthouse models - it was not my intention to cause you so many problems.


    Regarding the model "Before 2014" - I have completely re-examined the model and found some problems, all caused by me. The model design was control-built so I don't know how these problems were not identified before.


    There are the mistakes:-

    1) The "hexagon" base (part 2) should have the "join in part 3" also labelled as "North". On all parts the "Join in part 3" also matches the North orientation.

    2) The line showing where on part 2 the "join for part 3" should be is wrong - it should line up with the positions for the 2 outer supports (part 6). See the attached picture for a better explanation. The error is small but caused the problem you found with the support positions. You were correct to just "twist" your model and re-glue it to the base.

    3) The marking on 16 for the "join in part 3" is 60 degrees too far clockwise. It should be in the red position shown in the picture. I have also marked how the overhang of part 17 fits. This will allow part 17 to be correctly oriented.

    4) A minor fault, on part 2 (the "hexagon" base) the circled rectangle has no coloured fill - it should be green. The text next to the part should also read "green - fit 6 here" and "red - fit 7 here".


    If all is built correctly the red light tower should be at the front (South-west) and the solar panels should point south.


    I have corrected the master files for the model. Anyone buying the model from now on will get the corrected version. If anyone who has bought the model would like a replacement for sheet 2 (where the errors are) then send me a PM or an email and I will send the new sheet (at my cost).


    I am still examining the "after 2014" model and will post separately with any problems I find.


    Apologies again - I was not aware there were so many errors in the model.


    David


  • Hi Andi


    One small correction to the "from 2014" version - I should have thought of the orientation of the solar panels before!


    The "join in part 3" mark should be in a position 4 railing marks anti-clockwise. See picture. The solar panels should point south.


    Again, I have corrected the master files for the model. Anyone buying the model from now on will get the corrected version. If anyone who has bought the model would like a replacement for sheet 1 (where the errors are) then send me a PM or an email and I will send the new sheet (at my cost).


    Sorry for all the errors - I hope you still enjoyed making the models.


    Best wishes


    David

  • Hi David


    First of all I want to point out that the model is absolutely delightful to look at and to build! Secondly you didn't "cause me so many problems" compared to what I am used to building models from Eastern Europe. And in contrast to those designers you actually read my report and react to it with impressive alacrity. You must have worked through the night while I was :sleeping:. My comments were not meant as a reproach to you but as a help to others.


    Thank you for your corrections. Now it is all clear to me and due to some heavenly intervention the way I built the tower is actually correct. I could have made my life easier if I had followed up on my observation that, following your original instructions, the solar panel would face east. Since more or less south is the only plausible orientation I could simply have rotated the part accordingly.


    On the post 2015-model, following the same reasoning, I have to correct the orientation of the top plate. At the moment the solar panel is facing east.


    Thanks again for your timely help and I hope many more people will buy your corrected version and then actually build it!


    Regards,

    Andi

  • Hallo Andi,


    Eben erst hab ich diesen Baubericht gesehen. Das Ding sieht sehr geil aus. :):thumbup:
    Super gebaut- für mich als Stichel-Freund jetzt nahezu ein Muss und sicher ein Blickfang für jedes Diorama.


    viel Spaß weiterhin!


    liebe Grüße

    Peter

  • Danke, Peter. Falls du den Bogen nicht schon im Stapel hast, kannst du jetzt als Erster die korrigierte Version bei David bestellen :D.


    Das Leuchtfeuer der Variante "vor" bietet keine Probleme. Ich habe die Reling gelasert und die Scheiben aus Azetatfolie geschnitten. Hier ist zu beachten, dass sich die Folie beim Rillen auf die andere Seite biegt, als man sich das vom Karton gewohnt ist. Für einen Bergfalz rille ich also hinten.



    Das Feuer angebracht, die Plattform mit einigen Kleinteilen ergänzt, und der Tower vor dem Umbau ist fertig.


     


    Beim Tower "nach" habe ich die Plattform wieder entfernt, da sie die falsche Orientierung hatte. Bevor ich sie neu befestige, warte ich auf Davids Input, damit es dann stimmt. Allerdings nehme ich an, dass Leuchtfeuer und Sonnenkollektoren beim Umbau an der gleichen Stelle geblieben sind.


    Das Leuchtfeuer (LED) nach dem Umbau ist im Bogen nur zweidimensional vorhanden (Teil 14). Ich habe es mit einem Polystyrolstäbchen und einem kurzen Stück eines Acrylstabes dreidimensionalisert.


     


    Andi

  • Danke, Eldax und Daumenheber!


    In der Annahme, dass beim Umbau das sechseckige Türmchen mit dem Leuchtfeuer nicht versetzt worden ist, und weil die Bilder zeigen, dass es vor und nach dem Umbau etwa an der tiefsten Stelle der geneigten Plattform steht, habe ich den Deckel der Variante "nach" entsprechend aufgeklebt. Damit ist der Sonnenkollektor auch wieder nach Süden ausgerichtet, was Sinn macht.



    Die Treppen habe ich gelasert. Mit dem Anbringen von etwas Reling und einigen Kleinteilen ist das Modell dann fertig.


     


    Und damit auch das Projekt:



    Fazit: der Nab Tower vor dem Umbau ist - ausser der Orientierungsfrage - problemlos und angenehm zu bauen und macht viel her. Mit den Korrekturangaben von David (siehe oben) oder sogar mit einem neu ausgedruckten Modell mit bereits eingeflossenen Korrekturen ist es noch viel einfacher. Hat man den Bogen schon länger liegen, sollte man unbedingt bei David den korrigierten Bogen aus braunem Tonkarton mit der richtigen Anzahl Stützen bestellen. Der Turm nach dem Umbau ist eine hübsche Ergänzung, die sich ohne viel Aufwand parallel bauen lässt. Also: klare Bauempfehlung. (Gekauft habt ihr ihn ja eh schon :D.)


    Für Anhänger von exakten Nachbauten: ich habe einige Fragezeichen zu den Angaben, die man im Internet zum Original findet. Am auffälligsten ist die Frage der Neigungsrichtung. Das Internet sagt unisono, dass der Turm sich nach Nordosten geneigt hat. Auf Grund der Fotos würden dann aber die Sonnenkollektoren nach Norden schauen, ein Fehler, der den technikbegabten Engländern sicher nicht unterlaufen ist. Auch bezüglich Durchmesser des Turmes gibt es Fragezeichen bzw. inkonsistente Angaben. Vielleicht könnte kartonbau.de eine Expedition zum Turm starten, damit wir ein für allemal Klarheit haben ;).


    Andi

  • Ich hab den Turm schon einmal aus der Nähe gesehen, damals noch mit den alten Stützen. Wie er geneigt ist, weiß ich aber nicht mehr...

    Herzlichen Glückwunsch Andi zu diesen attraktiven Modellen! ( Der alte gefällt mir besser...)

  • Danke, Kollegen!


    Schön, dass du bei der Expedition dabei bist, Wolfgang. Und mit Helmut haben wir ja auch schon einen kompetenten Expeditionsleiter :D.


    Andi

  • Hallo Bernhard


    Wissen: nein. Vermuten: ja. Der Turm wurde ja so gebaut, dass er schwimmend an seine Position gebracht werden konnte. Dazu musste er so leicht wie möglich sein. Er musste aber auch eine grosse Stabilität haben, denn er war ja nicht als Leuchtum gebaut worden, sondern als einer der Ankerpunkte für ein riesiges Uboot-Netz. Durch das Aussenskelett verringerte sich die Fläche und damit das Gewicht des Zylinders wesentlich. Insbesondere auch, weil der Turm als Doppelzylinder konzipiert war, dessen Zwischenraum an der endgültigen Position mit Beton gefüllt werden sollte. Ob das beim schliesslichen Einsatz als Leuchttum auch geschehen ist, entzieht sich meiner Kenntnis.


    Andi