Forschungsschiff POLARSTERN/ WHV / 1:250

  • Hallo Modellbaufreunde !


    Wenn man wie ich in Bremerhaven wohnt, dann bleibt es nicht aus, dass man in seinem Bekanntenkreis Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Alfred-Wegener-Instituts für Polarforschung hat. Mit 900 Mitarbeiter ist es einer der größten Arbeitgeber in Bremerhaven. Meine Bekannten vom AWI wissen natürlich, dass ich Schiffsmodelle baue. Ich habe ja auch schon einige Forschungsschiffe gebaut, nur nicht das Richtige. Das Richtige ist aus Sicht meiner AWI-Bekannten natürlich die POLARSTERN.


    Ich mochte die POLARSTERN eigentlich nie leiden, obwohl ich Forschungsschiffen durchaus etwas abgewinnen kann. Hinzu kam, dass das WHV-Modell von Peter Brand immer im Ruf stand, schwierig zu bauen zu sein. Unser verstorbene Freund Jürgen Quetting kam damals zu dem Ergebnis, dass man man das Modell ganz anders bauen müsse. Erst die Grundplatte, dann die Bordwände und schließlich das Spantgerüst da hineinbauen. Jetzt aber nach der Beendigung der größten Arktis-Expedition aller Zeiten (MOSAIC) will ich mich nicht mehr drücken.


    Ein Anfang ist auch schon gemacht. Aus Respekt vor den vielen Rundungen und dem weit aus dem Wasser herauskragenden Eisbrecherbug habe einen zweiten Längsträger eingezogen und das Vorschiff zusätzlich verstärkt. Spanten, Längsträger und Stringer sind verdoppelt.


       


    Obwohl dies nicht der erste Baubericht ist, hoffe ich auf euer Interesse.


    Henning

  • Moin Henning,


    da bin ich jetzt aber auch wieder gespannt wie Du das Modell angehst.


    Habe es letzten Sonntag (25.10) in Bremerhaven leider nicht mehr geschafft mir das Original anzusehen.

    Das Wetter war ja später auch nicht mehr so gut.


    Gruß nach Bremerhaven

    Stephan

  • Moin Henning,


    nach Fertigstellung der "Rembrandt" hatte ich den Bogen auch kurz in der Hand. Aber es wurde dann doch der Tankhafen vom HMV :)

    Umso schöner, dass Du von Deinem Bau berichtest und man künftig hier "spicken" kann.


    Viel Spaß und Erfolg ;)


    Grüße


    Lars

  • Moin,

    na denn man to. Sie hat ja ein herrliches Unterwasserschiff und soll im Bereich der Wellenhosen Panzerglasscheiben haben. Man kann, oder konnte die drehenden Propeller in den Kortdüsen arbeiten sehen.


    Meinen Generalplan habe ich 1984 in Hamburg auf einer Messe bekommen. Auf Bb Seite sieht man noch den " POLARFUCHS " anstatt eines Rettungsbootes.

    Auch in der HANSA, Schiff & Hafen, sowie in der Schiffahrt International wurde viel über das Schiff und der Polarstation geschrieben.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Moin Henning,


    ich wünsche Dir viel Erfolg mit diesem schönen Modell. Ich habe es vor rd. 30 Jahren mal gebaut, ohne die Erfahrungen, die ich mir inzwischen angeeignet habe. Beim diesjährigen Frühjahrsputz im Arbeitszimmer hat das Ergebnis meiner damaligen Bemühungen dem heutigen Qualitätsanspruch nicht mehr standgehalten...


    Aber ich habe damit wieder Platz für etwas Neues...


    Beste Grüße von Hansestadt zu Hansestadt

    Fiete

  • Moin Fiete !


    Vielen Dank für deine Grüße aus der Hansestadt, aber das erst 1827 gegründete Bremerhaven ist leider keine Hansestadt. Aus Neid nennen die Bremerhavener dafür alle Hansestädter "Pfeffersäcke". Da mein Großvater aus Bremen stammt und ich mit einer Bremerin verheiratet bin, hat mich das auch immer getroffen.


    freundliche Grüße

    Henning

  • das erst 1827 gegründete Bremerhaven ist leider keine Hansestadt

    Richtig, aber... mal ganz genau genommen... hängt es davon ab, wo in Bremerhaven man gerade steht :D Die Überseehäfen sind Eigentum der Stadt Bremen, weshalb es noch Schilder gibt, auf den zu lesen ist "Sie betreten stadtbremisches Hafengebiet". An der Columbuskaje, das die in Bremerhaven liegt weiß doch jeder, ist man also in einer Hansestadt. Und wenn mal der Nordstaat kommt, haben die "Pfeffersäcke" vorgesorgt, die Kommune Bremen hat nicht so hohe Schulden, die weit größeren des Landes Bremen übernimmt der neue Nordstaat und das Armenhaus sind die Bremer endlich los. Vielleicht kommt die wenig freundliche Zuschreibung auch daher. Positiv kann man sagen, dass die Pfeffer Bremer rechnen können ;)

  • .... Hansestadt Bremerhaven - ne, nich so ganz, eher Fischtown .. aber auch da ist ja schon der Räucherofen aus .. selbst Schlicktown geht an Wilhelmshaven ..

    mehr so ein Wurmfortsatz von Bremen und eigentlich gehörte Bremen und Bremerhaven eher nach Niedersachsen mit Regierungssitz Lummerland ...

  • Man verlernt nie aus...^^

  • Ich freue mich ja, dass doch einige von euch zuschauen, obwohl das Modell ja durchaus bekannt ist.


    Offenbar interessiert weniger das Modell als meine Herangehensweise. Die Kritik an Modellbaubögen älterer Machart kann man an folgenden Punkten festmachen:


    - Die Liniencodes sind auf sichtbaren Bauteilen.

    - Die Fensterschatten sind unrealistisch

    - Die Modelle sind statisch unbefriedigend, z.B. wenn die Bordwände

    an einem nicht torsionssteifen Spantgerüst angebracht werden sollen.

    - Filigrane Bauteile wie Relings und Niedergänge und Leitern sind aus Karton unplastisch.



    Wie ich das Spantgerüst statisch aufgerüstet habe, hatte ich euch gestern schon gezeigt. Heute sind die ersten verdoppelten Decks dazu gekommen. Natürlich,lieber David, habe ich dein hölzernes Deck verwendet, herzlichen Dank dafür !


    Am achteren Aufbau habe ich die Liniencodes, die man am fertigen Modell sehen kann, verschwinden lassen, indem ich die Morsezeichen so fein wie möglich herausgeschnitten und die Teile dann erneut zusammengesetzt habe. Natürlich fehlt dann was. Aber mit etwas Routine bekommt man das schon irgendwie passend hin.


    Die Fenster habe ich ausgestochen - macht heute ja fast jeder.


       

  • Bilder von der NOK Passage 1982

    Bild von der " POLARSTERN " MIT " POLARFUCHS "


    Moin Zusammen;


    hier gibt es jetzt für Nostalgiker was zu sehen.

    Am 30. 01.1982 passierte der Neubau " POLARSTERN " die Schleuse Kiel Holtenau. Der Schleppzug , vorne " HERMES ", achtern " BUGSIER 3 ", fuhr von HDW Kiel Dock 8a nach Nobiskrug Dock 1. Während der Kanalpassage kam sie fas erste Mal mit Eischollen in Berührung.


    http://www.shipspotting.com/gallery/photo.php?lid=1695865

    http://www.shipspotting.com/gallery/photo.php?lid=1695861


    Freunde von mir die als Schiffbaugesellen auf Nobis gearbeitet haben, erzählten das alle Teile die an Deck sich bewegen konnten, wie Winden und Kräne eine Begleitheizung eingebaut bekamen. Diese wurde vom Maschinenraum aus versorgt.


    Dass habe ich ein Par Bilder jüngeren Datum, vom waschen, rasieren und pönen.


    http://www.shipspotting.com/gallery/photo.php?lid=2110181

    http://www.shipspotting.com/gallery/photo.php?lid=2110179


    Jetzt kommt noch eine relativ seltene Aufnahme. Der " POLARFUCHS " an Bord an BB Seite Achterkante Deckshaus.


    https://www.br.de/wissen/polar…ahr-meere-ozeane-100.html


    das Bild ist unter Polarsterngespräche Bild 2 zu finden.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Hallo Henning,


    als quasi Polarstern-„Veteran“ bin ich sehr gespannt, wie Du die Polarstern angehst.

    Ich habe den Rumpf damals ebenfalls massiv verstärkt, ansonsten hätte das Spantengerüst die Montage der Bordwände nicht überstanden, da doch ein gewisser Nachdruck vonnöten war, um den Bug halbwegs vernünftig hinzubekommen.

    Danach hat sie sich allerdings beinahe wie von selbst und sehr kurzweilig gebaut- zumindest in der Erinnerung und mit etwa 7 oder 8 Jahren Abstand.


    wünsche Dir (und uns) viel Spaß beim Bau!:thumbup::)

    Liebe Grüße

    Peter

  • Also ich kann mich nicht erinnern mit der Polarstern irgend welche wesentlichen Probleme gehabt zu haben. 1993/94 hab ich sie gebaut und ich bin auch heute noch zufrieden mit dem Ergebnis. Bug, Heck und Außenhaut sind gut gelungen, nur beim Übergang Backdeck zu Bordwand habe ich vernachlässigt die Segmente ordentlich vor zu runden und deshalb sind da ein paar Knicke entstanden. Dass die Heckplattform ein Holzdeck hatte wusste ich damals mangels Internet-Recherche nicht. Ich hab das Modell vom Bogen gebaut und später noch ein wenig ergänzt. Fenster hab ich auch "verglast", die Reling ist aus Faden verklebt und die Treppen sind mangels Ätzteilen aus Karton selbst gefertigt. Für mich eines der schönsten Modelle von Piet.

    Nach 25 Jahren Einsatz wurde das Original ja wohl schon mehrfach umgebaut, ist klar dass da eine aktuelle Version Sinn macht.

  • Meinen ersten Versuch habe ich vergeigt (Bordwand an das Spantengerüst zu kleben).

    Dann habe ich dem Rat von Jürgen Quetting folgend das Spantengerüst in die zusammengesetzte Bordwand eingesetzt, und das hat prima funktioniert.

    Leider hat das Modell einen Umzug nicht überlebt...

  • Bevor die Bordwände angebracht werden können, sind noch einige Aufbauteile zu bauen, denn die Bb.-Bordwand reicht bist zum C-Deck. Auch sind noch einige Winden auf dem Hauptdeck zu bauen, weil das C-Deck deren Zugänglichkeit stark erschwert.


    Zum Kaschieren der "Morsezeichen" habe ich jetzt einen weißen Tintenstift ausprobiert. Die Deko-bewusste Frau muss schließlich auch dunkle Grußkarten beschriften können. Weil dieser Tintenstift recht spitz ist, kann man damit gezielter arbeiten als damals mit Tipp-ex.


       


    Übrigens: Wer Interesse am Generalplan hat, findet ihn unter "Handbuch Polarstern".

  • Ja, Hajo, der Stift ist bestimmt hilfreich. Der gealterte Karton ist für mich auch ein Problem, wenn ich Teile neu zeichnen und ausdrucken will. Ein Ausdruck auf Colorcopy passt nicht zusammen mit dem alt-ehrwürdigen Material. Ich sammele schon den Abfall-Karton um ihn neu zu bedrucken.

  • Ich sammele schon den Abfall-Karton um ihn neu zu bedrucken.

    Moin Henning,


    hast Du es mal mit alten Seekarten versucht?
    Du sitzt doch an der Quelle.

    Die sind steif, reißfest und vielleicht leicht angegilbt.


    Zum Kaschieren der "Morsezeichen" habe ich jetzt einen weißen Tintenstift ausprobiert.

    Man kann die Liniensignatur, zumindest bei Laser-Ausdrucken auch nach dem Knicken durch Abschleifen mit feinstem Nassschleifpapier(800er, aber trocken!) oder mit der Glasfeile von Rossmann entfernen.


    Beste Grüße,


    Manfred

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • Hier sind die Winden auf dem Hauptdeck, die im nächsten Foto überdeckt werden vom Heli-Deck. Am Bug habe ich noch einen Stringer in Höher der Krümmungsunterkante eingezogen. Ich will die Rundung der Walback nicht mit den im Bogen vorgesehen Mäusezähnchen bauen, sondern mit einem gerundeten Keil.


      



    Morgen schlägt mit den Bordwänden die Stunde der Wahrheit.

  • Moin Henning,


    ich drücke Dir morgen fest die Daumen und verfolge Deinen Bericht mit großem Interesse. Ich hab die Stunde der Wahrheit gestern hinter mich gebracht: Bordwände an der Seefalke - und ich bin eigentlich ganz zufrieden..,


    Grüße aus Norden, Eberhard

  • Moin Henning,


    das sieht super aus :thumbsup:

    Prima gelöst mit dem oberen weißen Streifen; wirkt sehr gefällig ohne die eigentlich vorgesehenen Einschnitte :thumbup:


    Grüße


    Lars

  • Das Anbringen der Stb.-Bordwand war kein Pappenstiel ! Als ich sie nach sorgfältigen Vorformen aufgeklebt hatte, war ich sehr ernüchtert. Die Bordwand hatte zwei Beulen und hätte eine weitere, wenn ich sie im Bugbereich an die Grundplatte gezwungen hätte. Beulen kann man beseitigen, wenn man die Bordwand im Bereich der Beule von der Grundplatte trennt und hinterklebt bzw. aufdoppelt. Die klaffende Lücke zur Bordwand habe gelassen und mit einem Abstandshalter stabilisiert.



    Ich schiebe die Probleme auf die Materialqualität. Der Karton, auf den die Polarstern 1988 gedruckt wurde, lässt jegliche Steifigkeit vermissen. Er fühlt sich an wie dickes Zeitungspapier. Die nicht verdoppelte Grundplatte ist viel zu weich und kann mit den Klebelaschen keine Form für die Bordwand vorgeben. Gleichwohl habe ich keinen Grund, die Passgenauigkeit zu kritisieren. Gelungen ist m.E. auch der blaue Farbton. Der Wasserpass war mir allerdings zu orange. Deshalb habe ich mit einem roten Edding 3300 nachgeholfen.


      


      

  • .... eine Frage, Henning: Hast Du den wabbeligen WHV-Karton verbraten?

    Wenn - dann Hochachtung, denn der braucht 3 Hände ... :D um entsprechend gebändigt zu werden .. Laufrichtung kannte man damals noch gar nicht ; höchstens wech vom Deich wenns ganz doll kommt ..

  • Wilfried, wenn du mit verbraten benutzen oder verarbeiten gemeint haben solltest, dann sag ich ja. Aber die Kartonqualität legt die Empfehlung nahe, den Bogen einzuscannen und auf neuzeitlichem Karton auszudrucken.

  • Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Kartonqualitäten von Lehrmittelinstitut, Jade-Verlag und Möwe-Verlag. Die beste Qualität hatte m.E. immer noch das Lehrmittelinstitut - der Karton lässt sich auch nach fast 60 Jahren einwandfrei verarbeiten, wurde dann aber ab der zweiten Hälfte der 60er in dieser Qualität nicht mehr hergestellt......bloß die Farbe ist nach so vielen Jahren halt nicht mehr "schneeweiß"....


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Die Bb.-Bordwand ist jetzt auch angebracht. Die katastrophale Materialqualität des Kartons hat sich bestätigt. Der Karton verträgt sich auch überhaupt nicht mit Weißleim. Es ist als arbeitete man mit Rauhfaser und Tapetenleim.


    Deshalb ist meine Empfehlung an Nachbauer klar: Man sollte den Bogen einscannen und auf ordentlichem Karton ausdrucken, was leichter gesagt als getan ist, denn zumindest die Bordwände gehen nicht auf einen DIN A 4-Bogen. Auch sollte man das Spantgerüst und die Decks verdoppeln. Auf die Klebelaschen an der Grundplatte kann man verzichten. Bestätigt hat sich auch die sehr gute Passgenauigkeit der schwierigen Bordwände.