Ginkaku-ji Silberner Pavillon in Kyoto Ondrej Hejl 1:150

  • Hallo zusammen,


    ich kanns einfach nicht lassen:
    Noch ein japanisches Architekturmodell wollte unbedingt angeschnitten werden: Ginkaku-ji, der silberne Pavillon in Kyoto. Der einseitige Bogen ist von Ondrej Hejl im Maßstab 1:150, es wird also ein kleines, übersichtliches Modell.


    Hier gibt es Infos zum Vorbild, es ist ein Gebäude aus einem Zen-Tempel, der ursprünglich als Altersruhesitz eines ehemaligen Shogun (Ashikaga Yoshimasa) dienen sollte. Zu seinen Lebzeiten wurde die Anlage allerdings nicht mehr fertiggestellt.




    Die Bauweise der an den Ecken hochgeschwungenen Dächer sieht nicht ganz trivial aus, das werde ich mir sehr sorgfältig anschauen.

    Derzeit sind die ersten Teile des Erdgeschosses vorbereitet.


    Viele Grüße

    Dieter

  • Hallo Dieter,

    ein schönes Modell !


    Falls Du etwas supern möchtest, ich hatte mir seinerzeit folgende Abweichungen des Modells vom Original notiert:


    1) An der Ecke, die das zurückspringende Teil 3 aufweist, steht ein quadratischer Holzpfosten


    2) Die acht Fenster in Teil 17 haben eine falsche Form. Beim Original erweitern sich diese nach unten hin leicht, so dass eine Glockenform entsteht. Im oberen Bereich dagegen verläuft der Fensterrahmen in Wellen. Auch die feine Gitterstruktur bei den Fenstern entspricht keinem Foto, das im Internet zu sehen ist. Hier sind alle Fenster mit weißem Stoff (?) hinterspannt, nur eine schmale Holzleiste, die die Fenster längs in zwei gleich große Hälften teilt, ist sichtbar. Ich hege den Verdacht, dass hier einfach die Fenster vom Modell des Kinkaku-ji, dem goldenen Tempel, übertragen worden sind, denn diese haben exakt diese Form.


    3) Die vergitterten Fenster über den Türen im ersten Stock fallen m.E. in Modell zu länglich aus. Im Original wirken sie gedrungener.


    4) An den Ecken wiesen die Geländer je 2x3 in Winkeln von 90° zueinander stehende Überstände auf. Um dies optisch umzusetzen, muss die Hälfte dieser Überstände abgetrennt, leicht gekürzt und hinter dem kreuzenden Geländer wieder angeklebt werden. Das Titelfoto vom gebauten Modell suggeriert, dass die Überstände in einem Winkel von ca. 45° zueinander stehen sollen. Das ist falsch.


    5) Der Phoenix auf dem Dach blickt in Richtung der Veranda (Teile 5/6). Die Bauzeichnung suggeriert eine falsche Richtung.




    Ich bin gespannt auf die ersten Bilder von Deinem Bau !

    Zaphod

  • Hallo Zaphod,


    ganz herzlichen Dank für deine wertvollen Hinweise. Ich hatte mir auch schon einige Fotos aus dem Netz runtergeladen, um den Bogen mit dem Original zu vergleichen.


    Der fehlende Holzpfosten auf der 'Veranda' war mir so noch gar nicht aufgefallen, den werde ich auf jeden Fall ergänzen. Danke.

    Die nicht stimmigen Fenster hatte ich auch bemerkt, einen weißen Hintergrund statt des Gitters einzusetzen ist einfach, wie ich die angedeutete Glockenform der Fenster hinkriege... Da werde ich ein wenig experimentieren. Ich habe mir Teile des Bogens kopiert, um genügend Material zu haben.

    Die Ecken der Brüstung habe ich mir vorgemerkt, das Bild auf dem Bogen kam mir hier auch komisch vor. Auf Fotos im Netz kann man sehr gut nachvollziehen, wie die Winkel wirklich sind. Hier baue ich natürlich nach dem Original.


    Ob ich an den oberen Türen etwas ändere, weiß ich jetzt noch nicht, evtl. fallen die auch gar nicht so sehr auf.

    Und die Blickrichtung der Dachfigur werde ich mir aus Fotos erschließen, da ist das Anleitungsbild wirklich nicht sehr genau.


    Nochmals Danke, hattest du den Pavillon auch schon gebaut? Ich habe im Netzt jetzt auf Anhieb keinen Baubericht gefunden.


    Hier nun erste Bilder von den Anfängen, ein paar Teile des Erdgeschosses.



    Noch ist alles ganz simpel.


    Viele Grüße

    Dieter

  • Hallo Dieter,


    ja, den Pavillon habe ich schon vor einigen Jahren gebaut, der Bericht ist zusammen mit einem Forum verschwunden.


    Folgendes hatte ich mir noch notiert:


    Die Konstruktion ist nicht eben stabil oder elegant. Der Boden des ersten Stocks –Teil 15- ruht nur auf dem Stützelement 4 und den oberen Laschen der Dächer 12-14. Zur Stabilisierung und Wahrung der quadratischen Form sollten oben in die Dächer 12-14 Winkel aus 1-2mm starker Pappe unterklebt werden.


    Der dünne Karton hat beim Unterbau des Daches (Teile 9-11) je zwei identische Schwachstellen: An der vordern Kante beim Übergang zum außen liegenden gebogenen Abschnitt. Hier entsteht fast zwangsläufig ein deutlicher Knick, wegen der auf diese kritische Stelle beim Verkleben wirkenden Kräfte. Dem kann man entgegenwirken, indem an dieser Stelle 2mm Karton hinterklebt wird.


    Leider hatte ich seinerzeit keine Fotos von den entsprechenden Bauschritten gemacht.


    Ich bin gespannt, auf Deine Superungen !


    Zaphod

  • Hallo zusammen,

    und ein herzliches Danke an Zaphod und auch die fleissigen Liker.


    Einige Kleinigkeiten kamen dazu: Die Bohlen an der Vorderseite, der Pfosten an der Veranda, das Dach über dem Eingang und ich beginne mit den Unterseiten der Dächer.




    Ich habe hier erst einmal die Rundungen verklebt, dann werde ich die Rückseiten verstärken, wie empfohlen.


    Viele Grüße

    Dieter

  • Hallo zusammen,

    und ein herzliches Danke Schön für die Likes.


    Nun, das Dach: So eine S***, äh, seltsame Konstruktion. Das habe ich mir dutzendemale angeschaut und gerätselt, wie das wohl zusammenpassen soll.

    Zum Schluß habe ich die Unterkonstruktion um den Pavillon gezogen, die Dachseiten zusammengeklebt und von oben draufgesetzt und erst dann die Unter- und Oberkonstruktion am Rand seitenweise verklebt. Dann kam der Boden für den Balkon oben drauf.



    Passgenau oder sauber ist was Anderes, aber wegschmeissen will ich das auch (noch) nicht.


    Viele Grüße

    Dieter

  • Hallo Stephan, danke. Danke auch Gustav für das Like.


    Mit ein paar Tagen Abstand gefällt mir der Pavillon wieder. Ich hatte mich einfach nur geärgert, muss aber ehrlicherweise zugeben, ich wüsste nicht, wie man es hätte besser konstruieren sollen.


    Nun habe ich mir den Aufbau der ersten Etage genauer angeschaut: Bis auf die nicht vorbildgerechten Gitter sind die Fenster tatsächlich stimmig. Die Schwünge an der oberen Rundung sind da und sie sind nach unten auch leicht glockenförmig gestaltet, anbei mal eine Nahaufnahme.



    Eventuell wurde der Bogen ja zwischenzeitlich überarbeitet, so dass es nun passt?

    Ich habe auf einer einfachen Kopie ein Fenster dann mal grob auschnitten und weiß hinterlegt:



    Das gefällt mir, so werde ich es dann machen.


    Viele Grüße

    Dieter

  • Hallo zusammen

    und ein freundliches Danke für die Likes.


    Die erste Etage ist nun aufgebaut und auf der freien Dachfäche befestigt. Die Fenster habe ich ausgeschnitten und weiß hinterlegt.



    Das gefällt mir schon ganz gut, nun geht es mit dem umlaufenden Geländer weiter.


    Viele Grüße

    Dieter

  • Hallo zusammen,

    und ein Danke an Zaphod und die Liker.


    Es ging mit dem Ausschneiden des Geländers um das Obergeschoß weiter. Die überstehenden Endstücke habe ich entgegen der Anleitung, aber passend zu Fotos und Zaphods Hinweis im 90 Grad Winkel angebracht.


    Dann kann ich ja jetzt das obere Dach anfangen.


    Viele Grüße

    Dieter

  • Hallo zusammen

    und ein herzliches 'Danke schön' an die Liker.


    Nun, ich habe fertig: Das obere Dach baut sich genauso fummelig, wie das untere. Die vier Dachteile habe ich vorsichtig zusammengeklebt und dann auf die Unterkonstruktion aufgesetzt (blöderweise habe ich davon keine Fotos gemacht, war beschäftigt mit kleben und fluchen :rolleyes:).

    Im Endeffekt habe ich es doch halbwegs hinbekommen.


    Hier ein paar Fotos vom fertigen Pavillon.




    Die geschwungenen Dachecken sind tatsächlich die schwierigsten Teile des kleinen Bogens, ich hätte hier teilweise mehr verstärken sollen. So richtig zufrieden bin ich nicht, aber im Endeffekt sieht das kleine Gebäude wiederum ganz hübsch aus.


    Viele Grüße

    Dieter

  • didibuch

    Added the Label Completed
  • Hallo Dieter,


    ja, das obere Dach habe ich auch in unangenehm fummeliger Erinnerung (der goldene Tempel liegt bei mir seither im Stapel weiter unten).


    Aber am Ende ist trotz aller Widerigkeiten ein schön anzusehender kleiner Tempel herausgekommen!


    Glückwunsch zu Fertigstellung !


    Zaphod