CSS Pioneer, 1:32, Heinkel Models

  • Es ist an der Zeit, meine Sammlung von Steampunkmodellen zu erweitern. Dazu baue ich als kleineres Zwischenmodell die CSS Pioneer von Heinkel Models (erhältlich bei Zarkov Models).



    Die Pioneer ist das erste von drei privat entwickelten Ubooten, die durch die konföderierte Armee der Südstaaten eingesetzt wurden. Ihre Nacholger waren die Pioneer II (The American Diver) und die CSS H. L. Hunley (The Fish Torpedo Boat). Sie hatten alle die Zigarrenform und den Handantrieb. Leider waren alle sehr unglücklich unterwewgs und die Anzahl der toten Besatzungsmitglieder überstieg die Zahl der beim einzigen Erfolg getöteten Feinde bei weitem (Versenkung der USS Housatonic in so seichten Gewässern, dass sich beinahe alle Besatzungsmitglieder auf die Masten retten konnten, die aus dem Wasser ragten).


    iele Details findet man hier (in Englisch).


    Mit dem gegebenen Massstab von 1:16 wird das Modell 55.5 cm lang, was mir sowohl wegen des Platzes als auch wegen der Detaildichte zu gross ist. Ich habe es daher auf 1:32 verkleinert. Entsprechend werde ich einige Anpassungen machen müssen, wie z.B. Gestänge aus Polystyrol statt Papier.


    Andi

  • Der Antrieb

    Die Pioneer wurde von 2 Mann von Hand angetrieben. Hier die einzelnen Teile und die zusammengebaute Gruppe (ausser der Verbindung zwischen Schaft und Getriebe, die ich erst beim Einbau befestige).


     


    Da ich nichts beweglich bauen will, habe ich auch bei diesem Massstab entgegen der oben geäusserten Absicht die Kartonteile für den Schaft verwendet. Der Durchmesser beträgt 1 mm. Ein Polystyrolstab wäre einfacher, müsste wegen der rechten Winkel aber auch zusammengestückelt werden.


    Andi

  • Andi Rüegg

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  • Henryk: wenn du dir die Luft etwas dicker vorstellst, gibt es kaum einen Unterschied. Es kann sich in allen drei Dimensionen bewegen und unterwegs auszusteigen ist schwierig ;).


    @Hajo: wenn man die Achsen nicht aus Papier macht oder mindestens verstärkt, ist sogar in 1:32 ein Funktionsmodell möglich. Auf jeden Fall müsste man aber die Zahnräder nachbearbeiten, damit die Zähne schön ineinander greifen. Ich habe aber seit Langem aufgegeben, Papiermodelle beweglich zu machen. Der Reiz der Bewegung ist schnell vorbei, aber mit dem resultierenden Gelotter muss man dann dauernd leben.


    Bevor ich mich an den Rumpf machte, habe ich den Ständer gebaut:


     


    Das zylindrische Mittelteil hat eine Innen- und Aussenseite. Damit man davon - und von der Kurbelwelle - auch etwas sieht, kann man seitlich eine Öffnung lassen. Ich musste das Innenteil längs der Naht um einen knappen Millimeter kürzen, damit es passt. Auch die Ausschnitte mussten etwas nachgeschnitten werden.


       


    Auf der Unterseite hängen fünf I-Balken als Ballast. Ich wollte einen Teil des mittleren Balken als äussere Klebelasche für den Rumpf verwenden, daher fehlt es im Bild. Das hat aber schlecht funktioniert, da Ober- und Unterseite der Balken ja nicht gewölbt sind. Daher ist es auch wichtig, die Markierungen für die fünf Balken auf dem Rumpf dunkel zu färben, weil sie sonst weiss leuchten.



    Die weiteren Teile des Rumpfes. Die Profilscheiben passen alle perfekt. Zu beachten ist, dass die Endstücke nicht nahtlos an die grossen konischen Teile anschliessen, sondern dass dort eine kleine Stufe besteht.


       


    Der Zusammenbau erfolgt erst gegen Schluss, weil ich den Zugang zum Mittelzylinder noch für die Montage von weiteren Teilen benötige.


    Andi

  • Zaphod: ja, es geht vorwärts, aber es ist ja auch nicht viel zu bauen. Ob das Balken oder Eisenbahnschienen waren, weiss ich nicht. Im Bogen sehen sie aus wie Balken, aber das kann auch eine Vereinfachung der Konstruktion sein.


    Eldax: Thank you for being interested. The model will be finished for sure. It is too much fun to stop, notwithstanding some imperfections (caused by me).


    Beim mittleren Zylinder lohnt es sich, zuerst über die Reihenfolge der Montage der Anbauten und Innenteile nachzudenken, damit nachhher Nichts in die Quere kommt und man keine empfindlichen Teile wieder abschlägt. Ich habe zuerst die Einstiegsluke gebaut:


     



    Das Scharnier kann man beweglich bauen, aber aus den bereits gesagten Gründen habe ich arauf verzichtet. Der Deckel wird stehen wie im zweiten Bild, aber erst ganz am Schluss befestigt.


    Dann kam die Sprengladung an die Reihe. Sie war ein einer Kiste untergebracht, welche auf einem Podest mit zwei Holzbalken stand. Sie wurde durch zwei senkrechten Stangen gehalten, welche ins Bootsinnere gezogen werden konnten und so die Kiste freigaben.


     


    Es ist mir allerdings schleierhaft, wie die Kiste am feindlichen Schiff befestigt oder darunter positioniert werden sollte. Gemäss dem erwähnten Artikel sollte sie an einem Seil unter das Schiff gezogen werden, was m.E. aber eine völlig andere Anordnung bedingen würde.


    Immerhin hatte der Kommandant sie im Blickfeld, wenn er mit dem Kopf im "Turm" im Boot kniete:


     


    Von hier konnte er auch das Ruder bedienen, indem er mit einem Hebel hinter sich einen Querbalken hinter dem Turm drehte, der seinerseits über zwei Seile mit einem entsprechenden Balken am Ruder verbunden war. (Eine hervorragende Beweglichkeit war offenbar eine Hauptanforderung an den Kommandanten ;).)


     


    Andi

  • Die Teile im Inneren, welche für die Montage Platz brauchten, sind jetzt vollständig:



    Somit konnten der hintere Abschluss des Zylinders und die Kurbelwelle eingebaut werden:


     


    Diese Kurbel mussten ein bis zwei Mann betätigen, und zwar in kniender Stellung!


    Der Kommandant, ebenfalls kniend, hatte auch die Tiefenruder zu bedienen:


     


    Hier habe ich die Ecken des Bügels mit kurzen Drahtstücken verstärkt, da es sonst unmöglich war, die rechten Winkel hinzukriegen.


    Damit war das zylindrische Mittelteil fertig und konnte auch vorne verschlossen und mit dem spitzen Bug versehen werden.


    An den Heckkonus kam zuerst die Schraube:


     


     


    und dann das Seitenruder:



    Andi

  • Und schon ist die CSS Pioneer fertig (Länge ü.A. 26 cm).


     


     


    Fazit: ein hübsches kleines Modell mit guter Passgenauigkeit. Die Bauanleitung ist klar und vollständig. Die Skalierung auf 1:32 bietet keine nenneswerten Probleme. Wenn man will, kann man das Modell auch in diesem Massstab funktionsfähig machen. (Falls man es aber auch tauchen lassen will, ist eine Versiegelung angezeigt und das Weglassen der seitlichen Öffnung empfohlen ;).) Im vorgegebenen Massstab von 1:16 drängt sich der Bau mit beweglichen Teilen eigentlich auf.


    Andi

  • HAllo Andi,


    vielen Dank für Deinen wie immer anschaulichen und vorbildlich abgelichteten Baubericht!


    Ein kleines Schmuckstück, das man nur selten sieht. Zur konföderierten Marine hätte ich allerdings nur ungerne gehört.


    Zaphod