USS Choktaw Unions Flusskanonenboot

  • Bin beim stöbern im Netz auf Heinkel Models gestossen, die eine Vielzahl an interessanten Schiffsmodellen haben. Überwiegend Amerikanischer Bürgerkrieg. Da ist mir die Choktaw ins Auge gefallen, auf Grund ihres Aussehens. Ein Schaufelradflußdampfer, zum Kanonenboot umgebaut, und komplett verkleidet. Angeboten werden die Modelle im Maßstab 1:200. Habe meines auf 1:250 skaliert. Man kann den Dampfer als Wasserlinienmodell opder als "Vollrumpfmodell" darstellen, wobei man angesichts des sehr, sehr geringen Tiefgangs lediglich von einem Rümpfchen sprechen kann. Es beginnt mit dem Deck, Teile A1a/b (Oberdeck) und A2a/b Unterseite Oberdeck. Ich leime A2a/b auf 2mm Karton. Laut Bauplan werden die Decksteile jeweils 3fach stark, was dann 2mm ergibt. Da die Unterseite erst einmal gut trocknen muss, mache ich daran die Bordkanonen zu pimpen. Sie sind im Bausatz leider sehr rudimentär. Habe mir den Bericht von Rene Hieronymus (building the monster in 1/72, USS Choktaw 1862, modelwarships.com) zur Hilfe genommen. Er hat das Schiff komplett scratch gebaut. Hier bekommt man genügend ansichtsmaterial zum supern des Papiermodells. Insgesamt gibt es 3 verschiedene Kanonentypen. Die in der vorderen Kasematte und seitlich im Rumpf, die größeren, haben eine Metall - als auch Holzlafette. Ich werde nur die Metalllafette bauen, da man später nicht mehr allzuviel sieht. Die achteren sind kleiner und etwas klobiger. Dazu später. Da mir Maßangaben fehlen versuche ich die Proportionen Pi mal Daumen zu treffen. Nach einigem probieren habe ich, so hoffe ich, ein gutes Maß gefunden was mir gut gefällt. Bereite alle Teile schon vor, insgesamt sechs große Geschütze. Ein Geschütz habe ich schon mal fertig montiert um es dann an den vorgesehenen Stellen einzupassen, um ggf. noch Änderungen vornehmen zu können. Habe mir eine Gußtextur heruntergeladen aus der ich die Teile fertige. Zum Einsatz kommen noch LC Abfälle für Höhenrichtspindeln und Handräder aus dem HMV LC Satz. Der Rest ist komplett scratch.

  • Moin zusammen,


    gratuliere - das Monster ist unglaublich! Da gehört ordentlicher Modellbau-Enthusiasmus dazu. Ein Kollege sagte mal - "das Ding kann nur eine Mutter lieben!"... Ich finds herrlich Verne-ich. Danke, mit dem Bau machst Du mir persönlich eine Freude, da ich sooo lange rumgemacht hab, und es erst mal weit nach hinten geschoben habe.


    Gruß

    Hadu

    Vielleicht kommt der Tag, an dem mehr Leute checken, dass Idiotie nicht links oder rechts ist, sondern in erster Linie daher rührt, dass jemand ein Idiot ist! (M. Tegge)




    www.modell-und-geschichte.jimdo.com


    Mitglied der Luft'46-Gang

  • Moin Hadu, hoffe die Freude halten zu können und werde mir größte Mühe geben den Appetit wieder anzufachen. Auf jeden Fall ein wirklich außergewöhnliches Modell, das viel Bastelspaß verspricht.


    Gruß Don

  • Hi Don,

    das ist ein sehr außergewöhnliches Schiff, eine Mischung von Monitor und Schaufelradraddampfer mit ungewöhnlicher Anordnung der Räder.

    Danke für den bisherigen Baubericht.

    Ulrich

  • @ Ulrich: Ein wirklich außergewöhnlicher Flußdampfer. Von der zivilen in die militärische Nutzung übergeführt und modifiziert. Man kann schon sagen, ein Zwitterwesen. Das besondere bei diesem Schiff, es konnte die Schaufelräder unabhängig von einander bewegen, auch in entgegengesetzte Richtung. Machte es somit für den Flußeinsatz besonders manövrierfähig. Durch dieses Modell auf weitere vom gleichen Verlag gestossen, die teilweise sehr futuristisch wirken oder einer Illustration zu einem Verne Roman entsprungen zu sein scheinen. Ein sehr interessantes Thema und anscheinend wenig beachtet. Habe auf jeden Fall Blut geleckt.


    Vorab: Auf dem Bauplan ist ein Bauteil falsch numeriert, Teil 15, ist auf dem Modellbogen mit 16 beziffert. Teil zwei ist gar nicht beziffert. Ist der Abschluß mittschiffs an der Rückseite der Teile 1 und 13. Auf der Bauanleitung dadurch zu erkennen das keine Zahl zugeordnet ist.

    Nachdem der Karton mit der Decksunterseite gut getrocknet ist, bringe ich das Deck auf (A1a/b). Weiter geht es mit dem Spantgerüst für die Aufbauten/Schaufelradverkleidungen und den verschiedenen Decks. Ich beginne vorne mit den Teilen 3 und 4, das Gerüst für die runde Bugkasematte. Der hintere Teil von 4 "hängt" in der Luft. Hier wird nach der Montage der Teile 1, 2 und 13 das Deck 10 aufgesetzt und mit der bugwärtigen Breitseite an Teil 3 und unter 4 geleimt. Es sind wunderbare Hilfslinien aufgedruckt die ein passgenaues anleimen ermöglichen. Im vorderen Bereich der Kasematte werden die Teile 11 eingeleimt, Viertelstücke. Rückseitig auf Deck 10, die Teile 12, auch Viertelstücke. Ich habe sie mit einer zusätzlichen Holztextur versehen. Auf die Teile 3/4 wird dann das Kasemattdach, 5, geleimt. Der hintere Teil des Schiffes ist etwas aufwändiger von der Struktur. Das Achterschiff besteht aus den Teilen 6d/i, den Innenseiten der Schaufelradverkleidung, den Teilen 7/8, Decks, und Teil 9, dem achteren Segmentbogen. Alle Teile müssen miteinander verleimt werden. Ist alles gut trocken wird das Ganze auf die dafür vorgesehenen Hilfslinien geklebt. Auf das Achterdeck werden dann die drei Teile 16 angebracht. Fehlen noch die Spanten für die Schaufelradverkleidungen. Sie bestehen aus vier Teilen50dd/id, 50db/ib, 50dc/ic und 51. Die drei erstgenannten bilden das Spantgerüst, 51 ist die Unterseite, wasserwärts. Auf Teil 51 ist eine Linierung, auf die beim Bau des Vollrumpfsmodells, die unteren Schaufeln angebracht werden. Laut Bauplan wird 51 nur mittig am aufrechten Spant, 50db/ib, angeleimt. Habe mir dann ein Unterkonstrukt gebaut um das Bauteil sauber und gerade anzubringen. Gäbe sonst ein riesiges Gefummel wenn die Schaufelradverkleidung angebracht wird. Außerdem muss man auf die Ausrichtung von 51 achten!, eine Seite ist etwas länger, probehalber anpassen, damit hinterher keine Tränen fließen....

  • Manches bemerkt man erst beim Bau. Zu dem Spantgerüst der Schaufelradverkleidung folgender wichtiger Hinweis. Bevor man die Komponeneten verleimt, unbedingt die Teile 50dd/id in die Schaufelradaussparung einpassen. Ein späteres nachschneiden im zusammengebauten Zustand dann schwierig. Die untere Falzkante des Spantgerüstes wird dann auf die Deckskante geleimt. Bei mir ist danach im oberen Teil dann ein kleiner Spalt nachgeblieben, zwischen aufrechtem und oberen Querspant. Ob das relevant ist wird sich bei der Verkleidung zeigen. Eigentlich hat dieses Modell eine gute Passgenauigkeit. Im Anhang, zu den Spantgerüsten der Schaufelräder, die festgestellten Besonderheiten im Bild.

  • Im Anschluß gleich der nächste Schnellschuß. Liest man die Bauanleitung halbwegs aufmerksam hätte man einigen Murks verhindern können. Die Spanten und die Schaufelradverkleidung werden komplett zusammengebaut und erst dann! in die Aussparung im Deck geschoben und befestigt, somit macht auch der oben beschriebene Spalt Sinn. Anderweitig braucht man die magischen Hände eines Uri Geller.... Ich habe zusätzlich Leisten hergestellt, die an der Außenseite (50da/ia) der Schaufelradhausung angebracht werden. Wie oben schon beschrieben, orientiere ich mich am Modell von Rene Hieronymus. Im unteren Bereich gab es leichte Passungsprobleme im Bereich des Decksausschnitts. Stellten aber keine große Beeinträchtigung dar. Die Außenwölbung (50dg/ig)wird auf die Vorder - und Rückseite geleimt, nicht dazwischen. Oben auf das Schaufelrad werden die Ausguckplattformen geleimt, Ausgang mittschiffs. Teil 52a/b wird mittig auf die Außenseite der Verkleidung, auf die entsprechend markierte Stelle geklebt.

  • Die Gangspills, achtern und am Bug, bestehen aus je 7 Teilen. Es ist eher rudimentär. Ich hübsche sie ein wenig auf. Die Trommel hat nur vier Lamellen (83b), der Fuß (83a) einfacher Karton und der Kopf Ober - und Unterseite (83d/c). Ich füge eine Welle, Dickungen für Kopf und Fuß, einen Wellenkopf und vier zusätzliche Trommellamellen (83b) hinzu. Auf die Kopfdickung male ich dann noch die Öffnungen für die Spillspaken auf. Sieht gleich viel besser auf, bei geringem Bastelaufwand.