Finkenwerder Hochseekutter HF 244 ASTARTE, Passat-Verlag 1:250, Kontrollbau

  • Die altsemitische Liebesgöttin hat mich erwischt:


    (wikipedia)


    Ach nee - die jetzt nicht...


    Dieser Tage rauschte Hennings Email mit der Datei der ASTARTE auf meinen Rechner. Ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass der Passat-Verlag im Herbst (oder eher Spätherbst) dieses Jahres die ASTARTE als Minimodell herausgeben wird. Hier ist nun der Kontrollbaubericht.

    Das Modell hatte Henning ja schon vorgestellt:

    Hier


    Kurz ein paar Infos zu diesem berühmten Schiffstyp:


    "Ihre Segeleigenschaften waren genauso legendär wie die Fähigkeiten ihrer Besatzungen. Finkenwerder Kutter durchkreuzten bis Anfang des 20. Jahrhunderts die Nordsee; ihre typische Silhouette verschwand erst mit dem Siegeszug der Dampfschiffe vom Horizont. Eines der letzten erhaltenen Exemplare dieser schwimmenden Legende ist das Flaggschiff der Schiffergilde Bremerhaven, die 1903 gebaute ASTARTE mit dem traditionellen Finkenwerder Fischereizeichen HF 244." (zit. nach Schiffergilde Bremerhaven, schiffergilde.de)


    Die Schiffergilde hat die ASTARTE mit großem Einsatz und liebevoller Akribie restauriert, so dass sie heute wieder so aussieht wie der Neubau vor 117 Jahren. Immer wieder ist sie vor allem auf Traditionstreffen in der Nord- und Ostsee ein Botschafter der Seestadt Bremerhaven. Sie gehört als Schiff für die Segelausbildung der Sail Training Association Germany an (und damit der Sail Training International, STI) und trägt deswegen auch das Segelzeichen "TS" für "Training Ship".


    Die ASTARTE wurde in Finkenwerder bei August Albers gebaut (und nach Insolvenz der Werft vom Eigner J. Nikolaus Külper fertiggestellt). Bis 1952 (!) wurde mit ihr noch in der Nordsee gefischt.


    Länge 25,5 m (davon entfällt 7,8 m auf den Klüverbaum), Breite 6 m, Tiefgang 2,5 m.

    Masthöhe Großmast 21,5 m, Besanmast 13,1 m (Gaffelketsch)

    Ausgerüstet mit einem 150 PS-Diesel


      bremerhaven.de

  • Am Anfang war das Spantengerüst:



    und darauf das Deck:



    Bei der Montage des Mittelspants die Ausschnitte für die Masten beachten und beim Deck die Mastdurchbrüche und in der Bugspitze den Schlitz für den Bugsteven ausschneiden.


    Die Bordwandform ist nicht ganz "ohne"...

    Wichtig ist, das Spantengerüst vor der Montage der Bordwand zu "straken", also die Querspanten dem Bordwandverlauf folgend etwas anzuschleifen, damit die Wand ohne Knicke anliegen kann. Ausserdem sollte die Bordwand gut vorgeformt werden.


    Mit dem Ankleben der Bordwände habe ich an der Grundplatte achtern begonnen und sie zunächst unten bis nach vorn und erst dann am Deck angeklebt. Am Besten keinen Kleber auf die Spanten aufbringen!



    Noch eine Anmerkung für alle, die auf die BRANDDIREKTOR WESTPHAL warten:

    Dieser Kontrollbau wird natürlich (mit Bericht) auch fortgesetzt.

  • Moin Helmut,


    es geht los. :D


    Aber mal 'ne Frage an Henning.

    Wird es auf dem Bogen eine Möglichkeit geben,

    die ASTARTE auch so schön in den Wind zu legen wie Imo's kleine Krullebol ?:whistling:

    Ist dann zwar nicht mehr gaaanz Wasserlinie (Passat vorgabe) aber 'n Vollrumpf isses schon garnich. :D


    Gruß

    Stephan

  • Moin Stephan !


    Helmut hatte den Wunsch, Lage zu schieben, auch schon geäußert. Aber es fehlt der Platz für eine zusätzliche Grundplatte und zwei zusätzliche Bordwände. Auf ebenen Kiel will ich nicht verzichten für diejenigen, die keine Segel setzen wollen. Eine stark reduzierte Besegelung macht auch keinen Sinn bei Schräglage.


    Tut mir leid !


    Henning

  • Grüß euch,


    der Fischkutter ist schlicht ein Klassiker.

    Mit genau diesem Typ verbindet man als Binnenländer fern dem Meer, den Fischfang und die Endproduckte wie geräucherten Aal, Schillerlocken oder Räuchermakrele....


    Will haben, wenn es soweit ist.


    Liebe Grüße


    Wiwo

    "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"

    Fritz Grünbaum, 1934

  • Moin zusammen,


    mit etwas Getüftel kann sich doch jeder einen kleinen Streifen auf der Luvseite ansetzen, und in Lee den Rumpf in der auf Passung geschnittenen Wasserdarstellung einsinken lassen.


    Ein Finkenwerder Kutter....hmmm....ist zwar kein Ewer, aber es bleibt da immer irgendwo im Hintergrund Kienaus Geschichte der Finkwaarder Fischersleute "Seefahrt tut Not".


    Gruß

    Hadu

    Vielleicht kommt der Tag, an dem mehr Leute checken, dass Idiotie nicht links oder rechts ist, sondern in erster Linie daher rührt, dass jemand ein Idiot ist! (M. Tegge)




    www.modell-und-geschichte.jimdo.com


    Mitglied der Luft'46-Gang

  • Moin,

    ein schönes Vorbild.

    Passt gut in meine Fischerei-Flotte. Und die Umsetzung wird bestimmt erstklassig.


    (Ich kenne den Finkenwerder Ewer aus meinen Holzmodellbau Zeiten; nie fertig geworden das Teil, liegt irgendwo im Keller).


    Gruß,

    Andreas

  • Danke für Eure Gedanken zu diesem traditionsreichen Schiffstyp und dem Modell!

    Herzlichen Dank auch für die "Gefälligkeiten" ;)


    ___________________


    Die Kutter wurden mit einer Pinne gesegelt.

    Vor der Ruderpinne war (und ist bei der ASTARTE) ein "Schrank", in dem sich der Kompass befand und in dem Signalflaggen, wahrscheinlich auch Karten usw. aufbewahrt wurden. Dazu diente der Kasten sicher auch etwas dem Schutz des Rudergängers vor Gischt und überkommender See.



    Der querschiffs stehende Kasten dient heute (u.a.) als Sitzbank. Seine ursprüngliche Funktion ist mir nicht ganz klar - möglicherweise ist es ein Oberlicht (gewesen?). Vielleicht weiß Henning es genau?


    Dieser "Kasten" (16) wird aus 3 Teilen aufgebaut; die beiden "Sitzflächen" werden beidseits separat angesetzt:


  • Vor der Ruderpinne war (und ist bei der ASTARTE) ein "Schrank", in dem sich der Kompass befand und in dem Signalflaggen, wahrscheinlich auch Karten usw. aufbewahrt wurden. Dazu diente der Kasten sicher auch etwas dem Schutz des Rudergängers vor Gischt und überkommender See.

    ...genannt " Nachthus"... (Nachthaus)

  • Moin,

    auf ebenem Kiel - wenn ich an die Einlaufparade für die Peking nachdenke, die fuhren auch zwei Finkenwerder Kutter unter Segeln mit, beide auf ebenen Kiel. Aber, ich bin vor Jahren mal mit einem ?Haikutter ? mitgesegelt, da ist der Skipper so scharf rangegangen, daß das Fördewasser bis aufs Deck (10 -20cm) reichte, da wäre für uns Kartonbauer von einer Rumpfseite nicht viel nachzubilden gewesen.

    ( irgendwo müßte ich von der Aktion Bilder davon haben).

    Nur mal so von meinen Beobachtungen

    Ralph

  • Moin Ralph und Henning,


    ja, eine leichte Lage hat das Boot und realistischer ist es sicher insgesamt mit Schräglage. Ich meinte nur, dass man nicht zwangsläufig auf jede Besegelung verzichten muss, wenn man das Modell auf ebenem Kiel baut, auch wenn dann eigentlich der Wasserpass nicht zu sehen sein dürfte.

  • Vielen Dank für Eure rege Diskussion und die "Likes".

    Und Dir, Fiete für die Benennung des Häuschens!

    _________________


    Die ASTARTE ist zwar ein echter Finkenwerder Kutter, aber bei der Restaurierung für die Belange eines mit Trainees "bemannten/befrauten" (Hallo Nils ;) ) Seglers ausgerüstet worden. Hierzu gehörte der Ausbau des Unterdeckbereichs mit Messe, Pantry und Kojen und an Oberdeck eine "Möblierung" zum  "Backen und Banken".

    Das Modell bildet dies genau nach:



    Niedergang, Gig ("Beiboot") und Oberlicht:




    Auch besonders interessant ist, wie mit den Finkenwerder Hochseekuttern früher gefischt wurde. Für mich war das weitgehend neu und inzwischen habe ich mich etwas in das Thema eingelesen. Vielleicht interessiert es andere hier auch; ich will deswegen demnächst einmal hierzu etwas ausführlicher schreiben.

  • Moin Helmut;


    da fehlt ein Leuwagen bei Backen und Banken :P

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut