Das erste Flugzeug der Welt-!!!-????

  • N' Abend Kartonfreunde!

    Eigentlich wollte ich ja meine angefangenen "Baustellen" endlich mal fertig stellen, aaaaber.....

    Beim Stöbern auf meiner Festplatte fand ich ein, relativ einfach gehaltenes, interessant aussehendes Fluggerät wieder. Den Bogen hatte mir vor langer Zeit ein befreundeter Bastelkamerad geschickt. Ich selbst kann mich daran erinnern, diesen Bogen in jungen Jahren in der Kinderzeitung "Frösi" (Abkürzung für "fröhlich sein und singen) gesehen zu haben. Dat is' aber schon gaaanz lange her!

    Zu dem Flugzeug findet man viele Hinweise im Internetz, eigenartiger Weise oftmals mit widersprüchlichen Angaben zu Abmessungen, Leistungen und Bauweise. Es ist auch (für mich) nicht klar zu erkennen, ob das Ding überhaut mal richtig geflogen ist.Bei Wikipedia kann man genaueres erfahren, auch über den russischen Konstrukteur Aleksander Moshaiski KLICK


    Hier schon mal eine kurze Zusammenfassung:

    Aleksander F. Mozhaiski war ein kaiserlich-russischer Marineoffizier. Als junger Mann studierte Mozhaiski den Vogelflug und dachte über die Anforderungen an eine Flugmaschine nach, die schwerer als Luft ist. In den 1870er Jahren beantragte und erhielt er Mittel vom Militärministerium, um seine Luftforschung fortzusetzen.

    Mitte 1880 meldete er ein Patent für ein großes dampfbetriebenes Eindecker-Flugzeug an, das im November 1881 erteilt wurde. Der Bau der Maschine dauerte ungefähr ein Jahr. Seine Flugmaschine hatte drei vierblättrige Propeller, die von zwei Dampfmaschinen angetrieben wurden. Eine im Rumpfbug mit 10 PS für den vorderen (Zug-) Propeller, die zweite Dampfmaschine (20 PS) für die beiden (Druck-) Propeller in den Tragflächen.

    Eine große horizontale Heckfläche und ein großes vertikales Ruder bildeten die Flugsteuerung. Es wird vermutet, dass Mozhaiski auch geplant hatte, eine Leistungsdifferenz zu den beiden seitlichen (Druck-) Propellern als Drehmethode zu verwenden.


    Zum Modell:

    Alle Teile sind auf einer Seite A4 angeordnet, eine Bauanleitung gab es wohl auch dazu, habe ich aber nicht. Nur ein Bild vom Deckblatt konnte ich finden.

    Ich habe mir die Teile, gleich zwei mal, auf 160 Gramm Papier ausgedruckt.

       


    Morgen kann ich die ersten Bilder von der Bauerei zeigen.

    Bis dahin viele Grüße

    Jürgen

    Technische Flotte Rostock e.V., mein zweites Hobby, macht mal KLICK

  • Hallo Jürgen,

    kurios aber auch hochinteressant das Flugzeug. Wünsche gutes Gelingen und viel Spaß.


    Gruß Michel

    Ich betrachte auch einen siegreichen Krieg an sich immer als Übel, welches die Staatskunst den Völkern zu ersparen bemüht sein muß. (Otto von Bismarck)

  • Moin Jürgen,

    auch ich wusste bisher weder etwas vom Erfinder noch vom Flugapparat.


    Danke schon jetzt für Deinen Bericht!

    Fertig: Patrouillenschiff POTSDAM

  • Hallo,

    dieses Beispiel aus der Technikgeschichte zeigt, dass wir bestimmte (auch geografische) Sichtweisen haben. Der Hinweis auf die GST belegt die Herkunft des Bogens.

    Ulrich

  • N' Abend Kartonfreunde!

    Nach einem kurzen "Boxenstopp" im hiesigen Krankenhaus habe ich wieder ein bisschen an meinem Flieger gewerkelt.

    Der Rumpf und das "Tragwerk" sind fertig geworden.

    Der Rumpf hat eine ausgeprägte "Bootsform", kein Wunder, der Konstrukteur war ja auch ein Marineoffizier:D.

    Das Innenleben besteht aus einem Längsspant mit zwei Querspannten.

    Bei der Montage des "Oberdecks" habe ich mich an das "Patent" vom MDK erinnert. Das heißt: die Klebefalze wurden abgeschnitten und das aufgedoppelte Oberdeck zwei mal angefertigt. Dabei wurde das zweite Decksteil etwas kleiner zugeschnitten, dadurch entstand nach dem Zusammenkleben eine umlaufende Hohlkehle, so das sich die vorgefertigte Rumpfwanne sauber einpassen und verkleben ließ. Ging sehr gut.


     


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  • Bei den beiden Tragflächen gab es ein Problem(-chen).

    In der Originalgröße ragten die Flächen vorn und hinten ein ganzes Stückchen über den geraden Rumpfteil hinaus. Dadurch entstanden dort unschöne Lücken und es sah etwas merkwürdig aus. Darum habe ich mir die Tragflächen noch mal mit der Druckereinstellung 89% ausgedruckt, so passte es besser.

    Die Flächen wurden anschließend stumpf mit dem Rumpf verklebt.

    Das Leitwerk besteht aus Höhenleitwerk und zwei Flossen als Seitenleitwerk.

    Für die Verbindung des Leitwerks mit dem Rumpf wurde ein Zahnstocher "dreckig" gemacht und eingeklebt.


     


     


    Im nächsten Abschnitt geht es dann an das Fahrwerk.

    Bis dahin viele Grüße

    Jürgen

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  • Wahrlich viel zum Flugboot fehlt dem Rumpf nicht. Schaut schon sehr gut aus.

    Ich betrachte auch einen siegreichen Krieg an sich immer als Übel, welches die Staatskunst den Völkern zu ersparen bemüht sein muß. (Otto von Bismarck)

  • N' Abend Kartonfreunde,

    heute ist das Fahrgestell fertig geworden.

    Die vier Fahrwerksbeine sind als Kartonstreifen vorgesehen, ich habe das Ganze aber aus Zahnstochern gebaut. Die Originalvariante war mir doch etwas zu wabbelig!

    Zur Bauweise gibt es sonst nicht viel zu sagen, da reichen die Bilder!


     


     

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  • Zum Schluss gab es noch ein paar "Aufbauten":

    Ein Schornstein und zwei Kästen, das sollen sicherlich die Dampfmaschinen sein.

    Außerdem bekam mein Flieger noch drei "Masten", da werden später die Spann-"drähte" befestigt.


     


     


    Im Originalbogen sind nur zwei "Masten" vorgesehen, der mittlere fehlt. Den habe ich aber zusätzlich eingebaut, weil sonst die hinteren Spann-"drähte" die Propeller blockieren würden.

    Im nächsten Durchgang kommt dann die Verspannung an die Reihe!!!

    Gruß Jürgen

    Technische Flotte Rostock e.V., mein zweites Hobby, macht mal KLICK

  • Laut Wikipedia konnte sein erstes Flugzeug nicht selbstständig fliegen, da die Maschinenleistung zu gering war, um bei dem Anstellwinkel seiner Tragflächen Hub zu erzeugen. Der relative Erfolg seiner beiden Hüpfer wird der Verwendung einer Startrampe zugeschrieben. Dies wußte er anscheinend selbst, da er sich danach an die Entwicklung leistungsfähigere Dampfmaschinen wandte.

    Nach neueren Berechnungen hätte sein letztes Flugzeug mit seinen vorgesehenen, stärkeren Maschinen durchaus abheben können, leider starb er aber vor der Fertigstellung. Seine Leistungen werden erst in letzter Zeit außerhalb Russlands gewürdigt.


    Wer weiß, welchen Weg der Flug genommen hätte? Soweit ich weiß hat in den 30ern jemand ein Dampfbetriebenes Flugzeug entwickelt, das lautlos flog.

  • Sehr schön gebaut Jürgen,


    aber dass es 1881 schon vernünftige Antriebe gab halte ich für gewagt.


    Angeblich ist ein gewisser Gustav Weißkopf alias Gustave Whitehead, schon 1901 in Pennsylvanien - also noch vor den Wright Brüdern - motorisiert mit einem Karbidmotor (Azethylen) und über Strecken von 100-300 Fuß geflogen.


    Quelle: "Gustav Weißkopf und die Brüder Wright" - "Wer flog zuerst?"

    Autor: John Brown, ehem. Berufspilot und Flughistoriker

    ISBN 9781533605689


    LG
    René

  • Hallo,


    in der UdSSR gehörte es zur Staatsdoktrin alle möglichen Erfindungen für sich zu reklamieren. Das traf manchmal zu, sehr oft aber nicht -und die DDR hat die entsprechenden Behauptungen aus der UdSSR natürlich zu übernehmen gehabt.


    Von daher wäre ich da sehr vorsichtig.


    Zusatzfrage: Dampfantrieb bei Flugzeugen? Wäre eine entsprechend leistungsfähige Dampfmaschine samt Kohle nicht viel zu schwer dafür?


    Zaphod

  • Hallo Jürgen,


    vielen Dank für die Vorstellung dieses Bogens bzw. Modells. Ich habe es, obwohl ich den Bogen schon länger kenne, noch nie gebaut gesehen. Das freut mich sehr!

    Vielleicht erlaubst Du noch ein paar Ergänzungen zum Modellbogen:

    Auf dem Beiblatt/Umschlag steht geschrieben: "Herausgegeben vom Zentralvorstand der Gesellschaft für Sport und Technik für alle Leser der Zeitschrift 'Fröhlich sein und singen' über Verlag Junge Welt" und er stammt von 1954. Insofern sind alle beteiligt, die in Frage kämen: GST - FRÖSI - Junge Welt.

    Die Bauteile sind auf einem überkreuz gefalteten Bogen (ca. DIN A2) gedruckt, also ziemlich groß; ganz genau sind es 40,8 x 57,7 cm. Maßstab ist, wie zu dieser Zeit üblich, keiner angegeben.


    Bernd

    …die Welt ist doch wirklich groß genug, dass wir alle darin Unrecht haben können.
    Arno Schmidt

  • Zusatzfrage: Dampfantrieb bei Flugzeugen? Wäre eine entsprechend leistungsfähige Dampfmaschine samt Kohle nicht viel zu schwer dafür?

    ....mit einem Schlepptender, wie bei den Dampfloks, könnte das vielleicht funktionieren;):D

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  • Doch das gab es. William Downing Custead baute 1899 einen Kohlensäure Gasmotor. Der wurde als Dampfmotor bezeichnet, jedoch kein Wasserdampf sondern komprimiertes Gas.

    Aus meiner aktiven Modellfliegerzeit (lang,lang ist's her) kann mich daran erinnern, das es früher schon solche Motoren auch für freifliegende bzw. ferngesteuerte Flugmodelle gab. Siehe auch HIER

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  • N' Abend Kartonfreunde!

    Nu' is' mein Dampfflugzeug fertig geworden, es fehlte ja noch die Verspannung.

    Als Material für die Spann-"drähte" habe ich dunkles Sattler-/ Schustergarn genomen. Das Garn wurde mit verdünntem Weißleim "fusselfrei" gemacht, war eine schöne "Schmadderei"!!!

    Und so sieht das jetzt aus:

     


     


    und noch mal eine Draufsicht:

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  • Leider sind ein paar "Drähte" nicht so richtig straff geworden, das sieht man aber nur aus der Nähe;).

    Mal sehen ob sich da noch etwas nacharbeiten lässt, einen Tipp habe ich schon bekommen.

    Auf jeden Fall war / ist das ein interessantes Modell.


    Zum Original findet man ja doch etliche Beiträge im Internetz. Interessant finde ich besonders die "Streiterei", wer denn nun der Erste war. Es gibt ja einige Leute, die das für sich in Anspruch nehmen. Sicherlich müsste man sich da auch erst mal darüber einigen ab wann aus einem "Hüpfer" ein "echter" Flug geworden ist.

    Über die ersten Piloten gibt es da ja keine Unklarheiten mehr, das waren natürlich Dädalus und Ikarus :thumbsup:.

    Mit dieser kleinen "Nachbetrachtung" möchte ich die Baustelle nun schließen.


    Bis demnächst an anderer Stelle,

    viele Grüße Jürgen

    Technische Flotte Rostock e.V., mein zweites Hobby, macht mal KLICK

  • Hallo Jürgen,

    sehr schön geworden, ich hätte vielleicht die Propellerblätter etwas verdreht. Jedenfalls ein ausgefallenes Modell, bei dem einem Steampunk-Fan die Augen übergehen müssen. Und nicht nur dem.


    Gruß Michel

    Ich betrachte auch einen siegreichen Krieg an sich immer als Übel, welches die Staatskunst den Völkern zu ersparen bemüht sein muß. (Otto von Bismarck)

  • ...ich hätte vielleicht die Propellerblätter etwas verdreht....

    ...sind Verstellpropeller, in 0-Stellung...:D:D:D

    Aber Recht hast du, wird bei nächster Gelegenheit noch geändert!!!


    Gruß Jürgen

    Technische Flotte Rostock e.V., mein zweites Hobby, macht mal KLICK

  • Je länger Du klebst um so länger Du lebst !


    Viele Grüße !

    Edited 3 times, last by Wolfgang: Hallo Jürgen, kann mich dunkel an den Flieger erinnern. Ich hatte in den 50 igern fast alle Kranich an der Decke hängen ! Die leider nicht ! Ich habe vor 8 Jahren wieder angefangen JU´s zu kleben . ().