Dampfer Präsident, Möwe Verlag, 1:250

  • Hallo zusammen,


    für ein mögliches neues Projekt, bräuchte ich eure Hilfe.

    Eigentlich wollten wir im DSM in Bremerhaven in diesem Sommer Informationen über dieses Schiff einholen. Aber leider ...Absage... Urlaub daheim.;(


    Bei uns in der Landesbibliothek war nur das Bild links unten aus A.Kludas " Die Schiffe der Hamburg-Amerka Linie" Bd. 1 S.152 zu finden. Die beiden Bilder rechts stammen von A.Kludas und dem DSM und sind abgebildet auf unserem Bauplan 1:100 aus dem Deutschen Schifffahrtsmuseum.

    Jedes Bild zeigt das Schiff anders.:cursing::cursing::cursing:

    Das Modell aus dem DSM hat zwei niedrige Schornsteine.

    Auf den beiden Bildern von A.Kludas sind die beiden Schornsteine fast doppelt so hoch. Nachträglicher Umbau ????

    Auf den Fotos ist der Schiffsrumpf grau ? oder HAPAG - gelb ? oder ??? auf jeden Fall nicht weiss. Das Modell im DSM und der Möwe Plan zeigen alles in weiss.


    Wisst ihr mehr ?

  • Hallo Ihr beiden,


    in den 80er Jahren hatte das DSM die PRÄSIDENT als Planmappe in 1:100 herausgegeben. Ich habe sie mir damals zugelegt, aber nicht mit nach Berlin genommen. Ich lasse mal auf dem Bremerhavener Dachboden suchen, ob sie dort zwischen den Schiffsbüchern liegt. Gesehen habe ich sie leider lange nicht, kann mir aber auch nicht vorstellen, dass sie weggeworfen wurde.

  • Hallo Nils,


    vielen Dank, aber wir haben glaube ich die gleiche Mappe. Auf der Rückseite finden sich die unterschiedlichen beiden Bilder.


    Schönen Abend.


    Ulli

  • Helmut B.

    Changed the title of the thread from “Dampfer Präsident, Möve Verlag, 1:250” to “Dampfer Präsident, Möwe Verlag, 1:250”.
  • Moin,

    in A.Kludas Buch "Die Geschichte der deutschen Passagierschiffahrt" ist noch ein anderes Bild der Präsident: dunkler Rumpf, hohe dunkle Schornsteine. Darüber ein Bild eines Speisekartenmotivs nach dem Original von Willy Stöver,1902. grauer Rumpf, gelber Schornstein, Prinz Adalbert, auch WestIndienDienst. Schiffe im ATLAS-Dienst hatten weißen Rumpf, das zeigen Fotos im o.g. Buch.

    Hab ich Euch ein wenig geholfen?

    Gruß

    Ralph

  • Moin Zusammen;


    vielleicht kann ich ja ein wenig Licht in das dunkle bringen:


    Der " PRÄSIDENT " wurde am 30.11.1905 in Dienst gestellt. Gebaut unter der Bau-Nr.: 226 auf der Seebeck Werft Bremerhaven ( nicht mehr existent).

    Als Anmerkungen habe ich in meiner Liste die Kludas Nr.: 280


    Die Technischen Daten sind: 12 kn / 2 x Dreifach-Expansionsdampfmaschine der Werft

    Besatzung 54 Mann

    Gäste 66 + 15 Zusatzbetten


    Lebenslauf : 1905 in Dienststellung Hamburg-Amerika Linie (HAPAG), Hamburg (DEU)

    1905 nach Westindien überführt und dort im Küstendienst eingesetzt


    1914 Einsatz Kriegseinsatz: Funkstation der Marine


    1914 Einsatz in San Juan aufgelegt


    1917 Kittery Besitzerwechsel durch USA beschlagnahmt und für US Marine in Dienst gestellt, Optisches
    Unterscheidungsasignal Ankauf durch genannte Reederei 2


    1933 Außerdienststellung


    1933 Ende in Baltimore abgebrochen


    So das habe ich mal auf die schnelle gefunden. Ich schaue morgen nach Feierabend in den Gröner.

    Die bessere Möglichkeit wäre die Bibliothek, aber ich habe noch keine Info, ob ich rein kann. Dort gibt es die wunderbare Buchreihe der Schiffbau Ing von 1901 bis 1945.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

    Edited once, last by Shipbuilder ().

  • Moin, moin,


    ich kann nur vermuten, dass das weiße Schiff mit den kürzeren Schornsteinen die frühe Version darstellt. Der "ergraute" PRÄSIDENT mit den höheren Schornsteinen zeigt ja auch eine äußere, seitliche "Einfassung" des Hauptdecks ab Achterkante Brücke bis zum Poopdeck - das sind m.E. spätere Umbauten. Die damalige HAPAG-Schornsteinfarbe war gelb. Die Schornsteine erhöhte man damals, um mehr Leistung durch mehr "Kesselzug" zu erhalten und um die Decks von Rauchgasen frei zu halten.


    Alex Lange (hier im Forum: Olex) hat das Whv`ner Modell überarbeitet gebaut und ihm auch einen grauen Rumpf verpasst. Hatte er mal mit in Bremerhaven.....hat mir gut gefallen seine Variante. Vielleicht finde ich noch ein Foto von seinem Modell.....


    Gruß von der Ostsee

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • In die „ Geschichte der deutschen Passagierschiffahrt“ habe ich auch reingeschaut; hierzu hat Ralph soeben geschrieben.

    Einen grauen Rumpf würde ich ausschließen. Auch das Stöwer-Bild im Kludas zeigt mE einen schwarzen Rumpf, etwas im Abend-oder Morgenlicht verfremdet.


    Hier ein Foto der PRINZ ADALBERT ( auch Kludas aaO):



    Zu den Schornsteinen kann ich auch nur vermuten, dass sie nachträglich erhöht wurden. Warum hätte man sie kürzen sollen ( außer aus Stabilitätsgründen)?

    Die HAPAG hat die Atlas-Linie schon 1901 gekauft; die PRÄSIDENT ist 1905 direkt für die HAPAG gebaut worden. Deswegen halte ich auch einen weißen Rumpf für unwahrscheinlich.

  • Hallo zusammen,


    ich finde es schön, dass ihr euch dieses Schiffes annehmt. Ich hatte 1993 auf dem Treffen im DSM einen kleinen "Werkstattbericht" über die "Präsident" vorgestellt.

    In Auszügen hatte ich neben einem fertig gebauten Modell das folgende ausgeführt:



    "(1.) Zunächst einmal ist die Initiative des Möwe-Verlages zu begrüßen, daß er mit dem "Präsident" erstmals eine richtige Neuheit aus der Kaiserzeit herausgebracht hat. Ich wünsche mir, daß sich Ihr Mut und Ihr finanzielles Risiko lohnen wird und daß dieses Modell nicht das letzte dieser Art sein wird.


    (2.) Als ich die drei Bögen des Modells "Präsident" vor mir ausgebreitet hatte, kam ich beim Betrachten zu dem Schluß, daß mir der Preis von 27,95 DM auf dem ersten Blick für angemessen erschien.


    (3.) Als Folge der Konstruktionstechnik mit Laschen und der Kartonqualität mußte ich beim Bau feststellen, daß diese Lösung zu Ungenauigkeiten beim Modell führen kann, die einem die Freude am Bauen ein wenig verleidet. Hier meine ich, daß das "Neubertsche Stecklaschen Prinzip", eine bewährte Wilhelmshavener Spezialität, dem Modell besser gestanden hätte, ganz besonders, was die Paßform der einzelnen Baugruppen (Aufbauwände, Decks) angeht.


    (4.) Den neuartigen Karton habe ich mit gemischten Gefühlen verarbeitet: Zum einen ließen sich Flächen recht gut kleben, wobei man auf die Dosierung des Klebstoffes achten mußte; überflüssiger Kleber ließ sich jedoch nur schwer von der Oberfläche entfernen, ohne Spuren(Kratzer) zu hinterlassen (Anm.: Ich verarbeite den klassischen UHU-Alleskleber). Zum anderen ließen sich Poller, Lüfter, Masten und Schornsteine nur schwer und kaum ohne störende Knicke rollen, da der Karton recht steif zu sein scheint. Vielleicht würde man bei dieser Modellgröße auch mit dem bisher üblichen Karton (siehe "Rainbow Warrior")bessere Ergebnisse erzielen.


    Die Farbigkeit dieses Modells ist durch den Karton jedoch sehr gut herausgearbeitet worden, was einer Werftmodellvorlage gut entspricht."


    Leider hatte ich dann so über meine Probleme berichtet, zur Passgenauigkeit, zur Kartonqualität,.... Gegenüber dem kurz zuvor erschienenen Modell der "Polarstern" war die Konstruktion eher ein Rückschritt zu dem, was wir damals - um 1990 - von einem WHV-Modell erwartet hatten.


    Ich hatte mich dann im Nachhinein ganz schön über meine Kritik geschämt, weil sie aus heutiger Sicht völlig unberechtigt gewesen war.


    Denn: Der Konstrukteur ist Reinhold Hahn aus Kiel gewesen, der auf den Treffen im DSM mit seinen wunderschönen Modellen im Maßstab 1:100 von Anfang an immer dabei gewesen war. Er hatte seine Modelle immer "Freihand" gezeichnet, angepasst gebaut; dadurch wirkten sie sehr lebendig.

    Das Modell der "Präsident" hatte Reinhold anhand des besagten Werftplanes konstruiert, diese Zeichnung war dann an den Verlag weitergegeben worden und war meines Wissens nach sofort gedruckt und als Neuheit angeboten worden. Dabei war wohl übersehen worden, schon viele "Fehler" im Vorfeld auszumerzen.


    In einem anschließenden Gespräch mit Reinhold hatte ich dann erfahren, dass schon bald nach der Ablieferung die Schornsteine beim Original verlängert werden mussten, weil die Decks stets vollgequalmt worden waren. Alles weitere ist ja hinlänglich bekannt.


    Ich wünsche euch trotzdem viel Spass beim Bau. Nach wie vor finde ich, dass die "Präsident" ein wunderschönes Modell ist, egal in welchen Farben.


    Viele Grüße


    Klaus

  • Moin Zusammen ;


    in der Schiffahrt International Heft 08/1976 Seite 329 ist die " PRÄSIDENT " abgebildet.


    Ich melde mich heute Abend wieder.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

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    Edited once, last by Shipbuilder ().

  • Hallo zusammen,


    als kleiner Nachtrag zu meinem gestrigen Beitrag möchte ich zeigen, dass das 1992/93 gebaute Modell der "Präsident" in etwa dem damaligen Standard entsprach:


             


    Wie man sieht: Bretterzaunreling, erste Versuche zur Einfärbung der Schnittkanten, Wanten aus Garn (nach "Passat"-Schablone), ... . Der Karton war irgendwie anders als sonst bedruckt worden, heute würde ich sagen, dass es ein glänzender Farblaserdruck ist. Mit dem altbewährten "Vogel"-Klebstoff hatte ich damals einige Probleme, an die anderen Klebemöglichkeiten hatte ich noch nicht gedacht.


    Mit dem Gedanken, dass wir es heute anders können und auch anders ausarbeiten, grüße ich alle und warte gespannt auf die nächste "Präsident"


    Klaus

  • Hallo,

    die Präsident war in der Karibik so eine Art Feeder für die großen Transatlantikdampfer nach Europa bzw. Deutschland.

    Unter "Präsident in der Karibik" habe ich 4. 1. 17 habe ein einige Bilder eines Dioramas hier im Forum gezeigt.

    Soweit ich mich erinnern kann, gab es mal vor Jahren in der damals neuen Möwezeitschrift ein Preisrätsel, was die Brückenschanz der Präsident betraf.

    Die ist ja hier in weiß gehalten.

    Schiffe werden oft den Gegebenheiten ihres Einsatzauftrages und-gebietes angepasst und verändert. Deswegen kann man letztlich nur sagen, ein Schiff hat dann und dann so und so ausgesehen. Als Modellbauer muss man sich entscheiden, welchen Zeitpunkt nehme ich als Referenz zum Bau meines Modells.

    Ulrich

  • Moin, moin zusammen,


    der von Ulrich aufgezeigte Einsatz in der Karibik spricht für einen weißen Anstrich in dieser Region, denn dadurch kann man die Temperaturen im Innern des Schiffes deutlich reduzieren. Und klimatechnisch gab es damals nicht allzuviel Möglichkeiten......


    Der von mir angesprochene graue Rumpf entspricht ungefähr der Rumpffarbe, wie sie bei den Schiffen der Woerman-Linie und der Deuteschen Ost-Afrika Linie verwendet wurde.


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Hallo,

    ziehen wir doch mal die "Passagierschiffbibel" von Kludas zu Rate.

    Dort werden zwei Schiffe namens Präsident aufgelistet. Das etwas ältere Schiff

    stammt von 1900 und fuhr für die DOAL. Soweit der Kludas.

    Die DOALSchiffe besaßen den grauen Rumpf.

    Die hier besprochene Präsident gehörte zur Hapag; deren Schiffsrümpfe waren traditionell schwarz gepönt und die Schornsteine mit dem satten Gelb. Soweit mein Wissensstand.

    Ulrich

  • Moin Zusammen;


    laut dem Auszug / Folge 32 der Deutschen Fahrgastschiffe gab es nur einen " PRÄSIDENT "

    In der Folge 32 sind auch unter anderen die " PRESIDENT LINCOLN " & " PRESIDENT GRANT " aufgelistet. Die Schiffe wurden 1903 /1907 auf der Werft Harland & Wolff, Belfast gebaut worden. Eigner war die HAPAG.

    Die " PRESIDENT GRANT " wurde 1952 verschrottet.


    Die ganze Serie erschien ja in Mitte der 70ger Jahre in der Schiffahrt International. Autor war Gerhard Rohbrecht.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Ulrich ( Modellschiff) hat schon Recht:


    Solange es keinen eindeutigen Beleg ( Foto ) für einen hellen Rumpf der PRÄSIDENT gibt, würde ich mich auch an einer Aufnahme des Schiffs orientieren und danach bauen, also mit schwarzem Rumpf und HAPAG-gelben Schornsteinen.

  • Hallo Zusammen


    auch ich habe die Präsident auf Anraten von Reinhold Hahn damals 93/94 gebaut und als Geschenk an Dr. Stölting für das DSM Bremerhaven übergeben.

    Ich habe auch so wie schon Klaus beschrieben, nach den damaligen Stand der Dinge gewerkelt: Sprich Papierreling usw.

    Ich habe mich auf die Konstruktion von Reinhold verlassen und hatte beim Bau keine Schwierigkeiten.


    Gruß Werner

  • Ich habe noch zwei Bücher zum Seeschiffbau in Bremerhaven (einschl. Geestemünde) und die Festschrift zum 75. Jubiläum der Seebeckwerft durchgeschaut und nichts weiter zur PRÄSIDENT gefunden. Meine klare Vorstellung vom weißen Rumpf war immer vom DSM-Modell geprägt. Die Bilder sprechen in der Tat dagegen... Also: klassischer schwarzer Rumpf mit gelbem Schornstein scheint die beste Lösung zu sein.

  • Hallo zusamenn.


    Vielen Dank, ich bin wirklich überascht, so viele Hinweise... klasse.


    ralph.e
    Mein Bild der Präsident links unten ist aus diesem Buch.

    Zunächst dachte ich auch das Bild des Westindiendampfers "Prinz Adalbert" würde mir helfen, aber in der Regel waren die größeren Passagierschiffe, exclusiver in Farbe und Ausstattung um Kunden anzulocken und die Plakate zeugen oft von der künstlerischen Freiheit/Phantaise der Reederei oder des Zeichners.


    Helmut B.

    Wahrscheinlich kann man die Farbe nach den Fotos nicht wirklich klären. Aber der Hinweis mit den Schornsteinen hilft mir schon enorm.


    Klaus Hildebrand

    Danke für die vielen Hinweise und die schönen Bilder, so hatte Peter das Schiff vor ein paar Jahren auch einmal gebaut. Ich möchte aber nur noch Schiffe so bauen, wie ich glaube, dass sie wirklich über längere Zeit aussahen. Am besten wäre es natürlich, ich könnte mich an einem Foto mit genauer Zeitangabe orientieren, aber bei diesen alten Schiffen gibt es dies nur, wenn es ein großes Passagierschiff oder ein Schiff des Kaisers war.


    Shipbuild

    Hallo Arne, ich staune immer wieder, wie du an so viel Literatur kommst. Bei uns im Süden gibt es auch einiges, aber als normaler Modellbauer kommt man da nicht ran. Das Militärarchiv in Freiburg und die Württembergische Landesbibliothek haben ein großes Bildarchiv, aber das behalten die lieber für sich unter Verschluss.

    Der Name Präsident wurde damals mehrfach verwendet. Von der Präsident von 1901 gibt es sogar Pläne bei Digipeer, aber leider ist das das Frachtschiff, gebaut bei Blohm und Voss.


    Wenn man Kludas Bücher liest, hat man das Gefühl, das die großen Schiffe ständig umgefärbt wurden. Die Kronprinzessin Cecilie und die Kronprinzessin Viktoria Luise wurden extra für einen "Ausflug" der königlichen Hoheiten von schwarz auf weiss umlackiert. Nobel, nobel....

    Aber bei einem kleinen Fracht/Passagierschiff nehme ich an, war das zu teuer.


    Daher muss ich mich wohl für eine Farbe entscheiden. Im Zweifelsfall die goldene Mitte: dunkles Grau bis Anthrazit, wäre auch die richtige Farbe für den Einsatz als Funkschiff in St.Thomas nach Ausbruch des 1. Weltkriegs.


    Vielen Dank,

    es macht einfach Spass mit euch zu diskutieren.


    Schönen Abend


    Ulli

  • Moin,

    noch ein Nachtrag zum "Schiffemaler" Willy Stöver:

    ich glaube nicht, daß der sich die Farben und Schiffs"feinheiten" aus den Fingern gesogen hat. Hatte der garnicht nötig!

    Na denn

    Ralph

  • Hallo Ralph,


    ja ich glaube auch, dass Stöver versucht hat, das Schiff so genau wie möglich den Plänen entsprechend darzustellen.


    Ich habe mich jetzt aber entschieden das Schiff so darzustellen, wie es dem Bild auf unserem Baubogen ungefähr entspricht.

    Mit den heutigen technischen Mitteln und etwas Zeit klappt das vielleicht.:)

    In die „ Geschichte der deutschen Passagierschiffahrt“ habe ich auch reingeschaut; hierzu hat Ralph soeben geschrieben.

    Einen grauen Rumpf würde ich ausschließen. Auch das Stöwer-Bild im Kludas zeigt mE einen schwarzen Rumpf, etwas im Abend-oder Morgenlicht verfremdet.

    Ja Helmut,

    schwarz wäre nicht schlecht, Peter bevorzugt aber immer noch Grau.


    Der "ergraute" PRÄSIDENT mit den höheren Schornsteinen zeigt ja auch eine äußere, seitliche "Einfassung" des Hauptdecks ab Achterkante Brücke bis zum Poopdeck - das sind m.E. spätere Umbauten.

    Alex Lange (hier im Forum: Olex) hat das Whv`ner Modell überarbeitet gebaut und ihm auch einen grauen Rumpf verpasst. Hatte er mal mit in Bremerhaven.....hat mir gut gefallen seine Variante. V

    HaJo,

    (ich habe bei uns ein Bild von Bremerhaven 2015 gefunden. Alex's Version sieht sehr stimmig aus:



    Er hat auch die seitliche Einfassung des Hauptdecks verändert.


    Auf jedem Fall müssen wir das Schiff vollkommen umarbeiten. Peter hatte 2010 eine Version gebaut - damals zum ersten Mal mit Standard-Ätzteilen - die er im letzten Jahr mit mehr Erfahrung noch einmal besser bauen wollte. Hierzu hat er einen Bogen aus 2015 (rechts im Bild) verwendet. Bis zu den Ätzteilen ist er aber gar nicht gekommen -
    die Bauteile für das schwierig zu gestaltende Dampferheck wollten nicht so wie er. Ergebnis: Rundvitrine. ;(

    Für mich hat er im August 2020 einen neuen Bogen gekauft (links im Bild), der nicht nur in der Qualität des Papiers wesentlich schlechter als der Bogen von 2015 ist, sondern auch in der farblichen Darstellung.



    Daher habe ich begonnen alles umzufärben, die Hilfslinien zu entfernen und gutes, eigenes Papier zu verwenden.



    Für die Farbgestaltung der Bordwand haben wir noch keine endgültige familiäre Entscheidung getroffen.




    Fortsetzung folgt

    Ulli

  • Moin, moin zusammen,


    ich bin immer noch der Auffassung, dass die Rumpffarbe dieses Bildes nicht schwarz ist, sondern grau. Man vergleiche mal die Tönung der hölzernen braunen Brückenverkleidung, die kommt deutlich dunkler. Wenn der Rumpf schwarz wäre, gebe es diese sichtbaren Schattierungen auf dem Rumpf nicht. Und noch einmal, ein schwarzer Rumpf wäre in dem Fahrtgebiet der PRÄSIDENT für die Besatzung "klimatisch" nicht aushaltbar gewesen. Nicht umsonst hatten die Woermann-Schiffe und die Schiffe der DOAL bei ähnlich klimatischen Fahrtgebieten grau gepönte Rümpfe.


    So hat es Alex Lange auch umgesetzt......finde ich sehr gut so!


    Gruß

    HaJo

  • Hallo HaJo,


    die Entscheidung für die Seitenwände haben wir gestern noch einmal familiär vertagt. Ich habe aber bereits zwei Versionen mit Plattengängen erstellt. Man weiß ja nie ;)


    Aber zunächst einmal habe ich das Spantengerüst gebaut und die Decksfarbe festgelegt (Eiche hell, kräftig nach Hausfrauenart geschrubbt und gescheuert). Das Holzdeck habe ich mit einem Wasserpass als Unterlage versehen und vorsorglich die Markierungen auf dem Deck verkleinert. (Die Lüfter sind zu dünn für die im Original aufgedruckten Markierungen.)



    Die Lüfter auf dem Unterdeck im Original.....




    brauchten auch eine kleine Überarbeitung ...



    und schließlich noch die für mich etwas ungewöhnlich vom Unterdeck nach oben verlaufenden Rohrleitungen der Dampfwinden.




    Viele Grüße

    Ulli

  • Moin Ihr Beiden;


    dann vergisst man nicht den Leuwagen und den Bimsstein zum schrubben.


    Unser betagte alte " POLARSTERN ", sie möge mir nicht böse sein, bekommt einen komplett neuen Arbeitsdecksbelag aus Holz. Nur habe ich noch nicht rausbekommen, ob dabei auch einige Begleitheizungen ausgetauscht werden.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

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    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Hallo Arne,

    dann vergisst man nicht den Leuwagen und den Bimsstein zum schrubben.

    bei uns würde man das mit "Schdrupfer" und "Soapfe" machen:D.


    Aber jetzt waren erst einmal die Seitenwände dran.




    Leider taucht jetzt das gleiche Problem, mit dem Peter schon vor Jahren gekämpft hat auf. Das Heck passt nicht richtig und ergibt in der Form vor allem nicht das markante Dampferheck. Diese Wölbungen lassen sich zusammen mit der Heckrundung so nicht formen:


       


    Was noch viel schlimmer ist, das Deck ist zu schmal, wenn ich die weißen Teile der Bordwand festklebe, stehen sie schräg:


         


    Das Deck müsste auf jeder Seite 2 mm breiter sein.:cursing:

    Daher hat Peter beschlossen nach den Plänen des DSM noch einmal ein Spantengerüst zu bauen.


      

    Hier das Ergebnis: mehr Spanten, zusätzliche Stringer am Heck

         


    Mal sehen, ob sich hier die Bordwände mit ein paar zusätzlichen Schnitten richtig in Form bringen lassen.
    Ich konstruiere solange mal dazu ein neues Deck. Bordwände habe ich ja noch einige in Vorrat.


    Mal sehen ob das klappt.

    Schönen Abend

    Ulli

  • Hallo Ulli + Peter


    Jetzt bin ich unglaublich gespannt, wie ihr diese Form hinkriegt. Die Daumen sind jedenfalls gedrückt!


    Andi

  • Hallo Andi,

    um das ( von uns erwartete) Ergebnis vorwegzunehmen:
    Unser Vorgehen kann nicht zu 100% funktionieren: Man kann eine suboptimale Abwicklung auch nicht durch ein stabileres Spantengerüst in eine beliebige Form drücken.
    Wenn man sich die Abwicklungen der Präsident und der Imperator (Verlag Kartonwerft) ansieht, fällt der Unterschied deutlich auf:
    Zieht man bei der (weißen) Präsident den oberen Streifen ab (der ist bei der Imperator als gesondertes Bauteil vorhanden) bleiben zwei Streifen für den eigentlichen Rumpf.
    Bei Imogen sind es drei! wobei der mittlere auch noch eine spezielle, längere Form hat.

              




    Da wir (trotz der vielen Erklärungen zur Butterbrot-, Dreiecks- und oder Neubert-Methode) immer noch nicht konstruieren - versuchen wir es wieder einmal mit einer Maltechnik: Ulli verändert Form und Fläche der Bauteile mittels Paint Shop Pro - den Rest machen Schere und Pinsel.

    Der Bau des neuen Spantengerüstes auf Basis des DSM Planes hatte drei Gründe:
    1. Wir hatten leider keine Kopie des Möwe-Planes gemacht ;(,
    2. Ich wollte wissen, ob schon die Formen der Spanten voneinander abweichen - tun sie aber nicht (es gibt nur mehr Spanten bei DSM)
    3. Die wenigen Spanten bei Möwe haben sehr schnell nachgegeben - ein Anformen der Bordwand war nicht möglich. Zusätzlich Spanten und die Stringer ergeben
    jetzt ein gutes Skelett.


    Viele Grüße

    Peter


    PS: Hier erst einmal unser derzeitiges Ergebnis:


    Besser aber nicht so gut wie erhofft.

    Durch einen zusätzlichen Schnitt und die Verlängerung und stärkere Krümmung der Seitenteile konnten wir annähernd die gewünschte Form erreichen. Das Ruder würden wir beim nächsten Versuch direkt als Verlängerung des Mittelspantes bauen.


    Viele Grüße

    Ulli

  • Hallo zusammen,


    "Alles kommt, wie's wohl kommen muss" singt uns Reinhard May im Hintergrund und so haben wir uns mal wieder nicht entschieden:


    Jetzt sind es drei Präsident - auch hier weigert sich ein Präsident, zu gehen.:D:D:D


    Rechts die Erstversion von 2010 - bitte unter "Wiedereinstieg in den Kartonmodellbau" betrachten.

    Das viel zu schmale Heck der schwarze Version in der Mitte haben wir durch ein Notoperation auch korrigiert.

    Mittels Skalpell "einfach" den Heckbereich herausgeschnitten und ein neues Deck nach dem Bauplan des DSM eingebaut.

    Jetzt passen plötzlich die oberen weißen Seitenwände.



    Die graue (li) und die schwarze (re) Version haben nun ein um 4 mm breiteres Deck am Heck. (Im Vergleich zur alten Originalversion in der Mitte)



    Nach soviel Operationen werden wir wohl beide Versionen weiter bauen.


    Schönen Abend

    Ulli + Peter

  • Moin, moin,


    ja, super....beide Versionen (schwarz und grau) bauen......dann kommen alle Fans jeglicher Coleur dieses kleinen Dampfers voll auf ihre Kosten:thumbsup:! Wobei auch der weiße Anstrich zeitweise auch real gewesen sein könnte. Bei der Version des Bogens ist es wohl so, dass sich das Hauptdeck achtern zu früh verjüngt. Das achterliche "Mehr" an Fülligkeit passt gut!


    Gruß

    HaJo

  • Darf ich mir noch eine grüne und eine lila Version wünschen :D?


    Andi

  • Moin Ulli und Peter,


    mir gefällt die Art Eurer Auseinandersetzung mit dem Original, dem Modell, den Farben und den Unpässlichkeiten.


    Als Farbvariante schlage ich eine Camouflage-Ausgabe vor. :D


    Beste Grüße,


    Manfred

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • Hallo Ulli und Peter


    Herzlichen Dank! So schnell habe ich das nicht erwartet ;). Und Zebra gefällt mir tatsächlich noch besser.


    Gruss

    Andi