Erfahrungen mit Seefolien

  • Moin zusammen,


    Henning (Konpass) verwendet für seinen Hafen Seefolie von Faller. Der Effekt ist klasse. Es gibt aber noch weitere Produkte, u.a. von Heki und von NOCH. Die von Heki ist mit 80x35 am größten. Dazu habe ich folgende Fragen:


    Wer hat Erfahrung mit den verschiedenen Fabrikaten? Gibt es weitere (empfehlenswerte) Produkte?


    Was für eine Struktur der Oberfläche haben diese Wasserfolien? Für Wasserlinienmodelle (Schiffe) wäre eine möglichst geringe Struktur der Oberfläche sicher am besten.


    Über Antworten würde ich mich freuen. Wie immer mit bestem Dank im Voraus!

  • Meine Erfahrung mit Heki: Aneinanderlegen klappt einigermaßen, wenn man an den Stößen mit UHU oder ähnlichem die Wellenstruktur nachahmt.


    Diese Seefolien sind für die Modellbahn gedacht, wenn kleinere Flächen gebaut werden. Bei größeren Flöchen nimmt der Modellbahner aber Gießharz. (hier gibt es auch verschiedene Hersteller)


    Grüße aus Heidelberg


    Reinhard

  • Moin Nils,

    Darstellung von Wasser


    Die von Henning verwendete Seefolie macht mir ebenfalls einen überzeugenden Eindruck.

    Wollte ich mir kürzlch auch besorgen, aber der ansonsten gut sortierte Laden hatte nur die von Noch im Angebot, die aber optisch bei weitem nicht an die Faller-Folie heranreicht.



    Bisher benutzte ich:


    1. Noch-Folie mit mitgelieferter hellbauer Papierunterlage



    2. Acrylglas mit Wellenstruktur aus dem Baumarkt, das ich mit dunkelblauer dc-fix-Folie hinterklebt habe,



    3. Glasscheibe mit Wellenstruktur vom Glaser, das ich rückwärtig mit blauer Farbe gestrichen habe,



    4. Schwarzes Glas, das sich wegen der vornehmen Spiegelung gut als Präsentationshintergrund eignet.

    Einen hochglanzlackierten Flügel kann sich halt nicht jeder leisten(Pianisto wird wissen, was ich meine).


    5. Vor genau 55 Jahren hatte ich ein wenig mit Gips-Seegang experimentiert. Aus der Zeit habe ich noch ein (arg gebeuteltes) Seestück herübergerettet, bestückt mit einer imaginären Begegnung zweier Schiffe aus der Wilhelmshavener Schnellbaubogen-Serie.



    Beste Grüße,


    Manfred

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • Vielen Dank Reinhard und Manfred!


    Dass man mit Gießharz sehr schöne Ergebnisse erzielen kann weiß ich natürlich. Aber da ich schon kaum zum Basteln komme, wäre mir das zuviel Aufwand. Ich bin ganz gerne einfach mal Konsument ;) Das schwarze Glas ist auch toll, aber ich möchte die Folie perspektivisch für ein Hafendiorama verwenden - Selbst Dirk würde nicht wollen, dass man ihm eine Mole auf den Flügel klebt :D


    Ich habe mich deshalb heute spontan entschieden, eine Fahrradtour ins tiefste West-Berlin zu machen, da es in Alt-Mariendorf einen Händler mit großer Auswahl gibt. Wasserfolien gab es von Faller und Busch. Ich habe daraufhin wegen Hennings schöner Ergebnisse drei Mal die von Faller genommen und zuhause auf schiefergrauen Tonkarton probegelegt:



    Es scheint gut möglich zu sein, die Folien Stoß an Stoß zu verkleben, ohne dass ein sichtbarer Spalt bleibt. Oberhalb der NORDERGRÜNDE sieht man, wie es ohne Beschwerung durch die Modelle aussieht.


    Auch die Frage, ob wegen der Struktur gerade bei kleinen Modellen Lücken unter dem Rumpf entstehen ist zu meiner Zufriedenheit beantwortet: Durch Struktur und Spiegelung lassen sich die kleinen Lücken kaum erkennen.


    Vielleicht bestelle ich mir wegen der Größe noch die Folie von Heki zum Vergleich. Ich berichte dann hier.

  • Hallo Nils,


    größere "geriffelte" Folien kannst Du auch bei einem großen schwedischen Möbelhaus bekommen (und möglicherweise auch in einem gut sortierten Schreibwaren- und Büroartikelgeschäft): als durchsichtig-milchige Schreibtischunterlage oder - noch größer - als Bodenschutzauflage unter einem Schreibtischstuhl.


    Auf meinem ersten Foto habe ich eine schwarze Pappe untergelegt, besser würde sicher ein grau-braun-blauer Untergrund passen.


    Bei meinem zweiten Foto bildet dunkelblaues Geschenkpapier mit weißen und goldenen Einsprengseln den Untergrund, darüber liegst eine geknautschte und wieder geglättete durchsichtige große Plastitüte.


    Und, da Du nebenbei auch den Bauzustand Deines Seenotkreuzers H.H.Meier präsentierst: wenn Du die (spätere) Farbgebung mit der leuchtroten Lackierung auf dem Aufbau wählst, müsste m.E. die Wanne für das Beiboot eigentlich grün sein.


    Mit herzlichem Gruß, Ulrich

  • Hallo Nils,

    Dass man mit Gießharz sehr schöne Ergebnisse erzielen kann weiß ich natürlich. Aber da ich schon kaum zum Basteln komme, wäre mir das zuviel Aufwand. Ich bin ganz gerne einfach mal Konsument ;) Das schwarze Glas ist auch toll, aber ich möchte die Folie perspektivisch für ein Hafendiorama verwenden - Selbst Dirk würde nicht wollen, dass man ihm eine Mole auf den Flügel klebt :D

    Ich möchte noch eine weitere Methode aus de m Modellbahnbereich hinzufügen.


    Für die Struktur eine umgedrehte Raufasertapete. Zuerst dunkel gestrichen. Und dann mit Hochglanzlack überstrichen. Das könnte dan in Richtung des schwarzen Glas gehen, aber mit etwas mehr Struktur.


    Tschüß

    Michael

  • Moin zusammen,


    ich hatte ja versprochen, einen kleinen Vergleich anzustellen, wenn ich die Seefolie von Heki habe. Ich möchte vorausschicken, dass der Vergleich sich nur auf die Anwendung für Wasserlinienmodelle bezieht und daraus nichts für alle anderen Formen der Nutzung abgeleitet werden kann.


    Was Festigkeit etc. angeht scheint es keinen großen Unterschied zu geben. Geschnitten habe ich beide allerdings noch nicht. Die größten verfügbaren Maße sind bei Faller 53x26cm, bei Heki 80x35cm. Die Oberfläche der Heki-Folie ist deutlich stärker strukturiert (links Faller - rechts Heki):



    Das führt auch dazu, dass Wasserlinienmodelle auf der Heki-Folie weniger plan aufliegen und durch die kleinen Wellenberge mehr Luft zum Rumpf besteht (links Faller - rechts Heki):



    Mein persönliches Fazit:


    Als Grundlage für wechselnde Modelle ist die Folie von Faller besser geeignet. Baut man ein Modell fest ein, indem man die Fläche der Grundplatte ausschneidet, dürfte dies eine reine Geschmacksfrage sein. Wer etwas mehr Dynamik und mehr Lichtreflexion haben möchte nimmt Heki, wer es lieber ruhiger hat Faller.

  • Moin Nils,


    danke für die Zusammenstellung.


    Mir scheint die Faller Folie deutlich natürlicher.

    Viele Luftaufnahmen beweisen dies.

    Beste Grüße,


    Manfred

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • Moin zusammen,


    als kostengünstige und fast "unendlich" grosse Alternative nutze ich schwarze, glänzende Verpackungsfolien, z.B. von Mülltüten.


    Ein wenig zusammenknuddeln, wieder ausglätten und fertig. Aber nur an den Rändern mit doppelseitigem Klebeband festmachen, dann kann auch jedes Schiff glatt auf der Oberfläche sitzen.

    Leichtes Kielwasser kann man durch anspannen der Folie unterm Schiff erreichen, Gischt mit feiner Watte oder Puderzucker....


    Gruß

    Hadu

  • Hallo zusammen und danke für Likes und Kommentare.


    @ Henning und HaJo: Jochens Deckchen sind eine sehr spezifische Kategorie von Camouflage, die den gemeinen Hering verwirren und ins Netz der VIKINGBANK treiben oder der ISERLOHN Kontrast geben soll - Die Kolleginnen und Kollegen vom WSA wären mit der NORDERGRÜNDE dagegen hoffnungslos verloren, da Muster und Farben das Auslegen der Tonnen nahezu unmöglich machen. Profiteure wären die berüchtigten Strandpiraten von Weddewarden.


    @ Hadu: Wie bereits gesagt gibt es viele Methoden, tolle Wassereffekte hinzubekommen. Deine "Verpackungstüten-Knuddelei" ;) führt zu richtig starken Ergebnissen :thumbup: Du passt das Material aber auch ziemlich gekonnt seinem Umfeld an.


    Mir ging es um eine möglichst einfache Methode, verschiedene Modelle präsentieren zu können. Ich war mit meiner "Weißleimwasseroberfläche-auf-Tonpapier" (kein Anspruch auf Namens- und Urheberrechte) bisher auch ganz zufrieden:



    Allerdings sind meine letzten Versuche, dass noch einmal so hinzubekommen in die Hose gegangen; warum auch immer.


    Hennings Bilder mit der Falle-Seefolie sind so überzeugend, dass ich mich gerne einmal passiv dem reinen Konsumententum oder neudeutsch plug ´n play hingebe ;)