Fabriktrawler B.X. 742 KARLSBURG/ 1:250/ Eigenkonstruktion

  • Hallo Modellbaufreunde !


    Mit dem nächsten Modell möchte ich meine Sammlung von Fischereifahrzeugen vervollständigen. Es ist der Fabriktrawler KARLSBURG, der 1972 von der Seebeck-Werft für die Hanseatische Hochseefischerei gebaut wurde. Er ist 89m lang, mit ca. 3.600 BRT vermessen und hatte 74 Mann Besatzung. Die VIKINGBANK zum Vergleich hatte nur 1.000 BRT. Die zur dritten Generation von Fabrikschiffen zählende KARLSBURG hatte mit GEESTE, JOHANN DIETRICH BROELMANN und WESERMÜNDE drei Schwesterschiffe.


    Quelle: museumsschiff-gera.de



    Das Geschäftsmodell dieser auch als Vollfroster bezeichneten Schiffe beruhte darauf, dass der gesamte Fischfang sofort filettiert und tiefgefroren wurde. Dadurch konnten die Fabrikschiffe viel länger auf See sein als die Frischfischfänger, die spätestens drei Wochen nach dem ersten Fang wieder zuhause sein mussten.


    Grundlage meines Modells ist ein Generalplan aus der Zeitschrift HANSA, den Arne mir besorgt hat, und Fotos von einem 1:100-Modell im Historischen Museum Bremerhaven.


       


    Ich hoffe, euch interessiert dieses Spitzenschiff der westdeutschen Hochseefischerei.


    Henning

  • Moin Henning,


    das finde ich natürlich klasse: Ich hatte ja bereits vor einiger Zeit hier u.a. nach diesem Schiffstyp als Kartonmodell "gefahndet". Das Modell aus dem Historischen Museum habe ich zwar auch fotografiert, aber dem Entstehen eines echten Kartonmodells zuzuschauen, ist natürlich noch besser ;)


    Viel Erfolg, ich werde regelmäßiger Gast in diesem Thread sein!

  • P.S.: Zur Geschichte dieses Typs gehört natürlich auch der Untergang der JOHANN DIETRICH BROELEMANN 1985 nach Kollision mit dem Schwesterschiff WESERMÜNDE - Das habe sein Gutes gehabt, so der Spiegel damals, die Versicherung habe doppelt so viel gezahlt, wie ein Verkauf der mittlerweile unrentabel gewordenen Hochleistungsschiffe gebracht hätte...

  • Moin Henning,


    viel Erfolg und Spaß bei der Konstruktion und der Umsetzung zum Modell.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Moin Henning,


    da geht schon wieder ein neuer Stern am Kartonmodellbauhimmel auf!

    Bin sehr interespannt!


    Gutes Gelingen uns beste Grüße,


    Manfred

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • Einfach klasse, dass Du ein Fabrikschiff konstruierst!
    Da werde ich zukünftig die Filets vom Kleinen Stabfisch mit noch mehr Genuss essen... 😋

    Bis die Tage...


    Helmut



    "Dem Angriff auf die Menschlichkeit folgt der Angriff auf den Menschen!"

    (Claudia Roth)



    Fertig: CAP SAN DIEGO (roko)

  • Heute war die Stb.-Bordwand an der Reihe. Ich habe sie zeichnerisch nach der Dreiecksmethode konstruiert.



    Hier ein Vergleich mit der VIKINBANK !


  • Jetzt ist auch die Bb.-Bordwand dran. Sie hat sich entschieden, im Bug eine unschöne Beule zu schlagen. Das habe ich ihr abgewöhnt, indem ich die Bordwand für 3 cm von der Grundplatte wieder getrennt und eine Schicht Karton eingeschoben und dahintergeklebt habe. Außerdem sind der Heckspiegel und die Schanzkleidstützen eingebaut.


      

  • Min Zusammen,


    laut der Beschreibung, hat die Dame und Ihre 3 Schwestern eine Nase aus Gussstahl.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Die folgenden Fotos zeigen die Stationen beim Bau des Deckshauses. In ihm sind die Kommandobrücke mit Windenleitstand, darunter Kapitänskabine und Funkstation und auf dem Backdeck Offizierskabinen untergebracht.


        


      

  • Die Abwicklung des Schornsteins war nicht leicht. Die vordere Rundung ist ein halbkreisförmiger Kegelstumpf, der allerdings sowohl zur Längs-, wie zur Querachse des Schiffes schräg steht. Im zweiten Anlauf hat es dann geklappt.


    In dem kleinen Deckshaus auf der Back sind ein Schaltraum, ein Farbenlager und ein Store untergebracht.


      

  • Danke Helmut ! Ich hadere immer noch mit der merkwürdigen Rumpfform. In der Wasserlinie hat die KARLSBURG über eine weite Strecke die volle Breite, was nicht sehr elegant wirkt, aber viel Raum schafft. Davor kommt ein stummeliger Bug mit einem großen Überhang, was für Trawler ziemlich ungewöhnlich ist, aber wohl den Vorteil hat, dass der Bug nicht allzu sehr abtaucht.

  • Moin Zusammen;


    vielleicht, gelingt mir ja das hadern mit der Rumpfform bei Henning etwas dämpfen und bei weiteren Kollegen der schneidenen Zunft die Neugier über das Schiff etwas stillen.


    Die 2 Generation der Fangschiffe war die Universitätsklasse die ab 1964/65 die Bauhelgen der Werften in Längs- und manchmal auch als Querablauf in Ihr Element rutschten.

    Sie, die " KARLSBURG " wie auch die Schwestern und Halbschwestern gehören zur 3. Generation.


    Sie haben die Klasse: GL + A4(EF) + MC ( Fischereifahrzeug).

    Vom GL ( Germanischen Lloyd ) erhielt sie Eisverstärkung " EF " hinaus aufgrund der im vorderen Schiffteils liegenden Laderäume.

    Neben der üblichen Eisverstärkung erhielten die Schiffe einen aus Stahlguss hergestellten Schneidewulstbug. Dieser wurde nach den neuesten Erkenntnissen der Eisfahrt konstruiert.


    Weitere besondere Verstärkungen gab es im Bereich der Heckaufschleppe und Fangdeck.

    Im Bereich der Netzführungen wurde das Fangdeck auf Längsspanten gelegt.


    Kommen wir zum Ladegeschirr.


    Es gibt 4 Ladebäume mit je 3/5 Tonnen Nutzlast. Die beiden Ladebäume die auf dem Backdeck stehen können auch im Tamdenbetrieb gefahren werden.


    Die Ladeluke hat eine Größe von 6.000mm x 2.000 mm.


    Fischereiausrüstung:


    Über der Heckaufschleppe gibt es eine Netzplattform.

    Unter Ihr sind die sogenannten Kurrleinenblöcke an je einen Schwenkarm angeschlagen. Die Schwenkarme gibt es auf der BB und der Stb. Seite.


    Da das Schiff für Grundschleppnetzfischerei und Pelagische Fischerei ausgerüstet werden sollte beschloss man sich ein 1:10 Modell zu bauen.

    In diesen Modell konnte man die genaue Aufstellung der Winden und der Netzkoje ermitteln. Gegebenenfalls sollte man auch nach der Doppelnetzmethode arbeiten können.


    Die Trommel der Kurrleinenwinde konnte 3.500m Leine mit einen Durchmesser von 30mm aufspulen.

    Der Nennzug belief sich auf 12.000kg bei einen Leinengeschwindigkeit von 140m/ min


    Die Gientrommel für 100m Leine. Der Nennzug belief sich auf 13.000kg bei einen Leinengeschwindigkeit von 125m/ min.


    2 Hilfstrommel für je 800m Leine. Der Nennzug belief sich auf 9.000kg bei einen Leinengeschwindigkeit von 180m/ min.

    Ein Spillkopf für 100m Leine. Der Nennzug belief sich auf 16.000kg.


    Die Besatzstärke belief sich auf 74 Mann.


    So nun habe ich ein Bild von " GEESTE "

    http://www.shipspotting.com/gallery/photo.php?lid=424774


    und ein Bild der havarierten

    " JOHANN DIETRICH BROELEMANN "

    http://www.shipspotting.com/gallery/photo.php?lid=1896307

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

    Edited once, last by Shipbuilder ().

  • Moin Nils,


    man sollte noch einmal querlesen.


    Vielen Dank für den Hinweis.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Die KARLSBURG hat eine kapitale Kurrleinenwinde, die zum Glück zu sehen ist und nicht wie bei der VIKINGBANK unter dem Aufbau versteckt ist. Außerdem sind die Netzleitplanken und die Ausstiegsluken dazugekommen.


      


  • Ja, die ist nicht ohne. Wenn dann 3.500m Seil aufgespult werden so.


    Man soll nicht meinen dass es eine Hausfrauenwäscheleine ist.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Winden habe ich heute gebaut, auf dem Backdeck die Ankerwinde mit Steuerpult und zwei Ladewinden, auf dem Hauptdeck sind zwei kombinierte Lade/ Verholwinden untergebracht. Außerdem sind die Poller an Bord und auch schon ein paar Relings und Leitern.


       

  • Gestern und heute habe ich am A-Rahmen und der daran angehängten Netzplattform gebastelt. Die vorderen Relingsteile sind einziehbar, was darauf hinweisen könnte, dass auf der Plattform ein Netz gelagert werden kann.


       

  • Die KARLSBURG hat vier große überdachte Schlauchboote. Die beiden übereinander liegenden Schläuche habe ich aus Kupferdraht mit Isolierung gebogen und zusammengesteckt und anschließend lackiert. Die Zelte sind aus Karton.


      

  • Der Fabriktrawler wird langsam fertig. Heute habe ich auf dem Backdeck die Ladeluke gebaut, auf dem Achterdeck die dort gelagerten Holzplattformen, die Rettungsinseln und Relingsteile, sowie Leitern am Schornstein.


    Mein Unbehagen mit der Rumpfform ist zwar nicht überwunden, aber ich habe jedenfalls eine Erklärung dafür. Ich war extra noch einmal ins Museum gegangen, um mir das 1:100 Modell erneut anzuschauen. Da hat der Rumpf keine so ungünstige Beule wie bei meinem Modell. Es liegt daran, dass ich den Rumpf in der Wasserlinie abgeschnitten habe. Erst dadurch fällt diese starke Beule so sehr ins Auge.


      

  • Moin Zusammen;


    es kommt auch auf den Linienriss an. Wenn man sich den Generalplan ansieht, dann fallt auf das die Tankdecke, die den Doppelboden nach oben hin wasserdicht abschließt, erst in der 1/2 Länge vom Laderaumes nach vorne verjüngt. Anders gesagt der Laderaum hat fast nur senkrechte Wände. Um den Laderaum zu füllen befinden unterhalb des Deckhauses auf Deck 2 die Packstraße.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

    Edited once, last by Shipbuilder ().

  • Es sind weitere Details hinzugekommen:


    achtern die Scherbretter und die Abweisgitter


    am Deckshaus zwei große Kessel und ein Lüfter,


    und auf dem Peildeck der Mast, dahinter ein kleiner Lüfter und davor der Kompass und der Funkpeiler.

  • Richtig schön, diese Details!

    Mich würde wirklich interessieren, wozu die holzgedeckte Plattform genutzt wurde. Ein Lagerplatz für das Netz wäre möglich - vielleicht fürs Netzflicken. Vielleicht auch ein Freiluft-Bereich für die Besatzung? Immerhin waren über 70 Mann an Bord...

    Bis die Tage...


    Helmut



    "Dem Angriff auf die Menschlichkeit folgt der Angriff auf den Menschen!"

    (Claudia Roth)



    Fertig: CAP SAN DIEGO (roko)

  • Für Netzreparaturen ist die Galerie an Stb. hinter dem Schornstein ausgewiesen. Ich weiß einfach nicht, wozu die Netzplattform da ist. Vielleicht ist darauf das Aussetzen eines zweiten Netzes vorbereitet worden, während das erste Netz noch an den Kurrleinen hing.

  • Moin Zusammen;


    vielleicht kann ich ja Licht ins dunkle bringen.


    Ich habe ja im Beitrag Nr.: 17 was über das Schiff geschrieben:


    " Über der Heckaufschleppe gibt es eine Netzplattform.

    Unter Ihr sind die sogenannten Kurrleinenblöcke an je einen Schwenkarm angeschlagen. Die Schwenkarme gibt es auf der BB und der Stb. Seite.


    Da das Schiff für Grundschleppnetzfischerei und Pelagische Fischerei ausgerüstet werden sollte beschloss man sich ein 1:10 Modell zu bauen.

    In diesen Modell konnte man die genaue Aufstellung der Winden und der Netzkoje ermitteln. Gegebenenfalls sollte man auch nach der Doppelnetzmethode arbeiten können.


    Die Trommel der Kurrleinenwinde konnte 3.500m Leine mit einen Durchmesser von 30mm aufspulen.

    Der Nennzug belief sich auf 12.000kg bei einen Leinengeschwindigkeit von 140m/ min .... "


    Ich zitiere weiter:


    Das Fangdeck ist für Grundschleppnetzfischerei und pelagische Fischerei ausgeführt worden und erhielt in der Netzbahn in Mitte Schiff eine Netzkoje.

    Das Schiff konnte auch in Doppelnetzmethode arbeiten.


    Für die Fischereiausrüstung befindet sich über der Heckaufschleppe ein Heckgalgenprotal in Verbindung mit der besagten Netzplattform.

    Unterhalb des Heckgalgesportal befinden sich die Kurrleinenblöcken, an der Hinterkante die Beschläge zum Gegenziehen der Scherbretter.


    Zitat aus der HANSA Heft Nr. 8 / 1973.


    Wahrscheinlich konnte man so ohne großen Aufwand die Netze tauschen, bzw. was auch möglich ist von der Pelagischen Fischerei in die Grundschleppnetzfischerei wechseln

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut