Wellen

  • [Blocked Image: https://drive.google.com/file/d/1mM3h38KeUzXSng_FtmW9AglCYdGgq_rb/view?usp=drivesdk][Blocked Image: https://drive.google.com/file/d/1ef5PvXST0eqwbqce61Z3PoFgDaJu_ftg/view?usp=drivesdk]

    Als Anfänger habe ich nun das römische Landhaus von Schreiber im Bau. Ich bin enttäuscht über die Wellen in den umfassungsmauern, habe ich mich doch streng an die Reihenfolge gehalten. Ja, die innenräume werden ohne klebelaschen eingebracht.

    Fragen:

    Wie hätte ich die Wellen vermeiden können?

    Wie kann ich jetzt noch ein besseres Ergebnis erzielen?

    Viele Grüße an die erfahrenen Helfer!

    Lcar

  • Hallo Lcar,

    vor dem Bau empfehle ich die Bögen mit Laminier-Folie zu verstärken (siehe auch LINK).

    Bitte Bilder immer gleich hier einfügen, nicht verlinken.


    Gruß

    Walter

  • Als Anfänger Bögen vor Bau laminieren? Davon rate ich ab.


    Lcar, Frage: Welchen Klebstoff hast du verwendet? Wasserlöslichen, wie Weißleim oder UHU lösemittelfrei? Wenn man davon zu viel verwendet oder ihn zur flächigen Verklebung nutzt entstehen beinahe zwangsweise Wellen. Besser lösemittelhaltigen Kleber verwenden.

    Gruß aus MG und "In glue we trust"
    Marco ("The Baseman")

  • Moin,

    Die Ursache:

    Du hast vermutlich den falschen Kleber benutzt: Für großflächige Verklebungen ist Lösungsmittelfreier Kleber leider komplett ungeeignet. Die sind nämlich üblicherweise auf Wasserbasis und Wasser+Papier ergibt Wellen. Den "einen richtigen" Kleber gibt es nicht, aber der schwarze UHU ist hierfür bei vielen sehr beliebt.

    Wie kann man das vermeiden?

    • Für größere Flächen nur Lösungsmittelhaltigen Kleber verwenden.
    • Weniger ist mehr: Für solche Verklebungen wie bei den Räumen muss man nicht unbedingt die gesamte Fläche einstreichen. Ränder + ein paar kleine Kleckse zwischendurch reichen meistens aus.
    • Funktioniert bei der Villa wohl eher nicht, aber falls du mal ein anderes großes Bauteil verdoppeln musst: Zusammenkleben und anschließend mindestens 24h unter ordentlich Gewicht trocknen lassen. Dann erst ausschneiden und verbauen.

    Wie kann man das Modell noch retten?

    Ich will mal ehrlich sein, das gerade zu kriegen dürfte schwer werden. Aber Ich habe eine Idee, was du mal probieren könntest:

    Schneid dir aus 1-2mm (lieber 2mm) Finnpappe (oder Graupappe, ist nur erheblich schwerer zu verarbeiten) Rechtecke aus, die genau in die Räume passen. Anschließend die Pappstücke auf beide Seiten der krummen Wände und das entstehende "Sandwich" zusammenklemmen. Das ganze dann 1-2 Tage so lassen. Mit ein bisschen Glück sind die Wände danach wider gerade(r).
    Wenn das nicht hilft das Modell vorsichtig(!) anfeuchten (zB mit Wasserdampf -> Stichwort Heiße Dusche) und das ganze Prozedere nochmal (Die Pappe erst danach ans Modell, sonst verformt sich die gleich mit) Dann brauchst du aber auch Gewicht auf der Grundplatte, damit die sich nicht verzieht.


    Und wie von Walter schon erwähnt: Bitte Bilder über den Dateianhänge Reiter unten im Editor Hochladen. Extern gehostete Bilder werden blockiert.


    mfg

    Johannes

  • Hallo Lcar!

    Mit Architektur habe ich nicht viel Erfahrung, aber ich könnte mir vorstellen, mit dem schwarzen Rand an der Oberkante der Wände einen Versuch zu unternehmen. In der Holzabteilung im Baumarkt gibt es Modellbauleisten zu Centpreisen in verschiedenen Stärken, davon die dünnste nehmen und mit Acrylfarbe schwarz pönen, dann könntest Du versuchen, die Oberkanten der Wände mit Leimklammern jeweils zwischen 2 solchen Streifen zu kleben (KEINEN Weißleim nehmen!), das sollte optisch die Wellen zumindest mildern...

  • Servus,


    also meinem Dafürhalten nach, ist das nicht auf den Kleber an sich zurückzuführen (auch wenn die Tipps hinsichtlich Kleber generell sehr hilfreich sind), sondern die Wellen kommen dadurch zustande, daß die Kantenlänge des Papiers länger ist, als jene zwei Punkte die es verbindet. Läßt sich leicht veranschaulichen: Greife ein Blatt Papier an der Kante mit beiden Händen an und bewege die Hände leicht zueinander (d.h. verkürze die Distanz).

    Derartige Phänomene sind in meinen Augen bei dieser Art der Konstruktion schon beinahe vorprogrammiert, wenn man nicht 100% exakt arbeitet.


    schöne Grüße,

    Rene

  • Bei Architektur muss man "immer" unterfüttern. So wie Johannes mit 1-2 mm Finnpappe. Das muss nicht wirklich vollflächig sein, die Wände werden auch plan, wenn die Verstärkung 2 mm kürzer ist.

    In Deinem Fall war wohl der Kleber einer der Übeltäter. Ponal enthält schon Wasser und wenn Du ihn verdünnst, dann eben noch mehr.


    LG
    René

    Der Dieb hat das Herz eines Hasen.

  • Schreiber zeigt bei seinem Katalogmodell auch ein paar Wellen und einige Wandverstärkungen!

    Waren die Innenwände in einem Streifen, der 3 mal geknickt wurde? Dann sind Passprobleme vorprogrammiert.

    Immer in einzelne Teile zerschneiden, einzeln anpassen und ankleben, wenn möglich mit Pressen während der Kleber trocknet.


    Weißleim nehme ich nur für Kleinteile oder stumpfe Sachen.


    Rettungsversuch:

    für eine Innenseite der Aussenwand ein Stück Graupappe 1-2 mm dick mit geringstem Spiel zuschneiden, mit (ausnahmsweise)

    Weißleim ankleben, von aussen einen Streifen Sperrholz mit Schraubzwingen befestigen und mindestens 2 Tage trocknen lassen.

    Noch besser auch für Innen ein Stück Sperrholz vorbereiten. Wenns klappt den Rest der Aussenwand zimmerweise ebenfalls bearbeiten,

    dann siehts mit Dach drauf okay aus.


    Fast alle Architekturmodellbauer verwenden Verstärkungen verschiedenster Art:


    klick     klack

    zick       zack   


    Links am Besten mit rechts in neuem Tab öffnen.


    Viel Erfolg Joachim

  • Vielen Dank für die Antworten. Mittlerweile ist das Modell fertig und unter "Erfahrungen mit großen Bauteilen gesammelt" abgehakt.

    "Retten" konnte ich nicht, denn die Innenräume werden wie Joachim schreibt aus einem Streifen geknickt. Da sind auch keine Klebelaschen dabei, so dass man stumpf auf den Boden kleben muss (da der Boden bereits bedruckt ist). Allein das ist schon mal eine besondere Herausforderung. Und wenn das Zimmer mal geklebt ist, dann kann man keine Verstärkung mehr neu einbringen, denn beide Seiten der Wand sind ja nun dekoriert. Aber ich werde mal versuchen, aussen und innen leicht anzufeuchten und dann mit der Sperrholzauflage(n) über Nacht zu pressen. Vielleicht verschiebt sich ja noch etwas.


    Dem Bogen liegt eine Pappe bei, die für die Verstärkung der Grundplatte hergenommen wird. So ist es in der Anleitung auch beschrieben. Über weitere Verstärkungen gibt die Anleitung keine Auskunft. Überhaupt hätte ich noch viele Fragen an die Macher dieses Bogens nach der Erfahrung. Nun denn...

    Jetzt baue ich das 3. Römerding von SCHREIBER: Das Römer-Kastell .

  • Hallo Icar,


    "Da sind auch keine Klebelaschen dabei, so dass man stumpf auf den Boden kleben muss".


    In einem solchen Falle kann man auch selber Klebelaschen anbringen, so dass das stumpfe Verkleben entfällt.

    Ulrich

  • Wenn ich Klebelaschen anfügen würde (was ich an anderen Modellen schon getan habe), dann würde ich ja den Boden verdecken. Das Modell ist sozusagen ein "besichtigbares" Landhaus. Man nimmt das nicht verklebte Dach ab und schaut sich die Inneneinrichtung des Hauses an: Bodenbelag, Wandbemalung, Möbel. Da ist es natürlich unmachbar, die Räume mit Klebelaschen auf den bedruckten Boden zu kleben. Oder gibt es einen mir noch unbekannten Kniff dazu?

    Gruss

    lcar

  • Moin, moin Icar,


    den Originalfußboden würde ich einscannen und dann auf dem Scan die Originalwände mit selbstgemachten Klebelaschen aufkleben. Dann aus dem Originaldruck des Fußbodens die Teilfußböden der einzelnen Räume ausschneiden (etwas knapper) und dann von oben in die Zimmer einpassen und damit auch die Klebelaschen abdecken. Vielleicht eine Möglichkeit......


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Ja, die Erfahrungen habe ich bereits auf das nächste Römermodell übertragen: Römer-Kastell. Allerdings gibt es dort keine "Besichtigung", somit auch weniger Stumpfverklebungen grosser Teile.

    Mit den beiden Torhausanlagen sowie der Zinnenmauer bin ich zum ersten Mal mit mir zufrieden, obwohl ich dort auch noch Fehlerchen entdecken kann. Aber wenn man es nicht weiss, dann sieht es schon ganz OK aus.

    Erfahrungen:
    -Klebe nie von einem Teil/Modul gleich alle Klebelaschen an, sondern fraktioniert "nach und nach". Sonst wird die Korrektur von Verrutschungen zur Tortur. Und wahrscheinlich bleiben Spannungen erhalten, so dass z.B. ein Kubus nicht gerade stehen wird.

    -Schneide immer von der weissen Seite, d.h. verdecke mit dem Lineal das bedruckte Teil. Sonst wird es passieren, dass mal das Messer abgleitet und in das TEil schneidet, welches dann unbrauchbar wird. Das kann auch passieren, wenn das Lineal nicht fest genug gehalten wird und beim Schneiden Kraft gegen das Lineal ausgeübt wird.

    - Rillen geht sehr gut mit einem metallenen Brieföffner

    - Klebstoff: darf nur wenig Wasser enthalten, wenn überhaupt. Spender darf gern ein Fläschchen mit dünner Tülle (z.B. aus 1-Euro-Shop).

    - Kleben: so wenig Klebstoff wie möglich verwenden. An den Klebelaschen dünn auftragen, insbes. nah an der Kante und vor allem an den Ecken. Einige (10?)Sekunden gepresst halten zum "Anziehen" des Klebers. Dabei herausquellenden Kleber vermeiden, der beschmutzt Teile und Hände! Das ist die Kunst: Genug Kleber zum Halten aber ohne Überlauf beim Zusammenfügen. Gilt insbesondere für Stumpfverklebungen. Ein nach dem Abbinden "unsichtbarer" Kleber ist auch deshalb sehr empfohlen (Weissleim).

    - Einzelne Teile zu Modulen zusammenzufügen ist noch relativ einfach, Module zu größeren Einheiten zusammenzufügen ist schon ein Gesellenstück.

    - Kantenfärben geht gut mit Wasserfarben, wenn diese "dick" angerührt werden. Ich habe sogar Ölfarben (LUKAS) ausprobiert: geht auch. Mit meinen Faber-Buntstiften bin ich nicht zufrieden: sie geben die Farbe schlecht ab-> wahrscheinlich sind sie zu hart.

    - Was fest geklebtes wieder auseinanderzuschneiden um besser zusammenzufügen geht in der Regel schon beim Schneiden schief. Die Passgenauigkeit ist dahin.

    - Wenn die Klebung noch nicht abgebunden hat, kann man wieder auseinandernehmen. Dann aber nicht gleich neu probieren, sondern den alten Klebstoff (Weissleim) abbinden lassen (am besten für den nächsten Tag vorsehen), sonst wird das Teil zu labberig und das Anziehen des Klebers dauert viel länger als erwartet.

    - Es ist oft schwierig (...bis unmöglich), die Passgenauigkeit eines Teils auf einem anderen unverklebt zu prüfen, weil die Befestigungspunkte stets verrutschen: Du hast nicht genug Finger, um gleichzeitig ein Teil an allen "Enden" anzuhalten. Aber probieren solltest Du es auf jeden Fall....und dann: Try it Baby, but try it!

    - Manchmal fühlt man sich versucht, ein (Innen-)Teil zu verstärken. Das kann aber kontraproduktiv sein, weil die Dicke des Spants/Materials genau kalkuliert ist und dann hässliche Beulen/Spannungen entstehen, wenn der Spant umhüllt wird.

    - Klebelaschen abschneiden, um Stoßkanten unsichtbar zu machen: ja, habe ich probiert, hat aber Tücken. Das nächste Mal (s.u. Space Shuttle) werde ich wohl nicht die abgeschnittenen Originallaschen von unten ans Teil kleben, sondern diese kopiert auf 80g Papier. Oder sogar Zigarettenpapier?


    Grundsätzlich: "Viel" schaffen zu wollen, ist der Feind eines jeden Modells. Gut Ding will Weile haben




    Nächste Erfahrung soll werden:

    Am liebsten das CANON Space Shuttle (realistic) Das hatte ich schon probiert, war ein totaler Reinfall. Deshalb würde ich gern vorher einen Baubericht lesen, habe ihn aber noch nicht im Internet gefunden). Wer sich damit auskennt, darf mich gern beraten und ggf. auf CANON Space Shuttle Orbiter (Simplified Version) umstimmen. ;-)


    Gruß

    Stephan