Logger B.V. 100 STADTHAGEN/ 1:100/ Kontrollbau

  • farblich durchaus ansprechender

    Mir gefällt ja der rostkaschierende Braunton und die Wirkung mit dem schwarzen Rumpf ausnehmend gut. Insofern würde ein Modell mit weißen Aufbauten aus meiner Sicht zwar nicht unbedingt mehr hergeben, aber natürlich für mehr Abwechslung sorgen ;)

  • Hallo Nils,


    ich schließe mich Deinem Eindruck an.

    Auf der anderen Seite hatte mich ein alter "Hase", der noch als junger Mensch bis 1967 aktiv auf der "SG3 Wotan" gefahren ist, dass diese unterschiedlichen Farben der Brücke und der Back ein treffliches Signal für die Fahrensleute war, mit dem man sofort sagen konnte: "Dieser Logger fährt für Emden, Vegesack oder Glückstadt", lange bevor man die Zeichen am Bug und damit die Identität erkennen konnte oder vielleicht auch wollte.


    Ups, jetzt bringe ich die Fischereiaufsicht (Meerkatze, ... ) ins Spiel.


    Viele Grüße


    Klaus

  • Hallo liebe Modellbaufreunde,


    entschuldigt bitte, dass ich mich heute zu diesem alten Baubericht noch einmal zu Wort melde. Aber die alten Heringsfänger hatten es in der Tat in sich.


    Vor etwa vier Wochen haben wir einen alten Anker in einem kleinen Dorf an der Weser geborgen, der fast 50 Jahre in einem Vorgarten gelegen hatte. Fleißige Hände haben in gereinigt und im Museum aufgebaut.   


    Dieser Anker ist wohl in den 1960er Jahren in einem Schleppnetz vom Grund der Nordsee aufgenommen worden. Es könnte die "S.G.3 Wotan", baugleich mit dem "Stadthagen-Typ", gewesen sein, die diesen Anker gefangen hat. Der andere beteiligte Logger ist mir leider nicht bekannt.


    Beim Aufarbeiten ist ein Typenschild entdeckt worden, das eventuell Hinweise auf Hersteller und Einsatzschiff dieses Ankers geben könnte. Ich gehe davon aus, dass es in unserer Kartonmodellbaugemeinschaft bestimmmt sehr viele gibt, die über die fundierte Kenntnisse verfügen, um etwas über den Typ, Hersteller, Nummerncode ...

    sagen zu können. Bei Bedarf könnte ich vielleicht eine bessere Aufnahme beisteuern. Ich freue mich über euer Hilfe.


    Viele Grüße

    Klaus

  • Moin, moin Klaus,


    sehr schönes Teil...Gratulation :thumbup:! Also, der "Ankerfachmann" bin ich bestimmt nicht, aber ich will versuchen, mich mal heranzutasten.


    Der Anker ist in einem sehr guten Zustand (ohne Rostnarben etc.), das heißt, er hat nicht sehr lange im Wasser gelegen. Es sieht auf den Fotos so aus, dass das Typenschild sowie die Aufdoppelung der Flunken geschweißt sind..... ergo ist der Anker in der "Neuzeit" hergestellt worden (es sei denn, der wäre mal überarbeitet worden....).


    Zum Typenschild: Ich meine, anhand der Form der Schlagzahlen erkennen zu können, dass in der oberen Hälfte ein anderer Schlagzahlensatz verwendet wurde, als in der unteren Hälfte. Die Zahlen sind zwar sehr ähnlich, aber doch nicht ganz (an der "6" kann man das festmachen).


    Untere Hälfte (Hersteller): 109 kg >>>> Gewicht des Ankers, 18.6.64 >>>> Herstellungsdatum/Fertigstellungsdatum, 19 >>>> lfd. Nr. der Produktionsreihe, darunter sehr schwach ggf. ein Schlagzeichen/Punze des Herstellers.....keine Ahnung.


    Obere Hälfte (Prüfer): 342 >>>> lfd. Nr. der Prüfungen, 7.64 >>>> Datum der Abnahme durch den Prüfer mit der (schwachen) Punze des Prüfers kurz über dem Punkt.


    Die Form der Schlagzahlen ist deutlich älter, deshalb dachte ich ggf. an "1864", aber Schweißung und Zustand des Ankers sprechen dagegen. Schlagzahlensätze wurden ja früher über Generationen "vererbt" und ich ordne die Schlagzahlensätze irgendwie um 1900/1920 ein. Das Gewicht von 109 kg ordne ich dem reinen Ankerkorpus zu.....also ohne Ankerstock, Schäkel, Beschläge usw., denn insgesamt erscheint mir das Gewicht deutlich höher.


    Summa sumarum ist der Anker wohl nicht lange an Bord gewesen und sehr früh verloren worden (Zustand). Wie gesagt.....alles nur Spekulation und Hypothese....


    Gruß von der Ostsee

    HaJo

  • Hallo HaJo,


    ich bin begeistert. Deine Informationen sind sehr hilfreich. Weißt Du vielleicht auch, bis wann diese Ankerform hergestellt worden sein kann? Oder kann man auch feststellen, zu welcher Art von Schiff dieser Anker gehört haben könnte - Handelsschiff, Fangschiff, Marine, ...?


    Wie gesagt, der Anker hatte mehrere Jahre in einem Vorgarten gelegen und ist bestimmt immer mal wieder gepönt worden. Ein Freund hatte alle vorhandenen Farbschichten entfernt und ist dabei dann auch auf dieses Typenschild gestoßen, welches vielleicht früher gar nicht erkannt worden war.


    Die Geschichte ist unheimlich spannend und ich werde Dank Deiner Hilfe weiterhin versuchen, noch mehr über dieses Prachtexemplar herauszufinden.


    Noch mal, vielen Dank.


    Viele Grüße

    Klaus

  • Schönes Stück, Klaus!


    Dieser Stockanker wurde jedenfalls nicht in einer Klüse gefahren, sondern er lag an Deck eines (eher kleineren) Schiffes.

  • Hallo liebe Modellbaufreunde,


    es ist geschafft. Die "B.V.100 STADTHAGEN" ist aus der Druckerei zu uns an die Weser gekommen:


    10 DIN A4 Bogen, 4 Leerbogen, Bauanleitung und 4 Skizzen liegen im Kartoneinschlag.

    Das Modell im Maßstab 1:100 ist unser erster eigener Modellbaubogen, den wir über das Heringsfängermuseum in Heimsen anbieten.

    Der Preis des Bausatzes beträgt 12 €, zuzüglich einer Versandkostenpauschale in Höhe von 3 €.



    Ein Bezug des Bogens über unsere Museums-Homepage funktioniert im Moment leider noch nicht. Falls aber jemand sehr zügig an diesem Modell eines Motor- und Schlepplogger aus dem Jahr 1956 interessiert sein sollte, dann möge er sich über eine PN direkt bei mir melden, um so eine Bestellungmöglichkeit einzuleiten. Vielleicht hat jemand ja auch das kleine "Schmankel" auf den Bildern erspäht, das uns Henning als pdf-Datei als Beigabe :cool: spendiert hat.


    Viele Grüße

    Klaus