NS "Savannah" Schreiber 1:500 Kurz-Baubericht

  • Moinsen zusammen,


    nach längerer Zeit modellbauerischer Abstinenz habe ich nun endlich die vor vielen Jahren begonnene "Savannah" von Schreiber fertiggestellt. Verbaut habe ich anstelle des Originals eine Laserkopie auf 130-Gramm-Papier, deren fast glänzende Oberfläche durchaus reizvoll erscheint.


    Die Savannah beschäftigt mich ja schon lange, wie an anderer Stelle nachzulesen ist und der Maßstab 1:500 reizt mich immer wieder mal zum Bau einfacher kleiner Modelle.

    Die Schreiber'sche Konstruktion aus dem Jahre 1962, dem Jahr der Indienststellung, weist einige Besonderheiten auf, die sich beim Bau als nachteilig herausstellen sollten und Improvisationstalent erfordern. Allgemein sind aber eine fein ausgeführte Zeichnung und gute Passgenauigkeit positiv hervorzuheben. Auch die Farbgestaltung lässt Wünsche offen: Das Deck ist intensiv froschig-grün statt des etwas hellerem Grün mit Blaustich. Die Masten sind braun statt hellgrau und die Rettungsbootpersennige sind gelb statt grau. Dennoch habe ich auf eine Umfärbung verzichtet.


    Dadurch, dass auf ein Spantengerüst im üblichen Sinne verzichtet wurde und dass die Bordwände eine Einheit mit der Bodenplatte bilden, ist ein sauberes Vorformen der Außenhaut UND gleichzeitig eine Ebenheit der Grundplatte nur sehr schwierig zu erreichen. Das Fehlen eines durchgehenden Längsträgers mach sich ebenfalls nachteilig bemerkbar.



    Ganz schön labberig und schwierig zu bändigen


    Zusätzliche Aussteifungen


    Aussteifungen


    Da ich bekanntermaßen kein Freund der aufgedruckten Bretterzaun-Reling bin, musste die Konstruktion durch Klebelaschen ergänzt werden. Dies betrifft insbesondere die Auflage der Aufbaudecks. Sehr hilfreich bei der Montage waren die aufgedoppelten "inneren Anschläge" für die Winschenhäuser und Luken. Auch die Herstellung des oberen Aufbaues aus nur zwei Teilen erforderte einige zusätzlich Laschen, ohne die es mir nicht möglich gewesen wäre, ein halbwegs akzeptables Ergebnis zu erzielen. Einzige Superung ist der Schandeckel als oberer Abschluss des Schanzkleids auf dem Vorschiff.


    Bauteile für Masten


    Eine gewisse Herausforderung stellten auch die futuristischen Masten dar, die ich zu allem Überfluss mit aufgetoppten Ladebäumen darstellen wollte. Zunächst mussten die weniger als einen halben Millimeter schmalen Bauteile aus dem verdoppelten Karton herausgearbeitet und dann zu einem Gittertragwerk zusammengesetzt werden, bevor sie auf die Winschenhäuser montiert und ausgerichtet werden konnten.

    Montagehilfe


     

    Spannrahmen Ausgesteifter Faden


    Dann entwickelte ich eine temporäre Montagehilfe aus L-Trägern, die ich über die Salingnocken legte. Somit konnten die Ladebäume gut ausgerichtet fixiert werden. Da mir das filigrane Rigg in diesem Maßstab nicht machbar schien, habe ich eine sehr vereinfachte Darstellung gewählt. Die Takelung besteht aus Quilting-Garn, das ich zuvor auf einen Spannrahmen mit Fixativ versteift habe.

    Bis auf die Reling, die noch auf Folie kopiert und montiert werden muss, ist das Modell jetzt fertig.


    Insgesamt ist das Modell für den Maßstab recht stimmig geworden

    und ich freue mich, dass ich die "Savannah" trotz einiger Widrigkeiten fertiggestellt habe und meiner Sammlung hinzufügen kann.


    Feddich!



    Beste Grüße,


    Manfred

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

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  • Manfred, miss noch mal nach ! Ich glaube, das Schreiber-Modell hat einen krummen Maßstab.

    Ist Fixativ ein Produktname ?

    Genial finde ich ja deinen Montagerahmen. So etwas habe ich noch nie gesehen.

  • @Henning:
    Ja, da hast Du recht, das war mir bei Baubeginn 2016 nicht aufgefallen.
    Der tatsächliche Maßstab liegt bei ca. 1:540.
    Hätte gar nicht gedacht, dass ich kleiner als 1:500 bauen kann! ;-)
    Habe mich entschieden, damit leben zu können.

    Fixativ ist kein Produktname, sondern allgemein eine Lösung, die dazu verwendet wird, Farben vor Veränderung, Beschädigung und vor dem Ablösen vom Bildträger zu bewahren, insbesondere bei der Pastellmalerei, Bleistift- und Kohlezeichnungen. Es gibt verschiedene Zusammensetzungen; die von mir verwendete enthält synthetisches Harz, Weingeist und Butanol, ist glasklar und vergibt nicht.

    Der Montagerahmen war in dieser Form naheliegend, weil die weit ausladenden Salinge die gleiche Breite haben. Bei Pfahlmasten mit schmalen Salingen oder Doppelpfosten müsste man das Problem wohl anders lösen.

    @Henning und Ulrich zum Spannrahmen:
    Ja, finde ich auch. Ich habe noch einen weiteren mit 50cm Spannweite.
    Diese Rahmen verwende ich auch, um feines und allerfeinstes Serafil zu versteifen. Somit ist es möglich, Antennen ohne große Spannung anzubringen. Ein realistischer Durchhang ergibt sich durch das Eigengewicht.

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • Moinsen zusammen,


    nu isse ganz feddich, meine schreibersche Savannah.
    Die auf Folie in Weiß gedruckte Reling ist dran, dazu ein paar Fotos.
    Zusätzlich ein Bild für die Freunde der Anaglyphen (red/cyan).
    Und zum Schluss eine animierte gif-Datei aus dem Rotationsstudio (mal schauen, ob's funzt => ja, geht!).
    Ist nicht alles perfekt, aber mich freut's.


    Beste Grüße,


    Manfred






    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

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