USS "Aaron Ward", 1:200, Avangard

  • Hallo liebe Kartonveredler,


    eigentlich wollte ich ja erst nach Fertigstellung der „Yugumo“ mit dem nächsten Modell, der USS „Aaron Ward“ beginnen.

    Gestern jedoch bin ich im „Konradus“--Forum über zwei Kommentare gestolpert, die mich nicht mehr länger warten lassen.

    Angeblich gibt es bei der Abwicklung der Aussenhaut massive Fehler. Beim UWS sollen 5mm in der Breite Fehlen, und überwasser geht der Rumpf nicht zu. Da sowohl die Yugumo, wie auch die Aaron Ward aus dem Avangard--Verlag stammen, und bei der Yugumo alles so gut passte kann ich nicht mehr länger warten und beginne mit dem Bau.

    Die Lasercutspanten und die Decks sind sauber gelasert und passen problemlos.




  • Hallo Wulstbug

    Ich würde diese Warnung ernst nehmen, und erst nachmessen bevor ich loslege!

    Ein gebranntes Kind

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind (Albert Einstein)

    N.K.


    Derzeit im Bau: IJN Nagato 1:200 von Dom Bumagi, HMCS Waskesiu Card Fleet 1:200, MiG 21MF Answer-Angraf 1:33
    Fertig: Mellum, Indianapolis,TAKAO Digital Navy 1:250,Korvette Agassiz 1:250, NJL TOGO CFM 1:250 .
    Petrojarl Cidade de Rio das Ostras JSC skaliert auf 1:250
    Hellcat, Halinski

  • Ich dachte schon ich hab den Fehler gefunden. Beim UWS führen die Spanten nicht ganz bis an den Rand der Wasserlinie; Überwasser haben sie einen minimalen Überstand. Wurden vielleicht die beiden Wasserlinien vertauscht? Aber auch die Bauanleitung zeigt diese Differenzen. Da sie nur am Bug und im Heckbereich so deutlich auftreten könnte ich mir denken, dass sie - zumindest Überwasser- beim Straken verschwinden.

    Zur Not trenne ich die Unterwassersegmente am Kiel auf und fülle sie mit Tonpapier.






  • In einem Punkt bleibt der Verlag/Konstrukteur seiner Linie treu; es fehlen die Verbindungslaschen zwischen Über- und Unterwasserschiff. Aber die sind ja schnell selbst geschnitzt.


  • Fängt ja gut an. Die Klüsenrohre im Konflikt mit dem ersten Spant. Merkt man sowas nicht beim Probebau? Und wenn der nicht gemacht wird, warum nicht? Ist das so ein grosser Kostenfaktor? Hier im Forum kann man doch auch immer mal wieder Probebauten verfolgen.

  • Hallo Wulstbug


    Bei den heutigen polnischen Modellen darfst du ruhig davon ausgehen, dass die nie probegebaut wurden und dass nicht einmal am Computer ein Plausibilitätstest, z.B. auf unzulässige Durchdringungen, gemacht worden ist.


    Andi

  • Tja, kann man nix machen. Dann sehe ich das einfach als Herausforderung und eine Möglichkeit mitzudenken und kreativ zu sein.

    Ich habe die Aussparungen gefeilt und die kleinen Hörner -mit der wichtigen Rundung zum Oberdeck- mit Sekundenkleber gehärtet.


  • Hallo Oliver,


    die Modelle vom Avangard-Verlag werden von den bekannten Händlern wie z.Bsp. kartonmodellshop.de oder kartonmodellbau.de vertrieben.

  • "Interessant" ist die Konstruktion des Backdecks. Die Bordwände werden bis über das komplette Deck geführt; darauf wird dann das Oberdeck geklebt. Die Kettenrohröffnungen werde ich vorsichtshalber sehr grosszügig ausschneiden.



  • Die Einschnitte oben an der Bordwand anzulegen scheint mir nicht ideal. Bei meinen Konstruktionen lege ich sie unten an, das fällt am Ende viel weniger auf, und so kann man auch größere, abenteuerlich gewölbte Bordwände schön formen.

  • Ja, ich bin ein Feigling. Ich habe zusätzliche Stringer im UWS eingezogen. Beim letzten Modell habe ich damit gute Erfahrungen gemacht. Ausserdem gibt es hier nicht die sonst üblichen breiten Spantauflagen.


  • So, es war Zeit sich dem unvermeidlichen zu stellen. Ich habe den Kampf mit der ungewöhnlichen Vorschiffskonstruktion aufgenommen. Obwohl Kampf an dieser Stelle das falsche Wort ist. Es ist mehr ein vorsichtiges Modelieren. Problematisch ist vor allem der runde Übergang zum Backdeck -ähnlich einigen Einheiten der Bundesmarine- da die Aussenhaut nur mit den kleinen Hörnern der vier Spanten in Kontakt kommt.

    Vielleicht wäre ein doppeltes, über die gesamte Breite reichendes Deck besser gewesen. Das hätte man dann selber rund schleifen können. Aber egal. Wirklich unzufrieden bin ich nicht. Lediglich über der Klüse ist eine fiese Delle, die ich noch in Form bringen werde.



  • Ach ja, die beiden Zerstörer bekommen ein gemeinsames Heim. Ich habe eine Vitrine zusammengezimmert. Eine thematisch passende Seekarte aus dem Südchinesischen Meer für den Hintergrund hatte ich noch. Die Frontscheibe folgt demnächst.

    Ich hoffe, dass die beiden sich vertragen...


  • Hallo Wulstbug,

    Glückwunsch, das Deck ist gut gelungen, die Rundungen sehen fein aus und lassen sich wohl auch so am besten wiedergeben.


    Zaphod

  • Das Vorschiff ist geschlossen.Es lief überraschend gut. Die Seitenteile habe ich an den Fallrohröffnungen an Oberdeck ausgerichtet. Ich hätte sie ruhig einen knappen Millimeter höher ansetzten können, so habe ich nur wenig Fleisch für den Abschluss des Unterwasserschiffs. Das platt aufgeklebte Backdeck ergibt zwar eine gewöhnungsbedürftige Kante, aber auf Originalbildern habe ich da eine Süllkante gesehen, die einen ähnlichen optischen Effekt ergibt. Und wenn erst die Reling steht...




  • Ach ja, eine Probe mit dem UWS hat eher einen leichten Überstand ergeben als ein Untermass. Und wenn ich mal zitieren darf: "Solange man was abschneiden kann ist es auch baubar." Oder so ähnlich.

  • So, der Anfang ist gemacht. Und ich bin sehr zufrieden. 'Ne ordentliche Portion Nervosität ist beim Rumpfbau bei mir immer zu spüren. Den zweiten Spant habe ich mit Hilfe der Schablonen auf LaserCut noch verdoppelt und geschliffen. So habe ich eine wirklich komfortable Auflagefläche. Morgen können die Kartonschweisser den Rumpf dann fertig machen.

    Eine Frage stellt sich mir immer wieder. Da wird so viel Recherche beim Konstruieren betrieben, aber nur sehr selten sieht man am UWS Aussenhautöffnungen wie z.Bsp. Seekästen. Klar, wenn man den Zossen nicht gerade auf einen Spiegel stellt ist davon nix zu sehen. Aber man wüsste ja, dass da was ist...



  • Heute wollte ich ja den Rumpf zumachen. Die ersten Segmente gingen auch recht locker von der Hand. An den Seiten etwas kürzen, Kanten färben und gut. Doch dann kam ein Moment der Ablenkung - im Hintergrund lief youtube, "Auf Achse 1978"- und als das Teil an den Rumpf sollte musste ich feststellen, dass ich es gar nicht angepasst hatte. Leim war natürlich schon dran. Also schnell nachgebessert und in der Hektik vergessen die Kanten neu zu Färben.

    Daraufhin haben die Werftarbeiter verärgert Skalpell und Leim weggelegt und die Arbeiten für Heute eingestellt.




  • Die Wellen, Proppeller und das Ruder bereiteten keine Schwierigkeiten. Für die Wellen hatte ich leider keinen Draht oder passendes Kunststoffmaterial und musste Schaschlikspiesse zurechtschleifen. Die Maserung der Oberfläche fällt aber kaum auf. Im Ruder habe ich einen Streifen verdoppelten Karton plaziert um das Profil stabiler zu machen.

    Die Farbunterschiede am Heckspiel liegen an der ungleichmässigen Belichtung. Die Rumpfhälften stammen vom selben Bogen und haben dieselbe Farbgebung.

    Unschön ist, dass der Übergang im Tarnschema "hakt".

    Den Unterwasserbereich habe ich am Heck zu sehr abgekantet; nun muss ich die dadurch entstandene Lücke noch mit Leim füllen und lackieren.



  • Hallo Wulstbug,


    ein schönes Ergebnis. Der nicht gegebene Übergang vom Tarnschema ist ärgerlich, aber was soll man da machen?


    Zaphod

  • Die Anker sind schön gemacht, doch leider fehlen die beiden Laschen an der Schulter.

    In der Anleitung sind sie zwar gezeichnet, aber nicht benannt.



  • Moin,


    sehr schöner Bau, guter Bericht.

    Interessant finde ich den unterschiedlichen Austritt der Stevenrohre aus dem Rumpf. Hatte ich noch bei keinem Modell.
    Ich bin ehrlich - hab zuerst gedacht , es wäre ein Baufehler - aber die Markierungen auf dem UWS passen ja genau.

    Viel Erfolg weiterhin

    Peter

  • Moin, moin Peter und zusammen,


    das hängt mit der Konzeption der Antriebsanlage zusammen. Bei der langen Wellenanlage steht der Abtrieb (Turbinen, Getriebe etc.) weiter vorne an Stb.-Seite und entsprechend für die Bb.-Welle alles weiter hinten. Gehe davon aus, dass die Kessel bei diesem schmalen Schiff in "Paketen" hintereinander stehen......also vordere Kessel mit vorderem Schornstein auf die lange Stb.-Wellenanlage, achtere Kessel und achterer Schornstein auf die kurze Bb.-Welle.

    Man müsste sich die Aufstellung in den Kraftwerken einmal genau angucken, dann ergibt sich auch das Rational für die unterschiedlichen Durchbrüche der Wellen am Unterwasserschiff (Winkel der Wellen, Aufstellungshöhe von Turbinen, Getrieben, Hauptdrucklager etc.).


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Hallo Peter,

    die unterschiedlich langen Wellenführungen habe ich schon öfters gesehen. Ich denke, dass sie mit der Anordnung der Turbinenräune zusammenhängen zwischen denen sich ein Kesselraum befindet. Die lange Welle an Steuerbord führt zum Getriebe des achteren Maschinenraumes.

    Vielleicht sollten so die Winkel der Stevenrohre (Bauhöhe der Getriebe)angepasst werden?


    Thomas

  • Aber ganz geklärt ist die Sache noch nicht, da die lange Welle zum achteren Maschinenraum führt. Ich guck heute Abend noch mal in den Generalplan.


    Thomas

  • Moin, moin Thomas,

    ja, einen erfolgreichen Aufschluss liefert nur der Generalplan - da spielen zu viele Dinge in Abhängigkeiten zusammen, die man von aussen nicht ergründen kann.


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • So, für alle Interessierte.

    Der Blick in den Generalplan verrät es.

    Das lange Stevenrohr an Stbd. gehört zum vorderen Maschinenraum, die Getriebe besitzen die gleiche Anflanschhöhe.

    Es gibt vier Kessel die sich paarweise einen Kesselraum vor der dazugehörigen Maschinenanlage teilen.

    So macht das alles Sinn.


    Thomas

  • Die Anker sind an ihren Plätzen.

    Im Klüsenbereich erkennt man eine Markierung, die wirkt als ob dort ein Auflageblech für die Anker vorgesehen wäre. Auf Photos sind diese auch vorhanden. In der Bauanleitung und auf dem Bogen findet sich dazu nichts.

    Da ich keine Möglichkeiten habe Kopien der Bordwände anzufertigen bleibt das jetzt so.

    Zusammen mit dem falsch konstruierten Spant in dem Bereich und den fehlenden Laschen für die Ankerschultern hinterlässt diese Sektion einen Eindruck von Nachlässigkeit.





  • Moin, moin Thomas,


    ja, die Auflagebleche an der Bordwand für die Anker sind aufgeschweißte Doppelungen, da die Bordwand in diesem Bereich bei jedem Ankermanöver mechanisch stark belastet wird und die Bordwand selbst - geschätzt - wohl um die 12 mm dick sein wird.....das ist schnell vom Anker "durchgescheuert"......


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Moin Hans-Joachim,

    das kenn ich. Wir mussten mal eine Ankerkette von der Kettennuss heben und um 90 Grad drehen weil der Kettenstopper nicht geschlossen werden konnte und der Anker ein paar Zentimeter Spiel hatte. Der hätte uns auch ein Loch in den Rumpf gestanzt. War ein Riesenaufwand. Gestell schweissen und dann mit allen Kettenzügen die Kette heben und drehen. Und das auf einem 300 Meter Containerdampfer.


    Die Decksaufbauten haben ein sehr solides Innenleben.

    Die Seitenwände sind etwas zu lang ausgefallen. Aber besser so als zu kurz.

    Ich habe sie auf der Höhe des mittleren Schotts aufgetrennt, so kann ich die Naht etwas kaschieren, und einen Millimeter rausgeschnitten.




  • Manche Konstruktionen verstehe ich einfach nicht.

    Der Unterbau der Brücke aus LaserCutteilen machte einen guten Eindruck. Darauf kommt noch ein Blinddeck mit Aussparung des Bereiches in dem die Zacken geklebt werden.

    Über die gesamte Länge kommt dann eine Lage Karton als Unterseite des Decks und darauf wiederum die Deckoberseite.

    Die Seitenwand bildet jedoch eine deutliche, umlaufende Süllkante.

    Die abstehenden Plattformen werden dadurch nach oben geknickt.

    Ausserdem bilden die umgebogenen Zacken keinen Abschluss mit dem Süll weil sie ja in der Aussparung des Blinddecks liegen.

    Ich hoffe, dass das Bild verdeutlicht was ich meine.

    Ich werde wohl das Blinddeck nochmal verdoppeln um eine plane Fläche für Unter- und Oberdeck zu erhalten.


  • Am Ende war es viel Rauch um nichts.

    Ich habe einfach noch zwei Blinddecks eingezogen.

    Beim Unterdeck habe ich den achteren Überhang und die Plattform-"Öhrchen" abgetrennt und unter das Oberdeck geklebt; so ist die Kante des aufliegenden Decks nicht so dick.