Logger B.V. 100 STADTHAGEN/ 1:100/ Konstruktionsbericht

  • Hallo liebe Modellbaufreunde !


    Hier bin ich wieder mit dem Logger ! Ich hatte Klaus Hildebrand ja zugesagt, dass ich für sein Heringsfänger Museum in Heimsen/ Petersberg einen Modellbaubogen eines Loggers zeichne. Um mich in das Thema einzugrooven, hatte ich erst einmal ein Modell in meinem Maßstab 1:250 gebaut, das bei euch viel Anklang gefunden hat. Dabei hatte ich aber durchaus im Hinterkopf, dass dieser Maßstab für ein Museumsmodell untauglich ist. So hatte ich das Spantgerüst so eng gegliedert, dass auch in 1:100 ein Spantabstand von 3,5 cm nicht wesentlich überschritten wird. Jetzt wird es aber Ernst, es soll ein Modellbaubogen werden, den man kaufen kann und für den ich schon mal einmal die Werbetrommel rühren möchte. Mein Modell muss trotz 2,5-facher Vergrößerung mächtig abspecken. Das Spantgerüst ist schon mal fertig.


        


    Ich hoffe, ihr schaut mir auch jetzt wieder zu !


    Henning

  • Konpass

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  • ´türlich!

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.


    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.

  • Moin Hennig,

    ich bin trotz derzeitiger modellbauerischer Abstinenz regelmäßig und gern bei Dir "eingeloggert"
    und wünsche gutes Gelingen.

    Beste Grüße,


    Manfred

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • Hallo an alle,


    ich bin richtig begeistert, dass euch allen dieser Schiffstyp eines "modernen" Motorloggers aus Vegesack gefällt.


    Das Schleppnetz-Motorschiff "STADTHAGEN", das Henning nun im Maßstab 1:100 für unser Heringsfängermuseum in Heimsen entwickelt, ist eines von 8 Schwesterschiffen und eines der letzten seiner Art, gebaut im Jahr 1956. Mit diesen Fangschiffen sind die Kapitäne aus dem Mittelwesergebiet in der Nordsee den Heringen bis etwa 1970 "nachgejagt".


    Veränderungen in der Fangtechnik, von der Fleet - oder Treibnetzfischerei über die Schleppnetzfischerei zur pelagischen Fischerei konnten allerdings den Rückgang der deutschen Heringsfängerei nicht verhindern. Schon Ende der 1950er Jahre sprachen die Verantwortlichen von einer Überfischung in der Nordsee.



    Im Bild seht ihr die flott anmutende Fahrt der "STADTHAGEN" vielleicht auf den Weg zu den Fanggründen oder auf der Heimreise nach einer ertragreichen (?)

    Reise


    Auf der nebenstehenden Grafik, die ich einer Veröffentlichung des Seemannsvereins Niedernwöhren und Umgebung (im Schaumburger Land) entnommen habe, seht ihr die Wege, die die Heringe jedes Jahr in der Nordsee zurücklegen. Hier fuhren die vielen Heringsfänger in der Saison. Vielleicht genießt ihr jetzt die Heringe auf euren Tellern mit neuen Einblicken, die uns der Baufortschritt sicherlich eröffnen wird.


    Ich freue mich auf Hennings "STADTHAGEN" und vielleicht einigen Schwesterschiffen.


    Gruß aus Petershagen


    Klaus

  • Andreas, ich habe wohl im Hinterkopf, dass dieser in Arbeit befindliche Bogen nicht nur von den Museumsbesuchern gekauft wird, sondern auch von den Mitgliedern dieses Forums. Wie Klaus und ich das dann machen, weiß ich noch nicht.


    Wenn man ein Modell um den Faktor 2,5 aufbläst, kann man nicht davon ausgehen, dass die Bordwände noch passen. Einmal vergrößern sich auch die modellbauerischen Ungenauigkeiten um 250%, zum andern spielt hier die Materialstärke eine Rolle. Bei dem 1:250-Modell hatte ich sowohl die Grundplatte, als auch das Deck verdoppelt, das sind 4 x 0,2 mm = 0,8 mm. Im Maßstab 1:100 sind das 2,0 mm. Dem stehen bei der Neukonstruktion nur 3 x 0,2 mm = 0,6 mm gegenüber (Grundplatte nicht verdoppelt, aber mit Laschen). Die aufgeblasenen Bordwände mussten deshalb um 1,4 mm erniedrigt werden.



    Damit Nils vergleichen kann, habe ich mal mein bisher einziges 1:100 Modell, den SRK H.H. MEIER von Schreiber daneben gestellt und auch den Logger in 1:250.


       

  • Weiter ging es mit dem Aufbau. Die abgerundeten Ecken habe ich zwecks leichterer Baubarkeit eckig gemacht. Es müssen praktisch alle Teile wegen der Materialstärke überarbeitet werden.


       



    Unter dem Backdeck an Bb. ist der Blasen- oder Blassenkasten, in dem die Auftriebskörper (Blasen) gelagert werden. Das Backdeck liegt auf den Bordwänden und in der Mitte auf dem "Leiterhaus". Von hier konnte man in die Mannschafts-Logies hinabsteigen.


    Ganz putzig ist die Ladung auf dem Neubau. Ein Verrückter hat ein Modell im Maßstab 1:2,5 gebaut und auf dem Hauptdeck aufgestellt.


  • Ich bin inzwischen bei Bogen 6 und hoffe, mit 8 Bögen auskommen zu können. Zuletzt gebaut habe ich achtern Oberlichter und eine Backskiste, vorn die Krippen.


       

  •          Hallo Henning, ich versuche gerade herauszufinden, ab wann oder warum der Schiffsname dieser Schleppnetzlogger mit "BV" oder mit "B.V." geschrieben worden ist.


    Nur noch auf einem Bild der "B.V.105" (Detmold) habe ich die Schreibweise mit den Punkten bei diesem Schiffstyp gefunden. Die "Stolzenau" BV 103 zum Beispiel wird auf Bildern ohne Punkte dargestellt. Es ist seltsam, fast alle Gesellschaften hatten wohl bis etwa 1955 stets die "Punktschreibweise" benutzt: S.G. 5 (Odin) oder B.V.82 aber dann auch SG 6 (Frija) oder AE 2 (Norden) oder BV 100 bis BV 104 und BV 106 und BV 107. Wie gesagt, die einzige Abweichung scheint die B.V.105 (Detmold) zu sein.


    Vielleicht kann ja jemand eine sinnvolle Begründung liefern, warum und wann sich diese Schreibweisen am Bug der Schiffe in eine Schreibweise ohne Punkt geändert worden sind.


    Viele Grüße Klaus



  • Moin, moin zusammen,


    da in Deutschland ja eigentlich alles geregelt ist, gibt es sicherlich irgendwo eine Vorschrift, wo die korrekte Schreibweise festgelegt ist. Guckt man sich die alten Fotos von Fischereifahrzeugen im Netz an, geht das munter durcheinander. Anhand der Nummer der CARL KÄMPF dargestellt (nur exemplarisch), finden sich folgende drei grundsätzliche Schreibweisen:


    B.X. 656, BX. 656 oder auch BX 656.


    Eigentlich müsste ja die bei der Ablieferung eines neuen Schiffes frisch aus der Werft verwendete Schreibweise richtig sein, weil sicherlich gem. Vorschrift dann in der Bauvorschrift festgehalten. Aber auch Vorschriften ändern sich.....rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln.....wieder rein in die Kartoffeln....8o


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Moin, moin zusammen!

    Ob es eine sinnvolle Begründung ist - es gibt aber oft einfache Erklärungen; Fischdampfer dienten dem Gelderwerb; wenn überhaupt wurde die Kennung bei einem Werftaufenthalt - falls erforderlich - erneuert; die Besatzungen hatten dafür keine Zeit. Waren ja keine Marine-Schiffens, wo die Lords beschäftigt werden mussten.

    Vielleicht hat man dann nur die Buchstaben und die Zahl geweisst? Oder schlichtweg Rost und andere Scheuerstellen haben den einen oder anderen Punkt weggewischt? Bei der Kennung ohne die Punkte ist mir aufgefallen, daß die Buchstabenabstände mit der Punkt-Sichtbar-Version gleich sind.

    Ich würde es also nicht so hoch hängen. Eine ZDV gab es sicherlich nicht in der Logger-Fischerei ...

    mit einem lieben Gruß

    Wilfried

  • Moin zusammen,


    die Fischereikennzeichen für die Fischerei außerhalb der Küstengewässer gehen auf ein internationales Vertragswerk aus dem Jahr 1882 zurück: "Internationaler Vertrag, betreffend die polizeiliche Regelung der Fischerei in der Nordsee außerhalb der Küstengewässer", im Wortlaut siehe hier.


    In Artikel 5ff. heißt es u.a.:" Für jeden Hafen erfolgt die Eintragung unter fortlaufenden Nummern, mit Vorsetzung des oder der für denselben von der zuständigen höheren Verwaltungsbehörde bestimmten Unterscheidungsbuchstaben. (...)

    Die Fischerfahrzeuge haben den oder die Unterscheidungsbuchstaben des Heimathhafens und die Nummer zu tragen, unter welcher sie in das Register desselben eingetragen sind. (...)

    Der oder die Unterscheidungsbuchstaben und die Nummern sind auf jeder Seite am Bug des Fahrzeugs und zwar acht oder zehn Centimenter unterhalb des Schanddeckels deutlich und in die Augen fallend anzubringen. Sie sind in Oelfarbe weiß auf schwarzem Grunde zu malen. (...)

    Die Größe der Buchstaben und Zahlen beträgt bei Fahrzeugen von fünfzehn Tons Tragfähigkeit und darüber fünfundvierzig Centimeter Höhe bei sechs Centimeter Breite. Bei Fahrzeugen unter fünfzehn Tons beträgt die Größe fünfundzwanzig Centimeter Höhe bei vier Centimeter Breite. (...)


    Demnach sind Punkte nicht Vorschrift, weshalb es vermutlich Varianten mit oder ohne geben kann und sie mal gepönt und mal nicht sein können.


    Das Ganze gilt heute etwas modifiziert, wenn man hier die Hinweise für einen Antrag liest. Die Buchstaben müssen nicht mehr zwingend weiß auf schwarzem Grund sein, sondern in schwarz oder weiß sich "vom Untergrund gut sichtbar abheb[en]."

    Die Loggerfischerei ist sehr lehrreich...

  • Klasse, dass Nils die "Vorschrift" ausgraben konnte....da musste es ganz klar etwas geben.....wie die ZDv in der vorgegeben ist, das ZDV mit ZDv abzukürzen ist....:D:D:D


    Gruß

    HaJo

    Moin HaJo,


    Du meinst die gute alte ZDv 64/10 „Abkürzungen für den Gebrauch in der Bundeswehr“ - Gott hab sie selig. Die Freude aller, die den Beweabküfi kennengelernt haben.

    Seit vor xy Jahren die neue Nummernsystematik eingeführt wurde kennt sich keiner mehr aus, insofern weeß ick die neue Nummer leider nicht.:D


    Unterfeuer: Hätte mich aber auch gewundert Nils, wenn es in Deutschland irgendeinen Bereich gegeben hätte, der nicht sauber und bürokratisch durchgetaktet wäre, wie die Benamung von Fischerbooten.


    liebe Grüße

    Peter

  • Moin HaJo,


    interessant ist ja, was noch alles geregelt ist. Man kann sich anhand des nüchternen Vertragstextes lebhaft vorstellen, welche Auseinandersetzungen es an den Fangplätzen gegeben haben muss, verhakte Netze, zerschnittene Kurrleinen, wutentbrannte Fischer, Beschimpfungen in verschiedenen Sprachen, die über das Wasser hallen und Boote, die sich, ohne erkannt zu werden, in den Schutz des Nebels oder der Dämmerung flüchten...


    Und ich verstehe jetzt auch, warum bei einigen Fahrzeugen immer noch ein separates schwarzes Schild mit der weißen Kennung angebracht ist, das nicht zur Farbgebung im Übrigen passt.


    Genau, Kartonmodellbau aber auch!

    Allerdings :thumbup:

  • Vielen Dank Nils für die Informationen, die Du da ausgegraben hast.


    Offensichtlich war der Heringsfang in der Nordsee umkämpft.


    Es wird deutlich, dass man auch schon 1882 mit so vielen Unwägbarkeiten und "Rowdytum auf See" zu kämpfen hatte und eine eindeutige Regelung erforderlich war. Wenn ich mich richtig erinnere, dann gab es so etwas wie eine "allwissende" Aufsicht, die die Nordsee auch nahtlos überwachen konnte, noch nicht. Die Beschriftungen an den Bordwänden waren also sinnvoll.

    Ich glaube nun auch, die Buchstaben-Punkt-Schreibweise hängt mit dem Sprach- und Schreibempfinden der damaligen Zeit zusammen. Und diese Art der Abkürzungsmethode konnte sich dann bis nach dem 2. Weltkrieg halten, vielleicht auch aus Gewohnheit.

    Bremen-Vegesack hatte dieses Schema mit Buchstaben-Punkt-Schema jedenfalls bis zur 1955 bei Abeking &Rasmussen gebauten "Schlesien" B.V.99 konsequent beibehalten. Erst bei den folgenden Schiffen schien sich bei der Vegesacker Gesellschaft diese Schreibweise zu lockern, bis auf B.V.105 (wie oben bereits erwähnt).


    Waren es auch der verbesserte Funkverkehr oder eine verbesserte Überwachung durch die Fischereischutzbehörden, die in den unterschiedlichen Gesellschaften mit dazu beitrugen, dass man sich auf keine und damit auf jede beliebige Schreibart im Register und an den Bordwänden geeinigt hatte? Dies ist aus meiner Sicht eine für mich spekulative Hypothese.


    Vielleicht ist es wirklich egal, was da an den Bordwänden steht.

    Aber wenn ich ein Modell baue, dann möchte ich schon den Schriftzug auf der Bordwand sehen, der auch auf einem Foto des Originals zu sehen ist. Ich betrachte dies nicht als "Nietenzählerei", aber ich versuche mir gerade vorzustellen, was wohl auf dem alten Wilhelmshavener Bogen "Logger" (Bestellnummer 1032)angebracht ist. 65 Jahre hat daran ja auch niemand Anstoss genommen.


    Allen einen schönen Abend und danke für eure tolle Mithilfe

    Klaus


    P.S.: "ABC JADE" und "ABC Sachsen"

  • Erst einmal möchte ich mich für eure Aufklärungsbemühungen zu der Frage bedanken, ob nach B und V Punkte kommen oder nicht. Ich weiß jetzt jedenfalls, was ich zu machen habe, allerdings nicht warum. Aber das geht einem ja oft so.


    Etwas weiter gekommen bin ich auch. Zwei sehr markante Details sind fertig, der Schornstein und die Kurrleinenwinde. Ich hoffe, sie wird die Kundschaft nicht überfordern. Ich habe sie genauso in 1:250 gebaut und dann 2,5 fach vergrößert. Mal sehen, was der Kontrollbauer davon hält. Was den Schwierigkeitsgrad anbelangt, orientiere ich mich strikt an den DSM-Modellen in 1:100.


        


    Zu dem dritten Foto habe ich eine Frage an Klaus. Vor dem zentralen Kasten mit dem Mastloch stehen zwei Geräte. Eines sieht aus wie eine Winde, das andere steht auf einer Kreisscheibe. Welche Funktionen haben die ?


  • Hallo Henning,


    deine Frage an mich habe ich an meinen Freund Heinrich Klein aus Niedernwöhren weitergeben.

    Heinrich Klein ist selbst als junger Mensch 8 Jahre und 9 Monate auf Fischfang unterwegs gewesen. Er ist auf dem Fleetlogger SG 5 "Odin", dem Schlepplogger SG 3 "Wotan" und dem Hecklooger SG 1 "Milly Ekkenga" bis 1967 gefahren.


    Er konnte deine Frage sofort beantworten:

    Darunter befinden sich (linke Kiste) eine Ankerwinde mit Motor und einer kleinen Spillrolle. Die Spillrolle hat eine besondere Funktion:

    z.B. den Anker aus dem „Ankerbett“ liften oder auch zum Fässer in die Laderäume fieren oder hieven. Sie konnte bei Gebrauch ausgekuppelt werden.

    Vor der Ankerwinde sieht man decksbündig eine Luke (der Kettenkasten).

    Wo die rechte Kiste steht, befand sich das (hier angedeutete) Hauptspill/Winde, mit dem das ca. 5 cm starke Reep eingehievt wurde.

    Der „Drehteller“ steht hier angedeutet ist aber generell blockiert.

    Er dient nur zur eventuellen Demontage des Hauptspills, z.B. Wartung, Austausch o. ä.

    Hinter dem Hauptspill liegt der Reepraum, quer dahinter befinden sich die Netzräume.


    Auch ist Heinrich unser kompetentester Führer in unserem Heringsfängermuseum in Heimsen, der sein Wissen über den Heringsfang lebendigst weitergeben kann.


    Viele Grüße


    Klaus

  • Hallo Klaus !


    Vielen Dank für die Erläuterungen. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist die linke Winde eine Kombi- u.a. Ankerwinde. Die Winde auf dem blockierten "Drehteller" ist das Hauptspill.


    Eine Recherche-Frage habe ich noch. Gerhard Neubert hat bei den Bundesmarine-Modellen parallel zu einer komplexen Winde eine Winde unter der Persenning angeboten, die natürlich viel einfacher ist. Da sich unser Modell ja auch an weniger geübte Kartonmodellbauer wendet, ist es vielleicht eine gute Idee, die Kurrleinenwinde alternativ unter einer Persenning verschwinden zu lassen. Kannst du Heinrich Klein mal fragen, ob es für die Kurrleinenwinde eine Persenning gegeben hat ?


    Mit dem Modell bin ich fast fertig. Es fehlen nur noch die Bäume, die Takelung und die Flaggen. Beim Anblick der zweidimensionalen Lüfterattrappen kann einem schon ein kalter Schauer herunterlaufen. Als ich in meiner Kindeheit diese Flachlüfter von den Wilhelmshavener Bögen gebaut habe, habe ich mir dabei nichts gedacht, schon gar nicht, dass diese geometrisch nicht ganz korrekt sind. Als Kind war ich der Zielgruppe unseres Modells näher, als ich es heute bin.


           


    Vielleicht fragt ihr euch, ob das Modell noch Relings bekommt. Ich könnte sagen, die acht Bögen sind voll und Relings passen da nicht mehr drauf. Meine Meinung ist, man sollte auf sie verzichten. Wenn man sich die letzten Originalfotos ansieht, kann man die Relings kaum erkennen. Die Bretterzaunlösung wird dieses Modell aber erschlagen. Eigentlich bin ich mit der optischen Wirkung des Modell ganz zufrieden.


    Ich bin gespannt auf eure Meinung.

  • Moin Henning,


    Bretterzaunrelings in 1:100 gehen gar nicht. Die John T. Essberger oder die Theodor Heuss von Schreiber mit den Dingern sind der Hammer.

    Aber vielleicht zeichnest Du die doch mit drauf, da das Aussticheln in 1:100 eigentlich mit etwas Übung durchaus machbar ist. Sollte also jemand nicht auf die Relings verzichten wollen, hätte er /sie dann so einen Anhalt.


    Liebe Grüße

    Peter

  • Moin Henning,


    Peters Idee finde ich sehr gut, ansonsten ist Dein Vorschlag, die Reling ganz wegzulassen, auch völlig OK. Wer das Modell auf dem Niveau Einsteiger baut hat schon einige Herausforderungen zu bewältigen, die uns gar nicht so bewusst sind und wer am Ende skalieren und supern will, ist im Zweifel versiert genug, sich selbst zu behelfen.


    Ich muss ja nochmal betonen, dass ich diesen Logger mit/trotz seiner gedrungen wirkenden Form- und der recht dunklen Farbgebung wirklich schön finde!

  • Hallo Henning,


    Jetzt kommt auch noch meine Meinung ....

    Mach die Reling dazu: wer den Bretterzaun nicht mag, hat dann die Schablone oder stichelt das Teil aus. Du verwendest die Rling ja nicht als Klebelasche - es ist also niemand gezwungen sie anzubauen.


    Wenn ich das richtig verstanden habe ist der Logger ja eher für jüngere Modellbauer...
    Beim Modellbau mit Schülern stelle ich immer wieder fest, dass die Kiddies eine ganz andere Wahrnehmung ihrer Modelle haben. Wo wir Profis, Detailfanatiker und Nietenzähler unter Umständen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würden, sind sie GLÜCKLICH weil sie etwas geschafft ( geschaffen ?!?) haben.

    Und sie würden sich die Reling wünschen, denke ich, weil sonst ein Teil FEHLT, das für die Funktion/Sicherheit des Schiffes wichtig ist. Mich haben die Bretterzäune früher auch nicht gestört - das kam erst mit der Zeit...

    Soweit mein Senf dazu ...


    Weiter so ! Das wird ein tolles Teil !!:thumbsup:

    Liebe Grüße

    Imo

  • Moin Henning,


    wenn Du keinen "Bretterzaun" hinzufügen möchtest: ich fände es prima, wenn auf einem "normalen" Blatt Papier (kein Karton) einfach eine Schablone für die Relings dabei wäre, so wie David Hathaway das immer mitliefert. Wem's zu viel ist, der muss es nicht machen, und den Reling-Freunden würdest Du die Arbeit sehr erleichtern. Du hast ja die Pläne und weißt, wo was hin muss...und mit wievielen Durchzügen usw.


    Viele Grüße


    Mathias


    P.S.: Wunderhübsches Modell übrigens...in dem Maßstab sehe ich dann auch noch was. Würde mich freuen, wenn's käuflich zu erwerben wäre, wie angedeutet...

    :cool: Alles hinterfragen und niemals aufgeben! (James Dyson)

  • Vier Stimmen von geschätzten Modellbauern - und alle für Papprelings ! Es half nichts, ich musste es dann doch einmal ausprobieren. Ich habe es ähnlich gemacht wie bei dem Mini-Bogen zur EISWETTE-Klasse mit weißem Gestänge und grauem Schatten. Wenn die Relings mit einer grauen Persenning bespannt wären, was ja nicht der Fall ist, dann wäre es keine schlechte Lösung.


      


    Aber jetzt muss der Auftraggeber entscheiden. Die Relings verbrauchen einen halben DIN A 4 Bogen, was ungünstig ist, weil wir eine gerade Anzahl von DIN A 4 Bögen haben müssen. Man könnte das Besansegel auch noch machen, so dass zumindest ein Bogen voll wird. Dann wird der zweite Bogen eben ein Leerbogen.

  • Moin Henning,


    die schneeweiße Reling vor dem doch sehr dunklen Hintergrund sieht irgendwie wie ein Fremdkörper aus.
    Der optische "Gewinn" durch die Reling allein rechtfertigt die zusätzlichen Bögen m.E. nicht.


    Eigentlich wollte ich mich ja nicht zur Frage der Relingsdarstelllung äußern, aber aufgrund des offenbar doch vorhandenen Interesses möchte ich folgende grundsätzliche Anregungen für dieses, aber auch für weitere Modelle geben:

    1. Das Modell so emtwickeln, dass die Reling keinen konstruktiven Zweck, z.B. als Klebelasche, erfüllen muss.
    2. Die Reling in der Nähe des dazugehörenden Bauteils drucken. Knicklinie nur außerhalb andeuten, d.h. Handlauf durchgehend, ggf. etwas dicker zeichnen.


    Somit hätte der Modellbauer folgende Wahlmöglichkeiten:


    1. Reling Vorder- und Rückseite zusammenkleben und als "Bretterzaun" montieren, oder

    2. Reeling auf grauem Karton ausdrucken, oder

    3. Reling auf Folie schwarz oder weiß ausdrucken oder kopieren (meine Vorzugsvariante), oder

    4. Reling als Schablone für eigene Konstruktionen aus Draht oder Faden verwenden, oder

    5. Reling einfach weglassen


    Ansonsten gefällt mir Dein Werk, auch wenn der Maßstab eine eigene Nummer ist.

    Beste Grüße,


    Manfred

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • Hallo Henning,

    dann lieber keine Reling...die Pappvariante gefällt mir nicht so. Ich war ja auch gar nicht dafür, falls Du mich versehentlich mitgezählt haben solltest....Ich war für ein normales Blatt Kopierpapier mit Schablone drauf...Das dürfte die Druckkosten eigentlich nicht so in die Höhe treiben.


    Viele Grüße


    Mathias

    :cool: Alles hinterfragen und niemals aufgeben! (James Dyson)