Tageslichtprojektorfolie

  • Zwar habe ich wiederholt bei 2 Experten der Kartonmodellbaukunst nachgefragt, die offensichtlich mit Tageslichtprojektorfolien gearbeitet haben, sich aber sehr bedeckt halten, sprich, gar nicht antworten.

    Also meine Bitte an die Mehrheit: Wer hat Erfahrung mit den Folien und kann Ratschläge erteilen?


    Beste Grüße aus dem maulkorbtragenden Andalusien.

    Wolfgang

  • Moin Wolfgang,


    Ich benutze OHP Folie sehr gerne zum verglasen von Fenstern.

    Vorteile: Man kann sie einfach zurecht schneiden; sie ist billig und vielerorts erhältlich; sie bringt Stabilität mit

    Nachteile: Sie ist störrisch (Schlecht für gerundete Bauteile); sie hat eine recht hohe Dicke, was sich unter Umständen durch Auswölbungen oder gar Passprobleme bemerkbar macht


    Ein paar Tipps:

    • Zum Maßnehmen die Folie auf das Bauteil legen und vorsichtig Kratzer machen um die Maße zu markieren. (Ganz leichter Druck mit einem Skalpell)
    • Vor dem Einbau das Folienstück mit einem Brillenputztuch (oder einem anderen Stück Stoff) reinigen um Fusseln und Fingerabdrücke zu entfernen. Entsprechend auch beim Einbau darauf achten keine neuen Abdrücke zu verursachen.
    • Wenn es geht, mach die Teile ein Stück größer als nötig und versuche den Kleber möglichst ein Stück von den späteren Fensterflächen fern zu halten (Den Kleber später von der Scheibe kratzen geht, ist aber nicht ideal).
    • Den Kleber auf das Bauteil auftragen, dann die "Scheibe" darauflegen und vorsichtig festdrücken.
    • Lieber erst zu wenig Kleber benutzen und dann nach dem groben Fixieren an den Rändern noch etwas mehr Kleber aufbringen.
    • Ich benutze zum verkleben immer Kittifix (Weißleim).


    mfg

    Johannes

  • Interessant wäre vielleicht auch, wofür du die OHP-Folie nutzen möchtest...?! Dann fällt es deutlich leichter eine passende Antwort zu geben...?(

    Und dass mal jemand nicht antwortet, kann mannigfaltige Ursachen haben.

    "Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte: 'wo kämen wir hin?' und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?"

  • Ich benutze die OHP-Folie "seit Jahrzehnten" mit guter Erfahrung; die für Laserdrucker für einfache Verglasung und die für Tintenstrahler für Ausdrucke (Teile), wo auch Farbe wichtig ist und zur Anwendung kommen muss.

  • @ Johannes,

    Vielen Dank für diese brauchbaren HInweise und Tipps.

    jetzt weiß ich etwas mehr und werde mir einen Packen bestellen. Vielen Dank.


    @ Philipp,

    Na ja ich brauche solch eine Folie um etwas durchsichtig zu gestalten, was jetzt einfach so auf Karton als "Fenster" gedruckt aber nicht durchsichtig ist.

    Für was könnte man durchsichtige Folien denn sonst noch benutzen?


    @ Henryk,

    das mit dem Laserdrucker ist auch gut, funktioniert also auch mit ihm, vielen Dank.

  • delong

    Pass aber Bitte auf: Nicht alle Folien sind mit Laserdruckern kompatibel!

    Inkjet Folien halten unter Umständen die Temperaturen in einem Laserdrucker nicht aus!

  • Ich benutze die Overhaed-Folie meist zum Verglasung wenn "hineingeschaut" werden soll

    Gute Erfahrungen habe ich beim Kleben mit beidseitig klebender Folie gemacht.

    Liebe Grüße Uwe

    Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.

  • Nun, man kann aus der Folie auch Teile fertigen, die es eben nicht als Lasercut- oder Ätzteile gibt. Wie z. B. Geländer, Leuchtturmlampen, etc...

    Dass man mit der Folie auch verglasten kann ist doch fast logisch. Dafür kann man aber auch andere Dinge nehmen - Folien aus den Brieffenstern, Weißleim bei Bullaugen, Acetatfolie in unterschiedlichen Stärken...

    "Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte: 'wo kämen wir hin?' und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?"

  • Moin,


    bin ebenfalls bekennender Prokyfolien-Benutzer.

    Kann die obigen Aussagen nur unterstreichen:

    - auf Nutzbarkeit für Laserdrucker achten, wenn Fensterstrukturen aufgedruckt werden sollen (bei Kirchen etc. ein sehr nettes Detail)

    - Weißleim verwenden

    - in Rundungen Fenster einzeln verglasen, da sehr schlecht in Form zu bringen

    - erst Karton runden, dann Fenster einkleben

    - wenn Fenster transparent, dann muss dahinter zumindest ein dunkler Sichtschirm sein, da die Fenster sonst nicht den Tiefeneffekt bringen, schwarzer Hintergrund aufgemalt langt meist schon - wobei ich schwarzen Tonkarton bevorzuge


    Meine 5 Cent.:)


    Grüße

    Peter

  • Meine Güte, welch Fülle an Informationen.

    Allen vielen Dank.

    Fehlt nur noch welche wirklich gut/am besten/günstigsten ist.

    @ Johannes, ich habe einen normalen Tintenstrahlsdrucker, sollte also funktionieren. Trotzdem danke für den Hinweis.

    @ Philipp, es sollte nicht für einfache Verglasungen, sondern, wie ich beschrieb, für bisherige aufgedruckte, undurchsichtige "Fenster" sein, um sie transparent zu machen.

    Wie sie z.B. beim Lagerhaus des Hamburger Hafen Dioramas zu sehen sind.

    Vielen Dank für den Weißleimtipp für Bullaugen, der war wirklich gut.

    @ Peter und noch einmal Johannes, auf so wenig Platz, soviel Kartonmodellbauwissen, Wahnsinn, vielen Dank.

    @ Schnecke, vielen Dank, auch für diesen Tipp.

    Beste Grüße

    Wolfgang

  • Einen netten Effekt gibt es auch mit Antistatikfolie. Viele Elektronikteile wie Festplatten und LEDs werden in solchen leicht metallisierten Tüten ausgeliefert. Ist halt nützlich, wenn man nicht durchsehen möchte oder soll.


    Gruß
    Jan

  • Hallo,

    ich arbeite auch gerne mit den Folien. Habe aber nur ein Problem, wenn ich z. B. bunte Fenster kopiere. Bei meinem Drucker wird die Farbe nicht wischfest aufgetragen. Ich muss also sehr vorsichtig arbeiten. Bei größeren Fenster lasse ich diese beim Copyshop auf der TLF kopieren. Die Kopiertechnik ist anders als bei meinem Drucker. Ansonsten ist schon vuiel zu diesem Thema in den obigen Beiträgen gesagt.

    Man kann TLF auch einzeln kaufen.


    Ulrich

  • Hallo Wolfgang, beim Kopieren auf Folie bitte genau darauf achten, dass die richtige Seite bedruckt wird ( nur einseitig bedruckbar) und mindestens 15 Minuten warten, damit der Aufdruck trocknen kann.

    Bis die Tage...


    Helmut



    "Dem Angriff auf die Menschlichkeit folgt der Angriff auf den Menschen!"

    (Claudia Roth)



    Fertig: CAP SAN DIEGO (roko)

  • Moin Wolfgang,


    immer drauf achten, dass die Folie Inkjet geeignet ist!

    Ich habe hier noch einen alten "Posten" Pelikan Overhead Photocopy Film. Für Normalpapier-Kopierer! (Gibts solche Unterscheidungen heute noch?). Sollte also Laser bedruckbar sein, für Inkjet nicht geeignet! Inkjet Folien sind auf der bedruckbaren Seite etwas rauh, damit die Farbe besser haftet. Wenn du sicher sein willst, dass sich später nichts ablöst oder evtl. Wasserschäden entstehen, kannst du das Motiv spiegelverkehrt drucken und so die glatte, quasi unbedruckte Seite als (Fenster-) Aussenseite verkleben.


    Gruß

    Klaus

    Wir bleiben immer Kinder, und,
    so klug wir auch sein mögen, wir behalten immer die Lust,
    mit scharfen Messern und spitzen Scheren zu spielen.

    Wilhelm Raabe (1831 - 1910)

  • @ Ulrich, da ich hier kein Copyshop habe, bleibt mir nur die Selbstkopiererei.

    Nach Deiner Erfahrung, liegt das Verwischen eher am Drucker oder an der Folie?

    Und welche Folie hast Du?


    @ Jan, da ich (und andere) durchsehen möchte/sollen, bleibt mir nur TLF. Aber danke für den Tipp.


    @ Helmut, @ Klaus, vielen Dank für den Tipp/Hinweis.


    Beste Grüße

    Wolfgang

  • Ich gehöre auch zu der Untergruppe der Karton-Abhängigen, die gerne mit Overhead-Folie arbeiten. Es scheint aber tatsächlich Druckertinten zu geben, die auch auf Tintenpisser-geeigneten Folien kein vernünftiges Ergebnis liefern.
    Ich verwende gerne die Epson-Durabrite-Tinte, die nicht nur wasserfest sondern angeblich auch besonders uv-beständig sein soll.

    Auf Overhead-Folie ist diese Tinte aber nicht brauchbar. Auch nach Stunden verwischt das Zeug. Gut, dass Martina einen Tintenpisser von HP hat. Mit dem kann ich die Folien bedrucken.

    Gruß

    Eberhard

    Glückwunsch zum Klassenerhalt an den KSC und den HSV! Beiden blieb die Relegation erspart.


    In der Werft: Kombifrachter Schwan (HMV/Piet/1. Auflage), Kanonenboot Panther (HMV/Wiekowski/1. Auflage), SdKfz 222 (GPM), KNM Thor Heyerdahl (ecardmodels.com), V1102 Lützow (Mannheimer Modellbaubogen), Räumboot R49 (GK-Verlag)

  • Hallo,

    Drucken auf Folien geht prima - man muss tatsächlich nur die richtigen Folien erwischen!

    Eberhard - auch mit Dura brite Tinte ;-) mache ich seitJahren...


    Mit Tintenstrahldruckern geht es NUR mit Inkjet folien und nur von der einen (raueren) Seite.

    Ich versau auch meistens erstmal eine Folie bis ich kapier wie der Drucker einzieht... Bei meinen Epson muss die zu bedruckende Seite unten im Fach liegen.

    Bei den Folien gibt es gewisse Qualitätsunterschiede ... ich halte mich da an bekannte Marken. Ob die Folien einen Sensorstreifen haben oder nicht ist meinen Druckern dabei völlig egal.

    Noch ein kleiner Tipp: weil die Farben auf der Folie immer etwas blasser sind, sollte man die Einstellung des Druckers anpassen und mit viel Tinte und langsam drucken. Oder wenn ihr keinen Scan habt, die Linienstärke etwas hochsetzen.


    Bei Kopierern und Laserdruckern braucht man völlig andere Folien, die meistens als Overhead Copy Film oder ähnllch bezeichnet wird.

    Die ist hitzebeständig und schmilzt nicht im Kopierer, ist beidseitig glatt und nimmt garantiert keine Tinte an ;-)


    Ich hoffe das kann etwas zur Klärung beitragen ...

    Viele Grüße

    Imo



  • Hallo Wolfgang,

    das scheint bei mir am Drucker zu liegen, Hp Deskjet 150. Ansonsten verwende ich dazu nur die Originalfarben, weil das Gerät andere nicht annimmt. Die Folien stammen von Geha.

    Ulrich

  • Hi.

    Ich verwende für Fenster hauptsächlich Verpackungsfolien (Verpackungsblister, hat auch einen Recycling-Effekt...).
    Die sind sehr stabil. Bedrucken kannman sie natürlich nicht aber sie haben einen anderen Vorteil:
    Sie sind durch das Tiefziehverfahren schon in verschiedenen, geometrischenFormen! Da kann hilfreich sein, wenn man z.B. gewölbte Fenster braucht (z.B. ein Schaufenster in einem Laden, das geschwungen um eine Ecke geht.)
    Ich würde allerdings keine nehmen, in denen Lebensmittel verpackt waren. Es sei denn, man möchte Schimmeleffekt... ;o)

    Alex

  • Servus Alex,

    Das ist kein Problem, wenn du das Teil in den Geschirrspüler steckst und einmal mitwäschst. Der Folie passiert dabei noch nichts.


    LG

    Robert