Start von SpaceX heute abend

  • ...jetzt haben wir schon 2020 und man hat das Gefühl, die treten auf der Stelle.... :cursing:


    Keine schicken Raumgleiter, die elegant von Weltraumbahnhöfen alle 20min in den Orbit starten....;(


    Stattdessen sonne blöde Apollokapsel in neu... GÄHN....:sleeping:


    Echt jetz: die Zukunft ist auch nicht mehr dat, wat se mal war....:pinch:

  • Stimmt, viel mehr als eine Kopie der Apollo Kapsel ist allen US Herstellern gemein.


    Aber diese neuen Anzüge sind sowas von hässlich, wer hat denn das kreiert. Ist ja schlimmer als bei den Thunderbirds. In orange wären es Straßenkehrer, in Wien sagt man, "schiarch".

    Ein leerer Kopf nickt leichter.

  • Moin zusammen,


    klar schau ich mir das an.


    Ich muss Wanni recht geben - es ist etwas seltsam, daß sich die Wiederaufnahme der US-Raumfahrt auf ein simples Konzept begrenzt - doch so altmodisch ist das Ganze nicht, denn wenns klappt landet ja die Trägerrakete wieder auf der Plattform, und die Dragon ist eine Vorstufe zum kommenden Mars-Schiff von Elon Musk. Daher finde ich den ersten zivilen bemannten Raumflug sehr bemerkenswert...


    René, hübsch sind die Anzüge nicht, das Design ist etwas unglücklich - doch andererseits - erinnerst Du Dich noch an die alten Apollo-Klopse, schlecht beweglich oder die orangenen Plumpsdinger der STS-Missionen? Da sind die neuen Anzüge doch für die Astronauten ein riesengrosser Fortschritt...


    Naja, unsereiner kann da echt nicht mehr mitspielen...obwohl....hmmmmm...



    Gruß

    Hadu

  • Nicht jeder kann sich eine Stanley Kubrick für die perfekte Inszenierung leisten :)

    Apropos ... die Anzüge sind aber keine Druckanzüge, wenn ich das recht sehe.

  • Wie schau'n die eigendlich aus, wenn der druck abfällt? Bekommen die einen dicken Hals oder so was?

    EDIT: grad' gesehen, keinen dicken Hals, Gewebeeinlage stabilisiert die Weichteile.

  • Startabbruch wegen unzulässiger Wetterbedingungen.


    Nächster Versuch Samstag 30.05.2020 / so um 15:22 Uhr Ortszeit.

    Ein leerer Kopf nickt leichter.

  • Irgendwie vermittelt das etwas die Spannung der Saturnstarts... 🤓

    Die Aufmerksamkeit in den USA für diesen Start ist aber offenbar auch ein wichtiger Baustein für Trumps „America First“-Propaganda... Was bedeuten da schon 100.000 Corona-Tote...

    Bis die Tage...


    Helmut



    "Dem Angriff auf die Menschlichkeit folgt der Angriff auf den Menschen!"

    (Claudia Roth)



    Fertig: CAP SAN DIEGO (roko)

  • Hach Kinners,


    dat war ja gestern mal wieder eine Sternstunde des deutschen Fernsehens.... :D


    Sondersendung hier, da, dort... und immer dabei: als Experte irgendein ehemaliger deutscher Astronaut,

    der seinen langweiligen Quark zum Besten gab.

    (Gut, ich hab`da gestern immer mal nur rumgezappt, aber mein Eindruck wird wohl trotzdem richtig sein)


    Bei CNN war man da weniger aufgeregt, immer mal wieder eine kleine Schalte zur Rakete und dann weiter

    im normalen Programm. Da hatten se dann auch einen befragt, wie denn die Leute die Sache so sehen, und der gute

    Mann bestätigte meine Motzerei, sinngemäss:


    <Tja, die Leute sehen im Kino Star Wars und andere SF Streifen, und fragen sich, wo ist die NASA???

    Wieweit isset denn nu??> ?(


    Sach ich doch: 2020 und schon wieder sonne popelige Micky Maus Rakete....:sleeping:


    Jaaaaa, DAS war gestern ein epochaler Raketenstart-Versuch....episch...fundamental...historisch...:evil:

  • Wanni, es heisst ja auch RAUMschiff, und nicht REGENschiff....


    Aber hast schon recht, das Gewese war etwas übertrieben, vor allem weil schon 4 Stunden vor dem geplanten Start klar gesagt wurde, daß ein Abbruchwegen des Wetters wahrscheinlich sei...


    Bin mal gespannt, wie es am Samstag klappt, denn wichtig ist das Ganze schon für die internationale Raumfahrt. Das Monopol der Russen ist nicht wirklich gesund, wobei ich nichts gegen die Russen und deren zuverlässige Steinzeittechnik habe, sondern einen Wettbewerb für förderlich halte....


    Gruß

    Hadu

    Vielleicht kommt der Tag, an dem mehr Leute checken, dass Idiotie nicht links oder rechts ist, sondern in erster Linie daher rührt, dass jemand ein Idiot ist! (M. Tegge)




    www.modell-und-geschichte.jimdo.com


    Mitglied der Luft'46-Gang

  • Da stimme ich dir zu, Hadu!

    Wannis Comic- Verliebtheit ist halt seine Art...:cool:

    Aber Apollo mit Dragon zu vergleichen...naja in etwa ist das so, als zu sagen, dass eine Boeing auch nicht mehr ist als Lilienthal, hat ja auch immer noch nur zwei Flügel...:rolleyes:

    Es kommt auf die inneren Werte an....


    Ich habe gestern die ganze Zeit an die beiden Astronauten gedacht....soviele Stunden auf die Hinrichtung zu warten und 17 Minuten vorher zu erfahren, dass diese verschoben ist...puuuh!


    Schuld ist Trump, wär der mal nicht dabei gewesen!

    Gruß Michael


    Alles klebt gut! :cool:

  • ... und wäre etwas schiefgegangen hieße es dann, haben die das schlechte Wetter nicht kommen sehen und den Start verschoben?


    Gruß Michel

  • Mal ernsthaft:


    Das ist nicht, als wenn Du Deine Kreidler Florett sattelst und damit zum nächsten Aldi juckelst! Das ist Raumfahrt. Da müssen (um es mal sehr stark vereinfacht auszudrücken) tausend Sachen klappen, damit der Flug gelingt. Und nur eine muss schief gehen, damit eine schreckliche Katastrophe daraus wird! Aber hey... Sind ja nur Menschen an Bord. Davon gibt es ohnehin zuviel...

  • Soweit ich es verstanden habe, ging es um „Elektrizität“ – die Gewitterwolken (man sah im TV das äußerst bedrohliche Ausmaß) waren elektrostatisch so stark geladen, dass man beim Start ein (einige) Blitzeinschlag in die Rakete befürchtet hatte.

  • Mal ernsthaft:


    Das ist nicht, als wenn Du Deine Kreidler Florett sattelst und damit zum nächsten Aldi juckelst! Das ist Raumfahrt. Da müssen (um es mal sehr stark vereinfacht auszudrücken) tausend Sachen klappen, damit der Flug gelingt

    Auch mal ernsthaft


    Ein Jumbo-Jet besteht auch aus Millionen von Teilen, ist hoch komplex und alles muss klappen. Dennoch fliegen (nagut, momentan jetzt vielleicht nicht, Corooohhhnaaaa) täglich zig-tausende mit ganz vielen Menschen beladene Jumbos, auch durch Gewitterwolken.


    Leute, wir haben 2020, und ich will einfach nicht mehr diese Raketen aus den 1960zigern sehen.


    Wo sind die <Sängers>, zweistufige Raumgleiter, die horizontal starten und deren Oberstufe dann in 20.0000 m Höhe in die Weiten des Alls starten.... ?(


    Wir haben 2020!!!!:cursing:

  • Quote

    Wir haben 2020!!!!:cursing:

    <lamento>Ja, das ist das Problem. Hier in Ö haben die Neoliberalen 1995 mit "Schüssel 1" die Unis ruiniert, der Abbauplan für unabhängige Forschung läuft seither auf Hochtouren. Welche Kasperl heute die Macht haben sieht man ja. Private Unternehmen können nun mal fehlende Utopien nicht kompensieren. Erinnert sich noch jemand an einen gewissen Herrn Hahn, der meinte "man kann Forschungsergebisse ja zukaufen"? Wenn ich mich nicht täusche sitzt der Herr mittlerweile hochdotiert in Brüssel. Historisch kann man den Unterschied "neoliberale Landerschließung" vs "gemeinnützige Landerschließung" im Vergleich Alaska vs. Kanada begutachten. Ergo: ich glaub' nicht, dass sich da so schnell was ändern wird. Die Privaten Unternehmen haben grad' mal die 60er Jahre erreicht, nur mit gesserem Marketing. </lamento>

  • Auch mal ernsthaft


    Ein Jumbo-Jet besteht auch aus Millionen von Teilen, ist hoch komplex und alles muss klappen. Dennoch fliegen (nagut, momentan jetzt vielleicht nicht, Corooohhhnaaaa) täglich zig-tausende mit ganz vielen Menschen beladene Jumbos, auch durch Gewitterwolken.

    Genau genommen dürfte die durchschnittliche Rakete sogar weniger Bauteile haben. Aber a) wirken bei Raketenstarts Kräfte in einer ganz andere Größenordnung und b) muss so eine Rakete in extremem Leichtbau ausgeführt werden, um möglichst effizient zu sein. Auch geht es nicht nur um das Wetter direkt am Starttisch. Es muss weiterhin die Windsituation in der Hochatmosphäre beachtet werden, da gerade durch den notwendigen Leichtbau z.B. große Raketen wie die Falcon 9 mit stark geleerten Tanks besonders instabil gegenüber seitlichen Belastungen sind. Da würde im Zweifelsfall die Hülle kollabieren. Bei bemannten Starts kommen dann noch Erwägungen bezüglich des Wetters in der Not-Landezone der Raumkapsel ins Spiel. Wenn nämlich ein Startabbruch während des Fluges erfolgen muss, dann muss eine gefahrlose Bergung der Crew sichergestellt sein, etc.


    Quote

    Leute, wir haben 2020, und ich will einfach nicht mehr diese Raketen aus den 1960zigern sehen.

    Du hast offensichtlich nicht einmal rudimentäre Ahnung von den aktuellen Entwicklungen oder Raumfahrttechnik im allgemeinen. So wurden in den letzten 10 Jahren z.B. durch SpaceX für die Falcon 9 oder die Falcon Heavy mehr innovative Technologien und Abläufe eingeführt, als die ganzen Jahre seit den Mondflügen zusammen. Um nur mal ein paar davon aufzuzählen:

    • komplett eigenentwickelte Triebwerke die aktuell die effizientesten Raketentriebwerke sind, welche je gebaut wurden
    • fabrikmäßige Serienproduktion von Raketen und Triebwerken unter Einbeziehung von Techniken wie 3D-Druck (z.B. die Brennkammern der Triebwerke)
    • Verwendung von ultratiefgekühltem Treibstoff und Sauerstoff zur weiteren Steigerung der Nutzlasteffizienz
    • Wiederverwendbarkeit der ersten Raketenstufe (+ Seitenbooster bei der Heavy) = die Raketen landen wie im Sci-Fi-Film weider am Startplatz oder auf einem autonom agierendem Robotschiff: (nur mal ein Beispiel und für die Perspektive: Was da landet hat 3,60 m Rumpfdurchmesser und ist gut 40 m hoch)
    • Wiederverwendbarkeit der Nutzlastverkleidungen
    • Wiederverwendbarkeit der Raumkapseln

    Insgesamt hat allein die Summe der Innovationen bei der Falcon 9 zu einer Reduzierung der Startkosten auf 10% des vorher im Schnitt üblichen Wertes geführt. Tendenz weiter fallend.


    Aber wenn das dem Wanni noch nicht Sci-Fi genug ist kann auch da in nächster Zeit Abhilfe geschaffen werden: Aktuell befindet sich das Gespann Superheavy (Trägerrakete) / Starship (Raumschiff) bei SpaceX in Entwicklung. Aktuell sind bereits vier Prototypen des Starship im Bau. Hier mal die groben Eckdaten:

    • 9 m Rumpfdurchmesser
    • 48 m hoch/lang
    • bis zu 100 Passagiere oder 150 t Fracht in die Erdumlaufbahn oder zum Mond
    • bis zu 100 Passagiere oder mehr als 100 t Fracht zum Mars
    • bis zu 200 Passagiere in der Nottransportkonfiguration (Rettungsschiff)
    • in der Passagierversion voraussichtlich 6 Decks plus Aussichtslounge/Gruppenbereich
    • neuartige Triebwerke die Methan als Treibstoff verwenden und deutlich höheren Schub als herkömmliche Triebwerke ermöglichen
    • komplett wiederverwendbar (mit bis zu drei Flügen täglich pro Schiff) mit der Fähigkeit, auf praktisch jedem Himmelskörper im Sonnensystem landen zu können, der keine höhere Schwerkraft oder größeren atmosphärischen Druck als die Erde besitzt
    • größerer unter Normaldruck stehender Innenraum als bei der größten Variante der Boeing 747

    Das Trägersystem Superheavy wird selbstredend auch wiederverwendbar sein. Momentaner Stand beim Starship-Prototypen SN4 ist, dass die Tankdrucktests abgeschlossen sind und die Triebwerksfunktionstests so gut wie. Nächster Meilenstein im Juni wird ein erster Hüpfer von 150 m sein. Für grob den Spätsommer ist dann ein 20 km-Hüpfer geplant. Bis Ende des Jahres/Anfang nächsten Jahres sind erste Orbitalflugtests inkl. Atmosphärenwiedereintritt und Landung geplant. 2023 soll die erste Umrundung und die erste Landung auf dem Mond stattfinden.


    Die nächste Entwicklungsstufe des Starship könnte dann 18 m Rumpfdurchmesser haben. Aber das ist wirklich noch Zukunftsmusik!


    Hier mal der historische zweite Testflug des "Starhopper" genannten Testvehikels für die Triebwerkssteuerung (für die Relation: das Teil ist gut 20 m hoch):


    Quote

    Wo sind die <Sängers>, zweistufige Raumgleiter, die horizontal starten und deren Oberstufe dann in 20.0000 m Höhe in die Weiten des Alls starten.... ?(

    Das Sänger-Konzept war eine witzige Idee. Mehr aber auch nicht! Man könnte es im Prinzip durchführen, aber dann ist die Nutzlastkapazität eher... nicht vorhanden. Insgesamt sehr aufwendig und unnötig teuer für null Mehrwert! Etwas mehr versprach man sich von einem britischen Projekt namens "Skylon". Das wäre dann quasi ein Raumgleiter-Flugzeug-Hybrid, der im SSTO-Modus (Single Stage To Orbit) fliegen soll. Nutzlastkapazität wieder eher mau (geplant waren bis zu 15 t in den LEO), aber eventuell als Zubringer für Personal und spätere Touristen in einen niedrigen Erdorbit (LEO) geeignet. Leider ist es seit etwa 2016 etwas sehr ruhig um das Projekt geworden. Es wurde sogar von der Wesite der Firma genommen, die "Skylon" entwickeln wollte.

  • Momentaner Stand beim Starship-Prototypen SN4 ist, dass die Tankdrucktests abgeschlossen sind und die Triebwerksfunktionstests so gut wie. Nächster Meilenstein im Juni wird ein erster Hüpfer von 150 m sein.

    Wenn das Thema gerade schon mal aufgekommen ist: Prototyp SN4 wird keinen 150m-Hüpfer machen, da er bei einem weiteren Triebwerkstest vor gut einer halben Stunde explodiert ist. SN5 steht zwar schon in den Startlöchern, aber jetzt muss natürlich erst einmal ermittelt werden, was genau das Problem war. Das gute ist, SpaceX sind unglaublich gut darin, aus Fehlern zu lernen. Was aus der Falcon 9 schlussendlich eine der zuverlässigsten Trägerraketen überhaupt gemacht hat.


    RIP Starship SN4:

    Edited once, last by SJachnow: Videolink hinzugefügt ().

  • Moin zusammen,


    in einem Punkt gebe ich Wanni recht - wäre die Entwicklung mit genug Geld in der Hand kontinuierlich seit Apollo weitergelaufen, wären wir vielleicht weiter - aber die moderne Werkstofftechnik ist halt auch erst jetzt da.


    Daß die Forschung an sich, vor allem Grundlagenforschung, Physik usw. sehr stiefmütterlich gehandhabt wird, ist extrem fatal und gefährlich, wie die aktuelle Lage zeigt. Wenn jetzt private Unternehmen wie SpaceX und andere den staatlichen Agenturen aber nun davonlaufen, sehe ich das durchaus positiv, denn was von den Staaten kommt, ist eher unersprieslich.


    Ja, Wanni, ich erinnere mich noch an die Zeiten, als glaubhafte Pläne bestanden, die Besiedlung des Mondes und der Planeten bzw. Jupitermone voranzutreiben...eigentlich müssten jetzt längst Shuttles für nen Wochenendausflug zu grossen Stationen fliegen und die Weltwirtschaft in einem einmaligen Boom bei der Ausbeutung des Asteroidengürtels blühen und auf Mond und Mars autarke Siedlungen bestehen.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, daß 40 Jahre lang geschlafen wurde, und das ist nicht ganz falsch. Um so schöner, daß wir doch noch die Chance bekommen, wieder ins All zu fliegen.

    Die Erde braucht die Raumfahrt bitter, vor allem bei der Entwicklung umweltgerechter Hochtechnologie.


    Gruß

    Hadu


    ...und P.S.


    Wanni...der Jumbo fliegt bis auf ein paar Restexemplare nur noch als Frachter, und der grossartige A380 wandert derzeit mangels Wirtschaftlichkeit auf den Schrott...


    PPS... die inzwischen altersschwache ISS soll durch eine neue, bessere und grössere Station ersetzt werden - die USA hat die Zusammenabrbeit mit Russland hier abgelehnt. Und Europa glotzt doof...

    Vielleicht kommt der Tag, an dem mehr Leute checken, dass Idiotie nicht links oder rechts ist, sondern in erster Linie daher rührt, dass jemand ein Idiot ist! (M. Tegge)




    www.modell-und-geschichte.jimdo.com


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  • Daß die Forschung an sich, vor allem Grundlagenforschung, Physik usw. sehr stiefmütterlich gehandhabt wird, ist extrem fatal und gefährlich, wie die aktuelle Lage zeigt. Wenn jetzt private Unternehmen wie SpaceX und andere den staatlichen Agenturen aber nun davonlaufen, sehe ich das durchaus positiv, denn was von den Staaten kommt, ist eher unersprieslich.

    Es war tatsächlich gut, dass die NASA das Space Shuttle in Rente schicken musste. Damals fing das Umdenken an, was schlussendlich zur Öffnung der NASA für eine Zusammenarbeit mit dem privatwirtschaftlichen Sektor führte. Und SpaceX ist ja nur der Anfang. Wir haben mittlerweile Firmen wie Rocket Lab, die gerade den Markt für günstige Starts von Kleinsatelliten aufrollen (und sich ebenfalls an einer Wiederverwendung ihrer Raketen versuchen). Es gibt privatwirtschaftliche Bestrebungen für Großbritannien. In Japan gab es letztes Jahr einen ersten Startversuch einer Rakete und selbst in China gibt es mittlerweile eine private Firma, welche in die heiße Phase der Raketenentwicklung (inkl. eines ersten Startversuchs) eingetreten ist.


    Weiterhin steht schon eine Reihe von Firmen in den Startlöchern, die nur darauf warten, das SpaceX sein Starship zum Fliegen bekommt, um z.B. Hotels oder kommerzielle Raumstationen im Erdorbit zu bauen oder gar Schwerindustrie auf dem Mond zu etablieren. Letztes Jahr hat z.B. die US Chamber of Commerce eine erste Konferenz zwischen Bergbauunternehmen organisiert zu Thema Bergbau auf anderen Himmelskörpern/Asteroid mining. Man kann kaum abschätzen, was die massive Verfügbarkeit eines Startsystems a la Superheavy/Starship (Frachtkapazität großer Frachtflugzeuge bei vergleichbaren Kosten) auslösen wird.


    Noch spannender wird es, sobald Blue Origin, der einzige bisher ernstzunehmende Konkurrent für SpaceX, seine erste Rakete der Orbitalklasse (genannt New Glen) am Start hat. Auch diese Rakete ist von Anfang an auf Wiederverwendbarkeit getrimmt. Den das ist der Schlüssel für eine funktionierende Space-Economy. Die bauen übrigens seit einigen Monaten massive Anlagen am Cape.


    Quote

    PPS... die inzwischen altersschwache ISS soll durch eine neue, bessere und grössere Station ersetzt werden - die USA hat die Zusammenabrbeit mit Russland hier abgelehnt. Und Europa glotzt doof...

    Falls Du auf den Lunar Gateway anspielst: Die wird nicht wirklich größer als die ISS. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob das Innenraumvolumen größer werden wird. Im Prinzip wird das nur eine bessere Basis-/Relaisstation für die kommende weitere Erforschung des Mondes. Sie ist nur ein Teilaspekt des Artemis-Programms der NASA. Witziges Detail am Rande: Die NASA hat jetzt auch SpaceX mit der Entwicklung einer Mondfähre beauftrag. Und SpaceX wird dafür eine spezielle Version des Starship anbieten. Und das hat auf jeden Fall mehr unter Normaldruck stehendes Volumen, als der Lunar Gateway vermutlich je haben wird... Was Russland angeht, so wollen die jetzt (zwangsweise) wieder eine eigene Raumstation aufbauen. Mal sehen, ob die sich das leisten können.


    China wird es auf jeden Fall tun. Nachdem sie ja bereits zwei Weltraumlabore im Format einer Salut-Station betrieben haben, schicken sie eich jetzt an, eine richtige Raumstation (mindestens vergleichbar mit der MIR) aufzubauen. Dazu sei noch erwähnt, das erst kürzlich eine neue Raumkapsel erfolgreich getestte wurde, die bis zu sechs Taikonauten gleichzeitig ins Weltall bringen kann. Und auch Chinas Mondprogramm schreitet ständig voran. Und ich bin mal gespannt, wann wir offiziell Indien in den Club aufnehmen können, was das aussetzen von Mondrovern angeht. Der letztjährige Versuch ist ja leider auf den letzten Metern gescheitert. Ebenso der eines privaten Konsortiums (inkl. Bergbauunternehmen) aus Israel.


    Auf jeden Fall kommen in Sachen Raumfahrt spannende Zeiten auf uns zu!

  • Hallo SJachnow,

    vielen Dank für Deine qualifizierten Kommentare zum Thema „ aktuelle Raumfahrt“!

    Wie heißt Du eigentlich mit Vornamen?

    Bis die Tage...


    Helmut



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  • Moin zusammen,


    nu sinse wieder im Geschäft. Der zutiefst gerührte NASA-Sprecher war kurz vorm losheulen. Und in Angedenken an die alten Apollo-Zeiten hab ich mich einfach herzlich für die Leute gefreut, deren Jubel gross war.


    Gruß

    Hadu

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  • Hallo,


    habe mich auch gefreut, dass der Start gut verlaufen ist. Mein großer Junior durfte mitschauen und war ganz aus dem Häuschen.:)


    wollen die Daumen drücken, dass die Erfolgsstory ohne große Rückschläge weitergeht.


    liebe Grüße

    Peter

  • Nutzlast ist ein Starlink Satellite.

    Genau waren es 60 Satelliten. Insgesamt die bisher siebte Fuhre, womit im Augenblick bereits 420 Satelliten des Starlink-Netzwerks im Orbit wären. Bereits die ersten vier Starts haben aus SpaceX den größten existierenden Betreiber von Satelliten gemacht. Gleichzeitig ist das erst ein Bruchteil der ersten geplanten Ausbaustufe (um die 1.600). Aktuell werden 1-2 Starts pro Monat nur für Starlink durchgezogen. Tendenz steigend. Endstand soll dann irgendwas um die 42.000 Satelliten sein.


    Die heutige Mission war die aktuell fünfte für die verwendete erste Raketenstufe. Bis zu weitere fünf Starts sollen insgesamt mindestens machbar sein. Für mehr sind die Falcon 9 Block 5 aktuell wohl auch nicht vorgesehen (ursprünglich waren bis 100 Starts pro Stufe angedacht), da man bei SpaceX mit einer Verfügbarkeit des Starship rechnet, bevor der aktuelle Bestand an ersten Stufen "aufgebraucht" ist. Zusätzlich werden für vereinzelte Missionen nach wie vor neue Falcon 9 gebaut, da einige Kunden das so wollen.

  • Moin zusammen,


    tolle Bilder. Und wieder diese herrliche Landung. Doch sorry, ich gehöre zu denen, die Starlink eher kritisch sehen. Schon jetzt ist die erdnahe Raumfahrt durch unendlich viele treibende Objekte, nicht ganz falsch als Weltraumschrott bezeichnet ziemlich gefährlich geworden. 42.000 Kleinst-Satelliten, die da rumdüsen sind ein echtes Risiko. Mal drauf warten, wann es knallt. Einmal ist so ein Ding schon fast in einen Wettersatelliten reingeknallt, der ESA-Satellit Aeolus konnte gerade so ausweichen. Space-X hat nicht mal auf die Warnung reagiert, noch sich entschuldigt.

    So sehr ich Elon Musk für sein Unternehmertum und seine grossen Weltraumpläne bewundere- so sehr stellt sich Musk als rücksichtslos heraus, der andere gefährdet.


    Gruß

    Hadu

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