Santa Maria, etwa 1:250, Eigenbau nach Plan (aber ohne Plan)

  • So, Freunde, es muss ja auch hier mal weiter gehen...


    Das tut es auch. Allerdings in kleinen und deutlich langsameren Schritten als bislang. Das liegt an meiner Versuch- und Neubau Arbeitsweise. Bislang habe ich das Schiff gefühlte drei mal gebaut. Und es kommen wahrscheinlich noch ein paar Versionen dran.
    Zeigen möchte ich euch aber die -für mich- endgültigen Ergebnisse. Auch wenn diese noch immer nicht 100prozentig sind. Das war beim Original sicher auch nicht so und das sage ich mir dann eben auch...:whistling:


    Was ist neu? Ich habe die Anschläge für die Takelage fertiggestellt. Zumindest die, die direkt auf die Decks führen. Dafür habe ich 0,1mm Kupferlackdraht um eine Stecknadel geschlagen und verdrillt. Diese Augen habe ich in kleine Löcher geklebt. Das sieht noch sehr ungleichmäßig aus, meine Hoffnung ist, dass das nach der Fertigstellung nicht mehr aufgefallen wird...


    Weiter habe ich die Reling am Heck fertiggestellt. Auch hier kam besagter Draht zum Einsatz. Zudem ein leimtröpfchen und ein kleine schwarzer Farbpunkt.


    Zudem habe ich aus drei verdrillten Drahtsträngen die Abspannungen für die Wanten angebracht:

    "Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte: 'wo kämen wir hin?' und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?"

  • Dann muss ich mir auch langsam über die Masten Gedanken machen. Auch wenn die schon zu sehen waren, musste das Konzept nochmal neu angegangen werden...!
    Bislang habe ich mich intensiv Mit dem Hauptmast beschäftigt. Das Ergebnis von locker 10 Stunden werkeln ist fast erschreckend, aber die Mühe wert.


    Der Mast besteht aus Messingrohr und ist mit Zigarettenpapier umwickelt und bemalt. Dann mit dünnem Faden umwickelt - die schwarzen Streifen. Was das genau ist, bzw. wozu die dienten entzieht sich meiner Kenntnis. Aber das kann hier sicher jemand beantworten?! ^^


    An den Mast ist die Plattform fürs Krähennest gekommen. Das musste so passieren, damit ich die vorbereiteten Wantenleinen um den Mast legen und durch die Plattform fädeln konnte. Viel Fummelei...:wacko:

    Zuletzt wurde noch die (das?) Großstag um den Mast gelegt.

    das Krähennest ist schon wieder abgebaut und muss neu konzipiert werden...


    Die Großrah habe ich dann auch „schnell“ noch gebaut. Das waren mal zwei Bäume die zusammengetüdelt werden.
    Um die Rah an den Mast zu bringen bedarf es eines Racks, welches das Auf- und Niederholen der Rah ermöglicht. Das waren wohl aufgefädelte Holzkugeln die um den Mast gelegt wurden und an der Rah befestigt waren.



    zuletzt hab ich mich mal an einer Nagelbank versucht...

    "Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte: 'wo kämen wir hin?' und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?"

  • Jetzt muss ich mir langsam ernsthafte Gedanken bezüglich der Blöcke machen...! Ich hab leider keine Möglichkeit die kleinen Scheiben auszustanzen. Optimal hierfür - könnte ich mir vorstellen - wär ein Laserschneider. Da muss ich wohl mal in mich gehen...:wacko:


    Wenn jemand alternative Ideen hat, immer her damit...8o

    "Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte: 'wo kämen wir hin?' und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?"

  • Ich habe meine Methode gefunden, mit der ich durchaus zufrieden bin.
    Ich habe noch ein 1mm Locheisen gefunden. Damit habe ich mir die kleinen Blöcke ausgestanzt. Jetzt mussten die Seile eingespannt werden. Das ist in dem Maßstab für nicht möglich und wohl auch im Grunde nicht zu sehen...!

    Vorgegangen bin ich so, dass ich drei leimgehärtete Fäden parallel in einen ausgeschnittenen Karton gespannt habe. Darauf kamen dann die vorbereiteten Scheiben- möglichst im gleichen Abstand. Dann konnte ich den Strang abschneiden und die einzelnen Blockkonstruktionen voneinander trennen.


    "Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte: 'wo kämen wir hin?' und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?"

  • Jetzt konnte ich es nicht mehr lassen... Der Mast musste aufgerichtet werden! Zuvor habe ich noch die Rah vorbereitet, da diese später nicht mehr am Mast befestigt werden könnte.

    Jetzt ging es ans Wantenspannen. Heikel! Wenn man zu viel Zug auf der einen Seite aufbrachte, stand entweder der Mast schief, oder die andere Seite löste sich. War zu wenig Zug da, hingen die einzelnen Stränge krumm und schief...! Ich habe heute deutlich weniger geatmet, als sonst...:wacko:


    Zu guter letzt hat es aber doch zu meiner Zufriedenheit gepasst! Zur Belohnung konnte ich nun die vorbereiteten Blockatrappen aufkleben. Das passt optisch richtig gut! :D

    "Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte: 'wo kämen wir hin?' und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?"

  • Hallo,

    in einem solchen Maßstab Jungfern herszustellen, ist schon was Besonderes. Ich kenne das aus eigener Erfahrung.

    Nach der Modellbaubibel für hist. Schiffe von W. v Mondfeld (Hist. Schiffsmodelle, das Handbuch für Modellbauer, Mosaik Verlag München, 1977, Seite 238) waren die Jungfern im 15. Jahrhundert nicht rund, sondern dreieeckig mit gerundeten "Ecken". Ob v Mondfeld dabei auch südeurop. Schiffe berücksichtigte ist mir unbekannt.

    Ulrich

  • Hallo,

    welch eine Ausdauer, toll. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, zumal man ja den Maßstab berücksichtigen muss.


    Gruß und weiter gutes Gelingen

    Michel

  • Hallo in die Runde!


    Danke Ulrich. Ich überlege tatsächlich mich doch mal eingehender mit der Materie zu befassen...! Aber am vorliegenden Modell bleibt jetzt alles rund. Da mache ich nun nüscht mehr eckig.
    Ich hangele mich ja an oben erwähntem Plan von Adametz entlang und da sind die Blöcke eben rund.
    Dieser Nachbau meinerseits ist ja auch nur die Nachempfindung vom Nachbau von vor über 100 Jahren. Einen richtigen Plan des Originals gibt es eben nicht und so werden viele Details eben geraten.
    Für mich steht die Freude über das Modell im Vordergrund- und die ist ungebrochen! Das lässt dann auch die von Michel angesprochene Ausdauer relativ erscheinen. Es läuft eben...


    Daher habe ich heute morgen schon angefangen am Besanmast erste Hand anzulegen. Besser gesagt am Besansegel und der Rute mit vorbereiten der Takelung. Dann musste ich kurz dem Ruf des Dienstherren folgen und konnte dann vorhin wieder angreifen...


    Das Taschentuchsegel lässt sich erstaunlich gut verarbeiten. Es ließ sogar zu, dass ich es an die Rute knoten konnte und es NICHT angeklebt werden musste.

    hier mal lose angelegt, wegen der Optik! Isset nich schön? :love:


    Am Hauptmast musste noch die Baustelle mit dem Krähennest angegangen werden. Naja. Da könnte auch noch ein dritter Versuch anstehen...


    "Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte: 'wo kämen wir hin?' und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?"

  • Eine letzte Wasserstandsmeldung für heute.

    Es ging weiter mit dem Besanmast. Sieht schon ganz anständig aus. Eigentlich fehlen noch diverse Fäden, die gespannt werden müssten. Allerdings denke ich, dass evtl weniger mehr ist. Aber das entscheide ich morgen, bei Tageslicht...

    "Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte: 'wo kämen wir hin?' und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?"