Versuche mit diversen Klarlacken

  • Und weiter geht es hier mit Nr. 13, dem „Sprühfilm“ aus dem Hause LUKAS. Das Ergebnis überzeugte auch nicht so recht. Zwar bildete sich nach drei intensiven Sprühgängen eine resistente Oberfläche, beständig gegen Klebstoffe, Feuchtigkeit und Farben, doch war diese sehr rau. Insgesamt erzielte ich dreimal diesen Effekt sowohl auf Offset- als auch Tintenstrahlerausdrucken. Erklären konnte ich mir dieses Phänomen der rauen Oberfläche nicht. Möglicherweise hätten weitere Sprühdurchgänge wieder eine glatte Oberfläche erzeugt. Dann wäre jedoch wahrscheinlich eine solch dicke Lackschicht entstanden, dass die Verarbeitung des Kartonbogens unmöglich geworden wäre. Theoretisch denkbar wäre, zuerst nur mit den wenigen Sprühdurchgängen zu arbeiten, das Modell dann zu bauen, und anschließend das fertig gebaute Modell noch so lange zu lackieren, bis wieder eine glatte Oberfläche entstanden sein könnte. Diesen Test werde ich mir aber hier ersparen. Für mich persönlich ist „Sprühfilm“ von LUKAS kein optimales Produkt.



      

  • Hallo Axel,


    wie ich schon weiter oben erwähnte verwende ich den Sprühfilm von Lukas seit über zwanzig Jahren und habe damit wohl so ca vierzig Modelle eingesprüht. Ich baue allerdings den Bogen unbehandelt und sprühe dann das fertige Modell ein. Ich bin auch recht "schüttelfaul", ein paarmal reicht um gleichmäßige Ergebnisse zu erzielen. Von zu rauer Oberfläche kann ich nicht sprechen. Die Farben kommen sogar noch besser raus und nach ausreichender Trockenzeit kann man die Oberfläche ohne Probleme weiter behandeln. Z.B. Trockenmaltechnik für Rostspuren. Auch nach zig Jahren merke ich kein weiteres ausblassen der Farben.

    Das sind meine Erfahrungen und die Ergebnisse sind für mich in Ordnung.

    Mit besten Grüßen


    Andreas Paul

  • Hallo Andreas,


    für deine Vorgehensweise ist dieser Lack ideal. Und es stimmt, die Farben werden etwas brillanter und kräftiger. Ein sehr angenehmer Effekt! Wer sein fertiges Modell einfach nur leicht schützen möchte ist mit dem "Sprühfilm" von LUKAS sicher sehr gut bedient.


    Mein Ziel ist es jedoch, vor dem Bau auf dem Modellbaubogen eine Oberfläche zu erzeugen die den Bogen resistent macht gegen Feuchtigkeit, Schmutz, diverse Klebstoffe und ausgerutsche Aquarellfarbe. Dazu soll der Bogen dann jedoch eine Oberfläche behalten, die eine fast normale Verarbeitung wie bei einem unbehandelten Bogen möglicht macht. Man soll die Lackschicht fühlen, jedoch nicht sehen können.


    Gewissermaßen eine eierlegende Wollmilchsau. Doch es scheint, dieser Spagat ist nicht unmöglich. Die gerade von mir in die Mangel genommenen weiteren Sprühdosen von "Schmincke" versprechen in eine gute Richtung zu gehen. Und ich hoffe, in nicht zu ferner Zukunft dazu hier etwas schreiben zu können.


    Viele Grüße


    Axel

  • Läßt sich nach der Behandlung der Bogen noch mit was anderem als Lösungsmittelkleber kleben?

    Hallo,


    im Grunde kann weiterhin mit allen bekannten Klebstoffen gearbeitet werden. Allerdings bleibt die Festigkeit dabei etwas auf der Strecke, da nun die Klebstoffe nicht mehr wie gewohnt in die Poren des Kartons einziehen können. Somit erreicht man nur noch oberflächliche Verbindungen. Da Kartonmodelle eigentlich aber keinen großen Belastungen ausgesetzt werden sollten meiner persönlichen Meinung nach verschmerzbar.


    Man könnte dies sogar als Vorteil deuten: Hat man sich geirrt, können geklebte Verbindungen leichter wieder gelöst werden, und die gedruckten Oberflächen werden beim Lösen nicht so sehr in Mitleidenschaft gezogen.


    Wer jedoch stabile Verbindungen wie aus dem Holzmodellbau mit Leim anstrebt sollte seine Modellbaubogen vor dem Bau besser nicht lackieren.

  • Weiter geht’s bei „Sprüh mal mit“, wir kommen nun zum nächsten Schritt…


    Nun habe ich drei Sprühdosen von der Firma „Schmincke“ in rascher Reihenfolge unter die Lupe genommen. Es handelte sich um;

    • Schmincke Matt Firnis mit der Endnummer 584
    • Schmincke Neutral Film mit der Endnummer 410
    • Schmincke Universal Firnis mit der Endnummer 594

    Alle diese Sprühdosen brachten ein überraschend gutes Ergebnis. Sie waren leicht zu handhaben, hatten keinen zu hohen Druck und selbst wenn man wenig zimperlich in kurzen Abständen eine große Menge auftrug wurde alles aufgenommen und die Oberfläche blieb matt. Wohl zeigte sich bei „Schmincke Matt Firnis 584“ und „Schmincke Neutral 410“ dann der Effekt, das dünner Karton begann, transparent zu werden. Doch es entstanden keine Flecken oder Ausblühungen.


    Am besten aus diesem Trio schnitt „Schmincke Universal Firnis 594“ ab. Es entstand eine optisch nicht zu erkennende, aber noch zu erfühlende Lackoberfläche. Der Karton blieb geschmeidig, nichts wellte sich und es entstanden keine Ausblühungen oder Flecken. Auch wurde recht dünner Karton nicht etwas transparenter wie bei den beiden anderen Sorten. Also eigentlich das fast perfekte Resultat. Die so behandelten Bogen waren resistent, Klebstoffe ließen sich wieder entfernen, Aquarellstifte wieder abwischen. Ich konnte bequem mit einem feuchten Tuch über die Bogen wischen, kein Abrieb trübte mehr das Bild. Wohl ist bei der Verarbeitung darauf zu achten, dass in den Sprühdurchgängen nicht zu viel mit einem Schlag aufgetragen wird. Dann weicht der Karton nämlich vollständig durch und es kann zur Folge haben, dass er sich beim Trockenen mit dem ebenfalls benetzten Untergrund verklebt.


    Doch wo Licht ist, ist leider auch Schatten. Und in diesen Fällen die Geruchsbelastung und die lange Trockenzeit. Es dauerte leider bis zu fünf Stunden (!), ehe die Lackschichten vollständig aufgetrocknet waren. Und leider stanken alle drei Lacke erbärmlich. Durch die lange Trockenzeit war auch die Geruchsbelastung dementsprechend lang. Nun stand mir zum Glück für die Lackierarbeiten eine verwaiste Autolackierhalle zur Verfügung. Ich stelle es mir persönlich jedoch ausgesprochen schwierig vor, mit diesen Sprühdosen in einem Mehrfamilienhaus im Keller zu arbeiten. Anschließend hätte man in der Nachbarschaft sicherlich viele Freunde…


    Fazit: „Schmincke Universal Firnis“ mit der Endnummer 594 hat bislang von allen getesteten Dosen das beste Ergebnis geliefert.