Versuche mit diversen Klarlacken

  • Hallo Kartonmodellbaufreunde


    In diesem und den folgenden Beiträgen möchte ich einige Erfahrungen zum Überlackieren mit Klarlack zum Besten geben. Dazu muss ich erst einmal erläutern, dass ich meine Modelle gerne mit Schutzlack überziehe. Ausgelöst wurde dies durch meinen ersten Tintenstrahldrucker von 1998, dessen Farbe sich bei Feuchtigkeit noch gerne ablöste. Um den Druck zu fixieren überzog ich die Ausdrucke mit dem matten UV-Lack von MARABU. Die daraus resultierende Stabilität und Festigkeit der Oberfläche brachte mich dazu, auch offsetgedruckte Modellbaubogen mit Klarlack zu überziehen.


    Jahrelang war ich mit dem matten UV-Lack von MARABU sehr zufrieden. 2017 bekam ich dann jedoch Probleme, als sich auf grünen und blauen Flächen meiner Tintenstrahlerausdrucke erstmals weiße Ausblühungen ergaben. Ich nahm daher Kontakt mit MARABU auf und schilderte meine Probleme. Dort war man sehr freundlich und erbat Referenzproben der Ausdrucke und die betreffende Sprühdose. Nach einigen Wochen erhielt ich dann die Antwort: Auch im Labor bei MARABU zeigte die von mir mit eingeschickte Dose auf den ebenfalls von mir eingeschickten Ausdrucken die Probleme. Die Referenzprobe aus dem Labor selber zeigte diese Schwierigkeiten jedoch nicht. Erklären konnten mir die freundlichen Mitarbeiter von MARABU dieses Problem / Phänomen jedoch leider nicht. Ich erhielt als Entschädigung eine neue Sprühdose UV-Lack matt, die jedoch bei Versuchen die gleichen Schwierigkeiten verursachte.


    Zuerst dachte ich auch, dieses Phänomen sei nur auf meinen jetzigen Tintenstrahldrucker von HP und die verwendeten Originalpatronen zurückzuführen. Inzwischen hatte ich jedoch von einem befreundeten Kartonmodellbauer aus der Nachbarschaft erfahren, dass dieses Phänomen auch bei ihm und Offsetdrucken auftrat.


    Fazit: Scheinbar wurde in der Serienfertigung der MARABU-Sprühdosen etwas an der Rezeptur geändert, was bei den Analysen zur Freigabe der Produktion nicht in die Prüfkriterien einging. Und wahrscheinlich auch nicht bei allen Farben der diversen Druckarten und Hersteller zu Problemen führt.

  • Aus Anlass dieser Erfahrung kam ich nun auf die Idee, mit verschiedenen Lacken zu experimentieren. Als erster Aspirant ging ein wasserbasierender Lack von der Fa. GHIANT an den Start. Getestet habe ich an einem alten Modellbaubogen aus dem Comicheft YPS von etwa 1978, einer „Ansaldo A.1 Ballila“. Dieses Modell wollte ich ohnehin als kleine Fingerübung für zwischendurch bauen.


    Fazit: Der Lack wellte den Karton stark. Auch bügeln bei niedriger Temperatur half nicht wirklich. Lediglich durch massives Verstärken aller Teile mit Finnpappe gelang es mir wieder, ebene Flächen bei den Bauteilen zu erzielen. Dazu kam, die Lackschicht reagierte auf den von mir bevorzugten Klebstoff Typ UHU-Kraft mit ihrer Auflösung. Meiner Meinung nach für Kartonmodellbaubogen leider völlig ungeeignet, eher etwas für Puzzles oder Kunstdrucke auf festem Untergrund. Einziger Vorteil: Zu Ausblühungen kam es definitiv nicht.

  • Testkandidat Nr. 4 war wieder von der Firma GHIANT, diesmal unter der Bezeichnung „Inkjet Fix“. Hier sah das Resultat folgendermaßen aus: Eine erste aufgetragene Schicht wurde restlos vom Karton absorbiert, der Karton war immer noch empfindlich. Eine zweite Schicht erzeugte einen fleckigen Überzug. Daher war eine dritte Schicht erforderlich, um wieder eine durchgängige, nunmehr glänzende Oberfläche zu erzeugen. Als Folge davon entstand eine sehr stabile, harte, jeglichen Abrieb verhindernde Oberfläche. Leider auch recht spröde.


    Getestet habe ich dann wieder an einem alten Modellbaubogen aus dem Comicheft YPS von etwa 1978, diesmal der „Curtiss N 9“. Auch dieses Modell wollte ich als kleine Fingerübung für zwischendurch bauen. Diesmal brauchte ich die Teile nicht auf Karton zu verstärken, die Stabilität durch den Lack war mehr als ausreichend.


    Fazit: Der Karton wird zu hart und verliert an Geschmeidigkeit. Somit leider auch nicht wirklich brauchbar.

  • Die Versuche 5 und 6 fanden mit weiteren Lacken der Firma GHIANT statt: Einmal dem „GHIANT Fix Basic“ und dem „GHIANT Fix Cocentratet“. Leider konnten mich beide Lacke nicht überzeugen. Sie wurden zwar beim ersten Auftragen sehr gut vom Karton absorbiert und verschwanden nahezu vollständig im Karton. Leider erzeugten sie aber auch keinen Schutz: Die Oberfläche blieb empfindlich, Abrieb des Druckes war möglich. Flüssigkeitstropfen konnten immer noch in den Karton eindringen. Erst beim Auftragen einer zweiten Schicht erzeugte „GHIANT Fix Cocentratet“ einen fleckigen Überzug. Daher war eine dritte Schicht erforderlich, um wieder eine durchgängige, nunmehr glänzende Oberfläche zu erzeugen. Doch dadurch war ein extrem hoher Verbrauch eingetreten. Der Einsatz dieser Sorte ist für mich persönlich rein wirtschaftlich nicht vertretbar. „GHIANT Fix Basic“ wurde selbst in der dritten Lage noch nahezu aufgenommen und dennoch blieb der Karton und der Druck empfindlich. Am problematischsten erwiesen sich dann noch Versuche auf Offsetdrucken: Hier wurde die Druckfarbe sogar angelöst, und Schlierenbildung im Druck war zu erkennen.


    Fazit: Beide Lacke leider für mich und meine persönlichen Zielvorstellungen nicht wirklich brauchbar!


    Bis zum nächsten Versuch wird wohl nun etwas Zeit vergehen, ich bitte interessierte Leser um Geduld.

  • Dem möchte ich mich anschließen, sehr interessant. Plane auch,eines meiner nächsten Projekte vor dem Anschneiden zu "Konservieren" und da ist dein Testbericht super.


    MfG Micha

  • Hallo Axel, interessant, was Du zu den Lacken schreibst!

    Die weißen Ausblühungen bei Marabu UV Schutz Matt habe ich auch erlebt. Keine Ahnung, warum das plötzlich aufgetreten ist.

    Ich werde ihn zumindest bei schwarzen Flächen nicht mehr verwenden.

  • Hallo,


    Das ist mir mit dem Mattlack von Marabu auch passiert, ich wollte meinen LowPoly-Hirsch besprühen und der ist total milchig geworden, gottseidank habe ich an der Rückseite begonnen und dann vorne nicht mehr weiter gemacht... war einfach grottig.


    Der glänzende hingegen scheint mir in Ordnung zu sein, ich werde aber demnächst mit Zaponlack experimentieren, mal sehen.


    LG

    Robert

  • Moin Axel,

    hoch spannend und lehrreich, Deine Versuche und vielen Dank dafür.

    Für weitere Versuche möchte ich folgende Anregungen geben:


    1. Fixativ
    Wird für Pastell-, Kohle- und Bleistiftzeichnungen verwendet. Vergilbungsfreie Produkte bevorzugen.
    Ich nehme das Zeug u. a. zum leichten Versteifen des (Serafil)-Takelgarns. Erhältlich im Künstlerbedarf.


    2. Tapetenschutz

    Ein leider bereits verstorbener Freund hatte seine Modellbögen vor der Verarbeitung mit Tapetenschutz auf Acrylbasis

    eingepinselt. Erhältlich in jedem Baumarkt.


    Beste Grüße und viel Erfolg wünscht


    Manfred

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • Hallo Axel,


    ich benutze schon seit Jahren Sprühfilm von Lukas mit UV-Schutz. Extra für Drucke geeignet und es gibt ihn in matt, seidenglanz und glänzend. Zu bekommen ist er in der Künstler/Bastelabteilung einer großen Baumarktkette mit drei Buchstaben. :) Habe nie Probleme gehabt. Meine "Schleswig-Holstein" glänzt damit seit über 25 Jahren!

    Mit besten Grüßen


    Andreas Paul

  • Hallo Axel,


    ich benutzte schon seit längerer Zeit Acryl-Klarlack auf Wasserbasis. Einmal zum Vorstreichen des Modellbogens, und dann noch einmal nach dem Bau. Dieser Lack hat zudem den Vorteil, dass er (in Grenzen) auch noch Klebstoffreste kaschiert.


    Mit österlichem Gruß, Ulrich

  • Weiße Ausblühungen bei Mattlack sind im Plastikmodellbau ebenfalls ein bekanntes Problem, egal ob bei Aufträgen mit einer Airbrush oder aus Sprühdosen. Der Grund ist hier imer der selbe: Das im Mattlack enthaltene Mattierungsmittel ist nicht homogen verteilt, sammelt sich und wird als weißer Belag sichtbar.


    Um das zu vermeiden hilft nur schütteln, schütteln, schütteln vor dem Auftragen. Und am besten nochmal schütteln. Und ein weiteres Mal. Kein Witz: Man sagt Dosen sollten ca. 5 Minuten geschüttelt werden.


    Man kann dann trotzdem noch Pech haben, einfach wenn quasi zuviel Mattierungsmittel im Lack ist und es sich auch durch noch soviel Schütteln nicht gleichmäßig verteilen kann.


    Bei glänzendem Lack hat man das Problem deswegen nie, da kein Mattierungsmittel enthalten.

    Gruß aus MG und "In glue we trust"
    Marco ("The Baseman")

  • Moin Axel,


    das ist eine äußerst interessante Testreihe - die aber durchgängig schlechte Ergebnisse bei teuren Lacken zeigt.


    Vielleicht sind "Billig"-Lacke eine Lösung? Ich denke da gerade an Lidl o.ä.


    Oder "Stufenlack" für Treppen?

    Gruß aus Ostfriesland, Ralf

  • Guten Morgen!


    Ich bin überrascht, wie viel Resonanz meine Beiträge erfahren. Herzlichen Dank dazu an alle Schreiber!


    Und ich finde es sehr interessant zu erfahren, dass noch mehr von Euch diese Probleme mit dem UV-Lack von MARABU hatten, der ja lange Zeit wohl doch als DER Referenzlack in unserem Hobby galt. Immerhin liegt dazu sogar ein offizielles Statement von MARABU vor.

    Die Lacke von LUKAS kommen auch noch dran. Ebenso wie jene von SCHMINCKE.


    Ulrich, wie heißt der Lack denn genau, den du verwendest? Dann werde ich ihn vielleicht in meine Testreihe mit einbeziehen.


    Marco, deine Ausführungen sind hochinteressant. Wenn zuviel Mattierungsmittel in eine Produktionscharge gemengt wird weil die Rezeptur geändert wurde hat man natürlich verloren...;(


    Wobei natürlich auch noch die Frage ist, inwieweit es sich bei den jeweiligen "Markenfirmen" überhaupt noch um selbständig hergestellte Produktlinien handelt. Merke: die gemengte Brühe aus dem großen Bottich lässt sich bequem in viele kleine Dosen mit verschiedenen Etiketten abfüllen... :rolleyes:


    Viele Grüße


    Axel

  • Hallo Axel,


    ich glaube, es waren verschiedene Sorten, je nachdem was ich gerade fand.

    Vor mir steht noch ein fast leeres Glas "Hobby Line Acryl Seidenglanzlack . auf Wasserbasis . schnell trocknend".


    Mit herzlichem Gruß, Ulrich

  • Hallo Ulrich,


    vielen Dank für die Antwort. Mal schauen, ob ich auch dieses Produkt einmal in meine Tests einbeziehen kann.


    So, jetzt geht es hier weiter.


    Der nächste Kandidat: "JAXELL Universal Fixativ", Versuch 7. Hier zeigte sich das selbe Verhalten wie bei den Versuchen 5 und 6 mit „GHIANT Fix Basic“ / „GHIANT Fix Concentratet“. Wahrscheinlich basieren sie auf der selben Rezeptur und chemischen Zusammensetzung. Besonders bedenklich auch hier die Eigenart, bei intensiverem Auftrag die Farbe von Offsetdrucken anzulösen.


      

  • Die drei Lacke „„GHIANT Fix Basic“, „GHIANT Fix Concetratet“ und "JAXELL Universal Fixativ“ hatten irgendwie dieselben Eigenschaften gezeigt: sie absorbierten die ersten Lackschichten vollständig, erzeugten jedoch keinen festen Film und keine stabile Oberfläche. Doch dann kam ich auf eine Idee: vielleicht konnten sie ja das Ausblühen von MARABU verhindern? Der zu Beginn im ersten Bericht erwähnte Modellbaufreund vertrat die These, dass der von „Marabu UV-Lack“ hervorgerufene weiße Niederschlag eine Folge der Reaktion mit Kobalt sein könnte. Denn das Problem tritt in erster Linie bei Farben auf, in denen irgendwie Blau vorkommt, welches auf Kobaltbasis hergestellt wird. Meine Idee war daher, vielleicht schieben sich die oben erwähnten Lacke zwischen die Ausdrucke mit dem Kobalthaltigen Blau und dem „Marabu UV-Lack“.


    Ich lackierte also drei identische Ausdrucke gründlich mit dem jeweiligen Lack zweimal und zog dann noch einmal eine Schicht „MARABU UV-Lack Matt“ darüber. Und hier zeigten sich dann völlig verschiedene Reaktionen: "JAXELL Universal Fixativ“ blühte extrem aus, der Bogen war unbrauchbar. Bei „GHIANT Fix Basic“ zeigte sich nur an einigen weißen Stellen ein leichter, weißer Niederschlag. Doch die freudigste Überraschung: bei „GHIANT Fix Cocentratet“ bildete sich durch den nachträglich aufgetragenen „MARABU UV-Lack Matt“ eine feine, dünne, elastische Oberfläche. Nun war dieser Bogen resistent gegen Abrieb und Feuchtigkeit, nichts blühte mehr aus, kein weißer Niederschlag mehr. Vielleicht der Ansatz, eine zwei-Stufen Lösung?


      


      


      

  • Den Mattlack von Schmincke kannst du gleich mal von der Liste streichen - ist ungeeignet (nimmt zuviel Farbe weg / milchig weiss). Außerdem entmischt er sich sehr schnell (die Pigmente für die Mattierung setzten sich ab) und ist dann fast nicht mehr zu aktivieren, bzw. aufzuschütteln. Um ein Wellen des Papiers zu vermeiden, sollte es ein Stinker sein - also kein wasserhältiger Lack. Früher habe ich gerne mit Tamiya - Mattlack gearbeitet, allerdings muß man hier sehr vorsichtig sein und sehr dünne einnebeln, sonst ist alles milchig weiss. Lacke für den Künstlerbedarf (weiter oben erwähnt) kann ich auch empfehlen.

    Stell' Dir vor da ist ein Forum ... und keiner schreibt was!

    Edited once, last by fuchsjos ().

  • Servus Axel,


    recht interessant dein umfangreicher Test zu Lack für Kartonmodelle.

    Meine sämtlichen Modelle konserviere ich schon jahrelang mit Zapon-Spray.

    Ob glänzend oder seidenmatt habe ich damit beste Ergebnisse erzielt.

    Wichtig ist nur den Lack sehr sparsam aufzusprühen, besser eine dünne zweite Schichte als bei der ersten zu viel Lack.

    liebe Grüße aus Klagenfurt am Wörthersee,

    Seppi

  • hallo Zusammen ich versiegel meine Modelle erst immer mit einen dünnenfilm vom Sekundenkleber ...( diesen flächenmäßig auftrage und mit einen Holzpachtel verziehen ) .Dieser härtet in Sekunden aus und anschließend wird mit Klarlack weitergearbeitet ist aber nur meine Meinung zum thema/ beitrag zum Lacken.. Da blüht auch nichts mehr aus und das Modell fühlt sich nach zwei /drei Anwendungen je nach Modellgrösse an als wäre es aus Plastik hergestellt ... so härtet es durch .und lässt kein Eindrücken mehr zu ... Da ich selbst auch auf grossen Modellen diese Prinzip anwende , mit dem Resultat bin ich sehr zufrieden..

    lg bernd

  • Hallo,

    vor Jahren hatte ich auch das Problem mit dem Marabu. Ich bin dann nach dem Trocknen nochmals mit Marabu drübergegangen. Die Ausblühungen verschwanden. Also wie oben in einem anderen Beitrag eirwähnt einen Stufenlösung. Ich bin aber danach von dem Einsprühen wieder abgekommen, weil es bei mir Im Hause sehr empfindliche Nasen gibt, die auf solche Spray sehr allergisch reagieren.

    Ulrich

  • Hallo Axel!

    Deine Forschungsarbeit ist offenbar ein dankenswerter Beitrag mit viel Resonanz. Ich arbeite zwar selbst nur mit gekauften Baubögen, aber für sehr filigrane Ausschneidungen hat mir ein Bremer Kartonbauer den Tipp gegeben, nach dem vorsichtigen Ausschneiden das Konstrukt mit transparentem Fingernagellack zu stabilisieren.

    Funktioniert gut (siehe meine "Crostafels" Bilder).

    Gruß, Jupp

  • Hallo,


    vielen Dank für die anregenden Antworten.


    fuchsjos, vielen Dank für die Warnung. Allerdings habe ich mir schon zwei Dosen von dem "Schmincke" - Zeug gekauft. Mal schauen, ob er für irgendwas brauchbar ist. Ich hoffe, die Testreihe bald fortsetzen zu können.


    @Seppi, der Tipp ist gut, ich habe mir den "Zapon" - Lack jetzt auch bestellt und werde ihn demnächst mal erproben.


    Ulrich, vor vielen Jahren entstanden manchmal bei MARABU Ausblühungen, die konnte man durch neuerliches Überlackieren verschwinden lassen. Die Ausblühungen der letzten Jahre scheinen aber andere Ursachen zu haben, ich verweise hier auf die Korrespondenz mit MARABU und deren Versuche in meinem ersten Beitrag.


    jupp, Fingernagellack, nicht uninteressant, aber den gibt es wohl leider nicht in der Sprühdose. ;)


    Viele Grüße


    Axel

  • Moin Axel!

    Ich habe lange Zeit den Marabu-UV-Lack verwendet Dann hat mir jemand den UV-Schutzlack von Conrad empfohlen, mal Auspropieren, sei preiswerter. Ich habe damit gute Erfahrung gemacht.Der Lack kommt von Pharao und heißt Ink Jet Fixier Spray (Glänzend oder Matt) + UV-Filter.

    Zampon-Lack kann man unbedenklich Verarbeiten. Ich habe ihn schon mit beginn meiner Kartonbaukarere benutzt.

    Viele Grüße aus Bremen

    und bleibt alle Gesund!!!

    Axel S.

  • So liebe Kartonklebekünstler, jetzt geht es weiter mit „Jugend forscht“. Der nächste Lack in der Testreihe, Kandidat Nr. 8, war von der Firma „Hahnemühle“. Hierbei fiel mir die angenehme Verteilung des Lackes auf, ein feiner Sprühnebel ohne viel Druck verließ die Sprühdose, sehr angenehm zu verarbeiten. Allerdings zeigte er bei starkem Auftrag auch wieder die Neigung, Offsetdrucke anzulösen. Dann begann ich jedoch, die Sprühnebel sehr fein und in mehreren Schichten mit längeren Trocknungsphasen aufzutragen, und so ließen sich auch die Offsetdrucke bequem lackieren. Allerdings blieb auch nach dreimaligen Auftrag die Oberfläche feuchtigkeitsempfindlich und war nicht gegen Abrieb geschützt. Ich griff dann die Idee der zwei-Stufen Lösung wieder auf und lackierte mit „MARABU UV-Lack Matt“ nach. Das Ergebnis war für mich sehr zufriedenstellend, es bildet sich eine dünne, feste Schicht an der Oberfläche, die sehr resistent war. Ich lackierte dann einen Tintenstrahlerausdruck in diesem Verfahren, dieser grüne „Opel Kadett B“ soll in nächster Zeit ohnehin mal auf meiner Schneidmatte enden. Beim aktiven Bau, mit knicken und runden, wird die Lackkonstellation noch beweisen müssen, ob sie die Erwartungen erfüllt. Aktuell ist das Resultat die am besten zu scheinende Lösung.


      


      


  • Versuch Nr. 9 war dann das erste „Schmincke“ – Produkt. Hierbei muss erwähnt werden, dass es von „Schmincke“ verschiedene Lacke in Sprühdosen gibt. Hier erst einmal mit der Nr. 50401 „Universal-Fixativ“. Das Ergebnis brachte keine besonderen Erkenntnisse. Wie schon bei manch anderem getesteten Fixativ wurde der Lack auch nach der dritten Schicht noch vom Karton absorbiert. Die Oberfläche blieb auch hier dennoch empfindlich gegen Feuchtigkeit und Abrieb. Ich verzichtete auf umfangreiche weitere Tests, da sich dieser Lack nicht positiv von den zuvor getesteten Sprühdosen der anderen Kandidaten abhob. Der Sprühstrahl war recht heftig und der Druckstoß nicht angenehm zu verarbeiten.



  • Interessant, ich habe gerade diesen Beitrag entdeckt, der seinerzeit wohl keine Beachtung fand: Marabu Mattlack neue Rezeptur?


    Das Thema, ob und wie die bisher getesteten Lacke auf Digitaldrucke reagieren könnten habe ich noch nicht erfasst, und werde es im Zuge der Experimente leider nicht realisieren können.


    Aber auch dieser Aspekt sollte im Hinterkopf bewahrt werden.


    Jetzt erst mal wieder eine Pause.


    Viele Grüße


    Axel

  • Ein Fixativ kann nicht wie gewünscht funktionieren. Ein Fixativ ist dazu gedacht, ein trocken aufgebrachtes Pigment, wie z.B. bei Bleistiftzeichnungen, trockenen Aquarellstiftzeichnungen, Pastellkreidezeichnungen etc., anzufeuchten und leicht anzulösen, so dass es in den Maluntergrund einziehen kann und nicht nur auf dessen Oberfläche liegt. Nach dem Wegschlagen in den Untergrund (im Gegensatz zu Lack SOLL ein Fixativ in den Untergrund möglichst komplett einziehen) haftet es besser und ist dadurch abriebfester. Bei Drucken sind sie daher, da kein loses Pigment vorhanden ist.

    Gruß aus MG und "In glue we trust"
    Marco ("The Baseman")

  • Axel,

    Hab vielen Dank für Deine Aktivitäten!
    ich bewundere Deine Hartnäckigkeit.


    Ich frage mich, ob es nicht sinnvoller sein könnte, das fertige Modell vorsichtig mit Airbrush und einen Seidenmatten klaren Lösungsmittelhaltigen Modellbaulack zu lackieren: wolkiger dünner Auftrag in mehreren Schichten. Die Airbrush hat den Vorteil, das man mit dem Farbstrahl auch in versteckte Winkel hineinkommt.
    Ich hatte in meiner aktiven Zeit so kleine Gläser von Lukas verwendet. Schon ne Weile her, es kommt ja darauf an, was heute in den Dosen drin ist.


    Viele Grüße

    Thomas

  • Hallo!


    So, nun geht es hier weiter. Es hat ein wenig länger gedauert.


    Marco: Vielen Dank für deine Ausführungen. Witziger weise zeigte genau Testkandidat Nr. 10 die von mir gewünschten Eigenschaften, und es ist auch ein Fixativ!


    Es handelt sich hier um das nächste Produkt aus dem Hause "Schmincke", das "Aquarell - Fixativ" mit der Endnummer 403. Zuerst einmal erprobte ich die Dose an einem Offsetdruck, und hier war ich angenehm überrascht: Der Druck wurde nicht angelöst, der recht dünne Karton wellte sich nicht. Ich trug dann mehrere Lagen auf, und ab der dritten Lage stellte sich dann eine Sättigung des Kartons ein. Nach der vierten Sprühschicht blieb ein dünner, eher erahnbarer Film auf der Oberfläche.


    Dann der Belastungstest: ein Klecks UHU-Kraft, ein Klecks UHU-Flinke Flasche, ein Klecks Kittifix, etwas Bemalung mit Aquarellstiften. Und zu meiner großen Freude, es ließ sich ALLES rückstandslos entfernen! Die Oberfläche des Offsetdrucks war richtiggehend versiegelt.


    Der anschließende Versuch auf einem Tintenstrahlerausdruck ergab, dass hier vier Lagen Sprühschicht nicht ausreichen. Der Karton für meinen Drucker ist etwas dicker, und nach der vierten Schicht war zwar eine Unempfindlichkeit gegenüber lösungsmittelhaltigen Klebstoffen gegeben, Feuchtigkeit drang jedoch immer noch in beschränktem Maße ein. Ich werde die Versuche mit diesem Lack noch etwas ausweiten.


  • Guten Morgen


    Auf dem "Sammelfoto" sind nur jene Sprühdosen, die ich noch nicht verwendet habe, also ungenutzt in der Warteschlange harren.


    Demnach ist "Schmincke" Nr 403 nicht dabei, da im vorherigen Beitrag schon teilweise erprobt und separat abgebildet. ;)


    Viele Grüße


    Axel

  • Aah, wer ordentlich liest ist klar im Vorteil :whistling:
    Dann hast du ja noch einige Tests vor dir.
    Aber bitte nicht nebenher den eigentlichen Modellbau vergessen ;)

    Gruß aus Ostfriesland, Ralf

  • Hallo,


    dann möchte ich meine Ausführungen hier mal fortsetzen. Wie weiter oben erwähnt wollte ich mit dem „Schmincke Aquarell – Fixativ“ mit der Endnummer 403 noch weitere Versuche machen. Wie schon ausgeführt, wurde der Offsetdruck auf recht dünnem Papier schön versiegelt und war resistent. Der Tintenstrahlerdruck bedurfte allerdings zwei Sprühlagen mehr, vermutlich, weil der Karton dicker war. Danach war auch er versiegelt und resistent gegen Klebstoffe, Wasser und Aquarellstifte. Allerdings gefiel mir die Oberfläche nun nicht so recht, es waren leichte Unregelmäßigkeiten zu erkennen. Als sei der Lack ungleichmäßig verteilt worden. Und dann kam ich auf die Idee und zog noch einmal eine Schicht „Marabu UV Schutz Matt“ über. Das Ergebnis hat mich begeistert: Es entstand eine absolut matte, sämtliche Unschönheiten ausgleichende Schicht, die nur erfühlt, jedoch nicht gesehen werden konnte. Mein Fazit: bei einem der nächsten Bauten werde ich mal versuchen, mit dieser Konstellation praktisch zu arbeiten.

  • Da ich aber nun mal die weiteren Sprühdosen gekauft habe gehen die Experimente auch erst mal weiter. Auch wenn ich schon jetzt eine sehr brauchbare Lösung gefunden zu haben glaube. Die Testkandidaten Nr. 11 und 12 waren Fixative von „Gerstaecker“ und „Caran D’Ache“. Beide beeindruckten mich nicht wirklich, sondern zeigten die üblichen Verhaltensweisen: Trug man sie zu dick auf, lösten sie die Offsetdrucke an, und selbst nach drei Sprühlagen blieb die Oberfläche empfindlich gegen Feuchtigkeit und dementsprechende Klebstoffe. Also keine besonders positiven Effekte.