Hafenfähre JAN MOLSEN/ 1:250/ HMV (modernisiert)

  • Hallo Modellbaufreunde !


    Mein nächstes Projekt führt mich wieder tief in meine Kindheitserinnerungen. Meine Geburtsstadt Neumünster in Schleswig-Holstein liegt zwar im Binnenland, aber da mein Vater berufsbedingt früh ein Auto hatte und er auch schiffsbegeistert war, fuhren wir öfter einmal nach Breiholz am NOK, nach Kiel oder auch nach Hamburg. Jährliches Highlight für mich war aber der Pfingstbesuch bei Tante Paula und Onkel Willi in Cuxhaven. Schon auf der Überfahrt von Glücksstadt nach Wischhafen begegneten wir den beiden Helgoland-Schiffen BUNTE KUH und WAPPEN VON HAMBURG. Am Pfingstsonntag zuckelte regelmäßig die JAN MOLSEN von Hamburg nach Cuxhaven.


    Umso mehr habe ich mich 1999 gefreut, als Piet einen Modellbaubogen von der JAN MOLSEN gezeichnet hat. Allerdings hat er sie so gemacht, wie sie 1925 in ihrem Ursprungszustand war - mit grünem Rumpf und gelben Aufbauten. Die JAN MOLSEN meiner Kindheit war aber schneeweiß mit einer grünen Bauchbinde, sie war auch deutlich umgebaut und modernisiert.

    Dieses Modell will ich jetzt bauen und euch davon berichten.


    Das Spantgerüst konnte ich zu 100% übernehmen.

    Auf dem achteren Hauptdeck müssen einige Details untergebracht werden, bevor dieser Teil überbaut wird.

    Das Brücken- und Bootsdeck konnte ich geometrisch auch übernehmen, allerdings ist dieses Deck nach dem Umbau begehbar und hat auch viele Bänke bekommen. Deshalb habe ich neue Signaturen u.a. mit einer Beplankung gezeichnet.

    Die Bordwände haben neue, größere Fenster bekommen. Das Hinterkleben der Fensterunterteilungen ist eine schöne Fleißarbeit, sieht aber im Modell gut aus.

    Da ich in diesem Forum nicht der einzige alte Sack bin, der sich an dieses Schiff erinnern kann, hoffe ich ja auf euer Interesse. Vielleicht kann der eine oder andere auch noch Fotos aus dem alten Familienalbum beitragen, denn das Fotoangebot von der JAN MOLSEN im Netz ist nicht gerade prall.


    Henning

  • Hallo Henning,


    da waren wir in unserer Kindheit ja fast Nachbarn,

    bin in Kiel geboren und in Flintbek aufgewachsen vielleicht sagt es Dir etwas.

    Auch für mich war der Sonntägliche Ausflug nach Breiholz ein Erlebnis dem

    ich die ganze Woche entgegengefiebert habe.

    Wir hatten allerdings noch kein Auto, aber als Sozius auf dem Moped (NSU Quickli)

    immer ein Erlebnis.


    Gruß


    Jürgen

  • Hallo Jürgen !


    Ich hatte einen Klassenkameraden aus Flintbek. Liegt die Eider-Quelle nicht ganz in der Nähe von Flintbek, oder verwechsele ich das ? Als ich 16 war, hatten alle meine Klassenkameraden ein Moped. Der Mercedes unter den Mopeds war damals die Kreidler Florett. Wer weniger Wert auf Speed und mehr Wert auf Kult legte, fuhr die 50 ccm- Vespa. Mir blieb beides verschlossen. Bevor mein Vater ein Auto hatte, war er Mororrad gefahren. Damit hatte er einmal einen Unfall, was zur Folge hatte, dass er es mir verboten hatte, selbst Moped zu fahren. Ich habe deshalb auch viele Stunden meiner Jugend als Sozius auf dem Moppett verbracht.


    Henning

  • Moin Henning,


    in meiner Kindheit und frühen Jugend war der Anleger Stadersand fast meine zweite Heimat. Aus 1955 gibt es ein Foto, allerdings weiß ich wegen des oben abgeschrägten Schornsteins nicht sicher, ob es die Jan Molsen war.


    1955


    Ein weiteres Foto zeigt eindeutig die Jan Molsen, auf der ich mit meinem jüngeren Bruder 1960 von Stadersand nach Cuxhaven fuhr, meine erste Seereise sozusagen.


    1960


    ich weiß nicht, ob Dir die Bilder großartig weiterhelfen. Auf jeden Fall freue ich mich dass Du Dir dieses Dampferchen wieder vorgenommen hast.


    Beste Grüße und gutes Gelingen


    Manfred

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • Hallo Henning,


    das Quellgebiet der Eider liegt weiter östlich.

    Flintbek liegt etwa 12 km von Kiel an der ehem. B4

    in Richtung Neumünster.

    Gut möglich, das einige Schüler aus Flintbek in Neumünster zur

    Schule gegangen sind.

    Ja,ja die Florett ein Traum auch meiner Jugend, leider nie wahr geworden

    aber für den Führerschein Klasse 5 hat es gereicht :D.

    Dir weiterhin viel Erfolg bei dem Projekt und noch einen schönen Sonntag.


    Jürgen

  • Vielen Dank, Manfred für die netten Fotos !


    Die Bb.-Bordwand ist nun auch angebracht, außerdem ist die runde Aufbauwand des Salondecks hinzugekommen.


  • Heute habe ich mich mit dem Vorschiff beschäftigt, wo ich Schanzkleidstützen, Ankerwinde, Poller, Umlenkrolle, Lüfter und Rettungsringe eingebaut habe. Auf dem Bootsdeck habe ich mit den Lüftern und mit den Bänken angefangen.


  • Moin Henning,

    ich schließe mich Jochen an....diese Version finde ich auch deutlich attraktiver.

    Viele Grüße


    Mathias

    :cool: Alles hinterfragen und niemals aufgeben! (James Dyson)

  • Ich freue mich ja, dass Jochen und Mathias die modernisierte Version auch viel attraktiver finden als die Ursprungsversion. Meistens sind Umbauten ja Verunstaltungen.


    Heute habe ich einen Lüfter, zwei Rettungsringe, vier Bänke, vor allem aber die beiden Boote samt Davits und Bootswinden gebaut. Ursprünglich waren vier Boote an Bord. Die Davits sind auch deutlich verändert worden.


  • Hallo Henning,

    geht Dir das auch so? Da möchte man ein Modell bauen, so wie es auf dem Bogen gedruckt ist. Aber dann sieht man, dass hier oder da etwas verändert oder neu angebracht werden kann. Und schwupps steckt man in einem Umbauprogramm.

    Ulrich

  • Ulrich, als ich den Bogen sah, habe ich mir gleich gesagt, dass ich das Modell so nicht baue.


    Was ich heute gebaut habe, das ist der Kompass, die Posis, eine Leiter zum Peildeck, die Masten mit Takelung und Flaggen, außerdem noch ein paar Bänke.



    Um das Modell fertig zu stellen, muss ich auf die vierzügige Musikdampfer-Reling warten. Es fehlen auch noch acht Bänke.

  • Da mich die Post mit der Relingsplatine sitzen lässt, habe ich angefangen, für JAN MOLSEN und Konsorten einen anständigen Anleger zu bauen. Es kommen noch zwei gleich große Pontons dazu.


  • Fertigstellung


    Nach einigen Tagen Unterbrechung ist die Platine von der vierzügigen Musikdampferreling eingetroffen, so dass ich die JAN MOLSEN fertig- und in Dienst stellen konnte. Sie passt auch gut zu der Landungsbrücke, die ich extra ihretwegen gebaut hatte. Von der Rückseite sieht die Ladenzeile aus wie ein Hühnerstall, aber das ist in St. Pauli auch so.


        



      




    Als ich die neue HADAG-Fähre gebaut hatte, habe ich ja davon berichtet, dass meine Frau und ich vor kurzem an der St.Pauli-Landungsbrücke waren. Uns sind natürlich die blöden Mississippi-Imitate nicht verborgen geblieben. Meine Frau fragte mich daraufhin, ob Hamburg keine eigene Schiffbautradition hätte. Bei solch einer Frage kann man ja ausrasten. Als ich die JAN MOLSEN baute, dachte ich, die hätte man doch viel eher als Vorbild nehmen können. Später wurde mir klar, dass das keine gute Idee war. JAN MOLSEN hat Abermillionen Arbeiter von den St. Pauli-Landungsbrücken zu ihren Werften und Häfen gebracht. Für mich ein ganz starkes Stück Hamburg, aber zu dem Sightseeing- und Partyvolk, das bespaßt werden will, passt das denn doch nicht.


    Vielen Dan für euer Interesse und eure Anerkennung


    Henning

  • Moin Henning,


    "saugut" ist jetzt wohl ein passender Ausdruck, oder?

    Die Jan Molsen ist ein Schuckstück geworden und weckt viele Erinnerungen an HH.

    Beste Grüße

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.