Vomag 7 / 660, Verlag model-hobby.pl, M: 1:25

  • Die letzten drei Wochen habe ich mich unter anderem mit den Scheinwerfern beschäftigt. Wie so oft, war ein Foto aus dem Internet der Auslöser. Ich möchte den LKW ohne zusammen gekniffene Augen darstellen, da er meiner Meinung nach so hübscher aussieht. Dafür mußte ich allerdings eine akzeptable Lösung für die Scheinwerfergläser finden.



    Meine erste Lösung war eine Darstellung als Ausdruck auf Folie. Im Internet habe ich ein Foto eines alten Bosch Scheinwerfers in guter Auflösung gefunden. Dieses Foto wurde durch Nachbearbeitung weitgehend entzerrt und in eine brauchbare runde Form gebracht.


    Auf transparente Folie gedruckt, ausgeschnitten, mit einer kleinen Kuppel aus Bondic versehen und mit einem kleinen Ring in das Gehäuse eingeklebt. Nicht schlecht, aber nicht gut genug. Lösung verworfen!



    Für den nächsten Versuch habe ich das Foto des Scheinwerferglases nachgezeichnet.


      

    Diese beiden Zeichnungen habe ich zu einer 3D-Form komponiert, ausgedruckt, mit teflonhältigem Trennspray eingesprüht und die Form mit Bondic aufgefüllt. Meine Hoffnung war, daß sich Bondic aufgrund des Trennsprays nicht mit der Gussform verbindet - diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt - die beiden Teile waren so gut miteinander verbunden, eine Trennung war unmöglich. Es gibt kein Bild von den Splittern ... aber Kompliment an Bondic, dieser Kleber hält wirklich bombenfest!


    Der dritte Versuch begann wieder mit einer gedruckten Form, allerdings diesmal als Negativ.



    Die negative Form wurde mit Silikon Kautschuk ausgegossen und in ein Positiv verwandelt.



    Die Silikonform wurde nun wieder mit Bondic gefüllt und diesmal mußte Bondic passen. Der Glasteil konnte mühelos aus der Form gelöst werden. Die Oberfläche wurde noch mit Klarlack versiegelt (Bondic bleibt nach dem aushärten leicht klebrig und verewigt jeden Fingerabdruck) und präsentiert sich nun so.



    Der Reflektor des gedruckten Scheinwerfers wurde noch mit Alclad II verchromt. Die Glühbirne wurde mit einem kleinen Kelch simuliert.



    Die Linse ist auf diesem Bild nur eingelegt. Die Paßgenauigkeit ist so gut, daß ein Hauch von Klebstoff genügt um sie dauerhaft zu befestigen. Jetzt bin ich mit der Lösung zufrieden. Die Fotos sind extreme Makro-Aufnahmen - im Modell hat die Glaslinse einen Durchmesser von gerade mal 10,6 mm.




  • Hallo Josef,


    eine gut durchdachte Lösung und das Ergebnis - da hält man den Atem an, das Glas ist perfekt, für mich der Star in dieser Baugruppe.


    Zaphod

  • Danke für die positiven Kommentare und die Daumen.



    Zwischenzeitlich habe ich die Felgen der Reifen mit Klammern versehen. Das Reifenbett war bei diesem Fahrzeug mehrteilig und wurde mit Klammern an der Felge befestigt.



    Der Fahrer bekam kuschelige Sitzpolster und Sonnenblenden spendiert und auch etwas, um sich festzuhalten.


        


    Die einzelnen Baugruppen wurden montiert und am Rahmen befestigt - damit ist das vordere Drittel des LKW's fast fertig.


          


    Durch die geöffnete Motorhaube kann man einen Blick auf den Motor werfen.


      

  • Herzlichen Dank für die netten Kommentare und die vielen 'Likes'!


    Diesmal nur ein kleiner Zwischenbericht vom Bau der Waffenplattform, die den Rest der Aufbauten tragen wird. Der Bereich für die Flak ist mit Klappwänden versehen, die ich beweglich machen möchte. Aus Stabilitätsgründen habe ich daher die Scharnierteile mit kleinen Stiften verstärkt.



    Die Plattform wird in diesem Bereich mit einem massiven Gerüst aus U-Trägern gestützt.



    Die Rautenbleche aus dem Fahrerraum waren nur eine kleine Fingerübung. Der gesamte Bereich für die Flak-Bedienung ist ebenfalls mit Rautenblech belegt. Das war die Nagelprobe für mein Verfahren.


  • Der hintere Aufbau ist mit 7 Staufächern (davon 4 für Munition) ausgestattet. Da jedes Staufach mit einem Türchen versehen ist, gestaltet sich das dazu gehörige Spantengerüst ziemlich aufwendig. Die Kontrolle der benötigten Teile ergab einige Unstimmigkeiten - zu groß, zu klein, wohin damit? Ergo habe ich beschlossen, das gesamte Gerüst in 3D zu konstruieren und virtuell zusammen zu bauen.



    Diese Konstruktion habe ich dann für die echten Bauteile verwendet.


      


    Oft ergibt sich eine Abhängigkeit von Baugruppen. In diesem Fall sind es die klappbaren Seitenwände, die stumpf an den Rahmen des hinteren Aufbaus stoßen. Für Kontrollzwecke habe ich daher diese Klappwände vorgezogen. Da ich bei Modulor ein geeignetes geflochtenes Gitter entdeckte, habe ich mich dafür entschieden (statt eines gelaserten).


      


    Die Staufächer werden alle mit Türchen versehen. Damit diese zu öffnenden Türchen auch zu bleiben, wenn sie zu sein sollen ... mußte ich mir was überlegen. Ein funktionierender Verschluß war sogar mir zu heftig, daher habe ich mich für Magnete entschieden. In die Türen wird ein Neodym Magnet Scheibchen (1,5 mm DM, 0,5 mm dick) eingeklebt und die Gegenseite bilden kleine Anschläge (1 × 1 × 3 mm) aus Karton, die auf einer Seite mit hauchdünner Stahlfolie (0,025 mm) beschichtet werden.



    Jedes Türchen wird sorgfältig eingepaßt, damit die Spaltmaße im Toleranzbereich bleiben - die QS vom Vomag ist da sehr streng.


      

  • Zwischenzeitlich sind alle Türen eingepaßt.



    Naja, Türchen zum Öffnen machen wenig Sinn, wenn nichts zum Zeigen vorhanden ist - also mußte entsprechender Inhalt her. Die Beschriftung ist mit Laser in Karton graviert, die Schriftzeichen sind 0,4 mm hoch (WrS1040A).


      



    Die Griffe für die Türchen sind auch schon fertig, werden aber aus Sicherheitsgründen erst später aufgeklebt.



    Die linke Klappwand mit dem Gitter ist mittlerweile auch (fast) fertig. Die 5 Steher bilden mit der Plattform jeweils ein Scharnier und der Überstand fixiert die Klappe in waagrechter Form.


  • Hallo Josef,


    die gelaserte Beschriftung auf dem Boden der Katusche ist ein wundervolles Detail.


    Könntest Du bei Gelegenheit ein Gesamtfoto machen und zeigen? Ich wäre sehr gespannt, wie der Vomag im Moment aussieht.


    Zaphod

  • Servus Zaphod!


    Derzeit arbeite ich an der Anpassung der zweiten Klappwand. Dann werden noch einige Kleinteile an die Plattform geklebt und erst dann werde ich die Plattform mit dem Fahrgestell verbinden. Es fehlen noch die Kabeltrommeln, ausfahrbare Stützen (vorne, hinten, links, rechts), Türen, Sitze auf der Plattform. Dann ist der erste große Teil des Vomag erledigt - dann folgt der zweite große Teil - das Geschütz.


    LG

    Josef

  • Hallo Josef


    Bei jedem anderen hätte ich angenommen, die Patronen seien aus Metall gedreht, aber bei dir gehe ich davon aus, dass sie aus Karton sind. Dazu eine Frage: wie hast du die umlaufenden Rillen hinter den Kupferringen gemacht?


    Gruss

    Andi

  • Servus Andi!

    Deine Annahme ehrt mich, aber die Munition entstand im 3D-Drucker mit einem Abschluß aus Papier (Zündpatrone, gelaserte Beschriftung). Ursprünglich wollte ich die Teile aus einem Stück herstellen.



    Das hätte bei der Bemalung aber durch die vielen Farben einen riesigen Aufwand für die Abdeckung bedeutet. Also habe ich die Patrone in vier Einzelteile zerlegt. Jetzt konnte ich jeden Teil in der jeweiligen Farbe spritzen und dann zusammenkleben. Die Ringe bei der panzerbrechenden Munition (Kupfer, Gelb) habe ich per Hand aufgepinselt. Dazu wurde der Teil in eine Bohrmaschine eingespannt und mit einem feinen Pinsel malträtiert. Die Einzelteile sind mit Zapfen versehen und sind so passgenau, dass nur sehr geringe Nacharbeit von Nöten war (mit einem Kegelsenker entgraten). Sie halten recht gut durch das Zusammenstecken und wurden nur mit einem winzigen Tröpfchen Klebstoff gesichert.

  • Hallo Josef


    Was soll man da noch sagen, wenn man vor Ehrfurcht erstarrt ist ;). Dass man mit 3D-Druckern heute so exakt drucken kann, ist völlig an mir vorbei gegangen. Da kann ich mit meinem Laserchen einpacken.


    Es ist eine unglaubliche Freude, deine Bauberichte zu verfolgen!

    Andi

  • Herzlichen Dank an Andi und Zaphod für die netten Kommentare :thumbsup:


    Die Sitze auf der Waffenplattform sind fast alle klappbar. Einerseits, um im Einsatz mehr Platz zu haben, andererseits um überhaupt einsteigen zu können. Für den Klappmechanismus waren winzige Scharniere notwendig. Die hinteren Sitze ...


      


      


    Bei der vorderen Sitzreihe ist die mittlere Bank fixiert und die beiden äußeren Sitze sind klappbar. Damit sie oben bleiben wurde wieder kleine Magnete verwendet.


      


    Die Waffenplattform wurde mittlerweile auf dem Rahmen geklebt. Außer den Sitzen wurden auch noch die Klappwände und einige Kleinteile montiert.


      



    Mit diesem Bauabschnitt wurde die endgültigen Abmessungen fast erreicht. Der Rumpf ist nun ca. 47 cm lang - zum Vergleich habe ich meinen Unterarm dazu gelegt. Hinten kommen noch zwei Kabeltrommeln und vorne noch die Stoßstange hinzu. Das wird der nächste Bauabschnitt.


  • Bei den hinteren und vorderen Anbauten wirkt die Nummerntafel als Blickfang, daher möchte ich sie plastisch ausgestalten. Als erstes werden die Schriftzeichen und ein schmaler Rahmen ausgelasert und freigestellt. Aus Bequemlichkeit habe ich dazu schwarzes Farbtonpapier mit 160g/m² (entspricht einer Dicke von 0,2 mm) verwendet.



    Ein Reststück Transparentpapier wurde mit Cremeweiß (RAL 9001) lackiert. Die freigestellten Teile wurden mit einem Stück Malerkrepp aufgenommen und mit einer dünnen Schicht Tapetenkleister auf das lackiert Transparentpapier übertragen, gepreßt und gut durchgetrocknet. Nach dem Trocknen wurde das Malerkrepp dann vorsichtig abgezogen. Transparentpapier habe ich wegen seiner hohen Dichte verwendet - dadurch stellen sich kaum Fasern auf und die Feuchtigkeit des Kleisters verursacht kaum Verzug.



    Nach dem Trocknen wird das Nummernschild mit einer dicken Schicht Schnellschleif-Grundierung (farbloser Nitrocellulose Lack) versiegelt. Nach wenigen Minuten ist dieser Lack trocken und das Schild wird ausgeschnitten. Kanten schwarz färben - fertig.



    Die beiden Trommeln mit Feldkabel wurden mit 0,2 mm dickem schwarz lackiertem Kupferdraht simuliert. Durch die Verwendung eines zweiteiligen Füllkörpers wurde Draht und Gewicht gespart, die äußere Schicht sind nur 2-3 Lagen und die seitliche Füllung ist nur eine Lage.



    Der massive Sockel für die 8,8 cm Kanone.



    Die fertige Stoßstange mit Nummerntafel, Stütze, Schleppkupplung und Peilstäben. Die Stütze ist wieder mit Magnethalterung, so kann ich später das Fahrzeug in Feuerstellung od. Marschbereitschaft darstellen.


  • Hallo Josef,


    wieder wunderbar zu betrachtende Baufortschritte !


    Die Funktion der Peilstäbe (einparken) kann ich noch erahnen, aber wozu diente die Schleppkuppelung?


    Zaphod

  • Hi Josef,


    höchstes Lob auch von mir, es macht echt Spass deinen Baubericht zu verfolgen. Respekt und Hut ab!

    Vieleicht habe ich es übersehen, welche Farben benutzt du und arbeitest du überwiegend mit airbrush oder wird alles mit Hand bemalt?


    Beste(nsee'r) Grüße

    Dett

  • Servus Dett!


    90% der Teile werden mit der Airbrush lackiert - da verwende ich die Farben von Vallejo (Air Color) oder Tamiya.


    Wenn ich zum Pinsel greife, dann verwende ich entweder den Deckfarbkasten von Pelikan (720631), Farben von Lifecolor oder Ölfarben.


    Zum filtern verwende ich angemischte Gouachefarben (Schmincke), die ich in Grundfarbe + heller + dunker anmische und mit einer Airbrush (0,2 mm Düse) auftrage. Washing und drybrushing wird mit Ölfarben gemacht.


    LG

    Josef

  • Ein kleiner Zwischenbericht. Wenn es dem Ende zugeht, dann sind meistens einige winzige Kleinteile an der Reihe, die man bisher ausgespart hat, um die Gefahr einer Zerstörung zu verhindern. Diese Kleinteile benötigen sehr viel Zeit, sind aber für die Optik des Modells wichtig. Ein Beispiel dafür sind die 6 Karabiner 98k, die bei den hinteren Türen verstaut werden. Eine Suche im Internet ermöglichte den kostenlosen Download von 3D-Modellen als Collada (.dae) Format. Dieses konnte ich mittels online Konverter in das benötigte .stl Format umwandeln. Nach einer Skalierung auf die maßstäblichen 44,4 mm Länge und einer Nachbearbeitung mit meinem 3D-Programm (einige Details waren im Bereich einiger Hundertstel Millimeter und mußten verstärkt werden) konnte ich die Daten mit meinem SL1 (Prusa) erfolgreich ausdrucken. Die Bemalung war dann eine andere Geschichte ... Der Tragegurt wurde mit einem 1 mm breitem Streifen aus 0,1 mm dicker Zinnfolie dargestellt. Durch die Zinnfolie kann man die Haptik und Schwerkraft eines Ledergurtes gut simulieren.


     


    Weitere zeitaufwändige Teile waren die Heckleuchten und ein Suchscheinwerfer. Die Reflektoren dieser Teile wurden erst silber bemalt, dann mit Tamyia rot transparent eingefärbt und anschließend mit Bondic vergossen.



    Derzeit arbeite ich an den seitlichen Auslegern, die ich funktionsfähig gestalte. Das Hauptscharnier ist dazu mit einem Anschlag versehen, der die ausgefahrene und eingeklappte Position blockt.


  • Nach längerer Zeit ein kleiner Zwischenbericht. Ich habe auf die bestellte Vitrine gewartet und mit einer speziellen Vorrichtung den Vomag bereits darauf montiert. Es fehlen noch einige Kleinteile und dann ist der erste Teil des Bauberichts erledigt. Das Geschütz selbst wird ein eigener Abschnitt, da es ja ein eigener Bausatz ist und ich momentan nichts Panzergraues mehr sehen kann (... und ich für mein neues Projekt Gerade Feuer und Flamme bin).