Vomag 7 / 660, Verlag model-hobby.pl, M: 1:25

  • Vomag 7 / 660, Verlag model-hobby.pl, M: 1:25


    Nach der Fertigstellung des Kettenfahrzeugs Panzer 38t, habe ich nun wieder Lust auf ein Fahrzeug auf Rädern bekommen. Die Wahl viel dabei wieder auf einen Bogen von model-hobby, trotz oder wegen der vielen Fehler im Bogen - bleibt damit doch genug Raum für Herausforderungen in Bezug auf Fehlerbehebung und Korrektur.



    Da ich sowieso nur Scanns verarbeite und alle Teile per CorelDraw nachzeichne, teilweise in 3D umwandle und auf Maßgenauigkeit und Plausibilität überprüfe, sind Fehler im Bogen keine große Kathastrophe. Wie gut diese Vorgangsweise funktioniert, habe ich bereits beim allerersten Bauteil, den ich mir zur Brust genommen habe, entdeckt. Den Gepäckkorb auf dem Heck habe ich als gedruckten 3D-Teil konstruiert und da hat die Schablonenzeichnung des Baubogens mit den Montagelöchern auf dem Verkleidungsteil bereits eine Abeichung von mehreren Millimetern gezeigt. Blöd, wenn man diesen aufwändigen Teil aus Draht gebogen und verlötet hat und er dann überhaupt nicht paßt. Genug gemosert ...


    Wie fast immer, fange ich bei derartigen Projekten mit den schwierigsten Teilen an und das sind nunmal die Räder mit den Felgen. Die entstanden mit heftiger Hilfe meiner 3D-Drucker, wobei die Konstruktion des Reifenprofils eine ziemlich spezielle Herausforderung im Umgang mit 3D-Programmen darstellt. Aus Papier, bzw. Karton besteht nur die Felgennabe ...


    Stell' Dir vor da ist ein Forum ... und keiner schreibt was!

  • Hallo Josef,

    Du erwähnst, dass das Reifenprofil eine besondere Herausforderung für die 3D-Konstruktion war. Einfache Frage: Wieso? Kann man da nicht einfach ein "Tortenstück" Reifen konstruieren und das dann entsprechend vervielfachen?

    Herzliche Grüße
    Gerald



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    Ua mau ke ea o ka āina i ka pono

  • Servus Gerald!


    Die besondere Herausforderung ist durch das verwendete Programm gegeben. Ich verwende für alle 3D-Konstruktionen SolidWorks. Ein hervorragendes (und sauteures) Programm, das vor allem durch seine Parametrierung besticht (d.h. jeder Arbeitsschritt ist nachträglich änderbar ... eine Abrundung kann z.B. auch nachträglich im Radius geändert werden und alle nachfolgenden Schritte werden automatisch aktualisiert). Die Konstruktion selbst besteht grundsätzlich aus extrudieren und abtragen, wobei als Basis immer eine Skizze auf einer Ebene vorhanden sein muß. Diese Skizzierebene ist nun mal eine Ebene, d.h. eine gerade Fläche und die ist bei einem Reifen, der nur aus krummen Flächen besteht nicht vorhanden. Es müssen also mehrere Hilfsebenen erstellt werden. Prinzipiell ist das mit dem Tortenstück schon richtig und wurde auch so gemacht ... aber die Lage des Tortenstücks. die Abmessungen des überschneidenden Profils und das sich alles über den Umfang auch ausgeht, ist schon eine ziemliche Fummelei. Es wurde also die Anzahl der Profilwiederholungen abgezählt und ein entsprechendes Vieleck erstellt. Ein Profil-Abschnitt wurde dann auf eine Sehne dieses Vielecks extrudiert und dann wurde dieses Feature kreisförmig mit dem richtigen Winkel kopiert. Dann wurde alles noch mit dem Außenprofil beschnitten.

    Als Ausgangswert habe ich ja prinzipiell nur die wenigen Daten aus dem Bogen (Durchmesser innen/außen, Breite, Profilform). Und dann soll das ganze ja auch noch druckfähig sein. Also zwei Hälften, die dann zusammengefügt werden. Teile aus dem Resin-Drucker neigen dazu, sich nach dem Härten mit UV-Licht zu verformen, d.h. durch den Schwund werden vormals ebene Flächen leicht gekrümmt. Diese Verkrümmung von einigen Zehntel Millimetern ist beim Zusammenkleben mehr als hinderlich - also mußte die Fügestelle noch mit der Drehbank begradigt werden ... also nicht alles so einfach ... schneller geht es mit dem 3D-Drucker mit Sicherheit nicht, aber das Ergebnis ist schöner :D .


    LG Josef


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  • Servus Josef,


    da können wir uns ja wieder auf ein richtiges Schmankerl gefasst machen. Der Anfang ist ja schon ziemlich vielversprechend.

    .


    Servus aus Wien


    Robert


    "Wer bremst, verliert!"


    Konstruktionsversuch: D311 neu


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  • Hallo Josef


    Einerseits bin ich begeistert, andererseits nur platt, welchen Aufwand du in ein Rad steckst. Und obwohl ich im Moment alles Andere als geneigt bin, wieder einen Bogen von Model Hobby anzuschneiden, weiss ich jetzt, wie ich Fehler rechtzeitig erkennen kann. Eigentlich würde man erwarten, dass der Konstrukteur die Teile schon in 3D auf Passung überprüft, aber das findet offensichtlich nicht statt.


    Viel Spass beim Bau!

    Andi

  • Hallo Josef,


    ganz herzlichen Dank für Deine ausführliche Beschreibung des Konstruierens eines Reifens. Zum Glück bist Du ja auf "Dein" Konstruktionsprogramm "eingeschossen". Ich muss gestehen, dass ich mir nie und nimmer die Arbeit machen würde, die Du Dir machst, aber das Resultat spricht für sich. Ich lese sehr gerne Deine Beschreibungen, denn da bekommt man eine Ahnung davon, was alles notwendig sein kann, um solche Modelle zu bauen. Für mich sind solche Texte eine Art Lyrik, es kommt das Zusammenspiel von Werkstoffkunde, Werkzeugkenntnis, Handhabung von Werkzeugen, Phantasie beim ausdenken von neuen Tricks, Vorgehnsweisen und Wissen über das Modell ansich zum Tragen. Das klingt vielleicht abgedreht, aber ich meine es ernst und mache mich nicht darüber lustig.

    Herzliche Grüße
    Gerald



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  • Danke für die positiven Wortmeldungen und die Likes.


    So, die Reifen-/Felgen-Produktion läuft. Während ich auf das Trocknen der Lackierung warte, mache ich immer wieder kleinere, aufwändigere Teile fertig.



    Zwischendurch wurde der Anfangs erwähnte Gepäckkorb in der Rohversion fertig. Er muß noch einmal verschliffen werden, da die Stützkonstruktion des 3D-Drucks noch sichtbar ist. Die Abmessung ist jetzt aber halbwegs korrekt.



    Die Gelenkwellen für den Kardanantrieb sind auch schon fertig und voll beweglich, damit es keine Überraschungen beim Zusammenbau gibt.



    Die Stoßstange mit dem eingeprägten Vomag Schriftzug. In die beiden Löcher an den Enden kommen recht massive Peilstäbe.



    Etwas schwieriger gestaltete sich die Darstellung der Lüftungsrippen bei der seitlichen Motorverkleidung. Realisiert wurde es mit einem Prägewerkzeug aus dem 3D-Drucker. Der geschlitzte Papierteil wird mit viel Zugabe von Wasser auf das Werkzeug gelegt und mit einem Streifen Moosgummi über Nacht im Schraubstock verpreßt. Das Ergebnis ist nicht perfekt, aber brauchbar - zumindest besser wie der vorgesehene Aufdruck des Baubogens.


       

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  • Servus Josef,


    ich hätte eine Frage bezgl. der Gelenkswellen. Sind die auch aus dem 3D Drucker?

    .


    Servus aus Wien


    Robert


    "Wer bremst, verliert!"


    Konstruktionsversuch: D311 neu


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  • Servus Robert!


    Ja, die sind mit dem 3D-Drucker gemacht. Die Achse ist jedoch ein Stückchen Draht und die Mutter ist aus Karton.


    LG Josef

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  • Die Neugierde ist ein Biest und ich wollte unbedingt die Wirkung der Lüftungsrippen im fertigen Zustand erfahren. So blieb mir nichts anderes übrig, als die komplette Motorhaube fertig zu bauen. Eine Hürde dabei war der Kühler, der in seiner gedruckten Form für meine Bauweise unbrauchbar ist - also habe ich ihn komplett umkonstruiert.


    P.S.: Diesmal sind alle verbauten Teile aus Papier, keine 3D-Druck-Teile!



    Meistens bin ich mit den fertigen Bauabschnitten nie 100% zufrieden, nachher denke ich oft, das oder dies hätte dir auch besser gelingen können. Ganz selten, so wie bei dieser Motorhaube, bin ich wirklich mit dem Ergebnis zufrieden. Doch seht selbst - das Ergebnis von ca. 2 Wochen täglicher Arbeit.



    Zur bildlichen Unterstützung - die Motorhaube ist exakt 91 mm lang und damit ca. halb so lang wie mein letztes Modell (Panzer 38t). Sie wird einen sehr detaillierten und mächtigen Motorblock verhüllen.



    Damit dieser Motorblock, der (geschätzt) etwa ein Fünftel aller Bauteile dieses Bogens verwendet, auch nachträglich noch betrachtet werden kann, habe ich einen Teil der Motorhaube zum Öffnen vorgesehen.



    Die eingravierten Halbkreise markieren die Position der Kotflügel ... aber das ist eine andere Geschichte.

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  • Hallo Josef,

    na das ist mal eine Motorhaube.

    Ich glaube vom Original bestimmt nicht zu unterscheiden.

    Gruß

    Jürgen


    Es gibt keine dummen Menschen, nur Menschen die Dummes tun.

  • Danke, für die positiven Reaktionen!

    Thank's for your positive reactions!


    Nach längerer Zeit geht es hier weiter. Es entstanden z.B. Kleinteile, wie diese Begrenzungsleuchte.



    Die wurde dann zusammen mit dem Rückspiegel auf dem Kotflügel befestigt. Ein Kotflügel ist fertig ... der zweite folgt später.




    Die Federung für die hintere Doppelachse wurde gebaut. Die zentrale Befestigung dieser schwingenden Doppelfederung wurde umkonstruiert und beweglich gemacht. Somit ist sichergestellt, daß alle 4 Räder auch wirklich auf dem Boden stehen.



    Für die Kontrolle der Konstruktion war es notwendig, den Rahmen zu bauen. Insgesamt ca. 45 cm lang und aus U-förmigen Trägern zusammen gesetzt, war dieses Ding eine echte Herausforderung in Bezug auf Geradheit und Stabilität. Beim Verkleben wollte sich der Rahmen in alle Richtungen verdrehen und winden, mußte aber schließlich doch aufgeben und sich fügen.




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  • Moin Josef,


    jedes mal beim Betrachten deiner Baufortschritt Bilder fällt mir die Kinnlade runter. :)


    Aber ich hätte da eine Bitte.

    Kannst du mal den Originalbogen zeigen, dann ist das vergleichen mit deinen unglaublichen Bauteilen umso besser.


    Gruß aus Bremen

    Stephan

  • Servus Stephan!


    Anbei sende ich Dir mal eine Seite - zweifach verzerrt (Urheberschutz) - zur Begutachtung. Ich arbeite ja prinzipiell nur mit Scanns. Bei diesem Bogen war das etwas aufwändiger, da das Format der Seiten um einiges größer als A3 ist. Mein Scanner geht nur bis A3, also habe ich mir die Bögen in hoher Auflösung bei einem Spezialladen mit einem Trommelscanner für Baupläne einscannen lassen. Die Dateien sind riesig (bis zu 16300 x 11700 Pixel, tif-Format, ca. 350 - 440 MB pro Seite) und selbst mein ziemlich guter PC zeigt da bei der Bearbeitung des öfteren die weiße Fahne > out of Memory!



    Inklusive Anleitung sind es 15 Seiten. Die abgebildete Seite zeigt (unter anderem) fast alle Teile für den Rahmen und die Federung, wobei viele Teile noch mit 1 mm, bzw. 0,5 mm verstärkt wurden oder sie mußten verdoppelt werden.


    LG

    Josef

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  • Servus Josef,


    sowohl der Rahmen, auch die Scans sind wahre Oschis. Abermals genial gebaut.

    .


    Servus aus Wien


    Robert


    "Wer bremst, verliert!"


    Konstruktionsversuch: D311 neu


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  • Danke, für die Postings und die Likes!


    Die vordere Federung, Bremsen, Lenkung und der Antriebsstrang waren die nächsten Punkte auf meiner Agenda.

    Dazu gehörte auch das Lenkgetriebe, da es mit dem Querlenker gemeinsam verbaut wird. Die Bilder zeigen die unlackierte Version mit dem Montageplan und das bemalte Ergebnis.



    Die beiden Trägerplatten für die vorderen Trommelbremsen mit den Druckzylindern, Hauptachslagern und Aufnahme für den Querlenker und die Lenkbetätigung.



    Die vorderen Federpakete in Kombination mit der Vorderachse.



    Der Druckluftverteiler für die vorderen Bremsen.



    Die beiden Differentialgetriebe für die hintere Doppelachse mit den Kardangelenken.


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  • Die Aufnahmen für die vorderen Federpakete wurden auf dem Rahmen verklebt. Jetzt muß nur mehr alles andere auf dem Rahmen montiert werden, davon dann demnächst mehr in diesem Theater.


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  • Hallo Josef,

    Deine Bauqualität ist unglaublich!

    Und für mich ein Ansporn, meine Modelle besser zu machen! Aber Du bist in einer eigenen Liga...

    Danke für diese Bilder!

    Bis die Tage...


    Helmut



    "Dem Angriff auf die Menschlichkeit folgt der Angriff auf den Menschen!"

    (Claudia Roth)



    Fertig: CAP SAN DIEGO (roko)

  • Zwischendurch ein kleiner Exkurs, mit welcher Methode ich kleine Papierröllchen herstelle.


    1. Ein kleiner Streifen Seidenpapier (Blumenseide) wird zurecht geschnitten. Die Höhe sollte etwas kleiner wie die Länge des Röllchens sein - ich nehme das Maß dafür direkt mit dem Stahllineal vom Ausgangsmaterial.



    2. Die Länge dieser Rollhilfe sollte in etwa einen Umlauf (Innendurchmesser x 3,1416) betragen. Das Seidenpapier wird auf der Außenseite der Basis für das Röllchen mit verdünntem Weißleim schmal (ca. 0,5-1 mm) angeklebt.



    3. Das Seidenpapier wird nun mit verdünntem Weißleim in Form eines schmalen Streifens auf einem geeigneten Werkzeug angeklebt. In diesem Fall soll das Röhrchen einen Innendurchmesser von 2,4 mm haben - ich verwende einen entsprechenden Spiralbohrer als Werkzeug. Die Verklebung des Anfangs hält gut genug, um das Seidenpapier in einer straffen Umwicklung auf dem Werkzeug zu fixieren. Damit ist der schwierige Anfang für das Röllchen erledigt und das dickere Papier kann mit Hilfe der Finger und verdünntem Weißleim zu einem nahezu perfekten Röllchen geformt werden.



    4. Der Stoß wird mit einer Nagelfeile (diamantbeschichtet) vorsichtig weggeschliffen und das ganze Röllchen mit einer verdünnten Schicht Weißleim eingestrichen. Nach Trocknung des Leims kann das Röllchen mit einem kurzen, drehenden Ruck vom Metall des Bohrers gelöst werden. Weißleim hält hervorragend auf Papier, Holz und anderen saugenden Materialien, aber so gut wie gar nicht auf Metall.



    Nach eventueller Behandlung der Stirnseite mit der Nagelfeile hat man als Ergebnis nahezu perfekte Papierröllchen und nach der Lackierung ist auch die Stoßfuge so gut wie verschwunden.



    Mit etwas Übung gelingen auch dünnste Röllchen aus purem Seidenpaier - hier auf 0,5 mm dickem Stahldraht. Die Wandstärke des Röllchens wird durch die Anzahl der Wicklungen bestimmt. Eine Schicht verdünnter Weißleim oder sehr dünnflüssigem Superkleber auf der äußersten Wicklung festigt das Röllchen für die weitere Bearbeitung. Bei Superkleber sollte man das Röhrchen aber kurzfristig vom Metallträger lösen - ein Tröpfchen zuviel und das ganze ist ohne Zerstörung nicht mehr trennbar.



    Dieses lange Röllchen wird mit dem Stahldraht in eine kleine Bohrmaschine eingespannt und bei höherer Drehzahl und einem sehr scharfen Messer werden kleine Scheibchen abgetrennt.


      

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  • Diese winzigen Röhrchen verwende ich z.B. bei den Schubstangen der Druckluftbremsen als Aufnahme für die 0,5 mm Drahtstückchen. Das ist nicht nur realistischer, sondern hilft auch bei der Längenanpassung. Außerdem ist so ein Drahtstückchen wesentlich besser und haltbarer in einem kleinen Röhrchen zu verkleben, statt nur stumpf angeklebt.



    Die Trommelbremsen werden in den Felgen verklebt und sind durch die Öffnungen der Felgen sichtbar. Aufgrund der Beanspruchung und Exposition dieser Teile habe ich eine stärkere Verschmutzung angebracht.



    Auf der Innenseite der Trommelbremse ist ein Stück 2 mm Stahldraht eingeklebt. Das Gegenlager für diesen Stift besteht aus einem ringförmigen Neodym Magnet. Dadurch können die Räder einfach aufgesteckt werden und halten sehr gut, sind aber jederzeit leicht wieder abnehmbar, falls sie bei weiteren Montagen im Weg sind.


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  • Hier ein Detailbild der 'Magnetlager'. Zwischenzeitlich habe ich die Leuchtstoffröhren meines Arbeitsplatzes auf LED-Röhren gewechselt, daher sind die Bilder etwas zu hell. Die kleinen Ringe oben im Bild sind die Ringmagnete (2 mm innen / 6 mm außen / 2 mm hoch). In der Mitte sind die Kartonscheiben (2 mm hoch) und unten sind die Magnete in die Kartonscheiben eingepreßt. Auf beiden Seiten kommt dann noch ein Deckel aus Karton drauf und das Lager ist fertig.



    Für die 2 mm hohen Kartonscheiben habe ich 4 Stk. mit 0,5 mm verklebt. Die 0,5 mm Finnpappe, die ich verwende ist wirklich exakt 0,5 mm dick, im Gegensatz zu dickeren Varianten die meist dünner als angegeben sind (Finnpappe mit Nennmaß 1,0 mm ist meistens nur 0,9 mm dick). Zum verdoppeln verwende ich fast ausschließlich UHU office pen, ein unverzichtbarer Helfer in meiner Werkstatt. Punktförmig aufgebracht lassen sich die Teile noch einige Sekunden verschieben und genau einpassen und auch große Teile können mit der punktförmigen Verklebung zuverlässig und sicher verklebt werden. Ich verwende den Kleber mit etwas Wasser verdünnt in einer Nadelflasche. Eine weitere kaum bekannte Eigenschaft dieses Klebers ist die Möglihkeit der Gummierung. D. h. der Kleber wird mit dem Pinsel flächig aufgetragen und dann getrocknet - dadurch ergibt sich eine Klebefläche wie bei den guten alten Briefmarken. Etwas Feuchtigkeit dazu (abschlecken würde auch gehen, da der Kleber süß schmeckt und ungefährlich ist) und die volle Klebekraft ist wieder gegeben. Bei manchen Panzern befinden sich auf den Metallrädern dünne Reifen aus Gummi - diese Klebemethode ist die perfekte Lösung dafür.



    Ein weiterer wichtiger Helfer in meiner Werkstatt ist Mikro Kristal Klear. Oft sind kleine Teile exakt auf einer bestimmten Stelle auszurichten. Hier trage ich mit einem Zahnstocher ein Tröpfchen Kristal Klear auf und warte einige Sekunden (wichtig!) bis der Kleber nicht mehr weiß, sonder fast glasklar ist. Kristal Klear ist dann ein stärkerer Haftkleber und die Teile können exakt eingerichtet werden. Ich verwende diesen Kleber ebenfalls mit Wasser verdünnt aus einem eigenen Behälter. Fixiert wird dann alles mit verdünntem Weißleim.


        


    Ca. 6 Stunden Arbeit für 12 Bauteile ... und die haben bequem auf einer 2 Cent-Münze Platz.



    Ebenso viel Platz hat auch der Druckluftverteiler für die hinteren Bremsen.


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  • Servus René!


    Vollkommen richtig! :D ... und in diesem Sinne geht es auch weiter.


    Es fehlte noch der Druckluftbehälter.



    Nun konnten die vorgefertigten Teile auf dem Rahmen montiert werden. Im gleichen Zug wurden auch die Druckluftleitungen verlegt. Drähte noch Schablone zurechtbiegen ist eine Arbeit, die ich gar nicht mag. Zu allem Überfluß mußte ich noch feststellen, daß die gedruckten Schablonen des Baubogens leider nicht brauchbar waren ... scheinbar wurde da beim Druck ungleichmäig skaliert und alle Drahtteile mußten per Hand am Modell angepaßt werden - bähh, igitt!


      


      


      



    Damit ist die Baugruppe Fahrgestell fertig. Der nächste große Block ist der Motor.

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  • Ölwanne und Kurbelwellengehäuse des Motors. Beim Spantengerüst für die Ölwanne gab es maßliche Ungereimtheiten (einige Teile waren zu lang und/oder zu kurz), daher habe ich es neu konstruiert und mit dem 3D-Drucker erzeugt. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch die beidseitigen Fasen gedruckt ... im Bogen waren dafür zwei Papierstreifen vorgesehen; das hätte ich nicht zufriedenstellend hingekriegt. So habe ich mich wieder für die kombinierte Bauweise aus Kunststoff und Papier entschieden.



    Bei den Zylindern habe ich das Spantengerüst ebenfalls aus dem 3D-Drucker hergestellt. Die Vogtländer müssen sehr stolz auf ihre Produkte gewesen sein (VOMAG = Vogtländische Maschinenfabrik AG), auf vielen Bauteilen ist der Schriftzug verewigt worden, so auch auf den Zylindern. Der Aufdruck aus dem Bogen wäre bei der Lackierung verschwunden, also mußte ich eine andere Lösung finden. Für die genaue Positionierung wurde der Schriftzug mit dem Laser eingraviert.



    Aus 80g Papier wurde der Schriftzug gelasert und frei gestellt.



    Die markierte Stelle auf dem Zylinder wurde mit Crystal Klear bearbeitet und der gelaserte Schriftzug mit selbstklebendem Reispapier (Washi Tape) übertragen. Abschließend wurde alles noch mit verdünntem Weißleim fixiert. Dieses Reispapier ist übrigens ein sehr wertvoller Helfer. Es haftet sehr gut, ist aber selbst von dünnem Papier leicht und rückstandsfrei wieder ablösbar. Es ist in verschiedenen Abmessungen und Farben erhältlich und zum zeitweiligen fixieren von Papierteilen hervorragend geeignet. Es ist identisch mit dem Tamyia Abdeckband, aber unter der Bezeichnung Washi wesentlich günstiger.



    So sieht der Zylinderblock dann grundiert aus - ein Zylinderblock für je zwei Zylinder - 3 Blöcke für den 6-Zylinder Motor.



    Das Grundgerüst des Motors (Kurbelgehäuse, Ölwanne, Kupplungsglocke, Getriebe) ist fertig. Die Zylinder fehlen noch, da hier noch eine Menge Leitungen (Treibstoff, Kühlwasser, Auspuff, Luft) angeschlossen werden und das ist einfacher bei den separaten Teilen.


      


    Der Abgassammler ist bereits fertig und hilft mir beim genauen Abstand der 3 Zylinderblöcke zu einander. Neben der endgültigen Farbgebung, fehlen noch jede Menge zusätzliche Anbauten ... davon dann demnächst in diesem Theater.


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  • Die Vogtländer müssen sehr stolz auf ihre Produkte gewesen sein (VOMAG = Vogtländische Maschinenfabrik AG)

    Servus Josef,

    nicht nur die Vogtländer konnten auf sich stolz sein. Wenn ich mir da deine Umsetzung so ansehe, stehts du der Vogtländische Maschinenfabrik AG um nichts nach.

    .


    Servus aus Wien


    Robert


    "Wer bremst, verliert!"


    Konstruktionsversuch: D311 neu


    Crawler: 133/499

  • Servus Robert! Danke, für die Wortspende ... was läuft bei Dir?


    Kleiner Zwischenbericht vom Motorbau. Zylinder und Zylinderdeckel wurden verklebt und alles lackiert. Der Abgassammler auf der rechten Seite wurde auch montiert. Auf der linken Seite sind bereits einige Anbauten angebracht. Kühlwasserableitung, Glühkerzen (?) mit den Leitungen, Öldruckleitung (?), der silberne Zylinder dürfte der Ölfilter sein.


      


    Der nächste größere Klotz auf der linken Seite ist die Einspritzanlage mit den zugehörigen Leitungen. Gemäß meiner bisherigen Bauweise werden die Leitungen mit Fittingen angeschlossen. Bestehend aus je einem Ring und einem Sechskant aus 0,5 mm dicker Finnpappe und messingfärbig lackiert. Der Innendurchmesser der Fittinge ist 0,5 mm, damit kann ich die Leitungen mit 0,4 mm gut einfügen.



    Die Einspritzanlage selbst besteht aus 40 Bauteilen und ist fast ein Modell im Modell. Hier noch im Rohzustand, wird sie nun demnächst alufärbig lackiert, angeklebt und mit den Leitungen versehen - davon dann demnächst.


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  • Servus René!


    Mit Robert habe ich maxhelene gemeint. Der ist ja fast Nachbar von mir.


    Danke für den Link zur Bosch Einspritzpumpe - ist echt alt und trotzdem irgendwie witzig ...


    P.S.: Der im Beitrag erwähnte silberne Zylinder ist nicht der Ölfilter, sondern der Anlasser.

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  • Zustand der rechten Seite und einige Kleinteile, die hier verbaut werden wollen.


      


    Ergibt dann folgende Ansichten.


      


    Die linke Seite und die Front des Motors sehen mittlerweile so aus. Eine kleine Hutze für das Ritzel des Anlassers und Schraubdeckel bei den Zylinderköpfen wurden in Eigenregie ergänzt, da sie im Bogen nicht vorgesehen waren.


      



    Nun fehlen nur mehr der Lüfter mit Riemenantrieb und die Luftfilter. Letztere sind gerade in Arbeit.


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