Kleber aus Injektionsspritzen

  • Hallo,


    Nach Jahrzehnten mit Uhu Alleskleber aus der Tube oder der flinken Flasche wollte ich es mal den Profis nachtun und Weißleim verwenden. Hier meine Erfahrungen. Kommentare sind erwünscht.


    Ich habe mir also in der Apotheke Spritzen und Nadeln besorgt. Man hatte dort noch nie von dieser Anwendung des Materials gehört, war aber sehr hilfsbereit: Ich habe einen ganzen Satz Nadeln geschenkt bekommen, je zwei in drei verschiedenen Größen.


    Leider habe ich die Packungen inzwischen weggeworfen und weiß daher die Bezeichnungen nicht mehr. Die Nadeln sind am Kunststoffteil farbkodiert, ich habe gelbe, braune und weiße, in absteigender Stärke. Die gelben waren die stärksten die meine Apotheke vorliegen hatte.


    Aus einer großen Ponal-Flasche habe ich etwas Leim abgefüllt frei Schnauze um ca. 10% verdünnt und in eine Spritze aufgezogen.


    Ganz schnell habe ich gemerkt, daß nur die gelben Nadeln überhaupt funktionieren. Die anderen sind schon viel zu dünn, man muss wie blöd auf den Stempel quetschen damit überhaupt etwas rauskommt und dann ist viel Druck auf dem Leim. Also habe ich die erstmal beiseite gelegt.


    Dann habe ich ein wenig gebaut. Angefangen habe ich mit einem Marscenter-Shuttle (http://www.marscenter.it/eng/modellismospace.htm).


    Eine Umstellung vom Uhu ist der Leim allemal, aber man kann sich schnell daran gewöhnen.


    Uhu klebt schneller, was ein Vor- oder Nachteil sein kann. Bei der Verwendung von Uhu habe ich gelegentlich mal eine Stelle behandelt, durch vorsichtiges draufpusten "vorgetrocknet" und dann das Teil drauf plaziert woraufhin es sofort da blieb. Beim Weißleim muss ich länger festhalten/fixieren.


    Der Weißleim weicht anders als Uhu das Material auf. Auch das hat Vor- und Nachteile. Im Falle der Shuttle-Nase habe ich die als separate Teile ausgeführten Klebelaschen mit Leim behandelt und fand sie im "eingeweichten" Zustand deutlich besser zu verarbeiten als im starren.


    Bei großen Teilen muss man darauf achten, daß es keine Wellen gibt. Das Problem hatte ich mit Alleskleber nie.


    Die Dosierung aus der Spritze geht recht genau, hat's aber durchaus auch in sich. Man muss sehr vorsichtig drücken und wenn Kleber kommt den Druck auch wieder aktiv wegnehmen. Legt man die Spritze nur beiseite gibt es eine ordentliche Schweinerei. Eine flinke Flasche kann man einfach zur Seite stellen.


    Bei meiner Spritzen- (10ml) und Handgröße geht das "Entlasten" aber mit einer Hand ganz gut. Ich drücke einfach mit dem Daumen den Kolben herunter und auch wieder ein Stückchen zurück wenn genug Kleber kommt.


    Für kleine und schwierige Stellen drücke ich den Kleber wie den Uhu auch auf Altpapier und nehme ihn dann mit der Nadel wieder auf. Das ist durchaus bequemer als zwischen Flasche und Zahnstocher zu wechseln. Und anders als der Uhu zieht der Weißleim keine Fäden.


    Soweit bin ich mit der Technik ganz zufrieden.


    Nach der Arbeit habe ich einen Korken auf die Nadel gedrückt.


    Am nächsten Tag war die hoffnungslos zugeklebt. Ich habe sie in Wasser eingeweicht. Beim Versuch sie dann mit der zweiten Spritze und beidhändigem Druck mit dem Kolben auf die Tischplatte freizubekommen ist die Nadel davongeflogen und hat ein feines Loch in die Decke gemacht.


    Don't try this at home!


    Aber ich habe ja eine zweite gelbe Nadel. Die spüle ich nun nach getaner Arbeit mit einer zweiten Spritze und viel Wasser frei. Die verpappte Nadel ist zusammen mit ihrer Plastikhülle der Verschluss für die Leimspritze. Werkzeug reinigen ist etwas, das ich bei meiner Kartonmodellbauerei bisher noch nie zu machen brauchte...


    Soweit meine Erfahrungen. Was hat sich denn sonst noch bewährt? Muss ich mich statt Ponal nach Wicoll umsehen um einer weitere Erleuchtung zu erleben? Spritzengrößen? Tips um die Nadel frei zu halten?


    Ach ja: Das Shuttle ist knifflig, gedeiht aber akzeptabel.

  • See also this post: "Flexible tip for syringe plungers".


    For white glue this is absolutely perfect. Soft tip enables precise application and spreading of the glue. A common pin acts as a stopper. Doesn't clog. Dilute glue with some 10-20 percent water.


    Leif