Fährschiff BUTE/ 1:250 / JSC (bearbeitet)

  • Hallo Modellbaufreunde !


    Das nächste Modell, das ich mir vorgenommen habe, ist das Fährschiff BUTE von Caledonian Mac Brayne. Sie pendelt zwischen Wemyss Bay auf dem schottischen Festland und Rothesay auf der Insel Bute im Firth of Clyde. Sie ist 72 m lang, läuft 14 kn und kann 60 Pkw und 450 Passagiere mitnehmen. Das Modell ist für mich ein Souvenir von unserer letzten Seereise um Großbritannien. Auf dem Kurs nach Greenock haben wir die BUTE an ihren Liegeplatz passiert.


    Der JSC-Bogen ist hier schon besprochen worden. Er ist sehr einfach gehalten, er hat z.B. nicht einmal Relings. Wie bei JSC üblich ist die Konstruktion sehr robust und die Grafik sehr schön, ein Modell also, das sehr dazu einlädt, es zu verfeinern. Die BUTE hat auf den Passagierdecks Relings mit senkrechten Streben (wie bei Hurtgruten), für die es keine Standard-Ätzteile gibt. Ich habe mir deshalb zum ersten mal eine LC-Platine brennen lassen.


    Das Spantgerüst besteht aus einer Grundplatte, darauf ein Kastenrahmen. Es wurden jeweils zwei Spanten zu einer Raumschachtel zusammengefasst. Nach dem Aufbringen des Fahrzeugdecks müssen die Fahrzeuge aufgeklebt werden, weil die nächste Baugruppe ein Tunnel ist, in den man nicht mehr hineinkommt. Die Autos sind aus meinem Bestand, teilweise JSC, teilweise PREDES.


    Hilfreich ist der Generalplan, den Michik hier eingestellt hat.


    Ich hoffe, mein Baubericht stößt auf euer Interesse.


    Henning

  • Beim Aufbau des Salondecks musste ich vom JSC-Bogen abweichen, weil ich die Fenster ausstechen wollte. Die Fenster sind übrigens im Bogen wie im Generalplan abgerundet, in der Realität sind sie aber eckig. So habe ich sie auch ausgestochen.


    Mit der Bordwand hatte ich zunächst ein Passproblem. Ich habe die Unterkante im Bugbereich nicht mit der Grundplatte verkleben. Man kann das JSC aber nicht unbedingt zum Vorwurf machen. Wenn ich die Bordwand so gebaut hätte, wie es der Bogen vorsieht, dann wäre mir dieses Problem möglicherweise gar nicht aufgefallen. Der Bogen hat an der Unterkante der Bordwand eine Lasche, die abgekickt und mit der Unterseite der Grundplatte verklebt wird.


    Die Bordwand habe ich nach allen Regeln der Kunst gesupert: Fenster und Klüsen ausgestochen, Schotten (einfach), Lüftungsgitter (verdoppelt) und Wallschienen (verdreifacht aufgeklebt.
    Die im Bogen in der Ebene der Bordwand gezeichneten Rampen habe ich ausgeschnitten. Dafür suche ich noch nach einer plastischeren Lösung.

  • Moin Henning!
    Da hast Du eine Baustelle eröffnet, von der ich schon länger träume. Die BUTE ist zum Glück gut im Netz vertreten, Anregungen für die Verfeinerungen sollten Dir also leicht fallen. Die LaserCuts sehen schon so gut aus, dass ich mir die Finger danach lecken würde. Ich möchte bei mir allerdings noch mehr in die Einzelheiten des Fahrzeugdecks gehen, und die Back wäre ein Kleinteilfest für sich. Für die Gitterstruktur unter den Fahrzeugrampen, also (hochgeklappt) deren Außenseite müsste man wahrscheinlich überlegen, ob verdoppelter Karton ausreicht oder man sie sich aus 0,5 mm Siebdruckkarton schneidet. Von innen betrachtet lässt die Aufnahme hier (den Link musste ich erst wieder finden...) eigentlich kaum noch Fragen offen. Willst Du die Bugklappe öffnen?

  • Moin Heiner !


    Die zusammengesetzte Aufnahme ist genial ! Vielen Dank dafür ! Die LC-Datei kann ich dir gerne zur Verfügung stellen. Wenn ich mich richtig erinnere, hattest du Zugriff auf einen Laser Cutter. Ich weiß noch nicht, ob ich das Bugvisier geöffnet darstelle.


    Gruß
    Henning

  • Heute habe ich die Bb.-Bordwand bearbeitet und angebracht. Die Passungenauigkeit von der Stb.-Seite hat sich hier bestätigt. Wer die BUTE auch bauen möchte, dem empfehle ich, die Bordwände so zu bauen, wie es der Bogen vorsieht. Die Faltlaschen an der Unterkante der Bordwand können die Lücke zwischen der Bordwand und der Grundplatte überbrücken.


    Vorn sind zwei Aufbauecken hinzugekommen, auf denen das Backdeck gelagert ist. Eine ähnliche Konstruktion haben wir achtern, wo zwei Aufbauten zwischen der Heckrampe angeordnet sind. Auf ein zu öffnendes Bugvisier musste ich verzichten, weil ich keine verwertbaren Fotos zur Klapphydraulik gefunden habe.

  • Hallo Henning,
    wie hat sich denn das "Spantengerüst" im Laufe des Modellfortschritts angelassen? Musste es beschwert werden wegen Verwindens ?
    Ulrich

  • Ulrich, das Spantgerüst ist nach dem Aufbringen des Fahrzeugdecks torsionssteif.


    Heute habe ich den Rumpf repariert, indem die unteren Bugstreifen der Bordwand wieder abgetrennt, sie mit Transparentpapier neu abgewickelt, eingescannt, durchgezeichnet, ausgedruckt und abgebracht habe.


    Ansonsten habe ich die Schornsteine gebaut, die noch einen Gitteraufsatz bekommen. Stolz bin ich auf den Aufbau mit der Kdo.-Brücke. Die eckigen, ausgestochenen Fenster, der Decksüberstand und die schrägen Blenden sorgen dafür, dass das Modell viel näher am Original ist, als das JSC-Modell.

  • Moin, moin Henning,


    die von dir insgesamt eckig angelegten Fenster unterstreichen sehr wirkungsvoll das eher kantige Profil dieser Fähre - gefällt mir. Und die alt bewährte "Butterbrotpapier-Methode" hat sich wieder einmal bestens bewährt :thumbup:!


    Gruß
    HaJo

  • Moin Henning!
    Der Brückenaufsatz ist wirklich schön geworden! An den Enden jeweils die beiden Stützen nicht vergessen, dann ist das Ganze absolut stimmig. Die Fusspferde vor der Brücke könnte man noch mit Kartonstützen und Drahtstücken machen, das käme wahrscheinlich näher an Ätzteile heran, als gelasert (bei der Gelegenheit: ja, bitte gerne, Danke, ich würde mich sehr über die Datei freuen!)... :D Zur Hydraulik des Bugvisiers habe ich auch noch Bilder, aber ich fürchte, dass das allmählich etwas spät dafür ist; mit geöffnetem Visier müsste man wohl auch nochmal an die "Innereien" dahinter ran, und die sind ja nun auf Deinem 5. Bild im ersten Beitrag schon als Versteifung ganz tief drinnen verbaut - letztlich ginge das wohl schon sehr in Richtung Neukonstruktion. Bartosz hat übrigens den weißen Deckel auf dem Bugvisierweggelassen, das finde ich ein bisschen schade, weil ihr das noch einmal ein Stück extra-robustes Aussehen gibt und die Back interessanter macht. Dann noch die hochgeklappte Bugrampe darüber hinaussehen lassen - verdammt, ich muss mit der POSEIDON fertig werden...
    Viele Grüße
    Heiner

  • Bis auf den Niedergang, der vom Salondeck zum Fahrzeugdeck herunterführt, habe ich das Achterschiff fertig ausgerüstet. Mit der LC-Reling bin ich ganz zufrieden. Ich habe sie nicht weiß lackiert, weil ich Angst hatte, dass sie dadurch zu klobig werden. Aber das müsste man mal ausprobieren. Mit der Ausrüstung des Vorschiffs bin ich angefangen.

  • Moin, moin Henning,


    beim Küstenwachboot (Kl. 360) W22 HANSA, das ich gerade baue und das nun auch bald fertig ist, habe ich die LC-Reling "gesprüht" (Sprühdose RAL 7035) und ich denke, dass das kaum aufgetragen hat und ganz gut aussieht.....zumindest passend für so ein altes LI-Modell.....


    Deine BUTE sieht richtig gut aus.....auch die Fahrzeuge beleben das Modell ungemein :thumbup:!


    Gruß
    HaJo

  • Und wir steigen wieder ein Deck höher und erreichen das Salondeck, das achtern eine Freifläche hat, von der man über den großen Niedergang an Bb. bis zum Fahrzeugdeck herunterkommt.
    Auf dem Salondeck kommt erstmals die Reling zum Einsatz, die dazu geführt hat, dass ich dieses Modell mit LC-Teilen ausrüste. Die Relings mit senkrechten Streben, die auf Fähr- und Passagierschiffen durchaus üblich sind, gibt es meines Wissens nicht als Standard-Ätzplatine.


    Die Bänke sind mir so, wie der Bogen sie vorsieht, zu schwerfällig. Im Original sind es Einzelsitze mit einteiligen Kunststoffschalen, die auf einen Stahlrahmen geschraubt sind. Ich habe die Einzelsitze zwar auch zu Gruppen zusammengefasst, aber der Unterbau ist leichtfüßiger.

  • Ja, Helmut, mein letztes Modell, das U-Jagdboot THETIS, gehörte der Kategorie "lang, schmal, flach und grau" an, die BUTE ist kurz, breit, hoch und bunt. Ich kann mich merkwürdigerweise für beide Genres begeistern.


    Beim Bau des Modells bin ich inzwischen auf dem Bootsdeck angekommen. Auch hier ist viel zu tun. Ich musste erst einmal die Flächen abdecken, auf die JSC Details wie Bänke, Rettungsinseln und Schlauchboot für die Kunden aufgedruckt hat, denen diese paarDetails auch schon zuviel sind. Bis auf den Niedergang vom Brückendeck habe ich die Details um das Brückenhaus herum fertiggestellt, außerdem die Relings und ein paar Lagerungen für Rettungsmittel.

  • Sieht mal wieder Klasse aus, Henning! :thumbsup:


    Gruß
    Klaus

    Wir bleiben immer Kinder, und,
    so klug wir auch sein mögen, wir behalten immer die Lust,
    mit scharfen Messern und spitzen Scheren zu spielen.

    Wilhelm Raabe (1831 - 1910)

  • Mit den Masten ist die BUTE jetzt fertig geworden. Es hat mir viel Spaß gemacht, das Modell zu bauen. Auch meine ersten Erfahrungen mit den selbst gezeichneten LC-Teilen waren positiv. Für Modelle mit starkem Sprung oder Bucht, oder für besondere Teile, die es nicht als Standardteile gibt, sind LC-Teile für den Eigenkonstrukteur schon erwägenswert. Außerdem werden wir bei unserem nächsten Modell für den Passat-Verlag die Ätzplatine zunächst als LC-Platine testen. Hier ist der große Vorteil, dass ein LC von heute auf morgen zu bekommen ist, während Ätzteile eine Lieferzeit von 6 bis 8 Wochen haben.


    Ich bedanke mich wieder einmal für euer Interesse und für eure Unterstützung insbesondere bei Heiner und Reinhard.


    Henningkartonbau.de/attachment/671621/kartonbau.de/attachment/671622/kartonbau.de/attachment/671623/kartonbau.de/attachment/671621/kartonbau.de/attachment/671622/kartonbau.de/attachment/671623/kartonbau.de/attachment/671622/

  • Hallo Henning,


    herzlichen Glückwunsch zur Indienststellung und immer eine gute Überfahrt!! Deine BUTE gefällt mir sehr gut. Und da ich auch ein Freund von Laserteilen bin, würde ich mich bei dem einen oder anderen Modell auch auf eine Lasercut-Alternative freuen. Ich habe es nicht so mit dem Lackieren.

    Viele Grüße aus Laboe


    Dirk

  • Moin Henning,

    die kleine Kompakte gefällt mir richtig gut!


    Herzlichen Glückwunsch zu diesem Schmuckstück

    Bis die Tage...


    Helmut



    "Dem Angriff auf die Menschlichkeit folgt der Angriff auf den Menschen!"

    (Claudia Roth)



    Fertig: CAP SAN DIEGO (roko)

  • Moin Henning,

    Dein Modell gefällt mir gut. Auch Deine Erfahrungen mit LC-Teilen gefallen mir. Ein Test vor der Produktion als Ätzsatz ist gut.

    Gruß aus Flensburg

    Jochen

  • Moin Henning,


    normalerweise beschränke ich mich ja auf Daumen, aber hier kann ich meine Beifallsbekundungen nicht zurückhalten. Toll, was Du aus dem Bogen gemacht hast. Große Klasse!


    Viele Grüße


    Mathias

    :cool: Alles hinterfragen und niemals aufgeben! (James Dyson)

  • Moin Henning!

    Auch von mir -mal wieder sehr spät- herzliche Glückwünsche zur sehr gelungenen Fertigstellung - diese BUTE macht so richtig Lust, gleich selber anzufangen. Aber (auch wenn das Label "Fertig" etwas anderes sagt):

    Die im Bogen in der Ebene der Bordwand gezeichneten Rampen habe ich ausgeschnitten. Dafür suche ich noch nach einer plastischeren Lösung.

    suchst Du noch, oder hast Du wirklich fertig? Ich finde die Verstärkungsgitter unter den Rampen eigentlich sehr markant, und Lasercuts braucht man dafür auch nicht...:D