3D-Drucker für Hausgebrauch

  • Moin zusammen, ...ja, die Moderne schlägt zu, oder so ähnlich. Nachdem mir ein paar 3D-gedruckte Teile vor die Nase gehalten wurden, die wirklich gut aussahen -recht gute Oberfläche und Verarbeitungsmöglichkeit- wurde mir der Elegoo Mars genannt, der für schlappe 260 E zu haben ist... Ich war über den Preis sehr überrascht, und frage mich, ob die Dinger so langsam in den Alltagsbetrieb einkehren... Pilotenfiguren, Boote, Lüfter und eigentlich alles, was sich in Karton nicht perfekt darstellen lässt oder einfach unnötigen Stress verursacht. Ist das dann noch Modellbau und für die "alte Garde" ein Sakrileg? Oder ist es etwas, das nun einfach Alltag wird? Mal drüber nachdenken...Gruß Hadu

  • Hallo Hadu,


    ich sehe das eher gelassen, es gibt Teile, für die ich auch jetzt schon auf Gelasertes oder Neusilber zurückgreife und wenn ich eine Radarmatratze in 3D gedruckt bekomme, ist mir das lieber, als ein Neusilberteil, das ich noch knicken und verkleben muss (und das ist schließlich auch schon kein Kartonbau mehr). Halinski hat z.B. bei der Radarmatratze kaum noch sichtbare Stifte beigegeben, die als Verbindungsteile eingeklebt werden sollen. Da würde ich mir nur das ganze Teil komplett mit Kleber versauen.


    Wenn ich am Ende dabei ankomme, das ich mir fast alle Teile drucke, kann ich immer noch zum Plastikmodellbau umschwenken.


    Greife ich öfter auf solche gekauften Laser etc. Teile zurück, könnte sich ein 3D-Drucker recht bald bezahlt machen.


    Zaphod

  • Moin Hadu,


    als wenn du es gerochen hättest, das gleiche Thema hatte ich letztens mit Helmut und René auch schon mal angesprochen und auch den gleichen Drucker dabei im Auge.


    Aber mal etwas weiter gedacht. Die Filamentdrucker haben sich so langsam selber überholt, die neue Generation mit Stereolithographie steht vor der Tür und die Ergebnisse können wirklich überzeugen. Du kannst bei dem Elegoo bis auf 0,01 mm Schichtdicke heruntergehen, das sollte insbesondere im Bereich der kleinen Maßstäbe sehr interessant werden.
    Aber wie funktionieren diese neuen Drucker nun ?


    Das ganze läuft mit Flüssig-Resin und UV Belichtung ab. Hierbei wird ein Stempel in den Behälter mit Resin eingetaucht bis zur gewünschten Schichtdicke, danach durch Belichtung das Resin an gewünschter Stelle "gehärtet". Danach wird der Stempel wieder um die eingestellte Schichtdicke angehoben und erneut belichtet. So nach und nach entsteht somit das gewünschte Gebilde.
    Und dann sind wir auch schon bei einigen nicht so schönen Dingen bei dieser Druckerei. Resin ist nicht geruchsneutral und schon gar nicht gesundheitsfördernd, die Geruchsbelästigung ist nicht ohne, Das ganze muss nach erfolgtem Druck auch noch gesäubert werden, und zwar mit 99% Isopropanol, auch nicht ohne. Das Resin, welches nicht aufgebraucht wurde, kann gesiebt in die Behälter zurück geführt werden, auch hier wieder Materialeinsatz. Und last but not least müssen die Teile noch weiter unter UV Licht ausgehärtet werden. Die Erstellung eines Teiles kann bis zu 3-4 Std dauern, nicht gerade kurz ( abhängig von Größe des Modells und der gewählten Schichtdicke). Das Maximum der Teile kann 11,5x6x12 cm nicht überschreiten.


    Hört sich alles ziemlich negativ an, trotzdem habe ich auch schon mit der Anschaffung geliebäugelt. Warum? Rettungsinseln, Königspoller, Radome es gibt so viele Möglichkeiten. Und man muss es auch wollen, der Kartonpurist wird da eher die Nase rümpfen.


    Was auch noch interessant erscheint: es etabliert sich jetzt schon eine kleine aber exzellente Herstellerszene, welche die Dateien für die benötigten Objekte zum Kauf bereitstellt, eine Eigenkonstruktion ist nicht vonnöten.


    So, meine 2 Cents, ein hochspannendes und interessantes Thema, Lasercut hat sich etabliert, 3 D Druck demnächst auch?


    Liebe Grüße
    Robi


    P.S. der ANYCUBIC PHOTON S ist noch eine Stufe besser, aber auch ca 100€ teurer

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.


    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.

  • Hi Robi,
    ich habe mir in letzter Zeit diverse Videos dazu angesehen. Vor allem der Vergleich von Elegoo zu Anycubic. Und die Druckqualität scheint mir bei beiden gleich zu sein. Der Elegoo ist lediglich etwas lauter.


    Gruß
    Jan

  • Moin Jan


    der Anycubic Photon hatte noch ein stabiles Metallgehäuse, der neue Photon S nunmehr Kunststoff. Vielleicht ist das Handling noch etwas "komplizierter" mit dem Schlitten.
    Die Anschaffung steht jedenfalls auf meiner Wunschliste.


    Allen Interessierten empfehle ich die Anwendervideos auf YouTube. Da sind einige gute dabei, die die Stärken und Schwächen zeigen.


    Gruß
    Robi

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  • Moin!
    Klingt ja durchaus wunderbar. Kann man damit schon Relinge und Niedergänge drucken?
    Alles andere geht auch aus Papier! Da bleibe ich Purist.
    Gruß
    Eberhard

    Ist das Schalke, oder kann das weg?


    In der Werft: Kombifrachter Schwan (HMV/Piet/1. Auflage), Kanonenboot Panther (HMV/Wiekowski/1. Auflage), SdKfz 222 (GPM), KNM Thor Heyerdahl (ecardmodels.com), V1102 Lützow (Mannheimer Modellbaubogen), Räumboot R49 (GK-Verlag)

  • Um einfach mal die Möglichkeiten zu demonstrieren, was da so geht, schaut einfach mal auf diese Seite: http://www.anyz.io


    Ein Händler, der sich um Zurüstteile im Bereich des Flugzeugmodellbaus in den größeren Maßstäben einen Namen macht. Achtet auf die Resinparts, grandios.

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  • ... wenn wir die absolute Perfektion unserer Modelle im Maßstab 1:250 erreichen wollen gibt es nur eins; auf die Fertigung aus Karton zu verzichten. Daß ist die letzte Konsequenz oder in den Plastikmodellbau zurück zu verfallen ... aus dem Rahmen auslösen, entgraten, schleifen, feilen und grundieren und dann - nach Zusammenbau - lackieren ...
    Ich bin weder ein Bilder- noch ein Maschinenstürmer und der fortschrittlichen Technik immer schon ein stückweit parallel unterwegs.
    Nichts gegen sinnvollle Ergänzungen, wie Ätzteile für Relings, oder Trompetenlüfter in ganz kleinen Grössen, die ich nach Zeichnung mir bei Shapeways habe "drucken" lassen. Auch Metallstäbe in allen Durchmessern und selbst Geschützrohre .. Fremdmaterial.
    Nur ganz kurz - bei aller Euphorie - mal innehalten und darüber nachdenken, warum wir uns mit dem Material Karton beschäftigen.
    War da nicht etwas mit Haptik, Fingerfertigkeit, und deren Erhaltung? Sauberes Hobby mit nachhaltigen Rohstoffen? So als Nebeneffekt? Geht hier nicht mit der neuen Technik auch der Biss, der Ehrgeiz und der Ansporn für eigenes Tun verloren?
    Im normalen Alltagsbetrieb wurde schon vieles ausgelagert; viel Wissen und handwerkliche Fähigkeit ist schon für immer gegangen; laßt uns also noch viel Fertigungstiefe im eigenen Hause belassen. :D
    mit einem lieben Gruß
    Wilfried

  • Hallo Wilfried,


    Du hast schon recht, aber die Bilder des Links vom Robert, haben eine unglaubliche Faszination, für mich. Aber die Umsetzung ist schon sehr aufwendig.

    Herzliche Grüße
    Gerald



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    Ua mau ke ea o ka āina i ka pono

  • Moin Hadu!
    "Sakrilege" im Modellbau gibt es bei mir nicht viele, und wenn, dann eher beim Sujet als bei der Bautechnik. Warum also nicht auch Teile aus Resine statt Neusilber, Stahldraht oder Garn - welches Zubehör ich nehme, ist schlicht eine Frage, was aktuell in der Technik geht. Komischerweise stelle ich allerdings z. B. bei mir fest, dass ich zunehmend den Ehrgeiz entwickle, möglichst viele Sache "hand-werklich" selber mit Schere und Skalpell hinzubekommen und die "Fremdteile" auf das zu beschränken, was ich (noch?) nicht schaffe, von daher spricht mir Wilfried mit "Biss" und "Ansporn" ganz aus der Seele.
    Aber (verfliuchte Dialektik, immer muss es ein "aber geben"...): Kartonmodellbau geht schon seit Jahren eben auch "virtuell" am Computer, nur heißt das dann eben "Konstruieren" und macht sogar noch weniger Müll als ein "echtes" Kartonmodell. Wenn ich Spaß am Konstruieren habe, mache ich mir, was ich haben will, und ob das dann im Rechner abgewickelt und vom Drucker auf Papier gebracht oder gleich von der Maschine in 3D hergestellt wird, ist letztlich eine Frage des Maschinenparks - ich bin stolz wie Bolle, wenn die Konstruktion stimmt.

    na dann viel Spass beim Nachbauen dieser 2 Auspuffkrümmer.


    Genau darum geht es (ein Krümmer aus Karton geht übrigens, dieser hat sogar Spaß gemacht, wenn ich auch zugeben muss, dass er vielleicht noch nicht so sexy ist)!

  • ... welches Programm nimmt man übrigens für die Entwürfe? Rhino oder CAD 3D z.B. kosten mehr, als 2 Drucker mit Absaugung und UV-Härterkammer, der Systempreis wäre dann aber wohl nichts mehr für den "Hausgebrauch".

  • Kartonmodellbau geht schon seit Jahren eben auch "virtuell" am Computer, nur heißt das dann eben "Konstruieren" und macht sogar noch weniger Müll als ein "echtes" Kartonmodell.


    Da mag ich dann noch einmal ergänzen; ich saß vor vielen Jahren mit Piet hier bei mir auf der Terrasse; wir tranken Kaffee und Hartmut Riedemann war auch noch Gast. Piet hatte seinen Labtop dabei und zeigte einige seiner Konstruktionen, die er in Rhino gefertigt hatte. Dummerweise hatte ich das gleiche MacBook und er bot mir an, wenn ich mir das Programm erwerben würde, mich in Rhino einzuführen. Ich konnte für kleines Geld über meine Tochter die Studentenversion in Deutsch erwerben und habe sie bis heute eingepackt hier liegen. Denn nach der Demonstration, was alles mit diesem Programm möglich ist, hätte es mir gereicht zu sehen, wie meine Konstruktionen in der dritten Dimension ihr Leben entfachen ... meine Neugier wäre schon gestillt gewesen und warum dann noch mühselig in Karton herumschnippeln ..?
    Modelle, die von Hand entstehen, geben mir mehr obwohl die digitalen sicher perfekter aussehen - aber sehen wir alle wirklich perfekt aus? Ist es nicht die Unverwechselbarkeit, die uns alle als einmaliges Erscheinungsbild in vielen Facetten gibt?
    Mit einem lieben Gruß
    Wilfried

  • Schade, dass aus technischen Neuerungen hier immer eine Grundsatzdiskussion wird. Ohne Weiterentwicklung würden wir immer noch im Museumskaffee philosophieren ohne Plattform im Internet. Wer nicht will, muss ja nicht 3D drucken.


    Fusion 360 gibt es recht easy kostenlos.

  • Moin!
    Ich glaube nicht daß das hier zu einer Grundsatzdiskussion ausartet. Vielmehr hat wohl jeder seine Herangehensweise:
    Letztendlich läuft es immer auf einen gewissen Zielkonflikt aus
    - Wie genau treffe ich das Vorbild?
    - Welchen Gesamtaufwand bin ich bereit, dafür zu betreiben?
    - Was bereitet mir dabei am meisten Vergnügen?
    - Was fange ich mit dem Ergebnis an?


    Daß da jeder seine eigene Ansicht entwickelt, dürfte niemanden verwundern.
    Ich finde es toll, wenn die "Ausprobierer" neue Technologien hier vorstellen. Vielleicht gehören diese ja zum Standard von Morgen (frei nach "Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit").
    Deswegen muß ich aber nicht jedem Trend hinterherrennen. Das muß ich schon ausreichend in meinem Job. Da wird jede Woche eine neue Sau durchs Dorf getrieben.
    Für mich bedeutet Kartonmodellbau den idealen Kompromiss aus hinreichender Vorbildtreue bei vertretbarem Ressourceneinsatz (nachhaltig muß da nix sein), wunderbarer handwerklicher Herausforderung und schließlich akzeptabler Entsorgbarkeit durch die Hinterbliebenen (wenn das Modell nicht vorher schon durch Alterung seinen Anspruch auf einen der raren Vitrinenplätze verloren hat).
    Deswegen hat auch jeder eine andere Erwartungshaltung an neue Technologien. Diese hier zu diskutieren, hat nix mit Verweigerungshaltung gegenüber Neuerungen zu tun!


    Gruß
    Eberhard

    Ist das Schalke, oder kann das weg?


    In der Werft: Kombifrachter Schwan (HMV/Piet/1. Auflage), Kanonenboot Panther (HMV/Wiekowski/1. Auflage), SdKfz 222 (GPM), KNM Thor Heyerdahl (ecardmodels.com), V1102 Lützow (Mannheimer Modellbaubogen), Räumboot R49 (GK-Verlag)

  • Als langjähriger Benutzer von 3D-Druckern will ich hier auch mal meinen Senf dazu geben. Meinen ersten 3D-Drucker mit Würstchentechnik habe ich schon vor 8 Jahren direkt aus Australien (das mit den Kängurus) importiert. Da hat in Europa noch kaum jemand etwas davon gewußt. Dann kam der Renkforce (FDM) ... und heute habe ich zwei 3D-Drucker, einen mit Würstchenmethode und einen für Resin.


    Als erstes möchte ich mit einem Vorurteil aufräumen ... schneller und einfacher geht es mit 3D-Druckern nicht unbedingt, aber die Qualität ist mit reinen Kartonbauteilen nicht vergleichbar. Und obwohl ich könnte, wenn ich wollte, drucke ich nur sehr wenige Bauteile für meine Modelle. Der Zeitaufwand für die Konstruktion in 3D ist sehr hoch und bis die Ergebnisse des Endprodukts den eigenen Vorstellungen entsprechen vergeht viel Zeit, experimentieren und auch Geld. Die meisten Drucker, die für wenig Geld zu haben sind - sind auch das wenige Geld nicht wert, da sehr viele Fehldrucke produziert werden und der Frustlevel schnell steigt. Ohne entsprechende Geduld und der Bereitschaft einer nur sehr langsam steigenden Lernkurve sollte man die Finger von 3D-Druckern lassen. Die Druckparameter (vor allem bei FDM) sind unglaublich vielseitig und müssen bei jedem Ausdruck entsprechend angepasst werden. Erst mit der Zeit bekommt man ein Gefühl für die Einstellungen von Temperaturen, Druckgeschwindigkeit, Schichtdicken ... , die für jeden Kunststoff (und Kunststoffhersteller) im Idealfall neu ermittelt werden müssen.


    Wieso ich zwei verschiedene Drucker habe? Weil jeder seine speziellen Fähigkeiten und Anwendungsmöglichkeiten bietet!


    FDM (Würstchendrucker) verwende ich ausschließlich für den Bau von Werkzeugen. Die Oberflächenbeschaffenheit eignet sich nicht für die direkte Verwendung als Bauteil, außer man möchte sehr, sehr, sehr viel Arbeit in die Aufbereitung stecken. Für Prägeformen, kleine Hilfswerkzeuge oder Formen eignet er sich aber sehr gut. Vorteilhaft ist das billige Druckmaterial, die Möglichkeit auch große Teile herzustellen und das nahezu geruchsfreie Arbeiten (zumindest bei PLA-Material), sowie keine zusätzlichen Gerätschaften. Nachteile sind die Unfähigkeit kleinste Teile herzustellen (bei einer Strangdicke von ca. 0,5 mm ergibt sich automatisch eine Begrenzung von Details), sowie die teilweise sehr aufwändige Einstellung der Druckparameterm die sich auch noch gegenseitig beeinflussen. Derzeit verwende ich einen Prusa MK3 S, mit dem ich sehr zufrieden bin. Es ist ein europäisches Produkt mit einer sehr guten Software und gut verwendbare Voreinstellungen für viele Druckmaterialien - ideal für Anfänger, da sie schnell zu guten Ergebnissen kommen.


    Den UV LCD (Resin) Drucker verwende ich für die Herstellung von kleinen Teilen, die aus Karton in befriedigender Weise nicht, oder nur schwer herzustellen sind. Z.B. Einzelkettenglieder für Kettenfahrzeuge oder mehrfach gebogene, runde Teile (Auspuffkrümmer). Vorteilhaft ist die leichtere Handhabung der Druckparameter (es gibt eigentlich nur eine wichtige Einstellung - die Belichtungszeit pro Schicht), kleine und kleinste Bauteile können in sehr guter Qualität gebaut werden (die Auspuff-/Ansaug-Krümmer von Robert habe ich ausgedruckt), viele kleine Teile ergeben einen Zeitvorteil, da die Druckzeit von z.B. einem Kettenglied genau so lange dauert, wie der Ausdruck von 50. Nachteil sind die hohen Druckkosten (Resin ist ziemlich teuer, man kommt aber auch recht lange mit einer Flasche aus), die meisten Teile benötigen eine komplexe Stützkonstruktion, die anschließend wieder entfernt werden muß (abzwicken, schleifen ...), mit dem Drucker alleine ist es nicht getan - die Teile müssen nach dem Druck gereinigt, bzw. in Isopropyl-Alkohol gewaschen werden und dann noch gehärtet (UV-Licht) werden. Die Arbeiten sind teilweise ziemlich geruchsintensiv und es ist entsprechende Sauberkeit und Vorsicht angesagt (ein Tropfen Resin auf die Computertastatur ... :cursing: , ich weiß wovon ich spreche). Ich verwende derzeit einen Wanhhao D7, der eingeschränkt empfehlenwert ist, da sie Software bestenfalls brauchbar ist und (ebenfalls chinatypisch) es ständig Erweiterungen, Verbesserungen und neue Modelle gibt (das spricht nicht unbedingt für ein technisch ausgereiftes Modell). Für die Zukunft habe ich hier ebenfalls ein Gerät von Prusa ins Auge gefaßt.


    Soweit mein kurzes Statement zum Thema 3D-Drucker. Eine detailliertere Ausführung würde den Rahmen eines Forums sprengen, aber spezielle Fragen werde ich gerne beantworten, soweit es meine Erfahrungen zulassen.


    LG
    Josef

    Stell' Dir vor da ist ein Forum ... und keiner schreibt was!

  • Moin zusammen, also eine Grundsatzdiskussion mit erheblichem emotionellen Wellengang sehe ich auch nicht. Für mich ist der 3D-Druck eigentlich nur für die Erstellung eines aufwendigen Einzelteils interessant bzw. für die Fertigung eines zu giessenden Musterteiles. Der Formbau und das Giessen selbst ist bei entsprechenden Stückzahlen nach wie vor wesentlich günstiger und zeitsparender. Dazu kommt, daß ich nicht glaube, daß der Kartonbau sich auf fertige oder gar nachzubearbeitende 3D-Teile einlässt. Ich habe mehrfach Gussteile -für Material/Versand- angeboten, die in Papier kaum machbar sind, seien es, Lüfter, seien es Pilotenfiguren, Reifen, Propellerspinner, Sternmotoren usw. Null, nada, keinerlei Interesse. Egal, Thema durch - bis auf die Figuren - da ist inzwischen der 3D-Druck gewaltig am Kommen. Die Qualitäten sind enorm, und die recht hochpreisigen Figuren sind extrem lebenecht und Lichtjahre von den bekannten Preiserleins und Spritzgussmodellen weg. Für den Kurs von 40-60 E pro Plastik-Nase bekommt man fast fotorealistische Sachen. Aber schon die Gussfiguren von Aerobonus sind unglaublich... Letztendlich bleibt der Charme des Kartonmodells bestehen, egal, wie hoch der Anteil der Zurüstteile ist. Gruß Hadu

    Vielleicht kommt der Tag, an dem mehr Leute checken, dass Idiotie nicht links oder rechts ist, sondern in erster Linie daher rührt, dass jemand ein Idiot ist! (M. Tegge)




    www.modell-und-geschichte.jimdo.com


    Mitglied der Luft'46-Gang

  • Ich baue meine Kartonmodelle immer mit der Absicht, das
    Besondere dieser Form des Modellbaus herauszustellen. Das geht bei mir soweit,
    dass ich auf das Kantenfärben bewusst verzichtet, wie ich auch alles Anmalen
    vermeide. Folie, Holz, Draht erlaube ich mir und bei der noch zu bauenden
    Dampfwalze von Modelik wird auch ein Stückchen Kette zu verbasteln sein. Man
    mag mich für einen strengen Puristen halten, ist mir egal. Die Ergebnisse
    meines Wirkens sind nicht perfekt, das lassen meine Fertigkeiten nicht zu. 3D
    Teile werde ich also kaum vermauern.



    Aber dennoch habe ich mir vor ein paar Jahren einen Filamentdrucker
    angeschafft und mir die verschiedensten Dinge gedrückt, die ich zu brauchen
    glaubte. Dazu gehören auch Hilfsmittel für die Kartonbauerei, wie ein
    Werkzeugkarussell, eine Winkellehre und eine Lehre zum Formen von Reifenflanken


    für Tatra-LKW. Also ist der Drucker durchaus auch für unser Hobby nützlich.


    Ja, und den vorgestellten SLA-Drucker muss ich selbstverständlich
    auch so schnell wie möglich haben. Nächsten Monat habe ich ja Geburtstag, den Drucker
    kann ich mir schenken.