Dampfschlepper WOLTMAN; 1:250 Passat

  • Moin zusammen,


    als ich in der vierten Juliwoche 2019 ein paar Bilder vom Flensburger Dampf-Rundum nachlieferte und dabei berichtete, die WOLTMAN habe das „Dampferrennen“ gewonnen, machte Helmut den Vorschlag, ich könne mich ja mal des Passat-Modells annehmen. Nach dem Mammut-Projekt USS INDIANAPOLIS war das - sozusagen als „Entspannungsübung“ - gar keine schlechte Idee. Allerdings habe ich mir einen Baubericht gespart, weil HaJo kurz zuvor schon einen sehr schönen Baubericht hier abgeliefert hat. Viel mehr Erhellendes hätte ich auch nicht beitragen können, insofern kommen hier nur ein paar Galeriebilder von meiner WOLTMAN. Allerdings hat HaJo gleich angefangen zu bauen, ohne weiter auf das Original einzugehen, insofern liefere ich hier noch ein paar Hintergrundinformationen nach…


    Die WOLTMAN ist der letzte Seeschlepper mit Dampfantrieb und kohlegefeuertem Kessel in Deutschland.


    Erbaut wurde das Schiff im Jahre 1904 auf der Schiffswerft der Gebrüder Sachsenberg in Rosslau an der Elbe im Auftrag von Strom- und Hafenbau (heute HPA) für die Finanzdeputation (der heutigen Finanzbehörde) in Hamburg. Es ist 22,24 m lang, 5,54 m breit und hat einen Tiefgang von rd. 2,20 m. Die Maschine leistet 240 PS (177 kW) und verleiht dem Schiff eine Fahrt von rd. 8 kn.


    Einsatzgebiete des Schleppers waren die Unterelbe und die Elbmündung. Der Schlepper war, nachdem Cuxhaven im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes im Jahre 1938 an Preußen gefallen war, bis 1975 für das - später Niedersächsische - Wasser- und Schifffahrtsamt in Cuxhaven auf der Unterelbe und der Elbmündung im Einsatz. Nach wechselvollen Jahren mit verschiedenen Besitzern (u.a. wurden einige Szenen des Fernsehfilmes „Das Rätsel der Sandbank“ von 1984 auf der WOLTMAN gedreht), vielen technischen Problemen und einer Kesselhavarie übernahm im Jahr 1994 der neu gegründete „Förderverein Schleppdampfer WOLTMAN e.V.“ das Schiff. Nach erfolgreicher Reparatur des Rumpfes, der Kesselanlage und der Maschine konnte der Schleppdampfer am 12. Januar 1994 wieder in Betrieb genommen werden.


    Der Förderverein hatte sich bei seiner Gründung das Ziel gesetzt, das Schiff wieder - soweit möglich - in den technischen Originalzustand des Jahres 1904 zu versetzen, es als technisches Kulturdenkmal in Fahrt zu halten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


    Der Zustand des Schiffes machte eine umfassende Restaurierung erforderlich. Die noch vorhandenen Originalpläne machten es der Organisation „Jugend in Arbeit“ e.V. möglich, Mannschaftsraum, Salons und Kajüten zu rekonstruieren.
    Der Schleppdampfer WOLTMAN bekam einen neuen Kessel, der dem Original exakt nachempfunden war. Der Rumpf, die Maschinenanlage sowie alle technischen Einrichtungen wurden restauriert. Der Schornstein wurde auf seine alte Länge gebracht.
    Schließlich kam der Schlepper nach erfolgreicher Abnahme durch den GL und die See-BG im Juni 2004 wieder in Fahrt.


    Das Passat-Modell ist Ende 2018 erschienen und wurde von Dr. Henning Budelmann konstruiert.


    Beim Bau des Modells bin ich im Großen und Ganzen wie HaJo vorgegangen (logisch, ist ja auch das gleiche Modell :D ). Allerdings hat HaJo die „Kassettenstruktur“ des Ruderhauses und der dortigen Schotts durch Aufdoppeln nachempfunden. Das sieht bei ihm auch gut aus, allerdings habe ich nach einem Versuch davon Abstand genommen, es erschien mir doch ein wenig zu massiv…


    Ferner habe ich es mir verkniffen, die „Löcher“ in der Gräting über dem Ruderquadranten auszustechen, sondern habe stattdessen - erfolgreich - Andi gebeten, mir eine LC-Version zu schnitzen. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Auch an dieser Stelle nochmal ein ganz herzliches „Dankeschön“ Richtung Schweiz.


    Und nun lasse ich einfach mal die Bilder sprechen…

  • Glückwunsch Fiete,
    schön geworden, das Kerlchen!
    Schöner noch als das Original mit seiner opulenten Kuchenbude...

    Bis die Tage...


    Helmut



    [b]Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.


    Alexander Freiherr von Humboldt



    Fertig: CAP SAN DIEGO (roko)

  • Danke, Helmut.


    Was die Anmerkung


    … Schöner noch als das Original mit seiner opulenten Kuchenbude...


    anbelangt: Was tut man nicht alles für Fahrgäste, die mit Fahrgeld und Kuchenkauf zum Erhalt des Schiffes beitragen :rolleyes:


    Beste Grüße


    Fiete

  • Moin, moin Fiete,


    klasse der Kleine.....Modell wie auch Bau...nicht wahr :thumbup:!


    Mir hat die WOLTMAN ganz klar meine kartonmodellbauerischen Grenzen aufgezeigt und ich war nach dem Ausschneiden der Teile überrascht über diese "Kleingkeit"......auf dem Bogen sieht alles auf dem ersten Blick doch größer aus. Mein altes Whv`ner Küstenwachboot HANSA, an dem ich gerade auch noch herumwerkel, ist dagegen ein wahrer Riese!


    Gruß
    HaJo

  • Moin HaJo,


    ja, ich habe auch den "kleinsten Schlepphaken meines Lebens" beim Bau der WOLTMAN erlebt... :D Wenn man allerdings schon das eine oder andere Modell von Andreas in Arbeit gehabet hat, dann hatte man bereits Gelegenheit zum Trainieren. Und je mehr man mit solchen nicht mehr ganz so großen Teilen umgeht, desto leichter fällt es einem. Ich erinnere noch die Knotenbleche an den Kettenstoppern der BUGSIER 18. Hätte ich früher gnadenlos weggelassen. Heute: kein Problem... ;)


    Aber die jetzt in Arbeit befindliche NORDFRIESLAND ist schon riesig dagegen... :D Da besteht das Geduldspiel aus den Bänken auf dem Sonnendeck sowie aus den doch recht zahlreichen Rettungsinseln...


    Beste Grüße
    Fiete


  • Moin zusammen,


    noch eine kleine Ergänzung zu meinem Einwurf:


    Die "Kuchenbude" auf der WOLTMAN hat ja einen eindeutig temporären Charakter. Genau wie die "Service-Ecke" unter der Stb.-Brückennock auf der BUSSARD. Ich finde, solche "behelfsmäßigen" Einrichtungen sind durchaus akzeptabel, im Gegensatz zu dauerhaften Veränderungen, wie es sie auf der STETTIN gegeben hat...


    Beste Grüße


    Fiete

  • Ich hab Milchfinger! ( für Ahnungslose: Finger, die Nachwachsen, hat mir mein Haus-und Hofelektrikermeister erklärt)
    Oder habt Ihr schon einen Zimmermann bzw Tischler gesehen, der nach 45 Jahren Baustelle noch alle Finger hat?
    Als Beweis siehe meinen linken Ringfinger. :D sieht gar nicht so schlecht aus.
    Gruß
    Ralph

  • Hallo,
    damit der Schlepper aber nicht arbeitslos in der vitrine steht, sollte er noch ein zeitgenössisches Großschiff an den Haken kriegen.
    Und fast wäre im Handumdrehen eine kleine Installation fertig.
    Ulrich

  • Hallo,
    damit der Schlepper aber nicht arbeitslos in der vitrine steht, sollte er noch ein zeitgenössisches Großschiff an den Haken kriegen.
    Und fast wäre im Handumdrehen eine kleine Installation fertig.
    Ulrich


    Nö, ich lass das so...


    Fiete