Imperator 2019 /Kartonwerft 1:250

  • Moin moin,


    nach einigem Zögern habe ich mich entschlossen, doch noch einen Baubericht über die Imperator zu schreiben.



    Der Baubogen stammt aus dem Jahr 2007 von Imogen Stowasser.
    Ich hatte den Bogen schon vor längerer Zeit gekauft und jetzt endlich bei einem Treffen in der Schweiz angeschnitten.
    Leider hatten sich am Anfang ein paar kleinere Probleme gezeigt, sodass ich beschloss doch lieber erstmal zu schweigen.
    In der Zwischenzeit habe ich aber so viele Tipps, Zeichnungen und Bilder von einem Mitglied aus dem gelben Forum und einer Besucherin auf der Messe Friedrichshafen zu diesem Schiff erhalten, dass ich nun doch den Bau des Schiffes beschreiben möchte.


    Gebaut wurde die Imperator in Triest durch den Österreichischen LLoyd. Am 17.09.1886 fand der feierliche Stapellauf statt. Ihr Schwesterschiff die Imperatrix wurde 1888 fertig.
    Beide Schiffe sollten auf der Ostasienroute durch den Suezkanal eingesetzt werden. Der Österreichische Lloyd, der Mitbetreiber des Suezkanals war, erhoffte sich durch die beiden zu dieser Zeit größten Schiffe einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil vor der starken ausländischen Konkurrenz.
    Beide Schiffe waren kombinierte Passagier-Frachtschiffe. Die Imperator war eines der ersten Schiffe, welches mit einer Vierzylinder Dampfmaschine mit Dreifachexpansion ausgestattet war. Mit 4500 PS war sie 15 Knoten schnell und somit das schnellste Schiff auf dieser Route.
    Nicht nur die elektrische Beleuchtung sondern viele weitere Details, machten sie zu dem luxuriösesten Schiff dieser Schifffahrtsgesellschaft. Es bot 103 Passagieren Platz.



    In Wikipedia ist dieses Ölgemälde von Basi Ivancovich zu finden.


    …..und Tschüß
    Ulli

  • Servus Ulli, servus Peter,


    ihr dürft ruhig meinen Namen nennen denn ich bin ja auch hier präsent.
    Die Infos und Tips habe ich euch gerne gegeben, denn der Dampfer verdient es öfter gebaut zu werden.
    Wenn Interesse besteht, kann ich den ursprünglichen Baubericht aus dem versenkten Kartonist hier bei "Kartonbau" als Rekonstruktion einstellen.


    Gutes Gelingen!


    Liebe Grüße
    Wiwo

    "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"

    Fritz Grünbaum, 1934

  • Moin, moin zusammen,


    Ulli, das war die richtige Entscheidung zum Baubericht :thumbup:! Wolfgang hat vor fünf Jahren ein excellentes Modell der österreichischen IMPERATOR gebaut, dass auch großen Anklang gefunden hat. Ein richtig toller Dampfer mit Besegelung aus der alten KuK-Zeit. Wolfgang, eine Rekonstruktion des Bauberichts wäre sicherlich von Interesse......die Bilder habe ich zwar alle, aber nicht den Text, der die eine oder andere "Klippe" erklärt.



    Gruß von der Ostsee
    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Moin moin zusammen,


    danke Wolfgang, dass du dabei bist. Wir werden sicher von Deinen Erfahrungen profitieren.


    Ja, HaJo, sicher ein interessantes Modell. Es wundert, dass es nicht mehr Bauberichte gibt.
    Wir werden das Modell an einigen Stellen umarbeiten. Aber hier erst einmal die erste Klippe:
    Beim Spantengerüst, wahrscheinlich nur bei den alten Baubögen stimmte die Nummerrierung nicht:



    Also einfach alles umdrehen, dann stimmt es. ;)


    Zwei der Spanten sind ein wenig zu kurz, aber auch das lässt sich korrigieren.



    Die Spanten sollen ja sowieso nur Deck und Bodenplatte weit genug auseinanderhalten :D
    Verkleben werden wir die Bordwand nur oben und unten - nicht am Spant.


    Morgen gehtt´s weiter


    Gruß
    Ulli

  • Hallo Ulli und Hallo Peter,
    Ich freue mich dass Ihr Euch an die Imperator traut, und ich ich bin mir sicher dass Ihr etwas Tolles daraus macht.
    Lasst mich an Euren Erkenntnissen bezüglich der Konstruktionsmacken teilhaben, dann kann ich sie vielleicht mal beheben. :D
    Ich versorge Euch auch gerne mit Reserve- und Ersatzteilen dafür.
    Gutes Gelingen und Viele Grüße


    Imo

  • Moin zusammen,


    Wenn es jetzt den Baubericht von Wiwo gibt, werden wir auf einen parallelen Bericht natürlich verzichten.


    @Imogen - das Schiff ist so schön, dass wir es einfach jetzt mit unseren heutigen Möglichkeiten bauen möchten.
    Auch mit Segeln habe wir ja jetzt einige Erfahrung gesammelt, eigene Laserteile und farbliche Bearbeitungen wollen wir, neben einigen Korrekturen an technischen Details eventuell noch darstellen.
    Wir werden zur gegebenen Zeit die Fortschritte hier zeigen - unsere evtl Erkenntnisse senden wir dir per PN - falls sie Wiwo nicht schon in seinem Bericht veröffentlicht.


    Tschüß bis neulich


    Ulli und Peter

  • Na hallo ihr Zwei,


    führt Euren Baubericht mal ruhig weiter, denn ihr geht ja gerade bei der Teilegestaltung eigene Wege, welche für andere auch interessant sein könnte.


    bis demnächst
    Robi

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.


    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.

  • Servus Ulli, servus Peter,


    macht nur ruhig weiter mit eurem Baubericht!
    Denn jeder Modellbauer hat sein ihm/ihr eigene Handschrift.


    Ich bin mit meiner Rekonstruktion ohnehin in ein paar Tagen fertig.


    Liebe Grüße


    Wiwo

    "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"

    Fritz Grünbaum, 1934

  • Moin Ulli, moin Peter,


    werden wir auf einen parallelen Bericht natürlich verzichten.


    bezüglich des Themas "mehrere Bauberichte zum gleichen Modell" hat Hadu einmal geschrieben "man kann nicht genug Bauberichte haben". Dem kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen. Ich habe schon einige Modelle gebaut, zu denen Bauberichte existierten und habe in keinem dieser Berichte die von mir gesuchte Aufklärung gefunden. Zudem können Bauberichte auch unabhängig von einer Faktenbeschreibung eine interessante Lektüre sein, allein deswegen würde ich mich freuen, wenn ihr euren Bericht fortsetzen würdet.


    Liebe Grüße
    Gustav

    Auch kleine Dinge können Freude bereiten.

  • Moin moin,


    danke Robbi und Gustav :)


    Warum baue ich, Ulli, dieses Schiff?
    Wie einige von euch wissen, bin ich immer an den historisch-technischen Details der Schiffe interessiert, die ich baue. Für mich ausschlaggebend war die Tatsache, dass dieses Schiff in seiner Konstruktion und Ausstattung den Aufbruch in eine neue Ära im 19.Jahrhundert markiert.
    Es wurde in einer Zeit gebaut, als sich die Reedereien von dem reinen Frachtschiffverkehr hin zur Personenbeförderung entwickelten. Die Imperator war das erste Schiff des Österreichischen Lloyd, welches Passagiere nicht nur unter Deck, sondern auf dem Hauptdeck in Kabinen unterbrachte. Durch den Suezkanal sollten Personen in der 1. Und 2. Klasse schnell nach Bombay reisen können.


    Also als nächster Schritt - das Aufbringen des Hauptdecks und der Passagierkabinen:


    Das Schiff und auch das Deck waren aus Eisen/Stahl und wurde nicht nur aus Schönheitsgründen ;) mit Holz beplankt. Wahrscheinlich mit Teakholz, da andere Holzarten wie z.B Eiche den Nachteil hatten, dass das darunter liegende Eisen schneller rostete. Einen geeigneten Schutzanstrich hatte man damals noch nicht. Leinölprodukte schützten zwar das Holz, aber Eisen konnte nur mit Bleimennige behandelt werden und dies musste in relativ kurzen Abständen immer wieder geschehen.
    Um diesen Holzcharakter auf dem Modell sichtbar zu machen, habe ich die Decks also farblich verändert.



    Bis bald
    Ulli

  • Servus Ulli,


    euer Holzdeck gefällt mir ausgesprochen gut!
    Wo habt ihr diese schöne Textur gefunden?


    Noch eine Frage interessehalber:
    Habt ihr den dunkelgrauen Wassergang absichtlich weggelassen?


    Liebe Grüße


    Wiwo

    "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"

    Fritz Grünbaum, 1934

  • Moin,


    nix fehlt, alles da. Deck ist Marke Eigenbau - Paint Shop macht´s möglich



    Nächster Schritt: Anbringen der Bordwände
    Die Imperator hatte laut Wikipedia einen Stahlrumpf. Da zu dieser Zeit nur englische Werften Schiffe aus Stahl bauen konnten, gehe ich davon aus, dass es nicht aus „Stahl“ im heutigen Sinne sondern aus Schmiedeeisen war. Dieses wurde hauptsächlich zum Brückenbau und beim Eisenbahnbau eingesetzt. In Deutschland wurde erst 1889 zwei Schiffe bei den späteren Vulkan-Werken aus Stahl gebaut, die Havel und die Spree
    Stahl als Material für den Schiffsrumpf brachte einen entscheidenden Gewichtsvorteil, hatte aber damals noch erhebliche Nachteile durch seine Spröde, die erst Mitte des 20 Jahrhunderts behoben werden konnten. Beim schnellen Untergang der Titanic spielte wohl auch die Kälteversprödung des Stahlrumpfes eine entscheidende Rolle. Andererseits hatte der Einsatz von Schmiedeeisen bei Schiffen den entscheidenden Nachteil, dass es damals noch keinen Anstrich gab, der vor dem Verrosten und gleichzeitig vor dem Bewuchs unter Wasser schützte und dadurch die Geschwindigkeit des Schiffes erheblich beeinträchtigte.


    Die Montage der Bordwände bringt so die bekannten Probleme – sie sollten halt vorn, in der Mitte und hinten passen :D;(
    Mittig heißt hier, dass die Öffnungen in den Wänden genau auf den Gängen zwischen den Passagierkabinen liegen sollen.


    Bei vorderen Segment haben wir daher von der Mitte nach vorn gearbeitet.
    Im Bugbereich passt es sauber zusammen.



    Tricky ist bekanntlich das Dampferheck – hier bestehend aus drei Laschen.
    Es gibt leicht Beulen bzw. die obere Kante wandert nach unten – dann aber würde die obere, weiße Decks-Verkleidung nicht mehr passen. Die Trennlinie muss also absolut gerade sein!


    Wir hatten hier so unsere „innerfamiliären“ Probleme:
    Ich war für Vorformen, Zusammenkleben und Anbringen, wie es der Bogen vorsieht, da Peter aber gerade bei seiner Präsident seine Erfahrungen gesammelt hat – Ergebnis Rundablage – haben wir es diesmal anders versucht:
    Beginnend am Heck haben wir die obere und untere Lasche des Teils sauber an die Konturen des Decks und der Bodenplatte angepasst, befestigt und erst anschließend die mittlere Lasche geformt und eingepasst.
    Dann anpassen an das Ende des vorderen Elementes ---- und passt.



    Anmerkung: auf das Achterdeck kommt noch die neue Struktur - Wassergang bleibt.
    Hier noch die Gesamtansicht.



    Wir wünschen einen schönen Sonntagabend


    Ulli und Peter

  • Grüß euch ihr Beiden.


    Ah, Paint Shop! Sehr schöne Arbeit von euch!


    Im Beitrag #10, zweites Bild, da fehlte der Wassergang noch. :huh:
    Hatte mich gewundert, denn das passte nicht zu eurer exakten Bauweise. ^^


    Das Heck ist euch ausgezeichnet gelungen!
    Damit habt ihr den kritischsten Bauabschnitt erfolgreich hinter euch gebracht.


    Liebe Grüße


    Wiwo

    "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"

    Fritz Grünbaum, 1934

  • Moin moin,


    ja, unsere Holzterasse sieht auch ähnlich aus. :D



    Als nächstes haben wir bei den Aufbauten versucht etwas Tiefenwirkung herzustellen, indem wir die Fenster und die Rahmen verdoppelt haben.





    Viele Aufwand



    aber im Gesamteindruck lohnt es sich.


  • Hallo Henning,


    ja, auch bei diesem Schiff könnte man die Plattengänge darstellen. Ob das jetzt noch möglich ist, weiss ich noch nicht.

    Schönen Abend


    Ulli

  • Hallo zusammen,


    die vier Dampfladewinden mit einfachem Vorgelege sind nun auch fertig. Damals wurden sie mit 7 bis zu 16 atü betrieben und hatten natürlich einen großen Dampfverbrauch. Oftmals wurde die Rohrzuleitung noch frei über Deck verlegt und lediglich mit Riffel oder Warzen- Raupenblech abgedeckt wurden. Wie sie auf diesem Schiff verlegt wurde, kann ich auf den Plänen leider nicht sehen.
    Also alles nicht so sauber, wie bei der Dampfwinde der Bussard von 1906. :D





    Zunächst ein wenig Handarbeit mit Nähgarn der Stärke 250:



    Dann die Teile des Baubogens um je zwei selbst gelaserte Teile ergänzt.





    Bis demnächst


    Ulli

  • Die Dampfwinden sind wirklich klasse geworden!! Habt Ihr top hinbekommen!


    Grüße und weiterhin eine ruhige Hand für die nächsten "Feinarbeiten" :)


    Torsten

  • Moin moin,


    vielen Dank für die Aufmunterungen, aber einmal angefangen kommt Eins zum Anderen.


    Die Ladeluken können in dieser Farbe so nicht bleiben. ;(




    Daher auch hier alles umgefärben……… viel Geduld.





    Bis dann,


    Ulli

  • Hallo zusammen,


    an Heck und Bug hatte die Imperator jeweils ein großes Spill und am Heck ein Ruder mit Maschinentelegraph und Magnetkompass.
    Auch hier habe ich Kleinigkeiten umgestaltet:




    Ich nehme an, dass auf diesen Schiffen die Instrumente aus Messing waren und der Rudergänger auf einem Gitterboden stand, ähnlich wie auf den Bildern der Pamir zu sehen ist.
    Nach diesen Fotos (http://pamirdecksjungearnd.net/20/1_.jpg) habe ich auch die beiden Spille umgestaltet, der Baubogen stelle sie in Holzobtik dar, ich nehme aber an, dass sie aus Gußeisen waren:





    Bis bald


    Ulli

  • Servus Ulli, servus Peter.
    Ihr habt recht, die Kompasshauben und die Gehäuse der Maschinentelegrafen waren aus Messing.
    Auch die Kugeln der Kompensationsmagnete waren aus Messing.
    Die Sitte der rot-grünen Bemalung war bei uns nicht üblich.
    Beim Spill ist es wahrscheinlich, daß das Untergestell der Spilltrommel mit Holz beplankt war.
    Also nicht unbedingt ein Gußteil. Der Lloyd war doch recht konservativ.
    Liebe Grüße
    Wiwo

    "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"

    Fritz Grünbaum, 1934

  • Hallo zusammen,


    unsere Baufortschritte verzögern sich ein wenig, da ich einige Fragen noch nicht klären konnte.


    Wiwo, du schreibst der Österreichische Lloyd sei sehr konserativ gewesen.
    Warum hat er dann damals schon ein Schiff aus Stahl/Eisen gebaut ?
    Kann es sein, dass die Untermasten auch aus Eisen/Stahl waren? Auf dem Gemälde scheinen sie aus Holz zu sein, aber auf einem alten Foto ist deutlich zu sehen, dass der Untermast wahrscheinlich weiß lackiert war.
    Damals wurden schon vereinzelt Mastteile bei anderen Schiffen aus Eisen/Stahl gefertigt. Auch bei diesem Schiff ?


    Die Form des Schornsteins muss ich auch noch verändern. Der äußere untere Mantel ist zu klein.



    Aber die Teile habe ich wie immer mit Hilfe eine Polsternadel vorgeformt und stumpf ohne Laschen verklebt.





    Also alles noch einmal von vorn. ;(


    Bis bald Ulli

  • Grüß euch ihr beiden.


    Zum Imperator und der Imperatrix mußman wissen, daß der Anlaß für den Bau das 50 jährige Jubiläum des österreichischen Lloyd war.
    Da musste natürlich ganz "modern" ausgstattet werden, aber nicht zu modern, denn das kostete!


    Die Baukosten der Schiffe war so hoch daß der Lloyd danach fast pleite war.
    Danach dauerte es eine Weile, bis man wieder Geld für den Neubau von Schiffen hatte.
    Ausserdem wurde "Re-Use" gelebt - auch wenn es dieses (heutige) Modewort damals noch nicht bekannt war.


    Man verwendete Brauchbares von abzuwrackenden Schiffen wieder.
    Darum auch der Mix von Alt und Neu.


    Liebe Grüße


    Wiwo

    "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"

    Fritz Grünbaum, 1934

  • Hallo zusammen,


    Danke Wiwo


    Nach längerer Suche bin ich jetzt doch noch fündig geworden.
    (B.Lavery "Schiffe"S.237) Ab 1880 wurden auf schottischen Werften Frachtsegler aus Stahl gefertigt, da diese größer als Holzschiffe gebaut werden konnten und auch eine höhere Ladefähigkeit hatten. Diese Segler wurde mit eisernen Untermasten gebaut. Z.B. die Fünfmastbark France:



    Von unbekannt (Ansichtskarte) - unbekannt, Bild-PD-alt, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=1305441 ,


    1891 folgte dann der erste deutsche Bau, die Maria Rickmers auf der Rickmerswerft.


    Die Österreichische Lloyd war ab 1884 in Geldnöten und wollte daher schnellere und größere Schiffe für die Route durch den Suezkanal anschaffen, um so allen Konkurrenten zuvor zu kommen.(https://de.wikipedia.org/wiki/Österreichischer_Lloyd). Die Baukosten des Schiffes waren so hoch, da Stahl/Eisen in der erforderlichen Qualität und Menge damals nur in England hergestellt werden konnte.
    Für mich ist es daher auch logisch, dass die Imperator ebenso wie die Segler aus den schottischen Werften mit Stahluntermasten ausgestattet war.


    Viele Grüße
    Ulli

  • Hallo zusammen,


    einen kleinen Zwischenstandsbericht, da die Arbeiten jetzt gerade sehr aufwendig sind.



    Der Schornstein sitzt.
    Abweichend zum Baubogen habe ich den unteren Bereich verstärkt. Auf den beiden mir vorliegenden Fotos, ist deutlich zu sehen, dass sich der Schornsteindurchmesser nach oben hin in zwei Abschnitten verengt.
    Die unteren Masten waren auf diesen Fotos weiß, ebenso die Ladebäume. Die restlichen Teile, Rah und obere Teile der Masten aus Holz.


    Reling, Verbindungsgänge, Mars, Wanten, Blöcke, Jungfern und Fußpferde habe ich zum Teil nach eigenen Vorlagen ergänzt und gelasert.



    Jetzt kann ich die Verbindungsgänge und die Reling zwischen den Decks entsprechend am Schiff anpassen. Die Verbindgungsgänge des Baubogens passten bei mir nicht richtig.
    Aufgrund der Fotos habe ich mich auch für graue Reling entschieden, obwohl viele andere Fracht-Motorsegler dieser Zeit weiße gestrichene Reling hatten.


    Bis bald
    Ulli

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für die vielen Likes :)


    Einen kleinen Moment lang, waren wir am Zweifeln, ob das alles wirklich klappt.
    Die Verbindungsgänge sind doch sehr filigran.



    Aber Peter testet wie immer die Tragfähigkeit mit Blei:



    Und jetzt sitzen auch die Masten:



    Schönen Abend


    Ulli

  • Die Akribie (auch die intensive Recherche), die Ihr bei jedem Eurer Modelle betreibt, begeistert mich immer wieder!

    Bis die Tage...


    Helmut



    "Dem Angriff auf die Menschlichkeit folgt der Angriff auf den Menschen!"

    (Claudia Roth)



    Fertig: CAP SAN DIEGO (roko)

  • Hallo zusammen,


    endlich weihnachtliche Ruhe, richtig für handarbeitliche Tätigkeiten:



    Glücklicherweise kann ich das Aufholen der Segel am heimatlichen, warmen Schreibtisch machen, nicht wie die armen Jungs hier auf der Pamir:



    http://pamirdecksjungearnd.net/7/5_.jpg


    Axel (apfisdu1) hat diese Tätigkeit sehr schön beschrieben, kurz bevor wir damit loslegen wollen/müssen, daher können wir uns an seinen Tipps und Ausführungen sehr gut orientieren.
    Danke Axel!


    Glücklicherweise hat die Imperator nur drei Rahen




    Peter geht mit schwerem Gerät ans Werk:




    Ende gut alles gut: das stehende Gut ist zu ca. 50% montiert. Es fehlen noch die Wanten.



    Soweit für heute - Packen ist angesagt. Ab Morgen ziehen wir für 4 Tage zum Weihnachtsbasteln ins Technoseum nach Mannheim.
    Bauen und Fachsimpeln in geselliger Runde - wir freuen uns drauf.


    Grüße
    Ulli und Peter

  • ezee riggimg 0,03?


    sieht echt gut aus


    hoffentlich am Wochenende zu betrachten?


    Liebe Grüße
    Robi (gerade aus dem weihnachtlichen Fresskoma erwacht, bööörps, sorry)

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.


    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.

  • Hallo zusammen,


    beim Weihnachtsbasteln im Technoseum in Mannheim, haben wir über die Takelung des Schiffes recherchiert, intensiv diskutiert und jetzt Teile in die Tat umgesetzt.


    Zunächst die Wanten mit gelaserten Tajen auf Deck befestigt.



    Ein paar Kleinigkeiten haben wir aufgrund der uns vorliegenden Fotos ergänzt. Am Bug waren wohl 6 Lüfter (der Baubogen hat nur 2), wahrscheinlich zur Belüftung der Lagerräúme. Auch ein oder zwei Davits wurden für die Anker benötigt.



    Der Schornstein hatte nicht vorn, sondern auf der Rückseite das Überstromrohr.



    An der Vorderseite waren zwei kleine Dampfpfeifen.



    Zwei Niedergänge vom Bootsdeck zum Hauptdeck haben wir auch noch ergänzt.


    Die original Rettungsboote haben wir nicht verwendet, sondern eigene holzfarbene gebaut. Auf allen Bildern sind dunkle Boote mit heller Persenning zu sehen sind. Holz oder Stahl, das konnten wir nicht klären.




    Die Drehdavits mit Tajen waren doch ein wenig aufwendig nicht nur beim Lasern.




    Schönen Abend


    Ulli

  • Hallo Ulli,


    großartige Wanten hat euer Imperator da bekommen !


    Bei einem Schiff von 1887 würde ich bei den Beibooten sehr auf Holz als Material tippen, Stahl war zu der Zeit noch neu als Werkstoff für Rümpfe und Maschinen, das fing m.W. zumindest bei den Kriegsmarinen erst um 1880 an, vorher immer Eisen, bzw. oft noch Holz.


    Eine Frage: Was ist ein Überstromrohr?


    Zaphod

  • Grüß euch ihr Beiden.
    Die Beiboote waren mit Sicherheit aus Holz.
    Davon hatte man genug im Bootslager im Arsenal in San Rocco.


    Ein Tipp für die Wanten.
    Ich habe meinen Wanten ein "Rückgrat" aus schwarz gestrichenem 0,3 mm Federstahldraht verpasst.
    Dadurch sind sie immer gerade und hängen nicht labberig in der Gegend herum.
    Wenn man den Draht hinter das zweite Stag klebt, ist er praktisch unsichtbar.
    Liebe Grüße
    Wiwo

    "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"

    Fritz Grünbaum, 1934

  • Hallo Zaphod und Wiwo,



    Bei einem Schiff von 1887 würde ich bei den Beibooten sehr auf Holz als Material tippen, Stahl war zu der Zeit noch neu als Werkstoff für Rümpfe und Maschinen, das fing m.W. zumindest bei den Kriegsmarinen erst um 1880 an, vorher immer Eisen, bzw. oft noch Holz.


    ja sie waren wohl wirklich aus Holz, ich habe auf dieser Seite: https://www.italianliners.com/italian-liners , mehrere Werbeplakate und eine Zeichnung gefunden, auf der die Boote braun gezeichnet sind.




    Außerdem habe ich einen Bericht über die Verwendung von Booten aus Holz oder aus Stahl aus dem Jahr 1885 gefunden, in dem der erheblichen Kostenvorteil der hölzernen Boote, gegenüber den haltbareren stählernen dargestellt wird:


    "Mittheilungen aus dem Gebiete des Seewesens" 1885 Nr.8
    Angaben über die Kosten von Dampf- und von Ruderbooten aus Holz oder aus Stablblechen
    http://library.foi.hr/lib/caso…609-10&sqlid=1&U=


    Die Wanten mit dünnem Draht zu verstärken ist eine gut Idee. :thumbup:


    Aber bei diesem Schiff habe ich die Reling und die Wanten <0,2 mm gelasert und mein Draht kann hier nicht wirklich für Stabilität sorgen.



    Schönen Tag


    Ulli

  • Moin, Ihr beiden!
    Unglaublich, was Ihr hier wieder hinstellt, die Bilder vom 04.01. z. B. sind schlicht atemberaubend, Eure Lasercuts sind zum Dahinschmelzen, die Recherche gründlich, kurz: ich habe lange keinen Baubericht mehr so genossen wie diesen! Zum Thema "wabbelige Wanten" fallen mir allerdings noch 2 Dinge ein, wie künftig solche ultradünnen LC stabilisiert werden könnten: entweder mit Plastikkleber tränken, der vollständig und matt einzieht und selbst auf weißen Teilen keine Verfärbung hervorruft, aber nicht so brettsteif wird Sekundenkleber (ein bißchen Durchhängen finde ich bei Euren Wanten nämlich durchaus überzeugend!), oder mit wonderwire hinterkleben, der ist extrem steif, hat aber nur 0,15 mm Durchmesser - wenn Euch der noch zu dick wird, will ich wissen, wie Ihr LC brennt, und wie Ihr sie verarbeitet!
    Viele Grüße
    Heiner

  • Hallo Heiner,


    danke für den Tipp - Wonderwire ist ein Versuch wert.
    Es ist aber auch die Luxusvariante - bei den Längen ist ein Paket schnell verbraucht und Nachschub ??


    Bei einigen kleineren, gelaserten Teilen versuche ich es in der Tat mit Revell Plastikkleber, der hinterlässt keine oder kaum Spuren nach dem Trocknen.
    Bei den großen Wanten habe ich da aber doch Angst, dass es sichtbar wird.



    Aktuell ist unser Laser optimal eingestellt - wir haben eine neue Diode eingebaut, da wir die erste "versaut" haben (vermutlich durch Lasern von beschichtetem Papier ;( )


    hier ein paar aktuelle Ergebnisse


    Nur nicht husten beim Verarbeiten. :D


    Gruß
    Ulli

  • Hallo zusammen,


    wieder ein kleiner Baufortschritt, aber wo finde ich das richtige Licht und den richtigen Hintergrund fürs Foto ? So:


    ,


    ;(


    Oder so ?


    :)


    Egal, die Ladebäume sind fast fertig und am Fockmast habe ich einen Scheinwerfer ergänzt, der auf meinen alten Fotos deutlich zu erkennen ist.


    Am Besanmast sitzt jetzt auch schon die Gaffel und beide Ladebäume:





    Ich habe mich entschlossen hier das Segel nicht darzustellen. Wahrscheinlich wurde es auch nur selten gebraucht, auf den meisten Bildern ist es nicht zu erkennen.



    Bis demnächst


    Ulli