Tw29 von Modelik in 1:25

  • Moin,


    Nach meinem kleinen Ausflug ins Reich der Konstrukteure kann jetzt mein nächster Baubericht losgehen. Ausgesucht habe ich mir die Tw29 von Modelik in 1:25. Wie bereits meine Cn2t "Las" wurde auch dieses Modell von Jan Kołodziej entworfen. Ich gehe also davon aus, dass sich das Modell wieder super bauen lässt und jede Menge Spaß machen wird.


    Viel habe ich nicht gefunden, aber trotzdem zunächst etwas zum Vorbild:
    In den Jahren 1929-1930 wurden im Fablok Werk in Chrzanów insgesamt 6 Dampfloks des Typs Tw29 für das Oberschlesische Schmalspurnetz gebaut. Die Konstruktion basiert dabei auf den 1924 von Schwartzkopf in Berlin gebauten Tw9 (Preußische T40), die allerdings leicht angepasst wurde um den engen Radien gerecht zu werden: Die zweite und fünfte Achse konnten sich seitlich um 15 bzw. 26mm bewegen und an der mittleren Achse fehlten die Spurkränze (Ein Trick der auch schon bei der Cn2t "Las" zum Einsatz kam). Nach dem zweiten Weltkrieg wurden noch mehrere Loks der Typen Tw47 und Tw53 gebaut, die Kopien der Tw29 waren und daher nur minimale Unterschiede aufweisen.
    Die Tw29 blieben recht lange in Dienst und die letzte Lok wurde erst 1976 verschrottet.


    Im Bausatz wird die 1929 als Tw29-2611 gebaute Lok dargestellt. Während dem zweiten Weltkrieg ging die Lok in den Besitz der Deutschen Reichsbahn über und wurde dort ab 1941 als 99 457 geführt. Nach dem Krieg wechselte die Lok dann wieder zu ihrem rechtmäßigen Besitzer und bekam als neue Nummer Tw29-2482 zugewiesen. (Diese Nummer wird auch im Bausatz verwendet) Am 25.10.1973 wurde die Lok schließlich aus dem PKP Bestand gestrichen, verkauft und anschließend verschrottet.


    Ein paar technische Daten:
    Gewicht: 42t
    Leistung: 400PS
    Zugkraft: 1000t
    Höchstgeschwindigkeit: 30km/h
    Kesseldruck: 13atm
    Raddurchmesser: 800mm
    Spurweite: 785mm
    Achsfolge: E-H2T
    Wasserkastenkapazität: 4,2m³
    Kohlekastenkapazität: 1,65t


    Quellen:
    Beschreibung im Bausatz
    polnischer Wikipedia Artikel: https://pl.wikipedia.org/wiki/Tw29


    Das war es mit der Hintergrundgeschichte, kommen wir zum Bausatz. Zunächst ein paar Eckdaten:
    Verlag: Modelik
    Konstrukteur: Jan Kołodziej
    Maßstab: 1:25
    Bauteile: 1185 + 73 Schablonenteile (Ich konnte keine offizielle Angabe finden, also selber gezählt)
    Nieten&Co: 2579
    Länge: 35,2cm
    Preis: ~25€ (inkl. Lasercutset)


    Und so soll das Modell mal aussehen:



    Das Modell im A3 Format besteht aus 8* Bögen mit Bauteilen und 1 1/2 Bögen mit Schablonenteilen. Die Anleitung ist sehr schön ausführlich und enthält einen Bogen mit Fotos des fertigen Modells (2 Bögen wenn man das Bild auf dem Cover mitzählt), einen Bogen mit einer Textbeschreibung des Vorbilds und Hinweisen für den Bau (Auf Polnisch, aber wird vermutlich auch wieder nicht unbedingt gebraucht), 3 1/2 Bögen mit 3D Zeichnungen und einem Bogen mit einer Seitenansicht in Originalgröße (* Dieser Bogen beinhaltet zusätzlich auch noch ein paar Teile). Der Druck ist dabei schön scharf und gleichmäßig. Was mir nicht gefällt ist allerdings die Farbe die fürs Metall gewählt wurde. Das ist zwar eine metallic Farbe, die auch leicht glänzt was ein schöner Effekt ist, aber sie ist mir zu blau. Dadurch sieht das ganze irgendwie merkwürdig aus. Hier ein kleiner Ausschnitt aus meinem Sicherheitsscan, der dem orignalen Farbton halbwegs ähnlich ist:



    Ich habe mich noch nicht endgültig entschlossen, werde die betroffenen Teile aber wahrscheinlich übermalen.

    Zusätzlich habe ich mir noch den Lasercut Satz gegönnt. Dieser enthält auf 3 ~A3 Bögen aus 1mm Finnpappe die Räder und Spantenteile. Bei einer ersten Durchsicht scheinen aber 2 oder 3 Schablonenteile zu fehlen. Das würde bedeuten dass ich die Bögen mit Schablonenteilen doch anschneiden müsste, was doof wäre da ich eigentlich immer versuche die Anleitungen soweit heile zu lassen wie möglich. Aber vlt. habe ich sie auch nur nicht gefunden. Zusätzlich gibt es noch eine wesentlich kleinere Platine aus einem dünneren Material, das einige Kleinteile enthält. Hier gibt es auch gravierte Schilder und Handräder.
    Selbstverständlich werde ich auch wieder alle Nieten&Schrauben plastisch darstellen.



    Im meinem nächsten Beitrag geht es dann mit dem Bau des Fahrgestells los.


    mfg
    Johannes

  • Moin,


    Und los geht es mit dem Fahrgestell.
    Als erstes wurden die Längsträger gebaut. Diese bestehen (bei mir) aus 2 LC Teilen, die auf beiden Seiten mit den gedruckten Teilen beklebt werden. Eigentlich ist das so nicht gedacht, denn eigentlich sollen die LC Teile passend bemalt werden. Aber ich will bei meinem Modell versuchen einen möglichst einheitlichen Farbton zu haben. Und ich mag das Mattschwarz des Bogens eigentlich sehr gerne. Also mache ich es so. Das hat natürlich auch zur Folge, dass die Teile dicker sind und es daher Passprobleme gibt. So musste ich zB. viele der grauen Flächen auf der Innenseite im Nachhinein entfernen. Aber für ein hoffentlich besseres Aussehen ist mir dieser Mehraufwand wert.



    Weiter ging es mit den Querspanten. Ich habe dafür an einem Ende begonnen und mich von da Stück für Stück vorgearbeitet und immer gleich alle notwendigen Anpassungen vorgenommen. Hier ein Bild von den ersten 2 Querspanten:



    Beim Spant 4 bin ich dann auf gleich zwei Konstruktionsfehler gestoßen: Der Spant 4 ist unten 1mm zu kurz und in den Längsspanten ist die Aussparung für die Platte 4a nicht nur im inneren Längsspant, sondern auch im äußeren. Der ähnliche Spant 3 mit Platte 3a war hingegen korrekt. Der Fehler ist natürlich nicht weiter schlimm und ich habe versucht die Lücken zu retuschieren, auch wenn man die Stelle später eh nie sehen wird:



    Und abschließend noch ein Bild von allen Teilen, einmal lose und einmal trocken zusammengesetzt. Auch ohne Kleber sitzt wieder alles perfekt zusammen:



    Und das ist auch schon der aktuelle Stand. Als nächstes kommen die Radaufhängungen, die Federung und die ersten paar Dutzend Nieten/Schrauben.


    mfg
    Johannes

  • Moin,


    Nachdem Ich die letzten Monate recht viel um die Ohren hatte und meine Modellbauzeit fast vollständig dem nunmehr nicht mehr ganz so geheimen Geheimprojekt gewidmet wurde, konnte Ich in den letzten paar Wochen endlich mal wieder zur Schneidematte greifen und ein wenig weiterbauen.^^


    Stehen geblieben war ich vor genau 5 Monaten mit den fertigen Rahmenteilen. Also ging es jetzt darum, die diversen kleinen grauen Flecken zu bedecken. Dazu habe Ich erstmal alle Teile vorbereitet. Das hat zwar ewig und drei Tage gedauert, ging dann beim Einbau aber herrlich flott:



    Auf dem ersten Bild noch alle einzeln, auf dem zweiten schon zu Gruppen zusammengefasst. Nicht bebildert: Wie Ich wenige Sekunden nach dem zweiten Foto die Schale mit den Nieten umgeworfen habe. Erstaunlicherweise sind kaum welche vom Tisch gefallen - Glück gehabt!

    Vorsicht: Ich habe die grauen Flächen in der Mitte von den Teilen 13c/d ausgestichelt. War falsch und auch wenn man es nicht sieht, hat es den Einbau erschwert. Macht das also nicht nach.


    Danach wurden die Teile angeklebt (Mit Ausnahme der Federung):



    Und dann ging es auch schon an den Zusammenbau. Durch meine Bauweise eine mehr als knappe Angelegenheit und ganz zufrieden bin ich nicht.



    Danach kam die Federung:



    Durch die beiden Halter am Querträger auf dem letzten Bild, kommt später die Steuerwelle.


    Als nächstes würde es weitergehen mit den Rädern, allerdings ist hier erstmal direkt wieder Pause. Nach so vielen Schwarzen Teilen brauche Ich einfach mal wieder etwas Farbe. Die Thyssen II mit ihrem knalligen Grün kam da zu Weihnachten wie gerufen. Sorry Wanni ;(


    mfg

    Johannes