Junkers G 38, Schreiber-Bogen 1:100

  • Das Original


    Der Erstflug dieses Flugzeugs fand am 6. November 1929 in Dessau statt, es war zu dieser Zeit das weltgrößte zivile Landflugzeug, ausgestattet mit zuerst je zwei Junkers-Motoren L 55 und L 8 a (Gesamtleistung 1470 kW/2000 PS). Von der G 38 wurden nur zwei Maschinen gebaut. Die erste G 38 war registriert mit der Werknummer 3301 und der Kennung D-2000. Damit sind mehrere Weltrekorde geflogen worden. Die zweite G 38 (Werknummer 3302; Kennung D-2500, später D-APIS) hatte von vornherein 34 Passagierplätze in zwei Rumpfetagen, flog ab dem 1. Juli 1932 bis zum Jahre 1939 im Lufthansa-Streckendienst, wurde danach als Militärtransporter verwendet und im Mai 1941 in Athen durch Bomben zerstört. Dieses Flugzeug bildet die Grundlage für den Modellbaubogen.


    Das Modell



    Auf 5 Bögen verteilen sich 107 Teile. Der Konstrukteur dieses Modells dürfte wahrscheinlich Hubert Sigmund sein. Die Passgenauigkeit ist sehr gut. Die Anleitung ist wie bei vielen Schreiber-Modellen üblich in bildlicher Form.


    Begonnen wird mit dem Bau der Rumpfsegmente. Die zusammengefügt einen stabilen Rumpf ergeben. Etwas schwieriger ist die Ausarbeitung der Rumpfnase.



    Die Teile des Leitwerkes erfordern einen sehr kleinen Biegeradius. Zur Herstellung der engen Radien habe ich Wasser genutzt. Nach dem Anzeichnen der Biegestelle auf der Rückseite des Teiles habe ich den Bereich um die Biegestelle mittels Pinsel mit Wasser benetzt und gewartet bis der Karton weich wurde. Nun wurde das Teil über dem Stahllineal gebogen und einen Moment gehalten, dadurch hat sich ein sehr enger Biegeradius ergeben, der nach dem Trocken in Form geblieben ist. Die Ausformung der Flächenwölbung erfolgte im trockenen Zustand, sodass sich die gewünschte Form der Seiten- und Höhenruder ergab.


  • Die Formgebung der Flächen erfolgte in ähnlicher Weise mit verschieden dicken Rundstäben. Nach der Herstellung und Anbringung der Motorenverkleidungen und der Rotorblätter sieht der Flieger schon recht flugfähig aus.



    Das Fahrgestell ist jedoch wegen der aerodynamischen Verkleidung des Fahrwerksgestänges wieder ein wenig kniffelig. Aber auch hier wurde für die engen Biegeradien der Verkleidungen Wasser als Hilfsmittel eingesetzt.



    Ich glaube das Ergebnis meiner Bemühungen ist vorzeigbar und reiht sich in die Reihe der bisher entstandenen Flugzeugmodelle in 1 zu 100 (Junkers F 13, Ju 90, Focke Wulf Condor) recht gut ein.



    Gruß Rudolf

  • Moin zusammen, ...suuuuperschön geworden, diese fliegende Schrankwand! Wie fein, den massiven, dicken Junkersflügel mit eine bisserl Flugzeug drumherum zu sehen! Gruß Hadu

  • War das Junkers, der sich am Morgen in der Werstatt an eine Klappe gehängt hatte und gesagt, "Was nicht bricht, ist überdimensioniert!"

    Ein leerer Kopf nickt leichter.

  • Hallo Rudolf,
    vielen Dank für die Vorstellung eines noch nie gesehenen Modells, das dir ausgezeichnet gelunden ist.

    Viele Grüße


    Hans-Jürgen
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    Früher oder später, aber gewiss immer wird sich die Natur an allem Tun der Menschen rächen, das wider sie selbst ist. (Johann Heinrich Pestalozzi -1746 - 1827)