Wachboote W4 und W8 der Deutschen Bundesmarine, 1:250, Mannheimer Modellbaubogen

  • Ich kriege das einfach nicht so schön reißerisch wie GlueMe hin!
    Ansonsten müsste ich den folgenden Baubericht mit einer quälend langen und ausführlichsten Beschreibung der Ästhetik des Bogens beginnen, mich über die verführerisch eleganten Rundungen (#MeToo?) der Bordwände und der sich abzeichnenden lustvollen Vergnügungen beim Anschneiden des Papiers auslassen.
    Vor der guten Gleitfähigkeit der Anreißnadel auf dem Papier ginge ich ehrfürchtig in die Knie.
    Obendrein würde ich die Weisheit des Konstrukteurs, das erstaunliche Vorstellungsvermögen des Autors der Bauanleitung, die Gerissenheit des Finanzwesens und die Eloquenz der Marketingabteilung des Verlages lobpreisen.
    Gar nicht davon zu reden, dass ich mich dabei mit einem Glas Whisky in der Hand mindestens vor den Kreidefelsen von Rügen – besser aber der Tower-Bridge samt HMS Belfast in London – filmen lassen würde.
    Was ich dabei rauchen müßte, zaubert mir beim bloßen Gedanken daran bereits lustig flimmernde Bilder auf die Netzhaut.


    Kann ich alles nicht; ich bin Informatiker!


    Also müssen diejenigen, die jetzt noch weiterlesen mit einem drögen Baubericht – oder besser halbherzig kommentierten, schlecht ausgeleuchteten und unscharfen Bildern vom Baufortschritt – dieser Modelle rechnen:


    https://www.mannheimer-modellb…chen-bundesmarine-m-1-250

    Ist das Schalke, oder kann das weg?


    In der Werft: Kombifrachter Schwan (HMV/Piet/1. Auflage), Kanonenboot Panther (HMV/Wiekowski/1. Auflage), SdKfz 222 (GPM), KNM Thor Heyerdahl (ecardmodels.com), V1102 Lützow (Mannheimer Modellbaubogen), Räumboot R49 (GK-Verlag)

    Edited 4 times, last by Eberhard H. ().

  • Moin Eberhard!
    danke für Deinen wichtigen Hinweis: mit einem Glas Whisky kann ich mich vielleicht auch mal zu einem drögen Baubericht aufraffen.
    Grüße :rolleyes:

    Hanns


    hänschen klein ging allein in die weite Welt hinein...jetzt lieber zu Hause bleiben

  • Eigentlich hatte ich gar nicht vor, einen Baubericht über die Küstenwachboote vom Mannheimer Modellbaubogenverlag zu schreiben. Aber alles, was man an Bauberichten über diesen Bogen in diesem und anderen Foren sehen und lesen kann, wurde dem Bogen nicht gerecht oder kam vom Verlag selber.


    Ich muss dabei gestehen, dass ich den Bogen nicht selber erstanden habe, sondern ihn als Geschenk in Würdigung meines <IRONIE AN>überragenden Erfolgs<IRONIE AUS> beim letzten Wettbewerb hier im Forum vom Verlag erhalten habe.
    Deshalb können sich alle Leser auf hemmungslose Schleimerei meinerseits einstellen. Schließlich beiße ich nicht die Hand, die mich füttert.


    Im September diesen Jahres fanden im Hamburger Internationalen Maritimen Museum die ersten internationalen Schiffsmodellbautage statt. Wir Kartonmodellbauer (in der Pfalz sagt man „Pabbedeggelbaschtler“) sind in einer derartigen Veranstalter natürlich nur eine kleine Randgruppe. Deshalb hatte ich mich auch ursprünglich gar nicht getraut, mein Bastelzeug auszupacken und ein wenig zu basteln. Schließlich habe ich es doch gewagt (Ulli: Wieso? Da unten baut auch einer!) und mit den Wachbooten angefangen. Immerhin hat es für die Spantengerüste beider Boote gereicht.


    Während des Treffens des Mannheimer Kreises am darauffolgenden Wochenende wurden dann die Bordwände vorbereitet und anschließend angebracht. Das Anbringen der Schanzkleidstützen ist natürlich nicht sonderlich aufwendig, treibt aber die Anzahl der verbauten Teile angenehm in die Höhe.
    Alles passt wie der A*** auf den Nachtpott. Man muss sich aber wirklich Zeit nehmen und die einzelnen Fahnen der Bordwände vorformen und vorsichtig zusammenkleben.
    Die folgenden Aufnahmen zeigen diesen Zustand. Es fehlen nur noch die zusätzlichen Scheuerleisten.

  • Beide Modelle und ihre LaserCut-Sätze unterscheiden sich nur im Bereich des Brückenaufbaus bzw. der Textur des Aufbaus und des Unterbaus der 20mm. Beim LaserCut-Satz sind die Relingsteile für das Peildeck wegen der geänderten Brücke unterschiedlich.
    Die folgenden Aufnahmen zeigen die Boote jeweils mit den aufgelegten Aufbauten.

  • Es geht langsam weiter:
    Die vorderen Aufbauten sind bis auf die Reling und das Geschütz fertig und mal probehalber aufgesetzt.

  • Man nimmt den Unterschied kaum war, aber es sind tatsächlich die Doppelkreuzpoller aus dem LC-Satz und die Scheuerleisten montiert worden. Gerade die Scheuerlesiten waren ob ihrer kaum vorhandenen Breite eine Herausforderung.
    Wer genau hinschaut kann den Unterschied zu den früheren Bildern sogar erkennen. Ansonsten dienen die Bilder nur der Vollständigkeit.

  • Mit so einem mickrigen Baufortschritt würde ich Euch aber nicht extra behelligen, aber auch an den Aufbauten ging es ein wenig weiter:
    Die Brücken habe ihr Schanzkleid und die darin eingelassenen Positionslichter erhalten.

  • Die Oberlichter sind natürlich zu verglasen. Auch so eine ziemlich heikle Angelegenheit, aber schließlich reflektiert so eine Folie deutlich naturgetreuer als das Papier oder irgendwelche obskuren Kleber. Allerdings habe ich mir diesmal die Vergitterung (siehe Baubericht KFK: 11. KBW, klein, Kriegsfischkutter der Deutschen Kriegsmarine vom Hanauer Kartonmodell Verlag) der Oberlichter verkniffen. Man wird ja auch nicht jünger ;-)

  • Das Ergebnis der letzten sechs Tage:
    8 Rettungsringe
    4 Kisten, die auf die Brückennocken gehören
    2 Ankerwinden
    1 Schlauchboot
    4 Rettungsinseln


    Macht insgesamt 98 Teile; also ein knappes Sechstel des gesamten Baubogens ;)


    Das zweite Schlauchboot wird hoffentlich heute noch fertig. Während des Treffens des Mannheimer Kreises habe ich daran gebaut und noch vier weitere Lüfter vorbereitet.
    Die Lagerbox wirkt etwas chaotisch.


    Gruß


    Eberhard

  • Mahlzeit!
    Leider ist in den letzten 14 Tagen deutlich weniger an den beiden Wachbooten passiert, als ich mir erhofft hatte.
    Aber neue berufliche Projekte fordern halt ihren Tribut und das heißt neben langen Arbeitstagen auch noch viel Lernerei an den Wochenenden.
    Trotzdem konnten weitere 62 Teile gebaut und bildlich erfaßt werden. Die beiden Masten sind ebenfalls fertig, aber nicht photographiert.
    Neben dem, zweiten Schlauchboot sind noch die beiden Umlenkrollen für die Ankerkette, ein paar Lüfter und die Radaranlagen fertig geworden. Bei den Radaranlagen habe ich mir erlaubt, auf die LaserCut-Teile zu verzichten und nur die Teile vom Bogen zu verwenden.
    Gruß
    Eberhard

  • Moin Gemeinde!
    Einen Monat hat sich auf dieser Baustelle (und auch an keiner anderen) etwas getan. Aber anläßlich der Kartonmodellbautage im Mannheimer Technoseum sollte es endlich weitergehen.
    Leider hatte ich nur die Kamera meines Mobiltelefons zur Verfügung; die Aufnahmen sind also nicht so prickelnd.
    Dabei konnte ich W8 heute bis auf wenige Kleinteile (Anker, Antennen, Niedergang auf das Brückendeck und die Takelage) abschließen. Morgen wird W4 hoffentlich entsprechend nachziehen.
    Die erste Aufnahme entstand wenige Minuten nach Arbeitsbeginn und zeigt die ersten Teile auf dem Vorschiff von W8 und die Box mit den gesammelten Kleinteilen.
    Es gab nur einen kleinen Anlass zur Kritik: Die Markierugen für die Halterungen der Rettungsinseln liegen zu weit auseinander. Bitte beim Nachbau entsprechen berücksichtigen und vor dem Aufkleben eine Stellprobe samt Rettungsinseln machen!
    Die letzten Aufnahmen dokumentieren den aktuellen Stand.


    Gruß
    Eberhard

  • Moin!
    Die beiden Kleinen machen Fortschritte: Alle bisher vorbereiteten Kleinteile sind bei beiden Booten montiert!
    Außerdem wurden die achteren Niedergänge gebaut und montiert.
    Es fehlen noch die Reling auf dem Schanzkleid, die Anker und die Takelage.
    Dies stellt den Zustand nach dem dritten Tag der Kartonmodellbautage 2018 dar.
    Gruß
    Eberhard

  • Nach dem Abschluß der vier Tage im Technoseum ist W8 tatsächlich fertig!
    Wilfried hatte mir freundlicherweise zwei Bilder der beiden Boote zur Verfügung gestellt, auf denen die Takelage gut zu erkennen war. Ich hoffe, meine Interpretation liegt nicht gänzlich daneben.
    Irgendwie hatte ich mich bei dem Takelgarn leicht verpeilt. Ich hatte vor einigen Tagen einige Fäden mittels Plastikkleber vorbereitet und zu meinem Sammelsurium an Fäden in eine Plastikrolle gesteckt. Ob ich jetzt diese Fäden order irgendwas anderes aus der Sammlung verwendet habe, weiß ich nicht. Muß ich bein nächsten Mal besser aufpassen ;-).
    Ansonsten waren nur noch die Anker einzusetzen.
    Mit Franz Holzeder hatte ich eine längere Diskussion zum Thema "Niedergänge": Mir persönlich gefällt die Einsetzerei einzelner Stufen nicht wirklich. Mir wäre ein LC-Design analog zu den Ätzteilen lieber (also mit Wangen und Stufen in einem Stück). Er meinte, dass ich damit der Einzige sei. Schade, auch wenn die Verarbeitung "am Stück" immer etwas kniffelig ist (ich benutze dazu die Abkantbank, die ich auch für Ätzteile verwende), geht es doch wesentlich schneller und akurater.
    Für die Aufnahmen habe ich diesmal Martinas Kamera und ein Photozelt, das mir der Weihnachtsmann gebracht hat, eingesetzt.
    Da an W4 auch nur noch die auf das Schanzkleid aufzusetzenden Relinge fehlen, hoffe ich doch noch, dieses Jahr fertig zu werden.
    Gruß
    Eberhard

  • Moin, moin Eberhard,


    die Modelle sehen mehr als akurat aus, einfach top :thumbup: ! Das Fotozelt gewährleistet ebenfalls eine optimale Ausleuchtung und damit die entsprechenden Aufnahmen.


    Komm gut rüber nach 2019
    HaJo

  • Moin!
    Höchste Zeit, diesen Babericht endlich abzuschließen. Bei den letztenn Aufnahmen fehlte nur noch die Reling von W4, die auch prompt noch vor Jahresende montiert wurde. Damit waren beide Boote fertiggestellt!
    Wer gerne Schiffsmodelle baut, die mit wenigen einfachen Teilen auskommen und innerhalb kürzester Teit fertig werden, war schon immer bei Modellen von MMB auf dem falschen Dampfer. Diese Tradition hat der Verlag hier konsequent fortgesetzt.
    Auf zweimal 9cm sind knapp 600 Teile zu verbauen, die diese beiden knuffigen Schiffchen ergeben. Es mag Zeitgenossen geben, die sowas innerhalb zweier Wochenenden bauen können. Ich gehöre nicht dazu.
    Ein wunderbarer, passgenauer Bogen mit einer ebenbürtigen Bauanleitung. Dazu ein Lasercut-Satz, der nicht das Verlangen nach Ätzteilen aufkommen läßt.
    Ich habe die Gelegenheit genutzt, noch ein paar Aufnahmen zu machen. Leider konnte ich mich nicht entscheiden, ob die Bilder mit Wasser oder ohne besser sind. Deshalb habe ich beide Varianten eingestellt.


    GrußEberhard

  • Nun die "trockenen" Bilder!

  • Herzlichen Glückwunsch, Eberhard!


    Das sind wirklich sehr schöne, vorbildlich gut gebaute Modelle und für mich war es mal wieder Anlass, etwas über die Anfangsjahre der Bundesmarine nachzulesen...


    Und die Fotos, ob trocken oder mit Wasser - sehr gut!

    Bis die Tage...


    Helmut



    "Dem Angriff auf die Menschlichkeit folgt der Angriff auf den Menschen!"

    (Claudia Roth)



    Fertig: CAP SAN DIEGO (roko)

  • Hallo Eberhard,


    ich denke, das Ergebnis zählt und nicht die Anzahl Wochenenden. Und beim Ergebnis bist Du Meister.


    Wunderschön und akkurat gebaut.
    Keine Ahnung wie Du das machst - nicht der kleinste Kleberüberstand ist sichtbar - nicht der kleinste falsch positionierte Pinselstrich.


    Danke für´s Zeigen


    Gruß
    Peter


    P.S. ich steh im Moment auf die Variante mit Wasser.

  • Moin, moin Eberhard,


    auch meinen Glückwunsch zu diesen tollen Modellen :thumbup:! Astrein und super sauber gebaut......da muss unsereiner ersteinmal hinkommen.....Peter hat das schon genau auf den Punkt gebracht ;) ...


    Gruß von der Ostsee
    HaJo

  • Moin Eberhard,


    sehr sauber und präzise gebaut, ich bin begeistert :thumbup: . Herzlichen Glückwunsch zu diesem Modell.
    Das zeigen beider Bildreihen war eine gute Entscheidung, sie sind beide des Ansehens wert.


    Viele Grüße
    Gustav

    Auch kleine Dinge können Freude bereiten.

  • Hallo Eberhard,
    ich kann nur sagen: Hervorragend der Bau der Modelle und die Konstruktion des Bogens!

    Viele Grüße


    Hans-Jürgen
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    Früher oder später, aber gewiss immer wird sich die Natur an allem Tun der Menschen rächen, das wider sie selbst ist. (Johann Heinrich Pestalozzi -1746 - 1827)