Das große Orlik Formel-1-Projekt (zweiter Versuch)

  • Ich plane seit einiger Zeit, den Tyrrell 020 von Orlik zu bauen. Leider entspricht dieses Fahrzeug so überhaupt nicht meinen Fähigkeiten. Um trotzdem irgendwie zum Ziel zu kommen, habe ich mir beim Modellservice noch die anderen beiden Formel-1-Modelle von Orlik bestellt, da sie dem Tyrrell grundsätzlich in ihrer Konstruktionsweise ähneln. Ich baue nun die drei Autos mit aufsteigendem Schwierigkeitsgrand hintereinander weg, in der Hoffnung, daß ich nach dem Ferrari und dem Benetton genug Praxis für den Bau des Tyrrell gesammelt habe.

  • Da die erste Version meines Großbauberichtes einem fiesen postsowjetischen Hackerangriff zum Opfer gefallen ist 8| und sich gerade hochinteressiert im Nirvana umschaut, setzte ich das Ding jetzt verkürzt nochmal neu auf. Ich stelle hier einfach meine bisherigen Konstruktionsfotos rein, bis ich beim aktuellen Stand meiner Baumühungen angekommen bin. Danach geht es, wie gewohnt, in aller Ausführlichkeit weiter.


    Da es unglaublich nervt, an ein fertiges Modell noch die Reifen dranzubauen, fange ich ab jetzt immer mit dem Reifenbau an. Der Ferrari ist mein erstes Fahrzeug, bei dem ich so verfahren bin und ich kann jetzt, am Ende des Bauprozesses, sagen: Zum Glück muß ich die blöden Reifen nicht mehr bauen :thumbsup:

  • Die Reifen sind die Komplexesten, die ich bisher gebaut habe. Sie bestehen insgesamt aus über hundert Teilen und ich habe mit ihnen meine gesamte freie Zeit einer ganzen Woche verbracht. Einen großen Schnitzer beim Bau der Innenfelgen habe ich auch reingehauen, den konnte ich aber einigermaßen wieder zusammenflicken, so daß es am Ende nicht so sehr auffällt.

  • Ein Indikator für die Detailverliebtheit dieses Modells: Das Lenkrad muß aus insgesamt sieben (!) Teilen zusammengebaut werden. Nach dem Cockpit kam logischerweise der Rest der Frontpartie, jedoch noch ohne Nase, an die Reihe.

  • Das Modell hat eine sehr ausführliche Konstruktionsskizze, jedoch muß man auch immer wieder eigene Lösungen für diverse Herausforderungen entwickeln. So zum Beispiel mein Klebespant aus Pappe im Steg, der später die Vorderradaufhängung tragen soll. Beim Bau des Fahrzeuges ist große Wachsamkeit geboten, da es Klebelaschen nur im Notfall vorsieht und die geplante Bauweise stellenweise für die Realität zu instabil ist.

  • Seit diesem Modell habe ich eine Romanze mit dem Schleifpapier. Mit ihm habe ich Kanten, die mir zu eckig erschienen oder meine größeren und kleineren Patzer "angerundet". Danach kommt Acrylfarbe und Klarlack. Bis jetzt habe ich mit der Methode nur gute Ergebnisse erzielt.

  • Falls jemand mal so richtig wahnsinnig werden möchte, sollte er den Frontlügel dieses Modells bauen. Funktioniert astrein 8o An dieser Stelle ist Schluß mit dem etwas faden Schnelldurchlauf, da wir jetzt beim aktuellen Ist-Stand dieses Modellbaus angekommen sind.


    Heute waren Kleinteile aller Art an der Reihe, unter anderem die Seitenspiegel, die zwei Bauteile die ich erst ganz am Ende vor die Seitenkästen kleben werde und die etwas komisch anmutenden Aufbauten oben vor dem Cockpit. Der Schwierigkeitsgrad bei diesem Fummelkram ist ziemlich knackig. Jetzt knöpfe ich mir noch die Radaufhängungen vor. Das ist aber Routine, da es bei jedem Rennwagen ungefähr gleich abläuft.

  • Hallo Fischmac, ich bin sehr gespannt wie dein F2001 fertig aussieht

  • Der Ferrari ist jetzt fertig. Die Vorderradaufhängungen ließen sich extrem geschmeidig ankleben. Probleme bereiteten, wie ich das schon befürchtet hatte die Bauteile vor den Seitenkästen. Da liegt ein kleiner Baubogenfehler vor und wenn man das dann zu spät kapiert, verschwendet man sehr viel Zeit mit Rumbiegen. Das fertige Fahrzeug kann an gewohnter Stelle bewundert werden.

  • Nachdem ich den 2001er Ferrari ja theoretisch nur zum Üben gebaut habe, baue ich den '92er Benetton letztendlich auch nur zum Üben für den Tyrrell 020. Wenn ich den in der Tonne gelandeten Tyrrell 023 mal rausrechne, baue ich hiermit jetzt das Dritte Michael-Schumacher-Auto hintereinander. Da könnte ich ja bald so einen fahnenschwenkenden Fanclub aufmachen, wenn es nicht gerade schon fünfzehn Jahre zu spät wäre 8|
    Der Orlik-Benetton ist allerdings jetzt wieder ein Modell, daß ich hochinteressant finde und daß mich auch beim Bau wieder dazu animieren wird, ausgiebig über das Original zu recherchieren. Vom Schwierigkeitsgrad her sehe ich noch einmal eine deutliche Steigerung zum Ferrari F 2001 und es ist noch gar nicht gesagt, daß ich das Ding erfolgreich gebaut kriege. Mal sehen... Die Suche nach meiner tschechischen Bauvorlage bei http://www.papirove-modely.cz blieb diesmal erfolglos. Ich habe allerdings auf der leicht dubiosen russischen Seite http://only-paper.ru/forum/86-21891-1 einen Baubericht mit Bildern gefunden, der sollte mir eine hilfreiche Unterstützung sein. Der Baubogen selbst ist ebenfalls recht "russischlastig", es gibt sogar eine einseitige russische Textanleitung. Ich recherchiere da die Tage nochmal genau die Autorensituation, das interessiert mich brennend, denn eigentlich ist Orlik ja ein polnischer Verlag, russische Modelle würde ich eher bei Oreol erwarten.


    Auch der Benetton beginnt, aus einer guten Erfahrung mit dem Vorgängermodell heraus, mit dem nervigen Bau der Reifen.

  • Hallo Fischmac, ich bin gespannt wie der Benetton wird, mein B192 wird die Schumi Version bein späteren Bau dein F2001 ist einfach nur super geworden und beim Tyrrell 020 werde ich Stefano Modenas Version bauen

    Edited 2 times, last by speedsix ().

  • Cheers, Fischmac, dein F2001 sieht einfach nur suuuper aus! jetzt bin ich gespannt ob du auch den Benetton gut hinbekommst ... Daumen sind gedrückt

  • @Speedsix: Ich bitte dich nochmal dringend darum, mir nicht die Bauberichte vollzumüllen. Wenn dir etwas gefällt, dann drücke auf "gefällt mir". Ansonsten soll hier die Entstehung der Modelle dokumentiert werden und ein Austausch über Bauweise, modellspezifische Problemlösung und Verbesserungsmöglichkeiten am Modell stattfinden. Sonst Nix! Ich habe echt absolut Null komma Null Interesse daran, daß mir nochmal ein Baubericht so übel den Bach runtergeht, wie derjenige, der eigentlich hier an dieser Stelle stehen sollte. Also halte bitte deine Finger still und schaue einfach stillschweigend zu, was hier so alles passiert. Nur darum geht es.


    Vielen Dank für dein Verständnis :thumbup:

  • Ich habe heute zum ersten Mal überhaupt Radmuttern für eines meiner Modelle gebaut. Bisher habe ich das Thema immer mehr oder weniger kreativ umgangen, aber beim Benetton müssen sie dran, da die ganze Felgenkonstruktion ohne Radmuttern nicht stabil ist. Mal sehen, wie ich das später mit der Achse löse. Zahnstocher wird diesmal nicht gehen, dazu ist da drin alles zu klein.
    Die Reifenkonstruktion ist eine Mischform aus der Version mit der verstärkten Pappscheibe, wie sie zum Beispiel beim Lotus 102 von Oriel gebaut wird und der einfachen Klebelaschenbastelei, unter Anderem aus dem Jordan 191 im Maßstab 1:24. Als ich angefangen habe, die Reifen zu bauen, ist mein Gehirn mal wieder nicht mit der ungewohnten Bauweise klargekommen und ich habe mich gehörig an den, auf den ersten Blick überflüssigen, Klebelaschen gestört. Letztendlich habe ich es aber so gebaut, wie vorgesehen, auch wenn ich dabei die ganze Zeit einen Knoten im Gehirn hatte :huh: Wenn man es aber mal schafft, sich auf das Ungewohnte einzulassen, baut sich die Reinfenkonstruktion eigentlich ganz gut weg. Die alten Hasen werden sich jetzt an den Kopf greifen, aber ich habe durch Zufall herausgefunden, daß ich eine sehr schöne Rundung bei der Seitenwand erziele, wenn ich mit dem Griff meines Bastelskalpells so lange an der Innenseite der Felge rumrolle, bis alles gut sitzt. So einfach habe ich an dieser Stelle noch nie so ein gutes Ergebnis bekommen 8o


    Ich habe mal den Text des russischen Bauberichtes durch den Google-Übersetzer gejagt. Es ist wohl, so wie es aussieht, der Bericht vom Probebau des Autors selbst. Er will angeblich das Modell mit Hilfe eines Tamiya-Modells und anhand von Fotos aus dem Netz am Computer erstellt und dann als Modellbaubogen umgesetzt haben. Vom Aufbau her ist es auch ganz genau das Modell, um das es hier geht. Das einzige Indiz, daß diese Theorie stört ist, daß im russischen Baubericht vom Maßstab 1:24 gesprochen wird, auf dem Orlik-Bogen das Modell aber unter 1:25 läuft.

  • Moin Daniel,


    das lässt sich doch sehen :thumbup:
    Für Achsen an Rädern, an denen wenig Platz ist, nehmen ich gerne Federstahl, den hohle ich bei Boesner oder Gerstäcker.
    Sollte aber auch jedes andere Bastelgeschäft haben, vielleicht auch mal im Baumarkt nachsehen.
    Zum Kantenglätten von ausgeschnittenen Bauteilen nehme ich mein Falzbein.


    Gruß aus Bremen
    Stephan

  • Stephan, vielen Dank für deine Ratschläge bezüglich der Achsen. Auch über dünne Nägel, Büroklammern oder den ein oder anderen Draht, der bei mir so rumfliegt, werde ich nochmal nachgrübeln. Was ein Falzbein ist, habe ich gerade mal gegoogelt, der Griff von meinem Skalpell geht ja schon mal so ganz grob in die Richtung 8|


    Meine neue Lieblingsbeschäftigung, das Massakrieren von Papiermodellen mit Schleifpapier, findet nun auch beim Reifenbau seine Anwendung. Ein typischer Fall von: "Und warum hab' ich das nicht von Anfang an gleich so gemacht?" :sleeping: Ich habe jetzt beide Hinterreifen gebaut. Ich weiß nicht, wie es bei den Vorderreifen sein wird, aber Stand jetzt ist der Baubogen ziemlich passig dimensioniert, die Sache lässt sich sehr schön bauen. Ich mußte bisher nur zwei Bauteile minimal kürzen, was ich aber gleich rechtzeitig gemerkt habe, so daß es überhaupt nicht erst zum Problem werden konnte. Der einzige Wehrmutstropfen: Die Reifen sind eher grau als schwarz. Die Kanten vom zweiten Hinterreifen habe ich überhaupt nicht erst angemalt, die werden sowieso gleich weggeschliffen 8o

  • Moin Daniel,


    diese Räder find ich richtig gut gelungen.


    Und der Ferrari ist fertig ein tolles Stück für deine Sammlung.
    Hier hast du den Farbton für die Kanten und nacharbeiten ja wohl perfekt getroffen!
    Saubere Arbeit :thumbup:

  • Finde ich auch, alle von Fishmac gebaute Boliden sind der Hammer.
    Auch deine Modelle, Ralf, sind der Hammer, überhaupt die Tankstelle, TOP.
    Ich benütze Pelikan Farben . Was nehmt Ihr so

  • Hallo Sascha,


    das schaffst Du auch bald, ist halt Übung.


    Ich verwende einen einfachen Malkasten. Wenn er zu versifft ist, gibt es einen Neuen von (vier Buchstaben), dzt. für unter 2 Euro. Bei Grautönen verwende ich gerne Aquarellstifte, mit einem Pinsel direkt von der Spitze abgenommen.


    Daniel: Toll wie Du deine eigene Technik für die Reifen entwickelt hast.


    LG
    René

    Ein leerer Kopf nickt leichter.

  • Vielen Dank nochmal für alle Komplimente, Wertschätzungen und erhobenen Daumen. Ich finde aber bei weitem nicht alle meine Boliden besonders begeisternd. Der Renault steckt voller Anfängerfehler, der McLaren ist ebenfalls kein Indiz für erhabene Präzision und beim Jordan ist die Bodenplatte übel verzogen. Sobald ich über qualitativen Ersatz in ausreichender Menge verfüge, wird dieses Trio zu meinem Vater ausgelagert. Für ihn ist das Thema noch ziemlich faszinierend und er sieht die ganzen Fehler nicht mit meinen überkritischen Augen :D


    Zum Thema Ferrari: Ich hatte einfach die perfekten Farbtöne zur Hand, sowohl beim Filzstift zum Kantenmalen, als auch bei der Acrylfarbe zum Patzer Kaschieren. Von dem Modell bin ich dann auch selbst ziemlich überzeugt :rolleyes:


    Zurück zum aktuellen Projekt: Beim Bau der Vorderreifen wurde mir ziemlich deutlich vor Augen geführt, was "zu früh gefreut" eigentlich bedeutet. Im Gegensatz zu den sehr gut konzeptionierten Hinterreifen habe ich hier das reinste Improvisationsfestival abgefeiert, weil ständig Fragestellungen auftraten, über die die Bauskizze dann doch recht souverän hinwegsieht (siehe Fotos). Die gute Nachricht: Die Reifen sind fertig, aufgrund der etwas simpleren Konstruktion auch sehr viel schneller als noch beim Ferrari :thumbsup:


    Apropos Bauplan: Das Auto besteht zum überwiegenden Teil aus einem "tapezierten" Spantengerüst. Allerdings soll ich Dieses laut der Markierung auf den Bauteilen nicht mit Karton verstärken ?( Das kann doch an sich gar nicht sein, oder? Welchen Sinn hat denn ein instabiles Spantengerüst? Ich bin mir zu 80 Prozent sicher, daß ich das Ding auf Pappe kleben soll. Kann mir noch ein erfahrener Modellbauer die fehlenden 20 Prozent Sicherheit diesbezüglich geben :?:

  • Moin Daniel,


    bist du sicher das du hier nicht verstärken sollst? Soll nicht evtl. das ganze Spanten-Blatt verstärkt werden?
    Andererseits: Manche Spantenkonstruktionen werden durch das "tapezieren" in sich stabil.


    Und wenn du selbst glaubst Teile verstärken zu müssen, so aus deinem Gefühl raus, dann mach es halt.
    Man muss sich ja nicht strikt an Bauanleitungen oder Vorgangsweisen halten.
    Aber aufpassen, ob dann irgendwelche Ausschnitte / Übergänge angepasst werden müssen.

  • Man muss sich ja nicht strikt an Bauanleitungen oder Vorgangsweisen halten.


    Das ist bei den meisten russischen Sachen auch gar nicht möglich :S Ich bin da nur so ein Bißchen paranoid, weil ich doch schon einige Modelle in die Tonne werfen mußte. Andererseits ist die Spantengeschichte ja schwarzweiß. Ich lege sie mal einfach auf den Kopierer, bevor ich sie verschnipple.

  • Moin Daniel,


    auf jeden Fall verstärken.
    Das sieht man doch schon an den Schlitzen und Markierungen der Spanten.
    Wenn nix über die Verdoppelungsstärke steht, hilft ausmessen.
    Auch wenn's ungenauer wird.


    Aber auf jeden Fall Verstärken.



    Gruß aus Bremen
    Stephan

  • Vielen Dank, Stephan, das wollte ich nur nochmal von jemand Anderem gehört haben, um beim Bauen nicht noch tagelang rumzweifeln zu müssen :thumbup: Die empfohlene Verstärkungsstärke bei meinen bisherigen Formel-1-Modellen war bisher meistens mit Espressoschokolade angegeben, äh, sorry, 0,5 Millimeter meinte ich natürlich :P So werde ich es auch bei Diesem hier handhaben.

  • So gut, wie das alles paßt, war wohl von Anfang an 0,5 mm-Pappe zum Verstärken vorgesehen. Ein Sternchen an jedem Bauteil auf dem Bogen hätte die Sache von vornherein klarstellen können. Ich habe, da die Nase recht kompliziert aussieht, ein wenig mit der Nummer 20 rumexperimentiert, damit ich die 19 später in einer annehmbaren Qualität verbaut bekomme. Wahrscheinlich sollte ich das Verschließen der Spitze erst zum Schluß vornehmen, wenn schon alles aufs Spantengerüst geklebt ist. Mal sehen, einfacher wird's jedenfalls nicht...

  • Moin Daniel,


    wie schon an anderer Stelle geschrieben - wenn die Außenhaut nicht passt - Spantenschleifen.


    Wenn du die Außenhaut der Nase schon vorne geschlossen gebaut hast, dann stülpe die Verkleidung einfach über das Spanntengerüst und klebe nur den letzten Spant fest, dass vermeidet das durchdrücken der anderen Spanten.



    Gruß aus Bremen
    Stephan

  • Der Bau der Nase an sich war, dank Stephans Ratschlägen bezüglich des Spantenschleifens und Klebens überhaupt kein Problem. Ich habe das Gerüst solange geschliffen, bis alles gepasst hat und dann nur hinten den Rand verklebt. Dann habe ich vorne noch Kleber in die Öffnung gefüllt und versucht, das Teil zuzubauen. Leider erfolglos, wahrscheinlich habe ich mit den winzigen Bauteilen nicht präzise genug gearbeitet. Es folgte jedenfalls eine mehrstündige Verschlimmbesserungsaktion mit Schleifpapier, Acrylfarbe und Lack. Ich habe es jetzt so einigermaßen zufriedenstellend hingekriegt. Eine dünne Farbschicht mehr könnte die Sache vielleicht noch ein Bißchen besser aussehen lassen, allerdings ist meine Angst vor der Mülltonne zu groß, also lasse ich es jetzt erstmal so, wie es ist und schaue dann, wie schlimm mein Gepfusche später am fertigen Modell auffällig ist. Glücklicherweise habe ich auch für den Benetton die perfekt passende Acrylfarbe im Fundus meiner Frau gefunden. Somit kann ich die noch auf mich zukommenden kleineren Pfuschereien bestmöglich verstecken :thumbup:

  • Das menschliche Auge ist leider ein Bißchen höher auflösend, als die hier gestattete Fotogröße :pinch: Allerdings hatte ich am Ferrari auch einige kleine Patzer, die immer weniger aufgefallen sind, je mehr das Modell gewachsen ist. So wird es auch mit dieser Nase sein, kommt ja immerhin noch der Frontflügel drunter und ein ganzes Auto dahinter. Da werden meine unsauberen Pinselstriche am fertigen Gesamtkunstwerk nur noch minimal ins Gewicht fallen, zumal ich die Form des Bauteils recht originalgetreu getroffen habe.

  • Hallo Daniel,


    merkste was?
    Je mehr man baut, desto geübter wird man - aber leider auch pingeliger :D
    Im Vergleich zu meinen Fähigkeiten sieht Dein Racer doch schon gut aus!
    Das fertige Modell wird jeden überzeugen, da bin ich mir sicher.


    Gruß
    Klaus

    Wir bleiben immer Kinder, und,
    so klug wir auch sein mögen, wir behalten immer die Lust,
    mit scharfen Messern und spitzen Scheren zu spielen.

    Wilhelm Raabe (1831 - 1910)

  • Genau Daniel,


    die strengsten Maßstäbe legt man an sich selbst!


    Gerade diese "Orangenspalten" Konstruktionen sind etwas kompliziert zu bauen. Vielfach findet man sie auch im Flugzeugbau, aber natürlich auch an Fahrzeugen. Ich kann nur empfehlen, die einzelnen Fahnen mit einer scharfen Klinge auszuschneiden, dann Kantenfärben, Vorrunden und einzeln, stumpf miteinander vorsichtig zu verleimen. Wenn die Klebestelle abgebunden hat, kommt dünnes Zigarettenpapier als Lasche und mit wenig Klebstoff dahinter. Immer warten und jede Fahne einzeln verleimen. Das kann auch, wie schon gesagt, bei mir Tage dauern. Am Ende nur noch die Hauptlasche verleimen und den Körper schließen. Innen in die Spitze kann man auch noch vorsichtig ein Papiertaschenkügelchen einleimen. Immer durch Vorrunden die Spannung aus der Klebestelle nehmen.


    Vom Spantengerüst habe ich noch nicht erzählt? Das war bisher auch nicht notwendig. Jetzt erst schleift man die Spanten solange bis ? Male to Female, alles ineinander passt.


    Mein Klebstoff ist Weißleim, in Maßen verwendet.


    LG
    René

    Ein leerer Kopf nickt leichter.

  • Hi Daniel
    Hab da mal eine vielleicht brauchbare Idee an Euch alle.
    Wie wäre es denn mit einer Airbruschpistole und mit Postids ( die gelben selbstklebenden Zettelchen)
    Ich hab schon bei einem Pack den ca. 2cm breiten Klebe-Streifen abgeschnitten und sie als Abklebeband missbraucht.
    Mir fällt gerade ein, das ich bei Pagro, eine ganz kleines Airbruschset um ca 40€ gesehen habe, mit der man Torten usw. mit Lebensmittelfarbe besprühen kann. Wenn man die Lebensmittelfarbe damit sprühen kann, müsste doch Wasserfarben aus der Tube allemal funktionieren. Die Pistole würde nicht mehr so reinigungsintensiv sein, wenn mann keine Lacke benützt.
    Habe momentan zu viel Zeit zum grübeln weil ich seit Donnerstag in Reha Behandlung bin (ca 4 Wochen kein Basteln mehr ,heul heul).
    Das mit dem Zigarrettenpapier finde ich klasse René.
    Und deine Modelle gefallen sicher jeden Daniel, gute Arbeit, hab mir schon was abgeschaut.
    LG an Alle
    Sascha

  • Sascha, das ist auf jeden Fall eine abgefahrene Idee mit dem Lebensmittel-Airbrush. Aber sind die Sachen, die man bei Kartonmodellbau nachpinseln muß nicht viel zu kleinteilig für Airbrush? Es geht ja hauptsächlich um Kanten und kleinere Patzereien, die bei Papiermodellen Farbe benötigen?! Und was ist das überhaupt für eine Reha, die dich in der Förderung von Feinmotorik, Improvisationsgabe, Durchhaltevermögen und Kreativität ausbremst 8|


    merkste was?
    Je mehr man baut, desto geübter wird man - aber leider auch pingeliger :D


    Da ist wohl so einiges dran. Man überschreitet auch oft den Punkt, an dem man das Ding mal in die Ecke legen und drüber schlafen sollte :wacko: Wenn ich mir allerdings als Maßstab solche Sachen hier setze, dann muß ich auch diese absolut krankhafte Pingeligkeit an den Tag legen :cool: Letztendlich muß mein langfristiges Ziel sein, ebenfalls Modelle zu bauen, denen man erst auf den dritten oder vierten Blick ansieht, daß sie aus Papier sind. Und das braucht dann wohl noch ein Bißchen: http://www.papermodelers.com/f…5-tyrrell-collection.html


    Zurück zum Benetton: Mit der Nase habe ich jetzt meinen Frieden gemacht, da war ich nochmal minimal mit Farbe und Lack dran. Was die Sache im Ergebnis nochmal optimiert hat: Ich habe die gelbe Farbe in noch feuchtem Zustand mit einem weichen Pinsel klarlackiert. Das erzeugt eine einigermaßen glatte Oberfläche. Von der "Orangenschalenkonstruktion" ist jetzt auch mal so gar nix mehr zu sehen, die ist komplett unter einer Schicht "Schminke" begraben :P
    Weiter geht es nun mit der absolut unkonventionellen Spantenkonstruktion. Beim Ferrari war diese Bauweise nur leicht angedeutet, der Benetton hingegen setzt in ziemlich absolutistischer Weise auf Spanten. Ich glaube, so baut man sonst nur Schiffe. Die Sache ist ziemlich sinnvoll durchnummeriert und läßt sich auch sehr flüssig wegbauen.

  • Hi Daniel
    Da hast Du Recht
    Natürlich würde ich nur größere Stellen, wie die Benneton Nase oder das Marlboro M ( oder Dreieck ) die über das ganze Modell verlaufen, oder Tarnflecken, zuerst abschleifen, abkleben und auf einem Zug leicht drübersprühen. Wenn keine Schriftzüge vorhanden sind natürlich.
    Und man könnte damit auch feinen Schmutz auf Rally-Autos simulieren.


    Bei meiner Reha werde ich nicht ausgebremst, da hat man den ganzen Tag ein straffes Trainingsprogramm, da willst am Abent nur noch ins Bett. Ich komme nur am Sonntag nach Hause, und da will ich nicht immer meinen gesamten Bastelkram hin und her schleppen (siehe meine Bastelplätzchen :love: ). Da geht es darum die Krücken loszuwerden, und wieder laufen zu lernen.
    Und mit dem Modell mal in die Ecke legen hast Du auch recht, muss auch mal Abschalten :sleeping:, würde mir auch gut tun.


    Ich habe zum Beispiel noch nie ein Modell ohne Spanten gebaut, hatten außer der Benetton kein anderes Formel 1 Auto ein Spantengerüßt? :huh:


    Der Benetton sieht wieder sehr vielversprechend aus :thumbsup:
    LG Sascha :D

  • Sascha, die Spantenbauweise ist der Grund dafür, warum ich mir gleich die ganze Orlik-Trilogie zugelegt habe. Bisher spielten Spanten in keinem meiner Fahrzeugmodelle (Bei den Flugzeugen ist das natürlich etwas Anderes) eine besondere Rolle. Nur beim Williams sind vereinzelt ein paar kleinere Spanten eingezogen und beim Jordan habe ich einige flache Klebespanten eingebaut. So richtig Praxis mit dieser Bauweise sammle ich erst jetzt bei diesen drei Modellen hier.


    Ich habe es natürlich nicht geschafft, nachhaltig die Finger von der Nase zu lassen und noch weiter dran rumgedoktert. Jetzt ist aber endgültig Schluß damit :D Sieht schließlich langsam gut aus. Als nächstes habe ich den vorderen Teil des Spantenskelettes gebaut, was überwiegend unspektakulär verlief. Danach bin ich nahtlos bei der Konstruktion einzelner Cockpitelemente gelandet. Und hier erreicht das Detaillevel eine Stufe, die ich nur noch als "völlig abgedreht" bezeichnen möchte. Zunächst einmal sind die beiden roten Punkte am Armaturenbrett separat aufgeklebt, was aber noch nicht die Spitze des Eisberges ist. Der Schalthebel besteht aus fünf winzigen Papierbauteilen und einem Stückchen Draht. Bei meinen bisherigen Modellen war das immer nur ein einziges Teil mit doppelter Papierlage. Ich habe mich aber ganz gut durchgebastelt. Der Fahrersitz kommt noch ein wenig grobmotorisch daher, das wird aber mit einer zweiten Lackschicht un eingebautem Gurt nicht mehr groß auffallen. Gibt es eigentlich noch kleinere Bauteile? Mitllerweile kommt meine Zeckenpinzette schon an ihre Grenzen. Und eine Zecke ist nun wirklich nicht besonders groß ;)

  • Heute waren das Cockpit und seine Möblierung an der Reihe. Habe ich gestern noch gedacht, der Schalthebel ist in Sachen Kleinteiligkeit das Äußerste der Gefühle, wurde ich heute eines Besseren belehrt. Die kleinen bunten Knöpfchen links unten im Cockpit werden auch alle separat ausgeschnitten, kantengemalert und aufgeklebt. Ich hoffe, es geht nicht noch kleinteiliger, sonst muß ich mir noch 'ne Lupe kaufen...

  • Daniel, du benützt ja Lacke, hab ich noch nie, wie schaffst du eigentlich bei so kleinen Knöpfchen nur die Kanten zu färben?
    Wird da mit dem Pinsel und Zeckenzange das komplette Bauteil gefärbt, saugt sich der Rand nicht voll, und da brauchst sicher auch Terpentin. Bei Wasserfarben wische ich nur drüber. Ich stell mir da eine riesige Patzerei vor ( bei mir jedenfalls ?( ?
    Deine Modelle schauen auf alle Fälle gut aus. Wie kriegst Du das hin.
    Und stimmt es das manche Bastler die ganze Seite mit Tapetenkleister formbar machen, und um besser die Teile scheiden zu können?
    LG Sascha

  • Sascha, diese Minibauteile halte ich, falls ihre Größe es noch zuläßt, mit der Zeckenpinzette fest und lackiere dann das ganze Ding mit einem Filzstift. Hier noch von Kantenmalen zu sprechen, wäre absolut vermessen :S Dabei löst sich dann oft noch das Papier in zwei Schichten auf, die ich dann wieder aufeinanderklebe :pinch: Diese mit Farbe vollgezogenen Katastrophenbauteile werden dann auf das zugehörige, nächstgrößere, Element geklebt, indem ich den Landeplatz des Winzlings mit Bastelleim beschmiere und es dann irgendwie mit Pinzette, Skalpell, Wurstfingern oder Zahnstocher passig mache. Schließlich kommt, nach dem ausgiebigen Trocknen natürlich, Acryllack drauf, der das ganze Gepfusche dann optisch nochmal ziemlich aufwertet. Dann sieht es oftmals schon fast "gewollt" aus :D