Fährschiff BREMERHAVEN/ DSM/ skaliert auf 1:250

  • Hallo Modellbaufreunde !


    Ich möchte meine Reihe von aufgearbeiteten Modellbaubögen des Deutschen Schifffahrtsmuseums fortsetzen. Ausgesucht habe ich mir jetzt das Fährschiff BREMERHAVEN. Der Modellbaubogen wurde 1982 im Maßstab 1:500 von Rainer Braunschweig gezeichnet. Neben der Fähre, die nur ungefähr zwei Drittel eines DIN A 4-Bogens ausfüllt, umfasst er auf der zweiten Seite auch noch den Fähranleger in Bremerhaven-Geestemünde. Für mich ist dieses Modell nicht nur Heimatliebe, sondern auch Unterbringungsprogramm für die vielen Autos, die ich gebaut habe und die altersmäßig nicht auf Imo´s moderne Fähre passen.


    Die BREMERHAVEN wurde 1954 fertiggestellt, 1972 umgebaut, 1979/80 neu motorisiert und 1999 durch einen Neubau ersetzt. Sie war Deutschlands größte Flussfähre und auf der Strecke zwischen Bremerhaven und Nordenham (Blexen) eingesetzt. Die BREMERHAVEN war eine sog. Doppelendfähre, d.h. sie war nicht nur in Bezug auf die Längsachse symmetrisch, sondern auch in Bezug auf Querachse. Als Konstrukteur des Schiffes zeichnet man ein Viertel, die restlichen drei Viertel ergeben sich durch Spiegelungen.


    Das Spantgerüst (1.Foto) hat von mir ein paar zusätzliche Spanten bekommen, denen ich auch noch eine Bucht gegeben habe. Das Deck hat einen Fahrbahnbereich und einen etwas hochgesetzten Gehwegbereich.


    Ich hoffe auf euer Interesse


    Henning

  • Moin Henning,


    ich habe größtes Interesse, denn neben der ZENIT, der BRUNO ILLIING,HERMANN RUDOLF MEYER, SEELOTSE und BREMERLOTSE passt die Fähre wunderbar in die Geestemündung.


    Den Bogen habe ich auch, aber hochskalieren, ohne nachzuzeichnen und zu bearbeiten, wie Du es machst, würde kaum zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen. Der Druck ist recht verwaschen und undeutlich. Trotzdem schön, dass es das Modell gibt. Ich muss mich mal mit den nötigen Arbeitsschritten vertraut machen.


    Insofern freue ich mich sehr über Deinen Bericht!

  • Moin Henning,


    die " BREMERHAVEN " ist ein Schichau Bau. Am 19. August 1954 folgte die Taufe und die Indienststellung.


    1956 wurde der Auftrag der Weserfähre " NORDENHAM " erteilt. Im August 1957 erfolgte die Taufe und die Indienststellung.


    Im Jahre 1972 erfolgte dann ein Umbau um eine zusätzliche Fahrspur zu bekommen.


    Viele Grüße
    Arne

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Moin Henning,


    ich nehme mal an, daß Du das Modell vor der Vergrößerung durchgezeichnet hast. Jedenfalls ist es mal wieder ein
    schönes Projekt und läd geradezu zum Nachahmen ein. Bin gespannt wie sich das Modell entwickelt.
    Werde dementsprechend gerne hier den Fortschritt verfolgen.


    Gruß
    Chris

  • Nachdem die erste Außenwand angebracht war, kam die Innenwand an die Reihe, die zusammen mit der Außenwand einen schmalen Aufbau bildet. Auf dem Fahrzeugdeck sind Toiletten, Niedergänge und Stores, auf dem Zwischendeck ist der Aufbau nicht unterteilt. Es ist ein langer Gang mit einer einseitigen Sitzreihe.
    An den Stirnseiten des schmalen Aufbaus sind Plattformen für die Niedergänge.


    Auf der anderen Seite gibt es keinen Aufbau, sondern nur die Außenwand. Bevor ich auf dem schmalen Aufbau und an der Außenwand das Salondeck befestige, muss ich die Fähre mit den euch bekannten Fahrzeugen beladen. Dass diese Fähre nicht nur zwei Flussufer und zwei Städte miteinander verbindet, sondern auch zwei ländliche Regionen, sieht man an dem Pferdeanhänger, den ich Imo abgeschnackt habe.

  • Moin Henning,


    man erkennt die 1:500 Vorlage nicht wieder, absolut klasse!


    Eine Frage habe ich aber: Passen die Autos von der Epoche her zum Äußeren der Fähre? Die blau-gelben Streifen hat sie meine ich erst recht spät bekommen (80er, 90er Jahre?). Ansonsten ist halt gerade ein Oldtimer-Treffen ;)

  • Auf dem Bogen steht, dass der Modellbaubogen den Zustand des Schiffes nach 1972 nachbildet. Das würde zu meinen Autos passen. Wann die gelb-blauen Streifen gekommen sind, weiß ich aber nicht, zumindest aber vor 1992, dem Erscheinungsjahr des Modells.

  • Das scheint auch so richtig zu sein. Ich habe hier die Broschüre "100 Jahre Weserfähre" gefunden. Auf S. 12 gibt es ein Bild "Bremerhaven trifft Berlin 1970" wo auch in s/w die Streifen als unterschiedlich farbig erkennbar sind (wobei die Autos eher nach Ende der 70er/Anfang der 80er aussehen?).

  • Auf das Spantgerüst des Salondecks brauchte ich nur noch das Brückendeck mit den beiden Ruderhäusern aufzusetzen. Dabei tauchte ein kleines Problem auf, das man nur hat, wenn mann die Fenster verglast. Der Niedergang vom Brückendeck zum Salondeck hat, wie der Seitenriss in der von Nils genannten Broschüre zeigt, eine größere Steigung als die anderen Niedergänge, vermutlich weil diese nur von der Schiffsführung benutzt werden. Das 1:500 Modell geht jedoch von einer konstanten Steigung der Niedergänge aus mit der Folge, dass besagter Niedergang das letzte Fenster auf dem Salondeck hinterschneidet. Ich habe mich entschlossen, damit zu leben, habe aber meine Zeichnung korrigiert.


    Weiter geht es jetzt mit der Detaillierung.

  • Hallo Ulrich !


    Deine Anregung, auf diesem Modell irgend etwas unterzubringen, was auf Siegfried Stölting, den großen Förderer unseres Hobbies, hinweist, habe ich gerne aufgegriffen, allerdings nicht so wie Elizabeth am Fenster der BRITANNIA, sondern in Form eines Banners, der Werbung machen soll für das erste internationale Karton-Modellbau-Treffen im DSM. Siegfried Stölting hat dieses auch heute noch aktuelle Format ins Leben gerufen.


    In dem Bus auf der Fähre sitzen nicht etwa 60 begeisterte Kollegen von uns, sondern einer, der seine ganze Flotte mitbringen will.


    herzliche Grüße
    Henning

  • Hallo Henning,


    wenn ich mir das letzte Bild anschaue, dann denke ich: Das ist doch eher ein neuer Entwurf und kein Modell aus einem hochskalierten Bogen. 8o


    Gruß
    Achtknoten

  • Es ist kein neuer Entwurf. Ich habe zuerst den Bogen mit Coral Draw durchgezeichnet und ihn dann auf 200% vergrößert. Dann habe ich den gescannten und importierten Originalbogen gelöscht. Von dem ist also nichts übrig geblieben.Konstruktiv habe ich wenig verändert, am wichtigsten war sicherlich die Einführung der Deckswölbung (Bucht). Natürlich muss man bei einer Vergrößerung alle Maße überprüfen, denn Zeichenungenauigkeiten beim Original verdoppeln sich auch. Außerdem verändert sich auch die Materialstärke relativ.


    Womit man alte, handgezeichnete Bögen gut aufwerten kann, das ist die Grafik. Das Bremerhavener Wappen z.B., das über dem Namenszug steht, kann man aus dem Netzt herunterladen und einfügen. Auch habe ich dem Rumpf einen roten Wasserpass spendiert. Einen großen Qualitätssprung nach vorn wird das Modell sicher machen, wenn die Detail ausgearbeitet werden. Im Original sind sie meist nur flach aufgezeichnet. Aber das kommt morgen.

  • Es folgten Details auf dem Fahrzeugdeck: Vorn Pollersockel mit Pollern, die Ankerwinde, ein Niedergang, Absperrvorrichtungen und ein Rettungsring. Es ist natürlich doof, dass der Niedergang stumpf vor dem Pollersockel endet. Den Pollersockel hätte ich abgeschrägen müssen. Achtern ist anstatt der Ankerwinde das Arbeitboot aufgebockt. Dieses Arbeitsboot habe ich schon bei etlichen Modellen verarbeitet. Lars hat es für die ISERLOHN konstruiert.

  • Ich habe den Originalbogen auch noch liegen und bin völlig begeistert, was Du aus dem kleinen Modell mit deiner Arbeit noch herausgeholt hast!!

    Viele Grüße aus Laboe


    Dirk

  • Moin Henning,


    die Fähre wird immer schöner. Wirst Du auch den Anleger bauen? Da bin ich dann auch sehr gespannt. Die Ausführung in 1:500 ist ja deutlich vereinfacht, das Vorbild aber sehr attraktiv. Als Langfrist-Projekt plane ich ja immer mal etwas für ein Diorama der Geesteeinfahrt. Der Anleger wäre dann Pflicht.

  • Unser verstorbener Freund Jürgen Quetting hat einmal gesagt: Je einfacher ein Modell, desto üppiger muss man es takeln. Ich setze jetzt hinzu: Je einfacher ein Modell, desto üppiger muss man es bevölkern.Ich hatte aus meinem Besuch beim letzten Flensburger Treffen den Hinweis mitgebracht, dass es 1:220-Figuren auch als Beutelware gibt. Sie sind durchaus erschwinglich, ihr solltet einmal nach Dagoberts Speicher googeln. Was mir an den Figuren nicht gefällt, ist die knallbunte Lackierung. Sie sehen aus wie bei der Karnevalfeier einer KITA.


    Den Anleger bau ich wohl nicht. Ich habe einen in meinem Friesensiel-Diorama.

  • Schöne Fähre Henning!
    Gefällt mir sehr :thumbsup:


    Gruß
    Klaus

    Wir bleiben immer Kinder, und,
    so klug wir auch sein mögen, wir behalten immer die Lust,
    mit scharfen Messern und spitzen Scheren zu spielen.

    Wilhelm Raabe (1831 - 1910)

  • Hallo Modellbaufreunde !


    Mit dem Bau der Masten und dem Verzurren des Rettungsboots ist das Fährschiff BREMERHAVEN jetzt fertig geworden. Mit wenig Arbeit ließ sich das 1:500 DSM-Modell zu einem einfachen, aber ganz ansehnlichen 250-er aufblasen. 16 Fahrzeuge aus meinem Fuhrpark haben damit eine standesgemäße Unterbringung gefunden. Ich hoffe, es gefällt auch euch.


    Vielen Dank für euren Zuspruch und euer Interesse


    Henning

  • Es gefällt sehr, und nun den Nachbau der Geestemündung in Bremerhaven mit Anleger und Tonnenhof?


    Liebe Grüße
    Robi

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.


    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.

  • Vielen Dank schon mal für die Glückwünsche ! Einen ganz herzlichen Glückwunsch sende ich an Jochen zu seiner Pensionierung. Ich wünsche dir, lieber Jochen, dass du deinen Ruhestand genau so genießt, wie ich es tue. Ich bin dem deutschen Sozialstaat sehr dankbar dafür, dass er so etwas wie Ruhestand ermöglicht. Ich hatte auch unterschätzt, was es bedeutet, ein Leben ohne werktägliche Nadelstiche zu führen. Wichtig ist allerdings, dass die Gesundheit mitspielt. Also, Jochen, neben Basteln ist auch Sport oder zumindest Bewegung angesagt !


    Ob ich einmal ein Diorama vom Geestevorhafen baue, Robi, weiß ich nicht. Einerseits habe ich von der BREMERHAVEN einige zeitgenössische Nachbarn im Schrank stehen (H.H.MEIER, VORMANN LEISS, SEELOTSE und BUNO ILLING und etliche Durchreisende zwischen Weser und Doppelschleuse, andererseits müsste es so etwas wie ein cloud-Diorama werden, das keinen Platz braucht. Aber attraktiv wäre es schon. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo die PACIFIC von Schuchmann ihren Liegeplatz an der Geestemole hatte.


    Henning

  • Moin Henning,
    schönen dank für Deine Tipps. Mir ist klar, dass ich nicht das Leben eines ehemaligen Kollegen führen möchte, der frühestens ab 11Uhr aus dem Bett kommt. Und mich bewegen (Fahrrad fahren) will ich auch. Daneben wartet das Haus und der Garten. Aber zumindest die Regelmäßigkeit der Arbeit entfällt. Und Du hast vollkommen recht, der Sozialstaat sorgt sehr gut für uns.


    Gruß aus Flensburg
    Jochen

  • ließ sich das 1:500 DSM-Modell zu einem einfachen, aber ganz ansehnlichen 250-er aufblasen.


    Moin Henning, das ist eine glatte Untertreibung - Du hast aus dem Bogen ein qualitativ hochwertiges Modell gemacht und mit den Figuren und Autos sehr schön belebt - Ganz herzlichen Glückwunsch!


    Den Geestevorhafen plane ich ja seit einiger Zeit, aber ich wäre echt super gespannt, wie Du das (bitte vor mir!) umsetzt :rolleyes: