Prinz Heinrich von Michael Bauer, 1:250

  • 1) Ein kleines Lüfterchen...


    Ich musste natürlich mit einem Lüfter beginnen, einer der verlockendsten Konstruktionen des Bogens.


    Wie Ihr seht, besteht er aus vier Segmenten, was ihm einen hervorragenden Formverlauf verleiht. Das Papier für diese Baugruppe ist extra dünn, was einerseits für die Formung sehr angenehm ist; andererseits ist für das stumpfe Verkleben fast keine Fläche vorhanden.Ich habe die rote Rückseite mit einem matten Firnis eingesprüht, um zu verhindern, dass beim Verleimen (ich benutze ausschliesslich stark verdünnten Weissleim) die Feuchtigkeit dafür sorgt, dass die Farbe durchs Papier schlägt (ein kurzer Versuch an der unbehandelten Fläche bestätigte meine Umsicht).




    Der Tintenstrahldruck ist zwar von allerfeinster Qualität und die Farbe überdurchschnittlich beständig, aber wir haben es nach wie vor mit Tinte zu tun. Also Vorsicht!

  • Natürlich liess ich mir etwas Superung nicht nehmen.


    Die Lüfterköpfe sind drehbar und besitzen deshalb einen Ring. Den habe ich wie einen Kragen um das Rohr gewickelt, was viel zu aufwendig ist. Für den zweiten Lüfter werde ich wohl den Zylinder zweiteilen und mit Scheiben arbeiten...
    Die Griffe sind aus Draht von 0,1 mm Stärke, stumpf verklebt.




    Hey, jetzt fällt mir erst auf: Von der Prinz Eugen zur Prinz Heinrich, haha! Die Hoffnung besteht, dass ich EINMAL in meinem Leben ein Schiffsmodell fertigbaue. Wünscht mir Glück, Leute!

    Meine Güte, ist das Teilchen winzig:

    Schlaft gut!

  • Moin Thom,


    mit diesen BIldern hast du mich um den Schlaf gebracht, outstanding!


    Liebe Grüße
    Robi

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.


    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.

  • Vollkommen durchgeknallt!!!
    Ich glaube, Du bist im falschen Forum. Hier wird eigentlich nur Kartonmodellbau betrieben.
    Keine Ahnung, wie das heißt, was Du da machst.


    Eberhard

    Ist das Schalke, oder kann das weg?


    In der Werft: Kombifrachter Schwan (HMV/Piet/1. Auflage), Kanonenboot Panther (HMV/Wiekowski/1. Auflage), SdKfz 222 (GPM), KNM Thor Heyerdahl (ecardmodels.com), V1102 Lützow (Mannheimer Modellbaubogen), Räumboot R49 (GK-Verlag)

  • Moin THom!
    Außerirdisch, geradezu: schweizerisch, was Du hier lieferst! 8|

    Die Lüfterköpfe sind drehbar


    Ähm - die Frage würde ich nur wenigen Leuten stellen, aber: Du redest hier jetzt nur vom Original, oder? Oder...? ?(
    Fassungslos (obwohl man es eigentlich besser wissen müsste...)
    Heiner

  • Moin Thom,


    Meine Güte, ist das Teilchen winzig


    nimm´s leicht, auch winzige Teile können Freude bereiten (vielleicht sogar besondere Freude :whistling: ?)


    Wünscht mir Glück, Leute!


    Das geht in Ordnung :thumbup:. Und zur Motivation: Es warten noch viele sehr schöne Teile auf Dich, enttäusche sie nicht.



    Gutes Gelingen, möge das Glück Dir hold sein
    Gustav

    Auch kleine Dinge können Freude bereiten.

  • Unglaublich was Du da baust.
    Mit welchen Kleber klebst du die Metallteile auf den Karton. Ich benutze bisher Sekundenkleber, nur mit dem hab ich so meine liebe Not.
    LG Peter

  • Hallo Thom,


    musst Du uns irdische Wesen immer wieder vor Augen führen
    wie un­zu­läng­lich wir sind ?
    Mir ist einfach die Kinnlade auf den Schreibtisch geknallt, einfach
    unvorstellbar was Du da baust.


    Gruß
    Jürgen

  • Moin Thom,


    Ich konnte in der Nacht auch nicht Schlafen - aber das .....
    Was ein Schweizer zu Nachtschlafender Zeit so macht 8o


    Einfach toll


    Für den zweiten Lüfter werde ich wohl den Zylinder zweiteilen und mit Scheiben arbeiten...


    Dann aber bitte auch drehbar :whistling:



    Gruß aus Bremen
    Stephan

  • ....und da schreibt er noch... "Schlaft gut"......Sarkasmus pur.... :thumbsup:



    Fragt sich nur, wann denn nun dieses Schiffchen fertig gstellt ist....müsste ja deutlich schneller gehen......weil nicht ganz so groß wie der PRINZ....... :D :D :D !


    Gruß
    HaJo (der bei Aussenmalerarbeiten am Stallgebäude des Zweithauses schwitzt....)

  • Quote from Glümeli

    ...Meine Güte, ist das Teilchen winzig:


    Ach was, Du willst uns nur darüber hinwegtäuschen, dass Du eine Pranke wie eine Bratpfanne hast, Thom! :evil:


    Astreiner Kartonmodellbau - und die Griffe... Phänomenal!

    Bis die Tage...


    Helmut



    "Dem Angriff auf die Menschlichkeit folgt der Angriff auf den Menschen!"

    (Claudia Roth)



    Fertig: CAP SAN DIEGO (roko)

  • Herzlichen Dank für Eure Reaktionen auf meinen "kleinen" Einstieg! Schmunzel-Lektüre vom Saftigsten! :P



    Zur Verklebung der Griffe:Ich habe keinerlei Erfahrung mit Sekundenkleber, ausser beim Verkleben von relativ grossen Teilen. Bei den Winzigkeiten, mit denen ich es meist zu tun habe, genügt mir immer Weissleim (vorausgesetzt, die Klebung ist keinen Belastungen ausgesetzt).



    Mittlerweile habe ich grosse Routine darin, den Leim im richtigen Mischungsverhältnis anzurühren. Ich besitze eine grosse Pinselsammlung für die verschiedenen Grade an Kleinheit. Hier seht ihr den feinsten, den ich zur Zeit habe. Meist handelt es sich dabei um einen Pinsel, der durch langen Gebrauch schon einen Teil seiner Härchen verloren hat. Mit den Monaten wird so ein Pinselchen immer feiner und feiner...

  • Nebenbei: Wie ihr vielleicht bemerkt habt, funktioniert in diesem Beitrag die Formatierung nicht richtig bei mir. Ich werde mich wohl an einen Admin wenden müssen.



    Deshalb werde ich vorübergehend Text und Bilder voneinander trennen.
    Ok, weiter "im Text", haha...Beim stumpfen Verkleben von Draht auf Papier ist die Verdünnung mit Wasser so stark, dass der Leimanteil deutlich unterliegt. Zuerst trage ich ein winziges Tröpfchen aufs Papier auf und stelle sofort das Drahtende in das "Pfützchen", damit das Teil zumindest mal an seinem Platz ist und etwas hält. Dann arbeite ich wie ein Schweisser und streiche mehrmals über die "Nahtstelle", bis die Fixierung zufriedenstellend ist. Obwohl nun im Prinzip die Kontaktstelle von Leim umgeben ist, sieht man nichts davon, da der Auftrag dermassen dünn ist.

  • Ach ja, übrigens:
    Sehr dienlich war mir noch ein Zahnarzt-Utensil: Damit habe ich den "bauchigen" Teil des Lüfters ausgeformt und somit die Übergänge der einzelnen Segmente "homogenisiert", also dafür gesorgt, dass die Silhouette einen einigermassen gleichförmigen Bogen ergibt. (Könnte man das nicht einfacher versprachlichen?)

  • Danke Thom für die ausführliche Info, wie Du mit den superkleinen Staubkörner umgehst. Werd es bei meinem nächsten Projekt mal versuchen ...
    LG Peter

  • Freunde!



    Uff, ich bin geschafft.
    Das hier ist das Ergebnis von zusammengerechnet sieben Nächten Bastelei bis zum Ermüdungsschwindel.
    Den ausführlichen Bericht dazu muss ich auf viiiiel später verschieben...
    Ich habe gemischte Gefühle. Einerseits habe ich erreicht, was ich mir in den Kopf gesetzt hatte.
    Andererseits muss mit meinem Kopf was nicht stimmen: Von blossem Auge habe ich keinen Mehrwert geschaffen, und der Aufwand für so eine Verspannung ist kaum zu rechtfertigen... Aber für Philosophisches ist später noch Zeit.
    Ich geh' jetzt schlafen und hoffe, euch mit den folgenden Bildchen etwas unterhalten zu können.
    Klebt gut!

  • Moin, moin Thom,


    ein phänomenaler Schornstein. Völlig gleichmäßige Rundung, Nähte besser als geschweißt....und dann die Abspannung.....kann man den Schäkel auch aufdrehen :D !


    Dabei dachte ich, dass ich den Schornstein von meinem Walfangboot schon ganz gut hinbekommen habe.....könnte ich glatt wieder abreißen....nützt mir aber nichts, denn ich könnte es nicht besser......meine verehrte Hochachtung vor deiner exakten Kartonbaukunst :!:


    Gruß von der sonnigen Ostsee
    HaJo

  • Ich gehe davon aus, dass man den Wantenspanner (unten) noch ein wenig nachziehen kann, falls die Abspannung mal durchhängt.
    <<KOPFSCHÜTTEL>>
    Gruß
    Eberhard

    Ist das Schalke, oder kann das weg?


    In der Werft: Kombifrachter Schwan (HMV/Piet/1. Auflage), Kanonenboot Panther (HMV/Wiekowski/1. Auflage), SdKfz 222 (GPM), KNM Thor Heyerdahl (ecardmodels.com), V1102 Lützow (Mannheimer Modellbaubogen), Räumboot R49 (GK-Verlag)

  • Hallo Thorn,


    wenn dann dein Dampfer fertig ist, bringe ich dann die angemessene Musikuntermalung in Mannheim in Form der Etüde Op 25/12 "Ocean" .....
    Da wird der Flügel in den Vortragssaal geschoben und mit Hilfe einer Makrovideokamera dein Modell auf die Leinwand gebracht. Michael Bauer hält die Laudatio und dann bräuchte man noch eine hübsche Japanerin o.ä., welche Dir einen Blumenstrauss überreicht.
    Das wäre eine angemessene Präsentation.


    Was ich damit sagen wollte: Nett! :D


    Gruß pianisto

  • Stephan
    ö
    Naja, so, wie ich arbeite, kommt's letztlich nicht drauf an, ob Kutter oder Riesenpott: Ewig ist gleich ewig...


    ööö...ööö...ööö
    HaJo
    ööö
    Ich bin über Deine Einschätzung sehr glücklich, denn solche Rundungen empfinde ich als - immer noch! - sehr anspruchsvoll, und wenn sie mir gelingen - was nicht immer der Fall ist - erfüllt mich das mit handwerklichem Stolz....
    ööö
    ööö
    Eberhart
    ööö
    Ich teile Dein Kopfschütteln...
    ööö
    ööö
    Pianisto
    ööö
    Wow... bildgewaltig. DAS ist Schwärmen der Extraklasse....

  • So, und jetzt der Bericht, auch, um Ulrichs Wunsch nachzukommen ;)
    ööö


    Der Schornstein selbst war eine Freude zu bauen. Ich habe die Stösse stumpf verklebt, ohne Lasche. Die Wülste habe ich an einem Ende zu lange gelassen, um sie nach der Umwicklung punktgenau mit einer Rasierklinge zu kappen.
    öööö

    ööööö

  • Um besser hantieren zu können, klebte ich das Podestchen auf das Glasschälchen eines Teelichts. Funktioniert prima!
    öööö



    öööööö

    ööööööö
    Die Grätings sind graphisch so gut, dass sich eine plastische Ausgestaltung erübrigt, wie ich finde:
    öööööö


  • Die Abstagung (Danke, Ulrich, für den Fachbegriff!)
    ööööö
    ööööö
    Was soll ich sagen: Mir gefallen einfach diese Verspannungen in all ihren Details. Natürlich ist mir bewusst, dass 1:250 nun WIRKLICH nicht der Massstab dafür ist.
    Erstens - wie schon erwähnt - macht es wohl am fertigen Modell keinen Unterschied - ausser man betrachtet es durch das Auge der Makrokamera.
    Zweitens sprengt die Ausführung alles, was noch einigermassen als "ökonomisches Basteln" durchgehen könnte.
    öööö
    Lange Zeit konnte ich nicht vorhersehen, ob mein Vorhaben erfolgreich sein würde. Fünf Nächte voller Experimente, voller Hochs und Tiefs, voller Zweifel bezüglich der Sinnhaftigkeit meines Tuns...
    öööö
    So, jetzt aber fertig gejammert - Ich zeig' euch, wie ich's gemacht hab'!

  • Zunächst fertigte ich eine Skizze an, um mir eine Übersicht zu verschaffen:
    öööö

    öööö
    öööö

    Die Anschlagpunkte (bitte korrigiert unsachgemässe Fachbegriffe) sind vorerst gelochte Spitzen von Papierstreifen; so lässt sich besser arbeiten.
    Für die "Metallringe" verwende ich 0,1 mm starken Draht.


    ööö

  • Moin Thom


    Bin ja gerade dabei meinen Arbeitstisch mal gepflegt aufzuräumen, aber nach Betrachtung dieses Machwerkes überlege ich ernsthaft ALLES in die Tonne zu treten.


    Niedergeschlagene Grüße, ich geh jetzt lieber ins Sxhwimmbad abkühlen
    Robi

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.


    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.

  • Die Ösen des Spannseils...
    öööö
    Meine Güte, was habe ich mich gequält; Misserfolg reihte sich an Misserfolg, manches Mal ging ich bedrückt zu Bett...
    Das Problem ist ja, dass ich nicht einfach eine Schlaufe in den Faden knüpfen kann - sobald ich diesen spanne, zieht sich die Öffnung in die Länge und verliert ihre charakteristische Tropfenform.
    öööö
    Schliesslich kam ich auf die Lösung: Am Original bleiben! Dort wird das Seil um eine Metall-Öse herumgeführt und gespleisst. Leider bedeutet dies: Aufwand, Aufwand, Aufwand...
    öööö
    Nun gut, die Metallführung... Zuerst plättete ich mit einer Flachzange das Ende eines Drahtes (auch wieder 0.1 mm):
    ööö

    öööö
    Die Rundung entstand mir Hilfe eines 0,4 mm - Drahtstücks, das ich in einen Radiergummi gesteckt hatte.
    ööö

  • Nun knüpfe ich mein "Spannseil" (0,1 mm - Nähgarn in grau) an zwei Stecknadeln und führe es unter meinen Haltedraht durch. Es kommt somit um meine Metallöse zu liegen. Hätte ich diese nicht vorher geplättet, würde der Faden unweigerlich abrutschen.
    ööö

    ööö
    Schliesslich verknüpfe ich mein Fädchen, behandle das Ganze mit Leim, kappe die Enden und erhalte eine hübsche, kleine, stabile Öse. Am anderen Ende verfahre ich gleich, und mein Seil ist fertig.


    ööö


  • Hallo, Robi
    öööö


    Danke für den Hinweis!
    Ich habe an der vorletzten Basler Messe so einen Faden gekauft. Eine tolle Sache, und einfach in der Verarbeitung. Die Ergebnisse sind grossartig, wie auch hier im Forum schon gesehen!
    Ich werde sicherlich Verwendung dafür finden; aber solange ich noch am Spleissen bin (ächz), dünkt mich das Garn geeigneter. (Das Verspannen wäre mit elastischem Material in der Tat humaner...)