Preußen, Passat-Verlag 1:250

  • Nun habe ich es Ostern endlich geschafft, das Thema Rahen abzuschliessen. Die obersten und kürzesten Rahen habe ich fertiggestellt.


    Bild 1: Die letzten Rahen


    Diese habe ich dann noch auf der obersten Mastposition angebracht. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis die Klebestellen trocken waren. Aber dann bot sich ein vollständiges Bild von der Preußen.


    Bild 2: Die Preußen mit allen Rahen


    Ein wenig wird noch ausgerichtet. Dann sollte es passen.


    Jedoch wird noch einige Zeit ins Land ziehen, bis ich komplett fertig bin.


    Was ist noch zu tun?

    • Die Zugvorrichtungen für das Fieren (Anheben und Senken) einzelner Rahen sind nachzubilden.

      Bild 3: Zugvorrichtungen für das Fieren der Rahen bei der Passat
    • Die Toppnants über den Rahen sind zu komplettieren
    • Es gibt einen Ladebaum über einer Ladeluke anzubringen
    • Die Takelage im Bereich des Hecks ist zu komplettieren
    • Fehlende geborgene Segel im Bereich des Gaffel und der Stagen sind noch anzubringen
    • Die Brassen sind anzubringen (der zeitaufwändigste Posten)
    • Zum Abschluss müssen die Flaggen an den Mastspitzen angebracht werden

    Es ist also noch einiges zu tun. Es soll ja nicht langweilig werden.

  • Gut, nachdem ich nun alle Rahen endlich an Bord habe, nehmen wir uns doch noch einmal das letzte Bild vor. Es stammt von der Passat und zeigt einen der Masten mit gefierten Rahen. Dass die oberste Rah auch gefiert war fällt einem vielleicht nicht sofort auf. Aber die unteren gefierten Rahen erkennt man an den Flaschenzug-Konstruktionen. Da ich diese Flaschenzug-Konstruktionen schon damals auf meinem Modell der Passat vorhanden war, durften sie hier natürlich nicht fehlen. Übrigens auch auf Bildern der Preußen sieht man, dass auch die oberste Rah gefiert war.


    Bild 1: Gefierte Rahen bei der Passat (und auch bei der Preußen)


    Lasst mich dieses Szenario einmal umsetzen.

    Zuerst brauche ich vernünftige Blöcke. Ich erinnere mich, dass ich für die Hammonia aus dem Passat-Verlag von Peter Hurler mehrere Ätzplatinen besorgt habe. Hier sind auch Teile für eine vernünftige Blöcke mit dabei. Perter Hurler hat seine Platinen immer mit so vielen Ätzteilen versorgt, sodass man viele andere Schiffsmodelle mit versorgen kann.


    Bilder 2 und 3: Auf der Ätzplatine von Peter Hurler von der Hammonia sind schöne Umlenkrollen dabei


    Gewissensbisse brauche ich mir übrigens bei der Zweckentfremdung nicht zu machen, da ich die Hammonia aus dem Passat-Verlag bereits gebaut habe.


    Bild 4: Die Hammonia wurde bereits erfolgreich als Modell umgesetzt


    Fangen wir jetzt an. Zuerst stelle ich die Rollen selbst her. Hierzu steche ich mit meinem Punch-and-Die-Set runde Kartonscheiben aus und klebe diese vier-fach übereinander.


    Bilder 5 und 6: Zuerst werden die Rollen hergestellt


    Dann stelle ich die Seile des Flaschenzugs her. Diese werden aus lackiertem 0,1 mm Nickeldraht hergestellt. Ich verwende hier den Nickeldraht, weil sich der Flaschenzug viel detaillierter darstellen lässt und im Gegensatz zum Faden keine Spannung benötigt, da er bereits gerichtet ist. Für das Lackieren verwende ich einen Beige-ton von Aquacolor von Revell, welches ich mit einem Pinsel auf den Draht auftrage. Mit Sprühen habe ich schlechte Erfahrungen gemacht.


    Bild 7: Der Draht wird lackiert


    Jetzt kommen die Ätzteile ins Spiel. Diese lackiere ich auch mit Aqua Color einseitig in Schwarz. Danach biege ich mit einer kleinen Zange die abstehenden Teile so, dass es wie eine Gabel von der Seite gesehen aussieht, wenn man die abstehenden Teile rückseitig zusammenklebt.


    Bild 8: Die Ätzteile werden lackiert und anschließend gebogen


    Danach klebe ich die vorbereiteten vier-fach Rollen auf den runden unlackierten Teil und klebe dann ein weiteres Ätzteil von der anderen Seite drauf.


    Bild 9: Die einzelnen Bestandteile werden jetzt zusammengeklebt


    Bild 10: Nach einer kleinen Farbauffrischung sind die Blöcke jetzt fertig

    Danach kann ich die kompletten Umlenkrollen aufkleben. Je eine Umlenkrolle kommt auf die Rah. Die anderen beiden Umlenkrollen werden an den Mast geklebt. Eine Umlenkrolle befindet sich unterhalb der Saling. Es werden dann von dem lackierten Draht zwei Stücke in der Länge jeweils angepasst und diese jeweils rechts- und links- seitig an die Umlenkrollen angeklebt.

  • Das End-Resultat ist in den nachfolgenden Bildern dargestellt.


    Bilder 11 und 12: So sieht das Endresultat aus.


    Dieses werde ich jetzt in gleicher Form bei den anderen Masten wiederholen.

  • Das begonnene Anbringen der Toppnants und der Vorrichtung für das Fieren der Rahen habe ich jetzt auf alle Masten übertragen können. Ich habe die Preußen einmal auf einem dunklen Untergrund abgelichtet, damit die hellen Fäden besser sichtbar sind.


    Bild 1: Die Vorrichtungen für das Fieren der Rahen und die Toppnants sind angebracht


    Ich möchte mich nun den letzten Segeln (Stag- und Gaffelsegel) widmen. Für das eine Besansegel nehme ich die Länge mit dem Zirkel ab. Historische Aufnahmen belegen, dass das Besansegel bei der Preußen, wenn es geborgen war nur am Mast befestigt wurde. In diesem Baustadium war eine Maßnahmen zur Längenabnahme schwer.


    Bild 2: Wir nehmen Maß für die Länge des geborgenen Besansegel


    Dann werden alle Segel wieder auf Servietten aufgezeichnet und ausgeschnitten. Die ausgeschnittenen Serviettenstücke in ein Leim-Wasser-Gemisch getränkt, zusammengeschoben und mit Fliegenfischergarn abgebunden. Bei den Stagsegeln hatte ich Schwierigkeiten, Originalbilder in geborgenen Zustand zu finden. Ich habe bei meinem vorhandenen Bildmaterial die Längenabschätzung unter Vergrößerung mit einer Lupe durchgeführt.


    Bilder 3, 4 und 5: Stagsegel aufgezeichnet, ausgeschnitten, getränkt und gebunden


    In diesem Zustand lasse ich die gebundenen Segel eine Nacht durchtrocknen, bis sie wieder hart sind. Danach gebe ich noch einen Tropfen Sekundenkleber auf den Knoten und schneide die zu langen Enden ab. Nach ein wenig Zurechtkneten sehen die Segel schon viel gefälliger aus.


    Bild 6: So sehen die Segel schon viel gefälliger aus


    Nun war das Aufkleben der Segel auf die Stagen an der Reihe. Diese Aufgabe habe ich ehrlich gesagt ein wenig unterschätzt. Einerseits, weil ich in diesem Baustadium nur noch schwer an die Klebepositionen auf die Stagen herangekommen bin. Auf der anderen Seite verdrehten sich einige Stagen in sich, sodass nach dem Aufkleben die Segel auf einmal von den Stagen herabhingen anstatt auf ihnen zu liegen. Dagegen habe ich kein Rezept gefunden.


    Die Lehre, die ich hieraus für den nächsten Segler gezogen habe ist, dass die Stagsegel direkt nach dem Erstellen der Stagen draufklebe. Ich hatte es seinerzeit nicht getan, weil ich damals noch keine Erfahrungen mit dem Erstellen der geborgenen Segel hatte.


    Bilder 7 und 8: Details von den angebrachten Stagsegeln


    Und selbst das Besansegel passt an den Kreuzmast. Das Bild ist leider etwas unscharf. Wie bereits gesagt, die Position des geborgenen Besansegels am Kreuzmast ist durch historische Aufnahmen belegt.


    Bild 9: Das geborgene Besansegel ist an den Kreuzmast angebracht


    Das Anbringen der Segel ist nun komplett abgeschlossen. Alle Segel sind nun an Bord. Vielleicht auch noch einmal eine Gelegenheit für eine Gesamtansicht. Diesmal aber vom Heck aus. So sind die Stagsegel besser sichtbar.


    Bild 10: Gesamtansicht mit allen Segeln


    Offen sind jetzt noch:


    - ein Ladebaum. Hier habe ich ein Bild gefunden, welches mich inspiriert hat, noch ein Teil zu konstruieren. Aber davon im nächsten Baubericht.

    - Abschluss der Takelage am Heck. Dadurch, dass das Besansegel jetzt angebracht ist, kann ich die Takelage am Heck abschließen.

    - Die Brassen. Dieses Thema wird mich dann länger und ausgiebiger beschäftigen.

    - Setzen der Flaggen an den Masten. Protokollarisch als Indienststellung.

  • Etwa 40% meiner Bautätigkeit geht für die Recherche drauf. Auf solch eine Recherche möchte ich heute euch einmal mitnehmen. Es geht hier um den Ladebaum der Preußen.

    Ich schaue mich zuerst einmal auf der Passat um, da es das Schiff heute noch gibt. Die Passat besitzt zwei Ladebäume.

    Dort finde ich zuerst einmal die Untersätze, auf denen der Ladebaum befestigt ist. Man sieht hier auch, dass hier eine Umlenkrolle befestigt ist.


    Bild 1: Befestigungsvorrichtung für Ladebaum am Mast


    Weiter oben am Mast ist dann noch einmal eine zusätzliche Befestigung mit weiterer Umlenkrolle vorhanden.


    Bild 2: Obere Umlenkrolle zum Anheben des Ladebaums


    Auf dem folgenden Bild sehen wir auf der Passat einmal einen kompletten angehobenen Ladebaum. Das gibt eine ungefähre Vorstellung von den Proportionen.


    Bild 3: kompletter Ladebaum auf der Passat


    So weit, so gut, aber wie sah der Ladebaum auf der Preußen aus? Historische Bilder zeigen leider nur, dass an der vorgesehenen Stelle wirklich einmal ein Ladebaum existierte. Weitere Details zu den Proportionen habe ich leider nicht gefunden.

    Dann bemühen wir einmal Modellaufnahmen. Und hier bin ich beim Modell der Preußen im Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven fündig geworden.


    Bild 4: Ladebaum der Preußen beim Modell in Bremerhaven


    Dieser Zustand hat mich sogar so angesprochen, dass ich ihn nachbauen wollte.

    Schauen wir einmal, was uns der Bogen zu bieten hat.


    Bild 5: Bauteile des Bogens vom Passat-Verlag


    Es sind der Ladebaum sowie eine Auflagestütze vorhanden. Das ist doch schon einmal ein guter Anfang.


    Dann fangen wir einmal an und konstruieren uns die Befestigungsvorrichtung für den Ladebaum.


    Bilder 6 und 7: Die Befestigungsvorrichtung wird konstruiert und zusammengebaut


    Zusätzlich konstruiere ich noch aus Ätzteilen der Hammonia drei Umlenkrollen. Es sind dieselben Rollen, die ich bereits für die Aufzugvorrichtung für das Fieren der Rahen verwendet habe.


    Bilder 8 und 9: Die Befestigungen werden am Mast befestigt


    Befestigungen und Umlenkrollen befestige ich jetzt am Mast. Dann bestücke ich jetzt den Ladebaum. Hier befestige ich die dritte Umlenkrolle und die Vorrichtungen für die Taljen sowie einzelne Taue.


    Bild 10: Der Ladebaum wird vorbereitet

  • Danach wird der so präparierte Ladebaum auf die Vorrichtung geklebt und kann so in Ruhe trocknen.


    Bild 11: Festkleben des Ladebaums


    Zum Schluss werden die Taljen, wie auf Bild 4 noch befestigt und ich spendiere dem Ladebaum noch einen Haken aus dem Ätzteilsatz der Hammonia.


    Bilder 12 und 13: Der Ladebaum ist fertig


    Trotz all dieser Weiterentwicklungen kommt das Modell jetzt in die Phase, wo erhöhte Gefahr besteht, an der Takelage hängenzubleiben. Ich musste heute bereits reparieren.

    Nach Fertigstellen des Ladebaums werde ich als nächstes die Takelage am Heck fertigstellen, bevor ich mich an die Brassen mache.

  • Dieses Wochenende hatte ich mir vorgenommen, das Heck zu takeln. Eine Recherche an Originalbildern ergab nur eine Klarheit über Fragmente der Takelage, weil einzelne Taue teilweise nur überstrahlt wurden und auf der anderen Seite die Takelage so komplex ist, dass man nur ausgewählte Teile am Modell darstellen konnte. So habe ich mich dann wieder den fotographierten Modellen zugewandt und nachgeschaut, wo die an den Originalbildern identifizierten Takelfragmente zu finden waren. Anbei die Bilder aus dem DSM in Bremerhaven, die ich als Grundlage für die Takelarbeiten verwendet habe.


    Bilder 1 bis 3: Takelgrundlage für die Hecktakelage


    Die Umsetzung war das „Wochenende der Klammern“, weil die verlegten Taue bei der Verlegung und beim Trockenen des Klebers immer auf Spannung gehalten werden mussten.

    Bilder 4 und 5: Die gerade verlegte Takelage muss auf Spannung gehalten werden


    Am Schluss zählt nur das Ergebnis und das zeige ich hier:


    Bilder 6 und 7: Die fertige Hecktakelage


    Die Flagge habe ich mir dann zur Belohnung schon gesetzt.


    Bild 8: Die Flagge als Belohnung

    Abschliessend muss ich sagen, dass ich bedeutend mehr Zeit gebraucht hatte, als ursprünglich eingeplant. Ich hatte gedacht, das Takeln geht mir wesentlich schneller von der Hand. Das liegt teilweise daran, dass ich an viele stellen nur noch schlecht herankam und auch öfters an der bereits bestehenden Takelage hängengeblieben bin.


    Geschafft ist geschafft.


    An dieser Stelle kann ich mich nicht mehr vor den Brassen drücken. Es ist der letzte große Block. Bevor ich die Brassen des Fockmastes zeigen kann muss noch Einiges an Vorbereitungen getroffen werden. Es kann also ein wenig dauern.

  • Endlich habe ich einmal wieder genug Material zusammen, sodass es für einen Baubericht reicht. Ich muss sagen, es wird immer schwieriger, weil man immer schwerer an die einzelnen Punkte herankommt.


    Die Toppnants:

    Per Zufall hatte ich über das Internet ein Bild von der Preußen in die Hände bekommen, was die Toppnants in „voller Größe“ zeigt. Wo die Toppnants an den Rahen angebracht waren, da waren sie in jeweils drei Längen über die gesamte Rah verteilt. Und ich nur an den Rah-Enden. Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen. Hier musste nachdetailliert werden. Und so werden die Toppnats in Zukunft aussehen:


    Bild 1: Die Toppnants brauchen eine Nachdetaillierung


    Dann habe ich einmal auf der Passat nach typischen Details bei den Brassen gesucht. Dabei bin ich auf diese Teile hier gestossen. Ich weiss nicht, wie sie heissen, aber auf der Passat sind sie enthalten.

    Auf dem Bogen des Passat-Verlages sind sie nicht enthalten. Deshalb sind sie nachkonstruiert.


    Bilder 2 und 3: Bestandteile der Brassen-Takelage auf der Passat


    Wenn man auf alten Bildern der Preußen diese Teile sucht, so sucht man dort vergeblich. Ich denke, diese Teile waren anfangs auch nicht auf der Passat enthalten, sondern kamen erst im Rahmen von Modernisierungen an Bord. Da die Preußen bereits relativ früh aus dem aktiven Dienst ausschied, waren ihr diese Modernisierungsmaßnahmen nicht vergönnt.

    Und so musste ich auf „herkömmlichen“ Wege auf der Preußen die Takelage nachbilden.


    Bild 4: Die gleiche Situation auf der Preußen, nur herkömmlich getakelt


    Doch bei anderen Teilen hatte ich Glück. Es gab auf der Passat Blöcke, die unterhalb der Salings befestigt waren.


    Bild 5: Blöcke unterhalb der Salings abgehend


    Auf alten Bildern der Preußen, konnte ich diese Blöcke auch dort nachweisen. Und so konnte ich auch die Salings auf der Preußen entsprechend „präparieren“.


    Bild 6: Diese Art von Blöcken gab es auch bei der Preußen


    Und so sehen dann meine ersten Brassen am Fockmast aus:


    Bilder 7 und 8: Die ersten fertigen Brassen am Fockmast


    Ein Bild wollte ich zum Schluss nicht vorenthalten. Es zeigt den oberen Fockmast mit einer Masse an Tauen, die parallel zum Mast laufen.


    Bild 9: Taue, die parallel am Fockmast entlanglaufen


    Was kommt jetzt? Eine nicht ganz tröstliche Antwort: Genau dasselbe!

    Aber ich werde jetzt schneller sein, da ich gezielt weiß, wo ich etwas platzieren muss. Der Fockmast hatte bisher noch Probiercharakter.


    Im Nachhinein betrachtet. Einen Baufehler im Vergleich zur Passat habe ich gemacht. Bei der Passat hatte ich die Brassen direkt beim Einbau der Jarvis-Winden mit angeklebt. Bei der Preußen baue ich sie erst in dieser Phase an und habe Schwierigkeiten, an die Jarvis-Winden heranzukommen.

  • Ich bin heute glücklich, wieder einen Bauzustand präsentieren zu können.



    Ich habe die Brassen für den zweiten Masten jetzt fertig.



    Ich habe einmal die Brassen bei draufscheinendem Licht fotografiert, sodass diese besonders gut sichtbar sind.



    Es geht nur noch langsam voran, weil die Stellen nur noch schlecht erreichbar sind.



    Die vorhergehenden Bilder haben den Endzustand gezeigt. Vom Bau sind sie vielleicht weniger interessant, denn sie zeigen Klammern und Pinzetten, die geduldig mir die gesamte Haltearbeit abnehmen.



  • nachdem ich erst heute diesen Baubericht gefunden habe, darf ich doch ganz freundlich bei der Moderation anfragen, wo es die 25-Daumen-nach-oben-Taste gibt...

    liebe Grüße

    Hänschen

    beste Grüße vom hänschen

  • Moin Axel,


    einfach nur phantastisch, was Du hier zeigst.
    Und gut fotografiert noch dazu.

    Beste Grüße,


    Manfred

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • Moin Manfred,

    ich benutze eigentlich eine recht einfache Kamera. Aber schön, dass dir die Aufnahmen gefallen.


    Moin zusammen,


    Ich bin froh, endlich einmal wieder Material für einen Baufortschritt zusammen zu haben.

    Mein erstes Problem war, die Taue für die Brassen an der Jarvis-Winde befestigen zu können. Ich habe mich getraut, die Winde noch einmal auszubauen und habe sie ohne Beschädigungen zu hinterlassen ausbauen können.


    Bild 1: Nach dem Ausbau der Winde war das Befestigen der Brassen das kleinere Problem


    Um nicht hängen zu bleiben habe ich die Brassen seitenweise zusammengebunden. Ich werde sie zum Schluss des Bauschritts erst ziehen.


    Bild 2: Die befestigten Brassen binde ich erst einmal zusammen, bis ich sie brauche


    Dann benötige ich auch noch Blöcke, um die Brassen umlenken zu können. Die Blöcke habe ich zur Befestigung wiederum mit einem kleinen Stück Faden versehen.


    Bild 3: Blöcke für das Umlenken der Brassen


    Bevor ich die Brassen ziehen kann, muss die den Mast noch komplettieren. Die Toppnants in der richtigen Anzahl komplettieren. Die Blöcke müssen befestigt werden und es müssen auch Befestigungen, gesetzt werden, denn nicht alle Brassen werden mit dem anderen Ende an der Rah befestigt.


    Bild 4: Der Mast mit samt seiner Umgebung muss vorbereitet werden


    Wenn das alles erledigt ist, dann kommt für mich der schönste Teil, nämlich das Ziehen der Brassen selbst. Das Ergebnis könnt ihr dann hier sehen.


    Bild 5: Die Brassen sind gezogen


    Als kleines Detail zeige ich noch, wie ich zwei Blöcke an der Schanz befestigt habe.


    Bild 6: Befestigung von Blöcken an der Schanz

    Wer jetzt mitgezählt hat, der wird sagen, der größte Teil mit den Brassen ist geschafft. Wenn man zählt, dann stimmt das.

    Wenn man sich einmal anschaut, wo die letzten Brassen anzubringen sind, der wird sehen, dass es mit Abstand die schwierigsten Brassen sind. Wegen des Vollschiffes müssen die Brassen über Kreuz gespannt werden. Ich habe derzeit noch keine Idee, wie ich an die Jarvis-Winden herankomme, so eng ist das alles dort.


    Bild 7: Hier werden die letzten Brassen gespannt


    Ich habe mich aber dazu entschlossen, die Brassen in einer Höhe immer paarweise von beiden Seiten zu spannen. So möchte ich vermeiden, dass ich mir den Zugriff verbaue.

  • Mit diesen Bildern möchte ich wieder in das Baugeschehen eingreifen. Hinter mir liegt ein Bauabschnitt, den ich als schwierigsten am gesamten Bau der Preußen bezeichnen möchte. Das Anbringen der letzten Brassen an die hinteren Winden. Schwierig deshalb, weil man eigentlich nicht mehr an die Winden herankommt. So habe ich für das Anbringen der Brassen die letzten 10 Tage verbracht.


    Hier habe ich seinerzeit beim Bau einen Fehler gemacht, den ich jetzt korrigieren muss. Die Brassen hätten direkt beim Bau der Winden mit verbaut werden müssen.


    Man kann hier auf den Bildern die angebrachten Brassen ganz schwach erkennen.


    Bilder 1 und 2: Die letzten Brassen sind dran


    Der nächste Schritt ist dann wieder um so einfacher. Ich baue die Befestigung der Takelage an der Schanz.

  • Es gibt einiges zu erzählen.

    Noch immer stand ich vor der Herausforderung, die Brassen zwischen den beiden hinteren Masten zu spannen. Ich habe dann erst einmal mit den Befestigungen für die Brassen angefangen. In erster Linie waren es die Blöcke.


    Bild 1: Die Blöcke werden gefertigt


    Dann waren es meine berühmt-berüchtigten Ösenstifte (das sind Stifte aus Messing mit einer 0,3 mm Öffnung), die zu setzen waren.

    Beides Blöcke und Ösenstifte wurden jetzt am Schiffskörper befestigt und bildeten die Grundlage dafür, dass ich die Brassen überhaupt spannen konnte.


    Bild 2: Blöcke und Ösenstifte werden am Schiffskörper befestigt


    Und dann war es wirklich soweit. Ich konnte die letzten Brassen dann spannen. Das war immer die schönste Phasen. Das war dann die Zeit, wo viele Klammern in der Takelage hingen.


    Bilder 3 und 4: Endlich, die Brassen können gespannt werden


    Ich habe mich hier wirklich von oben nach unten „durchgespannt“. Und dann nach Tagen des Klammerns war ich dann fertig.


    Bild 5: Die Brassen sind gespannt


    Hier in dem Bild sieht man dann, dass zwischen den hinteren beiden Masten doppelt so viele Brassen gespannt sind als zwischen den anderen Masten.

    Das Thema Brassen war für die Preußen für mich ab jetzt Geschichte.

    Nachfolgend möchte ich ein paar Impressionen von den gespannten Brassen zeigen.


    Bilder 6 bis 9: Impressionen der gespannten Brassen

  • Danach auch noch einmal ein Blick auf das gsamte Schiff.


    Bilder 10 bis 12: Gesamtansicht Preußen


    Und ich habe die Reedereiflagge bereits gehisst. Dann ist das Ende des Baus nicht mehr weit.


    Bild 13: Reedereiflagge


    Was folgt jetzt noch?

    Ich war kurz nach der Ankunft der Peking in Hamburg zu Besuch. Dort habe ich ein Detail in der Takelage gesehen, was ich unbedingt noch umsetzen möchte.

    Daher wird jetzt noch ein letzter Baubericht folgen. Und natürlich darf dort auch der Vergleich von Passat und Preußen nicht fehlen, was ich mir bis zum Schluss aufgespart habe.

  • Wie im letzten Baubericht bereits angedeutet, schließe ich den Bau der Preußen nach insgesamt fast drei Jahren ab.

    Zuvor möchte ich jedoch noch etwas in der Takelage umsetzen, was ich bei der Peking bei meinem letzten Besuch gesehen habe.


    Bild 1: Ergänzungen in der Takelage


    Dieses Bild zeigt, dass bei den Rahmasten von jeweils der untersten Rah am Block zu den Brassen ein Tau abgeht, was (offensichtlich über die Belegnägel vertäut ist). Diese eine Sache wollte ich noch nachbilden.

    Also setze ich an den genannten Blöcken beim Modell der Preußen noch einmal ein Tau an.


    Bild 2: Das beschriebene Tau wird oberhalb der Blöcke zu den Brassen an den Enden der untersten Rahen angebracht


    Als ich jedoch die Taue hinterher an den Belegnägeln ansetzen wollte, trat hier leider ein Effekt auf, der wohl nur bei sehr dünnen Faden wegen der geringen Schwerkraft auftritt.

    Der Faden bahnt sich hier seinen eigenen Weg, der nicht immer der Schwerkraft folgt.

    Hier musste ich dann doch noch einmal eingreifen. Ich habe mit einer Kreuzpinzette die entsprechenden Fäden ausgerichtet und dann mit einem Leim-Wasser-Gemisch getränkt, sodass sie nach Trocknung die Haltung und Form beibehalten haben.


    Bilder 3 und 4: Haltungsmaßnahmen für die letzten Taue


    Aber dann war der Moment da. Die Preußen ist nach fast drei-jähriger Bauzeit endlich fertig.


    Bild 5: Die Preußen ist endlich fertig


    Anbei einige Detailbilder:



    Bilder 6 bis 10: Detailbilder der fertigen Preußen

  • Aber auch ein Vergleich mit der Passat aus dem gleichen Verlag soll hier nicht fehlen:


     





    Bilder 11 bis 19: Preußen und Passat im Vergleich


    Ich denke, es ist jetzt an der Zeit, ein Fazit zu ziehen:

    Zuerst einmal, es hat alles gepasst. Da kann man Henning als Konstrukteur wirklich ein Kompliment machen.

    Wenn man mich fragt, welches der schwierigste Teil am Bau war, dann wäre es für mich der Rumpf. Ich habe auch am Rumpf einige Federn lassen müssen, wie man an dem ein oder anderen Bild bemerken kann. Zur Schwierigkeit des Rumpfes trägt sicherlich bei, dass hier noch einmal über die ganze Bordwand Streifen aufgeklebt werden, um eine Struktur anzudeuten. Wenn man den Rumpf einmal fertig hat, dann ist man durch die Schwierigkeiten erst einmal durch. Alles weitere mit Masten, Rahen und Takelage sind nach meiner Auffassung nicht mehr so schwierig.

    Ein weiterer Aspekt ist auch die Dokumentationslage der Preußen. Durch ihren frühen Verlust, ist die Anzahl der vorhandenen Fotos begrenzt. Ein „Muss“ ist hier sicherlich das Buch von Horst Hamecher „Königin der See Fünfmast-Vollschiff >> PREUSSEN <<“. Aber für die Takelage ist dieses Buch wenig hilfreich, da die Fotografie damals noch in den Kinderschuhen steckte und einzelne Taue einfach vom Licht überstrahlt wurde.

    In vielen Museen stehen wirklich hervorragende Modelle. Ich hatte sechs verschiedene Modelle in unzähligen Bildern abgelichtet. Alle wiesen eine Takelage auf, die Abweichungen zu den jeweiligen anderen Modellen hatten. Ich denke, hier besteht die Ursache in dem Mangel an aussagekräftigen Fotos. Ich kann hier einen Tipp geben:

    • Die erste Priorität bilden immer Fotoaufnahmen vom Original
    • Dann sollte man sich Aufnahmen von anderen Flying-P-Linern oder direkt die Originale (Es gibt ja in Deutschland glücklicherweise wieder zwei) anschauen. Hierbei kann man auch von der Takelage einer Viermast-Bark auf die Takelage eines Fünfmast-Vollschiffes schliessen.
    • Die dritte Wahl sind dann immer die Museumsmodelle. Hier sollte man sich die Frage stellen, welche Takelung am wahrscheinlichsten ist.

    Die Preußen mit ihren 5 Masten und dreißig Rahen ist ein zeitaufwändiges Modell. Man sollte sich also vorher überlegen, wieviel Zeit man in die Detaillierung investieren will.

    Ich kann den Bau der Preußen jedem erfahrenen Kartonmodellbauer empfehlen, der bereits das ein oder andere Modell aus dem Passat-Verlag hinter sich hat.

    Diesen Baubericht möchte ich mit einem letzten Detailbild abschließen.


    Bild 20: Detailbild zum Abschluss


    Die Detailbilder für die Galerie folgen in Kürze. Ich habe sie bereits herausgesucht.

  • Herrlich - ein wunderschönes Modell und ein toller, lehrreicher Baubericht.
    Wenn man weiß, wieviel Mühe es macht, einen aussagefähigen Bericht mit passenden Bildern zu machen, der weiß wieviel Arbeit Du hiermit zusätzlich aufgebracht hast, um uns teilhaben zu lassen.
    Vielen Dank dafür.

    Herzlichen Glückwunsch zur In-Dienst-Stellung.
    Grüße
    Ulli und Peter

  • Hallo aus Heidelberg


    Ich seh mir Deine Bilder an und freu mich darüber. Für mich ist es Utopie, so ein tolles Modell bauen zu wollen. Dafür fehlt mir das Durchhaltevermögen.

    Ich hab einen riesigen Respekt


    Liebe Grüße

    Hardie

  • Auch von mir herzlichen Glückwunsch zu diesem durch und durch hervorragend gebauten Modell und den excellenten Baubericht!

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • Moin, moin Axel,


    Gratulation:!:. Alles mit unendlicher Geduld und viel Zeitaufwand sowie umfangreicher Recherche akurat zusammen gebaut.......allein diese aufwändige Takelage würde ich so keinesfalls bewerkstelligen können. Klar, mit der PASSAT hattest du schon Übung bekommen......aber trotzdem:thumbup:!



    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • ein wunderschöner Großsegler!

    Herzlichen Glückwunsch!


    Zu deinem Fazit und dem Thema Takellage, falls Du

    noch einen (Groß)segler in Angriff nehmen möchtest bitte einfach

    Kontakt per PN aufnehmen hätte da sicher etwas sehr interessantes für Dich.


    Gruß


    Jürgen

  • Moin,

    Gratulation zur Fertigstellung dieses wunderschönen Modells und

    Danke für diesen tollen Baubericht.

    Es lohnte sich immer hier vorbeizuschauen, als Ansporn für eigene Arbeiten.


    Gruß,

    Andreas

  • Moin Axel,


    als blutiger (Wieder-) Anfänger habe ich aus Deinem tollen Baubericht unglaublich viel lernen können. Dafür herzlichen Dank - und: ich bin tief beeindruckt von diesem wunderschönen Werk !


    Allerbest aus Norden,


    Eberhard

  • Moin Axel,

    Hut ab vor dieser grandiosen Leistung! Ich habe immer mal wieder in den Bericht reingeschaut und war immer begeistert von der Akribie, die Du aufgewandt hast.

    Ich weiß schon, warum ich bei maschinengetriebenen Fahrzeugen bleibe...;)


    Beste Grüße und gute Erholung

    Fiete

  • Hallo Axel

    Respekt, Respekt. Hut ab und eine tiefe Verbeugung.

    Bin ein Fan von alten Segelschiffen. Traue mich aber mit meinen bescheidenen Fähigkeiten noch nicht ran.

    Muß noch viel üben, üben,üben...

    Gruß Peter

    Papier ist geduldig, ich werde es auch noch lernen