Torpedoboot TIGER (Lehrmittelinstitut) im Maßstab 1:250 (fertig)

  • Ahoi Freunde,


    eigentlich ist ja das ganze Jahr über Kartonmodell-Bau-Zeit. Aber gerade der November mit seinen vielen regnerischen und trüben Tagen verleitet
    zum Griff zur Schere und zum Cutter. Deshalb entschied ich mich heute in den frühen Morgenstunden dazu, einen sehr alten Bogen des
    Lehrmittelinstitus anzuschneiden.


    Es handelt sich hierbei um das Torpedoboot TIGER der ehemaligen Reichs- und Kriegsmarine. Das Boot gehörte der Raubtierklasse an, lief am 15.März 1928
    zusammen mit den Schwesterschiffen Jaguar, Leopard und Luchs auf der Marinewerft in Wilhelmshaven vom Stapel.


    Was ich bisher auch nicht wusste: Das Schiff kollidierte am 27. August 1939 um 3.15 Uhr mit dem Zerstörer Max Schultz südöstlich von Bornholm und sank
    innerhalb weniger Minuten. Zwei Besatzungsmitglieder verloren dabei ihr Leben.


    Das Schiff habe ich letztes Jahr mit vielen anderen Wilhelmshavener Modellbaubögen von einem Sammler gekauft, der die Bögen so zerschnitten hat,
    dass sie bequem in DIN A 4 Klarsichthüllen passten (siehe Foto 1 und 2). Da ich die Modelle so nach und nach bauen wollte, war es mir egal. Hauptsache
    alle Bauteile sind vorhanden.


    Und schon geht es los. Grundplatte, Mittelträger, Spanten, Haupt- und Backdeck sowie die Bordwände waren rasch ausgeschnitten und zusammengebaut.
    Ich werde das Schiff übrigens so bauen, wie der Konstrukteur es vorgesehen hat: Ohne Verstärkungen, ohne Verbesserungen. Einzig auf Kantenfärbung
    werde ich achten sowie Klebelaschen abschneiden und nicht verwenden.


    Anbei der Bauzustand bis jetzt. Auf dem letzten Foto sieht man das Torpedoboot im Vergleich zu dem gestern fertiggestellten Bulker GLORY AMSTERDAM
    im Maßstab 1:1250.



    Gruß
    Jo

  • Moin Jo,
    den Original A2 Bogen besitze ich auch noch. Er gehört ja zu den ersten Neubert-Modellen, die deutlich detaillierter (zumindest für damalige Verhältnisse) konstruiert worden sind. Viel Spaß beim Bau dieses Modells!
    Gruß aus Flensburg
    Jochen

  • Ahoi Jochen,


    ja, die Detailtiefe war für damalige Verhältnisse wirklich sehr gut.


    Die Aufbauwände auf dem Hauptdeck sowie das Aufbaudeck (so wird es in der Bauanleitung bezeichnet) sind fertig.


    Ich liebe die Patina dieses alten Bogens. Und wenn man dran riecht, dann fühlt man sich 50 Jahre zurückversetzt ^^


    Das Qualitätsmerkmal "Wilhelmshavener Modell" mit der Möwe ist auch deutlich zu erkennen.



    Gruß
    Jo

  • Moin, moin Jo,


    ja, der alte LI-Bogen des Torpedobootes in DIN A2 macht immer noch etwas her :thumbup: ! Im Vergleich zum späteren "Nachdruck" des Jade-Verlags sind die Farben etwas "verwaschener". Beim späteren Druck vom Jade-Verlag ist mir das Hauptdeck zu dunkel und das Gelb der Flöße zu grell...war aber eben so....
    Vom alten LI-Bogen habe ich noch 2 Stück - einer wird gebaut......irgend wann einmal.....davor aber noch das Geleitboot Typ 55 (Kl. 120), das du mir einmal überlassen hast....Ehrensache....


    Gruß aus Neukloster
    HaJo


    PS: Gestern ging es beim Walfangboot anläßlich unseres 5. Rostocker Kartonmodellbauer-Treffens marginal weiter: Notruderstand achtern und Kompasssäule auf dem Peildeck....deutlich langsamer als eine Schildkröte ernährt sich das Eichhörnchen.... :D !

    Exercitatio artem parat!

  • Ahoi HaJo,


    ich freue mich auf das Geleitboot Typ 55 ^^



    Ahoi Freunde,


    der Bugbereich sowie der Brückenaufbau sind fertig.


    Aufgrund des doch relativ dicken Papiers habe ich den Karton der Dopplungen vorher gehäutet.


    Das Modell ist nicht einfach zu bauen, obwohl es konstruktiv schon fast 50 Jahre alt ist.




    Gruß
    Jo

  • Hallo,
    nicht nur der Bogen hat mir damals vor Jahrzehnten gefallen sondern auch die Bauanleitung mit den großen Fotos. Da konnte man in Großfotos sehen wie das Modell wirkte.
    Viel Erfolg .
    Ulrich

  • Hallo Jo,


    den Bogen habe ich als Jugendlicher auch mehrmals verbaut, Ein sehr schönes Modell, reichlich Details, aber trotzdem in einer Woche gut zu schaffen, wenn man sich reinhängte.


    Zaphod

  • Ahoi Ulrich,


    das große Foto mit den Bezifferungen der Bauteile hilft beim Bau sehr.


    Ahoi Zaphod,


    früher hieß die Devise bei mir: Quantität vor Qualität. Ich wollte möglichst viele kampfkräftige Schiffe innerhalb kurzer Zeit.
    Daher habe ich damals auf diese "unnötigen" "W"-Teile (wahlweise) verzichtet. Die behinderten nur einen zügigen
    Aufbau der eigenen Flotte :D



    Ahoi Freunde,


    nun sind alle drei 10,5-cm Geschütze an Bord.



    Gruß
    Jo

  • früher hieß die Devise bei mir: Quantität vor Qualität. Ich wollte möglichst viele kampfkräftige Schiffe innerhalb kurzer Zeit.
    Daher habe ich damals auf diese "unnötigen" "W"-Teile (wahlweise) verzichtet. Die behinderten nur einen zügigen
    Aufbau der eigenen Flotte


    Moin Jo,
    das kommt mir doch irgendwie bekannt vor. Man hat mit Freunden konkurriert und aufgerüstet :D !
    Gruß
    Jochen

  • Hallo Jo,


    ging mir genauso, von den Wolfs hatte ich am Ende alle 6 und hab immer darauf gehofft, dass die andere Klasse noch kommen würde.


    Zaphod

  • Moin, moin Jo,


    die Farbgebung des alten LI-Bogens finde ich viel besser :thumbup: . Vor allen Dingen sieht das Oberdeck viel strukturierter aus, als das der späteren Neuauflage des Jade-Verlags. Schwarz auf dunkelgrau bei der Neuauflage verläuft zu sehr ineinander.
    Übrigens....man sieht, dass der Bogen schon eine ganze Reihe von Jahrzehnten auf dem Buckel hat......er hat achtern an Stb.-Seite und auf dem Oberdeck im Heckbereich schon Rost angesetzt :thumbsup: - wie in echt!


    Gruß
    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Ahoi HaJo,


    ja, am achteren Ende des Schiffes hat sich ein bißchen Rost angesetzt :D


    Ich bin weitergekommen. Folgende Baugruppen sind an Bord:


    - 2 Schornsteine
    - 3 Tautrommeln
    - Lagerungen der Beiboote
    - 4 x 20 mm Flak
    - 1 Torpedorohrsatz


    Es macht einen Heidenspaß, diesen alten Bogen mit seinem sehr dicken Karton zu bauen. Durch Spalten des Kartons
    erreiche ich bei Dopplungen eine annehmbare Stärke. Bei Rundungen feuchte ich den Karton an und er butterweich ^^



    Gruß
    Jo

  • Moin, moin Jo,


    ja....das Teil gefällt :thumbup: ! Mir ist auch schon aufgefallen, dass die Stärke des alten Kartons des LI dicker war als der spätere Karton des Jade-Verlags. Auch ist er in seinen Fasern etwas gröber/rauher, die Farben etwas verwaschener. Durch den Alterungsprozeß des Kartons über die Jahrzehnte (!) verliert er an Elastizität und wird damit auch brüchiger - Spalten und anfeuchten beim Runden ist da das Mittel der ersten Wahl.


    Die Rohre der 2 cm-Flak sind ja etwas dünn geraten im Vergleich zur Lafette - da hast du wohl "G3-Rohre" verbaut...... ^^...
    Irgendwo bei mir im Regal, steht mein JAGUAR.....Baujahr Anfang 1974......ohne Poller......die hielten nur auf..... 8o !


    Gruß
    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Ahoi HaJo,


    ja Du hast Recht. Meine für die 20 mm Flak verwendeten Borsten meines Handfegers wirken etwas unterdimensioniert.


    Da muss ich wohl noch Hand anlegen :D



    Gruß
    Jo

    Meine bisher gebauten Modelle sind hier abgelichtet :)

  • Ahoi Freunde,


    es geht zum Endspurt über. Der Kutter, die Jolle sowie die restlichen Poller sind an Bord.
    Die 20 mm Fla-Geschütze haben ein dickeres Rohr bekommen. Nicht optimal, aber für mich reichts :D



    Gruß
    Jo

  • Ahoi Ulrich,


    jeder hat da bestimmt seine eigene Wahrnehmung.


    Ich kann nur sagen, dass ich die Geschützrohre der 10,5 cm Geschütze des Torpedobootes
    nur mit Befeuchtung des dicken Kartons oder durch Häutung in diese runde Form mit 1 mm
    Durchsmesser hinbekomme.



    Gruß
    Jo

    Meine bisher gebauten Modelle sind hier abgelichtet :)

  • Moin, moin Ulrich und Jo,


    Ulrich, die heutige Verarbeitbarkeit des alten LI-Kartons ist sicherlich auch davon abhängig, wie die Bögen in den letzten 50-60 Jahren (LI bis 1967) gelagert wurden. Meistens war das bestimmt nicht immer optimal.


    Jo, jetzt flutschen die 20mm-Patronen nur so durch - sieht jetzt stimmig aus und passt zum Modell :thumbup: !


    Gruß
    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Hallo,


    die alten WHVler haben immer noch ihren eigenen Charme, auch wenn sie nicht "aufgemotzt" wurden!


    Es ist schön einen so sauber gebauten "Oldtimer" des Kartonmodellbaus wieder mal zu sehen!

    Viele Grüße


    Hans-Jürgen
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    Früher oder später, aber gewiss immer wird sich die Natur an allem Tun der Menschen rächen, das wider sie selbst ist. (Johann Heinrich Pestalozzi -1746 - 1827)

  • Ahoi Freunde,


    gestern beim Werkstatttreffen in Bremen habe ich die Takelage des Torpedobootes fertiggestellt.


    Damit ist dauch das Modell fertig.


    Das letzte Bild zeigt das Torpedoboot TIGER und das Schnellboot JAGUAR.
    Zwischen den Indienststellungen der beiden Schiffe/Boote liegen genau 30 Jahre.


    Das Schnellboot besitzt ein grünes Deck, dies bedeutet, dass es sich um eines der frühen
    Lehrmittelinstitut-Modelle handelt. Das Deck wurde später dunkelgrau eingefärbt.



    Gruß
    Jo

  • Moin Jo,
    sehr schön, der alte Zossen. An die grünen S-Bootdecks erinnere ich mich auch noch. Die Farbe wurde aber sehr schnell geändert, Ich habe noch einen (zerschnittenen) A2-Druck liegen, dem ein Boot fehlt, aber schon mit der dunklen Decksfarbe. Weiß jemand, ob die Boote wirklich mal ein grünes Deck hatten?
    Gruß aus Flensburg
    Jochen

  • Moin Jo!
    Schönes Modell und schön gebaut.
    Das war 1979 mein erstes Kartonmodell (im Urlaub auf Borkum gkauft). Ich habe es damals versemmelt und mit einem Schulfreund in einer Pfütze der nahegelegenen Baustelle mit Hilfe von Silvesterkrachern versenkt.
    Gruß
    Eberhard

    Glückwunsch zum Klassenerhalt an den KSC und den HSV! Beiden blieb die Relegation erspart.


    In der Werft: Kombifrachter Schwan (HMV/Piet/1. Auflage), Kanonenboot Panther (HMV/Wiekowski/1. Auflage), SdKfz 222 (GPM), KNM Thor Heyerdahl (ecardmodels.com), V1102 Lützow (Mannheimer Modellbaubogen), Räumboot R49 (GK-Verlag), Schlepper Bremerhaven (Passat-Verlag) - wieso wird diese Liste nicht endlich kürzer?

  • Ahoi Jochen,


    zu Deiner Frage:


    "Weiß jemand, ob die (Schnell-)Boote wirklich mal ein grünes Deck hatten?"


    habe ich zwar keine Erkenntnisse ;( , aber ich denke, dass diese Boot NICHT über ein grünes Deck verfügten.
    Da die Bögen (die ja noch die Bezeichnung Schnellboot Typ 55 trugen) vor der Indienststellung der Schnellboote
    konstruiert wurden, hat man vermutlich angenommen, dass die Boote über ein grünes Deck verfügen würden.


    Später hat man dann gesehen, dass die Decks der Boote dunkelgrau gestrichen waren und hat die Bögen entsprechend
    angepasst.


    Ähnlich war es bei den Modellbaubögen der "Schnellen Minensuchboote", die auf dem Hauptdeck im achteren Bereich
    über zwei Kreise als Zugang zu den Voith-Schneider-Propellern verfügten. Nachdem die Boote in Dienst gestellt
    wurden stellte man fest, dass sie über normale Propellerantriebe verfügten und die beiden Kreise wurden bei späteren
    Versionen der Modellbaubögen gelöscht.




    Gruß
    Jo

    Meine bisher gebauten Modelle sind hier abgelichtet :)