Trampfrachter AUDENTIA vom Lehrmittelinstitut Wilhelmshaven, 1:250

  • Hallo, da ich diesen Winter kaum zum Basteln gekommen bin, habe ich mir einen offensichtlichen Uraltbogen vom WHV gegriffen, der nur aus 37 Teilen besteht. Die AUDENTIA, ein Kümo von der Unterweser-Werft mit Bj. 1954 (jau, ich bin immerhin 4 Jahre älter), ist im Internet nicht auffindbar und daher entweder verschrottet oder irgendwo in fremden Ozeanen als Rostlaube anonym unterwegs.
    Anfangs versuchte ich aufgrund des filigranen, flachen Freibords der Ladezone das Spantengerüst mit Kartonverdoppelung stabiler zu machen und damit gegen Verziehen zu schützen (Bild 1). Es hat einigermaßen geholfen, war aber nach längerer Baupause nicht wirklich plan. Na, egal, jetzt fielen alle Hemmungen und ich klebte locker wie als 12jähriger den Rumpf zusammen, da ich gedacht habe, "supern" ist mal heuer nicht (Bild 2). Auf Bilde 3 ist die Ansicht des Backdecks und der Poop zu sehen.
    Weiter im Schluderjahn-Bericht später.


    Gruß Jupp

  • Moin, moin Jupp,


    ja....ein echter Whv`ner Klassiker :thumbup: ! Immer noch ein schönes Modell die AUDENTIA, zusammen mit der CIANDRA aus den Anfangsjahren! Diese Team wurde später durch die ANTILOPE und ANNELIESE OLTMANN ersetzt.


    Eine kleine Geschichte zu meinem erstem Modell der AUDENTIA......achtern am Heck war es etwas knapp geworden oder ich hatte nach dem Motto "Dreimal abgeschnitten, noch zu kurz" einen kleinen Spalt über behalten. Computer, Scan usw. gab es noch lange nicht, 80 Pfennig für einen neuen Bogen waren auch nicht da, Tonpapier war mir unbekannt....
    Lösung: aus einem "Lurchi"-Heft (Salamander-Schuhe) wurde von der Rückseite ein schmaler Streifen genommen, der Farbton kam so ungefähr hin und der Spalt wurde geschlossen. Mit ein paar Superungen kommt da übrigens ein prima Modell heraus. Allerdings mit wenig konstruktiver stabiler Substanz mittschiffs, es empfielt sich eine deutliche Verstärkung des Mittelträgers......sonst droht eine grüne Banane.... :D ....


    Gruß von der Ostsee
    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Moin HaJo,


    ja, es geht doch nichts über die Fähigkeiten der Küstenbewohner zur Improvisation! Super Idee, die auch von mir stets ersehnten "Lurchi"-Hefte zu benutzen. Ich war allein aus diesem Grund zu bewegen, meine Mutter zum Schuhe-Kauf zu begleiten. Im Übrigen ist das tatsächlich (auch hinsichtlich der Bescheidenheit mit dem Ergebnis) ein netter Trip in die Vergangenheit der frühen Sechziger für mich. Mal sehen, wie's weitergeht.


    Gruß aus Bremen,
    Jupp

  • Nun ja, im gelegentlichen Halbstundenrhythmus geht's dann ein wenig voran, das Achterschiff bekommt Aufbau und Rettung. Die Bilder 5 und 6 zeigen, dass ich zur Zeit so arbeite wie mit 12 Jahren, ungeduldig, unsauber und ohne Supern. Was ich noch erinnerte, ist, dass die Fingerchen eines 12jährigen immerhin feiner und feinmotorisch besser agieren konnten als die schon halbsteifen Seniorenklauen. Die winzigen Teile sind für mich inzwischen nur noch mit Pinzetten handhabbar. Aber ich glaube, die Audentia wird nicht besser, aber auch nicht schlechter werden als meine WHV-Schiffe von anno 62.


    bis zu den nächsten Bildern (bis Teil 28 bin ich ja schon gekommen :S )
    Grüße, Jupp

  • Hallo,
    Hans Joachim Posting 2: Meine Audentia liegt noch immer plan und gerade auf ihrer Grundplatte und das nach über vierzig Jahren. Von Verstärkung der Bauteil war damlas noch nicht die Rede.
    Aber schön ist es, dass ein "Arbeitspferd der Meere" hier zur Schau gestellt wird.
    Ulrich

  • Moin,


    ich kann Ulrich nur zustimmen, meine AUDENTIA - gebaut Anfang der 60er-Jahre - liegt absolut plan. Sie steht im Glasschrank allerdings ganz hinten, weil sie beim letzten Umzug im Bereich Masten/Takelung Schaden genommen hat. Habe mir daraufhin den Bogen nochmal besorgt, aber ob er je angeschnitten werden wird???


    Freut mich auf jeden Fall, den Bau dieses kleinen Modells zu begleiten.


    Viele Grüße


    Michael K.

  • Hallo,


    ich kann Ulrich und Michael nur zustimmen.


    Nicht nur meine Audentia sondern auch alle anderen WHV-Schiffe, die teilweise schon Jahrzehnte auf dem Buckel haben, liegen absolut plan.

    Viele Grüße


    Hans-Jürgen
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    Früher oder später, aber gewiss immer wird sich die Natur an allem Tun der Menschen rächen, das wider sie selbst ist. (Johann Heinrich Pestalozzi -1746 - 1827)

  • Moin,
    ich habe nun das Mitteldeck in der Mache und dabei doch ein paar Verbesserungen eingebracht. Zu den Ladeluken gibt's nicht weiter zu sagen, das Maschinenhaus dazwischen hat ein Deck mit vier Stützen, darauf Wischen, Ladebaumstützen und Mast (Bild 7). Die Decksstützen erschienen mir so filigran (einfach Karton im 90°-Winkel ?( ), dass ich sie von der Innenseite mit einem schmalen 1mm-Kartonstreifen gestützt habe ;) . Das hat sich bei der Montage der auf dem Deck befindlichen Wischen und Stützen bewährt, da das ganze Deck gegen Druck im Eckbereich stabil bleibt. In die Winschen habe ich von innen grauen Zwirn eingeführt und festgeklebt (Bild 8), da ich vorhabe, den Winschendraht auch zu den Ladebäumen zu führen. Im Foto auf dem Baubogen ist das offensichtlich nicht passiert. Den Zentralmast mit Träger für die Ladebaumlager kann man so machen wie vorgesehen, ist aber Fummelkram.
    Jetzt fehlen nur noch die Masten, Lüfter, Ankerspill, Treppen und die Takelung (der Sichtkorb auf dem Zentralmast natürlich auch).
    Bis dahin,
    Jupp

  • Moin,
    so wie der Erfinder des künstlichen Harnstoffs (F.W.Wöhler) zur Veröffentlichung schrieb, er könne sozusagen sein "chemisches Wasser" nicht halten, so drängt es mich, die (leider unscharf geratenen Bilder 9 und 10) von der selbst gemachten Ladebaumverstagung und der Drahtführung zu den Winschen zu veröffentlichen. Unter den obersten Mastkorb habe ich zu diesem Zweck zwei kleine geknickte Kartonstreifen zu einem nach unten ragendem Dreieck auf jeder Seite geklebt. Durch die dreieckigen Hohlräume habe ich den Zwirn hindurch genadelt, der dann nach Abtrocknen der Klebestellen der Ladebäume an deren Spitzen stramm genug verklebt werden konnte. Da hat mich mal wieder der Teufel geritten wie einst bei meiner Gorch Fock :S . Vielleicht war ich im früheren Leben mal Takler.
    Beim letzten Fertigstellungbericht werden die Fotos bei Sonne hoffentlich klar und deutlich.
    Bis denn,
    Jupp

  • Moin, moin Jupp,


    so eine bonfortionöse Takelung :thumbup: hat meine Audentia nicht. Da bekomme ich richtig Lust, das Teil ein bißchen gesupert noch einmal zu bauen...das wäre dann Nr. 3 in meiner Kartonbauer-Karriere.... :D ...Nr. 1 ist aber schon lange Ende der 60er gesprengt worden 8o ....Nr. 2 steht im Regal......


    Gruß nach Bremen
    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Moin HaJo, besonders deine Bemerkung gesprengt gefällt mir, da meine ganzen alten Modelle aus der Jugendzeit diesen Weg gegangen sind.


    Gruß aus Bremen,
    Jupp

  • Na, endlich haben noch einige halbe Stündchen gereicht, um die AUDENTIA zu vollenden (zumindest nach meinem Gusto). Die Takelung ist verändert gegenüber dem Originalmodell-Bild auf dem Baubogen, aber auch dort war mir nicht in jedem fall die Funktion klar geworden. Möglicherweise könnte die Doppelstagung zwischen beiden Masten etwas mit dem damaligen Funkempfang zu tun haben.
    Viel Spass an den Bildern,
    Jupp

  • Moin Jupp,


    die Audentia in stürmischer See mit vielen weißen Schaumkronen :D


    Ein hübsches Modell!


    Beste Grüße,


    Manfred

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.