Conny-Mania , Rudel-Massen-Gruppen-Baubericht der LOCKHEED CONSTELLATION

  • ....im Jahr 1956 war es in der Schweiz ein Ereignis, wenn die elegante Superconstellation mal in Basel eine Zwischenlandung machte.


    Heute kaum noch vorstellbar, wie sehr der internationale Flugverkehr damals so aufregend war....


    Gruß Hadu


    P.S...die Franzosen hattens damals schon so mit den Streiks...

  • Moin zusammen,


    tja, da ist der Geburtstag der Connie gewesen - am 9.1.1943 hob der Traumnvogel zum ersten mal ab.


    Noch in den damaligen Tarnfarben, aber unverkennbar in Form und Leitwerk. Zum Glück ging der Krieg dann zu Ende, und der grosse Juan Trippe hat sie dann gleich als Liner eingesetzt...


    Gruß Hadu

  • Moin zusammen,


    es gab schon länger nichts mehr aus der Connie-Szene zu vermelden. Scheinbar ist alles der Hysterie wegen Corona erlegen. Scheinbar. Aber es passieren doch nette Dinge! Die Südafrikaner haben ihre Superconnie unter ein stabiles Schutzdach gestellt, wo sie gut aufgehoben ist und die Feinarbeiten an den Motoren und der Inneneinrichtung weitergehen.


    Feinarbeiten sind auch mal Gedanken über den Betrieb der Schönheit. Kalte Füsse und ein heisser Kopf oder umgekehrt? Was modernen Flugreisenden völlige Gewohnheit ist, stellt in der Realität ein komplexes Regulierungssystem für Druck und Temperatur dar. Vor allem ist die Klimatisierung so eine Sache....Aussen sinds so runde 40 Grad minus, wenn die Sonne auf den Alu-Pelz brennt wirds schnell heiss....wenn der Vogel sinkt oder steigt fahren die Temperaturen Achterbahn und der Kabinendruck muss geregelt werden. Die Zähmung der 4 mächtigen Turbocompounds, der komplexen Treibstoffanlage und eben der Klimatisierung ist Sache des Bordingenieurs. Dieser sitzt vor einem gut gefüllten "Uhrenladen" und ist ziemlich beschäftigt, weil die Klimaanlage per Hand eingestellt werden muss.


    Selbige befindet sich am Arbeitsplatz von "Scotty" rechts unten auf einem Panel, sozusagen immer im Augenwinkel des Ingenieurs gut erreichbar. Bild 1 zeigt den Ort des Panels, und Bild 2 das Panel selbst.

    Und dann das Grinsen beim Anblick der Beschriftung...französisch! Aha, ein Panel einer Air France-Maschine! Denn die sind die einzigen Connies, die ihre Uhren in ihrer Landessprche beschriftet bekamen (kanadische und belgische Connies waren englisch beschriftet, wurde mir mitgeteilt), da ja bekanntlicherweise unsere Nachbarn ein recht -ähm- nationalbewegtes Verhältnis zu ihrer Sprache haben.


    Also von wegen Heizung an-aus....es ist schon eine gewisse Wissenschaft dahinter, damit Piloteure und Passagiere sich an Bord wohlig fühlen.


    Und warum ich da so ein Gewese drum mache? Nunja, meine Karton-Connie ist ja in ihrer Legende ursprünglich für die Air France bestellt worden...was ein solches Panel ja sozusagen rechtfertigt.

    Und dieses wesentliche Bauteil einer Superconnie ist nun auf -wie üblich- etwas absurde Weise in meinen Besitz gelangt!


    Wenn ich in besseren Zeiten wieder auf Ausstellungen gehe, werde ich das Ganze wohl als Deko mitnehmen - mal sehen, ob die Beleuchtung (21 Volt!) wieder zu aktivieren ist.


    Und wer weiss, vielleicht werde ich das Panel mal bei Gelegenheit einer der noch "lebenden" Connies spenden...


    Gruß

    Hadu

  • P.S....es stellt sich die Frage, ob unter den französisch beschrifteten Platten die originale Beschriftung vorhanden ist. Und damit kommen wir zur Innenbemalung der Connies... grau? Ja, ok. Tannengrün? Möglich....Quätschgrün im russischen Stil? Auch vorhanden in der New Yorker TWA.... Etwas eigenartig....Kundenwunsch-Bemalung? Wahrscheinlich...

  • Moin zusammen,


    Copacabana....Traumziel des 50er-Jahre-Deutschen?


    Hier dient eine Super-G der Lufthansa als Kulisse für einen arg schlappen Schlager in Twist-Manier. Witzig sind die arg verklemmt dahinzappelnden Damen, denen das sichtlich peinlich ist auf der Gangway und den Flächen - wohlgemerkt dort mit den Nylons brav ohne Schuhe auf dem edlen Blech...



    Gruß

    Hadu

    Vielleicht kommt der Tag, an dem mehr Leute checken, dass Idiotie nicht links oder rechts ist, sondern in erster Linie daher rührt, dass jemand ein Idiot ist! (M. Tegge)




    www.modell-und-geschichte.jimdo.com


    Mitglied der Luft'46-Gang

  • ...so, das gute Stück ist intakt. Schaut toll aus! Jetzt fehlt noch der Rest der Superconnie...wird sich schon finden...


    Gruß

    Hadu

  • Moin zusammen,


    trotz des laufenden Umzugs finden sich gewisse Kleinigkeiten immer wieder.


    Als die Jets kamen, war die Connie ja "erledigt"... Aber Turboprops blieben noch bis heute gefragt. Auch die Superconnie wurde ja mit Turboprops erprobt, und das sehr erfolgreich.

    In allen Veröffentlichungen heisst es, das wäre eine vom Militär gewollte Variante, die wieder zurückgebaut wurde.


    Nun, das stimmt so nicht. Damals wurde auch von zivilen Fluggesellschaften die Aufrüstung mit Turbos angekündigt und beworben.


    Die KLM hat das deutlich getan, und in einem Gespräch wurde mir gesagt, daß die im Verbrauch günstigeren und sehr beliebten Superconnies noch lange im Dienst gewesen wären, denn nach dem COMET-Desaster und den garnicht so sehr beliebten und im Unterhalt wesentlich teuereren 707 als Massenschaukeln wollten zumindest europäische Gesellschaften die Connie behalten.


    Es gibt sogar Hinweise darauf, daß Lockheed von "oben" gedrängt wurde, die Connie aufzugeben oder auf lukrative US-Regierungsaufträge zu verzichten.

    Letztendlich wurde Lockheed nach der L-1011-Problematik aus dem zivilen Markt rausgeekelt, um den "Staatskonzern" Boeing zu stützen, ähnlich wie Douglas, das mit DC 8 und DC 9 die besseren Flugzeuge hatte...naja...Lockheed tat sich mit Martin-Marietta zusammen und blieb im Militärbereich und rettete sich durch das Raketenprogramm...



    Gruß

    Hadu


    PS- ...so gings auch Convair....

  • Moin zusammen,


    es gab vor einer Weile ein Bild, sozusagen das Treffen der Generationen, das die Gemüter in den Connie-Foren beschäftigt hat. Eine BA-Concorde Nase an Nase mit einer TWA-Connie. Ein Symbol für die technische rasende Entwicklung. Heute ist es sehr nostalgisch, ne Connie und ne Concorde. Beide längst Vergangenheit, wobei die Connie noch fliegt. Seufz...


    Gruß

    Hadu



    P.S. ...das ist sicherlich eine gute Photoshop-Arbeit, in freier Wildbahn wären sich die Ladies nie begegnet...

  • Ein kleiner Beitrag von mir zur Conny Mania


    Die Bilder vom Cockpit habe ich 2003 in der Conny, die in Hermeskeil steht, gemacht. Eine Glasscheibe hielt uns Besucher daraus und hat auf den Bildern die Reflexe verursacht.

    Das Panel des Bordingenieurs sieht hier deutlich anders aus.


     


    Ich hoffe, die Bilder zum Vergleich gefallen.

    Wer klebt, der lebt!


    Viele Grüße

    Hans

    Edited once, last by Hans21 ().

  • Moin zusammen,


    Hans, was meinst Du? Das Panel von mir ist rechts vom von Dir gezeigten Motorkontroll-Panel an der Cockpit-Rückwand. Auf dem Foto in #565 gut zu sehen.


    Gruß

    Hadu

    Vielleicht kommt der Tag, an dem mehr Leute checken, dass Idiotie nicht links oder rechts ist, sondern in erster Linie daher rührt, dass jemand ein Idiot ist! (M. Tegge)




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    Mitglied der Luft'46-Gang

  • Sorry, dass das an der Cockpit Rückwand sitzt, hatte ich nicht richtig verstanden.


    Ich habe mir das jetzt noch mal genauer angesehen. Auch die Instrumentierung.


    Höhenmesser und Vario sowie Cabin pressure machen da ja durchaus Sinn.


    Überaschenderweise ist da ja auch ein Kreuzzeiger Instrument auf dem Panel mit drauf. Das kenne ich sonst nur zu Navigationszwecken (VOR/ILS). So wie es auf dem Hauptpanel jeweils vor den Piloten sitzt.

    Wozu das wohl da diente? Einen OBS Knopf und einen Bearing Ring der zu Navi Zwecken dazu gehörte, kann ich nicht entdecken. Aber ohne den macht es zu Navi Zwecken keinen Sinn.


    Ob die was anders damit dargestellt haben?


    Bei den von mir geposteten Bildern ist mir auch ein Fehler aufgefallen. Am Arbeitsplatz des Kapitäns ist links oben der Fahrtmesser durch ein zweites Vario ersetzt worden, während es am Panel des FO noch der Original Fahrtmesser zu sein scheint.

    Wer klebt, der lebt!


    Viele Grüße

    Hans

    Edited once, last by Hans21 ().

  • Moin zusammen,


    ...über das Instrument hab ich mich auch schon Gedanken gemacht. Da es die Anzeigefarben blau/gelb hat, denke ich, es geht um die Abstimmung des Innendrucks zur Höhe...oder so...vielleicht... Au Mann!


    Hier mal was andres... Ich liebe es ja, wenn riesengrosse Flugzeuge von kleinen Schleppern durch die Gegend geschubst werden, aber ein Bild mit nem Unimog ist schon was selteneres im Bereich Zivilfliegerei.


    Ansonsten bahnt sich nach dem Umzug so langsam die Wiederinbetriebnahme meines Flughäfchens an, und eine der ersten Taten wird die Wartung von Mrs. Robinson sein. Die Kehlbleche haben mir zu grosse Spaltmasse, und das Licht am Bugfahrwerk will nicht. Und dann kommt endlich die Umstellung der Elektrik auf Fernsteuerung, die zig Mikrotaster unterm Bauch fallen weg, es gibt eine gute, einfache Lösung aus dem Bereich ferngesteuerter Relaistechnik. Aber das später, wenn die Werft wieder ganz arbeitsfähig ist...


    Gruß

    Hadu

  • hmmm, HaJo, das war auch mein erster Gedanke. Aber dann hab ich das Ganze sehr hoch vergrössert... Der Kühlergrill ist schwarz lackiert, das Nummernschild sieht nicht sehr nach BuWe aus. Das Lastenklasse-Schild fehlt auch, ich tippe eher auf zivile Nutzer.

    Dazu kommt, daß im Hintergrund eine DC-3 mit ziviler US-Kennung steht, das Logo ist ein früher PAA-Flügel. Frühe Unimogs habe ich in Belgien und NL auf Airports schon gesehen. Ob das vielleicht Tempelhof ist? Keine Ahnung.


    Interessant ist auch, daß der Unimog auf der Hinterachse doppelte Bereifung hat.



    Gruß

    Hadu

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  • Moin zusammen,


    so, ichhabs getan. Einen Tag vor Schliessung zur Winterpause bin ich nach Hermeskeil aufgebrochen um die dortige Superconnie zu besuchen. Es handelt sich um die Maschine, mit der Kanzler Adenauer nach Moskau flog, und die letzten Kriegsgefangenen losgeeist hat.

    Der Vogel hat noch die kurze Schnute ohne Wetterradar und ist ansonten in einem etwas mitgenommenen Zustand. Das Glas der Scheiben ist angelaufen und teils gesprungen, sowas kommt vom UV-Licht und auch ansonsten hat der dauernde Aufenthalt seinen Tribut gefordert. Das Flugmuseum ist allerdings eine Reise wert, wo bekommt man eine Connie, VC10 und ne Comet life und in Farbe zum anfassen zu sehen! Leider war das Wetter scheusslich, Schauer und Wind, die Fotos kaum präsentabel, aber - MANN sind die Flieger in echt riesengross!!!



    Gruß

    Hadu

  • Moin, moin Hadu,


    zwischen der Connie und der Comet liegt ja genau die technische Grenze zwischen Turboprop- und Strahlantrieb.......das war noch kurz vor meiner Zeit.....^^!


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Der kleine Renne hat die Connies im Landeanflug nach Schwechat schon in den späten 1950ern beobachten dürfen.

    Könnt ihr Euch vorstellen, wie ein 4 jähriger, lispelnder (zuzelnder) Junge den Namen "Super Constellation" ausgesprochen hat? Die feuchten Konsonanten sind fett hervorgehoben.:)

    ....es ist 5 vor 33

    Demokratie ist alternativlos!

    "sei a Mensch"

  • Moin zusammen,


    hier ein schönes Vid aus Australien, dem besseren Land für historische Flugzeuge:


    Warum der trübsinnige Tonfall? Ganz einfach - die schweizerische BAZL, die Aufsichtsbehörde für die zivile Luftfahrt setzt ihren Krieg gegen die historischen Flugzeuge fort.


    Nachdem sich herausgestellt hat, daß der schreckliche Absturz der Ju 52 aufgrund eines reinen Pilotenfehlers passierte und nicht an der Flugzeugtechnik lag, glaubten alle, daß es wieder nach entsprechenden Sicherheitsüberprüfungen weitergehen würde.


    Weit gefehlt! Um den Betrieb grösserer Maschinen wie Ju 52, DC-3 und vor allem der Superconnie abzuwürgen haben diese (--------------piiieeep--------------) eine neue Verordnung auf den Weg geschickt, die JEDEM historischen Flugzeug den Flug mit mehr als 9 Personen inkl. Besatzung untersagt. D.h. mit bei Ju und Dakota je Flug 7 zahlenden Passagieren, bei einer Superconnie nur 6 Fluggästen wäre ein wirtschaftlicher Betrieb von vorneherein ausgeschlossen, die SCFA-Connie hatte 36 Passagierplätze.


    Ich kann nicht so schnell essen, wie ich kotzen muss.


    Sorry, wenn ich da emotional rumkomme, aber die ganze historische Fliegerszene ist stinkesauer. Damit ist die Wiederinbetriebnahme der Superconnie auch fraglich geworden, denn eine Verlängerung der Zulassung in der Schweiz hat somit keinen Sinn mehr, die Neuzulassung in einem anderen Land ist extrem aufwendig und teuer...


    Ich geh jetzt in den Garten und verbrenne mal ne schweizer Fahne oder so....grummel.


    Gruß

    Hadu

    Vielleicht kommt der Tag, an dem mehr Leute checken, dass Idiotie nicht links oder rechts ist, sondern in erster Linie daher rührt, dass jemand ein Idiot ist! (M. Tegge)




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    Mitglied der Luft'46-Gang

  • Moin zusammen,


    es gibt auch kleine, aber deutliche Hoffnungszeichen für die Superconnie in Europa!


    Die ablaufende Registrierung wurde von einer Firma "Immo Norse AG" erneuert.

    Das bedeuted, daß die Dame als Luftfahrzeug weiter registriert sein wird. Das macht man nur, wenn ein Flugbetrieb angestrebt wird....


    Gruß

    Hadu


    Besitzer und Halter

    Haupteigentümer Immo Norse AG

    Haupthalter Immo Norse AG

    Rebenweg 25 8132 Egg b. Zürich Switzerland
    Rechnungsadresse Immo Norse AG Rebenweg 25 8132 Egg b. Zürich Switzerland

    Vielleicht kommt der Tag, an dem mehr Leute checken, dass Idiotie nicht links oder rechts ist, sondern in erster Linie daher rührt, dass jemand ein Idiot ist! (M. Tegge)




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    Mitglied der Luft'46-Gang

  • Moin zusammen,


    Danke René!!!


    Ja, das war so ein kleines Weihnachts-Wunder.


    Es war die L 1049E der Trans Canada Airlines mit der Kennung CF-TGG, die da am 17. Dezember 1954 diesen kontrollierten Absturz machte.


    Der schlimme Pilotenfehler ist aus heutiger Sicht kaum verständlich, ebenso das nicht erfolgte Eingreifen des F.O., der den Fehler rechtzeitig bemerkte.


    Erklärbar wird es dadurch, daß damals die Hierarchie wesentlich strenger war als heute, und ein so junger F.O. einfach nicht den Mut hatte, sich gegen

    einen erfahrenen, älteren Captain zu stellen.


    Dazu kommt, daß die damalige Technik nicht die Warnsysteme heutiger Flugzeuge hatte... Heute würde im Cockpit ein wildes Geblinke ausbrechen, begleitet von heulenden Summern und der lauten durchdringenden Ansage "PULL UP - TERRAIN".


    Trotzdem ist das alles unglaublich gutgegangen, und -hier muss man den Captain loben- nicht zuletzt, weil er die Nase der Connie noch in allerletzter Sekunde reflexhaft hochbrachte.


    Gruß

    Hadu

  • Hallo Haduwolff,


    gibt es eigentlich auch eine Bibel ohne Connie-Bilder?

    Herzliche Grüße
    Gerald

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    I'm walking! @fats_domino