(Fertig) SHAOHSING CH'UAN - eine Chinesische Dschunke

  • So liebe Freunde der kartonverarbeitenden Kunst...
    Heute möchte ich Euch mein neues Projekt vorstellen. Das "SHAOHSING CH'UAN", eine Chinesische Dschunke.
    Seit einiger Zeit besitze ich einen Sonderdruck von "das Logbuch" über diesen Schiffstyp, den man in der kartonalen Welt eher selten antrifft.
    Dieses besagte Buch, geht nicht nur vorzüglich auf den historischen Werdegang ein - nein, es weiß auch mit einem detaillierten Bauplan zu begeistern.
    Dieses beschriebene Boot gilt es ab nun in ein Kartonmodell umzusetzen.
    Wohl an!
    Zunächst aber möchte ich Euch das Buch und die darin enthaltenen Zeichnungen vorstellen.
    Gruß, Euer Renee

  • Hallo Reinhard!


    Schon wieder ein Exot.
    Ich freue mich den Werdegeng mit erleben zu dürfen.
    Wird sehr wahrscheinlich wieder ein Meisterwerk.


    Gruß Hape

    Edited once, last by MASH ().

  • Hallo Renee,


    in welchem Maßstab wirst du tätig? Es gibt übrigens von Scaldis auch eine Dschunke als Kartonmodell in 1:250.


    Gruß pianisto

  • Hallo Reinhard,
    als Mitglied im Arbeitskreis freut es mich ganz besonders, dass Du Dir eine Publikation des Vereins als Grundlage für ein Kartonmodell gewählt hast. Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg beim Bau.
    Ulrich

  • Hi pianisto...
    Mein Maßstab wird so um 1:75 herum liegen. Damit liege ich in etwa im gleichen Maßstab wie meine "Schebecke".
    Hast Du eine vielleicht ein Foto von der "Scaldis - Dschunke" in 1:250?
    Ich kann sie nämlich nicht ausfindig machen.
    Allen anderen, vielen Dank für's reinschauen!
    Gruß, Renee

    Im Wald boten sich mir zwei Wege dar.

    Ich nahm den, der weniger betreten war!

  • Nun denn...
    Gerade habe ich die letzten Spanten aus meiner Konstruktion separiert. Es kann los gehen!
    Aber jetzt mal von Anfang an.
    Los ging's Ende Januar mit dem Einscannen der acht Zeichnungen.
    Bei einem Format von gut 37 x 56 cm schon kein leichtes Unterfangen.
    Irgendwie habe ich allerdings alle aussagefähigen Teile, durch halbieren der Zeichnung auf die Platte bekommen.
    Im nächsten Schritt wurden die jeweils zwei Hälften mittels Software zusammengefügt, so das daraus ein halbwegs brauchbarer Plan entstand.
    Was nun kam ist reine Fleißarbeit. Die Zeichnungen mußten was Höhe ,Breite und Länge angeht, mit dem beigefügten Maßstab aufeinander abgestimmt werden,
    um daraus durch Nachzeichnen die jeweils notwendigen Umrisse zu ermitteln. Gar manches Mal führte das, ob der immer wieder auftretenden Fehler, zum vorzeitigen Abbruch
    - zumindest für den Abend. Aber ich dürfte nicht ich sein, wenn ich mich dadurch von einem einmal gefassten Entschluß abbringen ließe.
    So ging es dann in der Regel am nächsten Abend weiter. Besonders die Wochenenden schlugen dabei zu Buche.
    Und da meine "Gutste" fern und in einer Anschlußheilbehandlung war, kam ich zwar langsam aber Stück für Stück voran.
    Dann sollte ein passender Maßstab für's Modell gefunden werden. Einer der meine Möglichkeiten, was das Drucken angeht nicht übersteigt,
    aber dennoch einer der zu den bislang gebauten Schiffsmodellen passt.
    Und da meine "Schebecke" zwar von Shpyard mit 1:96 angegeben, aber eher um 1:75 bis 1:78 gehalten war, schien mir etwas in dieser Größe passend.
    Und nun - endlich, konnte daraus dann das für den Kartonbau typische Spantengrüst konstruiert werden.
    Ob aber auch alles so passt, wie ich es mir vorstelle? Nun, wir werden sehen.
    Jetzt erst mal die Spanten auf den Karton aufziehen.
    Bis dann, Gruß Renee

  • Hallo Renee,


    die Dschunke ist eine Beigabe (und auch zwei Schlepper) bei der Neuauflage der MS Oranje (nicht die Lazarettversion) Nr 86. Mal schauen, dass ich noch ein Foto beisteuern kann.


    Gruß pianisto

  • Hi,
    Tolles Thema!
    Als Mitglied des Arbeitskreises finde ich das auch toll, wenn die Unterlagen vom Arbeitskreis in Modellen umgesetzt werden. Und bei Deinem modellbauerischen Stil hin ich mal so richtig gespannt, was Du uns da zeigen wirst.


    Viele Grüße
    Thomas

  • So Freunde...
    Die Spanten sind gedruckt.
    Und da mir der Bristolkarton ausgegangen ist, wurden sie diesmal auf Graukarton, aber wie so oft mit dem bewährten Bodürenkleber, geklebt.
    Nun müssen die Dinger nur noch geschnitten werden. Bei der Materialdicke, werde ich allerdings wohl wieder meine Bandsäge bemühen müssen.
    Bei der "Schebecke" hat das damals ganz gut geklappt.
    Bis die Tage, Euer Renee

  • Ich mag diese Zeitschrift.


    Das LOGBUCH ist immer ein Blick wert.


    Und Deine Dschunke bestimmt auch.


    ich bleibe am Ball - NEUGIRIG!!!! :P

    Grüße


    Dietmar


    Alle Bilder sind - sofern nicht anders benannt - von mir.

  • Die Spanten...
    Das Schneiden auf der Bandsäge (nach Feierabend auf der Firma, bei mir im Wekzeugbau) hat leidlich geklappt. :S
    Leidlich, weil der Graukarton dabei nach unten hin ausfranst. Dennoch ist eine große Arbeitserleichterung. Nun mußten allerdings alle Teile von den Fransen befreit werden.
    Also auch mit der Säge, ist das nichts auf die Schnelle. Dazu wurde die Fusseln zuerst mit dem Messergriff von der Rückseite her zum Rand hin gefalzt und geplättet.
    Die so vorbereiteten Teile konnten nun mit einer scharfen Klinge gratfrei beschnitten werden.
    Auch das kostet Zeit und Geduld, aber immer noch besser als den 2 mm Karton aus dem Vollen zu schneiden.
    Tja und dann wurde es spannend. Stimmt meine Konstruktion und passt sie ineinander? :huh:
    Sie passte und mir viel ein Stein vom Herzen. :)

  • Im nächsten Schritt ging es nun darum, die später sichtbaren Laderäume herzurichten und von innen mit Holz zu verkleiden.
    Diese Teile wurden nun gedruckt, ausgeschnitten und auf die vorgesehenen Spanten geklebt. Und dann ging's an's Zusammenbauen.
    Zum Kleben wurde hierzu Kittifix verwendet. Damit das Spantengerüst beim Trocknen in Form bleibt, habe ich Bug und Heck soweit unterlegt, bis der Längsspant eine gerade Linie bildete.
    Und da die Schlitze meiner Querspanten schon ohne Kleber recht passgenau waren, konnte ich auf Maßnahmen gegen Verdrehung weitgehend verzichten.
    Ein schnell gefertigtes Pass-Stück zum Kontrollieren der Höhe zum Längsspant reichte da völlig aus. Während die Konstruktion nun trocknete, wandte ich mich den Längsstringern zu.
    Sie werden anschließend oben in die Aussparungen geklebt und geben dem Rumpf nochmal zusätzlichen Halt.
    Außerdem mußte noch der Boden für die Laderäume gefertigt werden. Nach dem Beplanken wäre dieser Arbeitsgang um einiges schwieriger.
    Mal schau'n ob ich sie heute noch einbaue.
    Ansonsten gut's Nächt'le, Euer Renee :sleeping:

  • Hallo Renee,


    das Spantgerüst hat was! Das erinnert mich an diese Holzpuzzles... ;)


    Im Ernst - super Arbeit!
    Ich werde Dir gespannt weiter zuschauen.


    Viele Grüße
    Imogen

  • Servus Renee,


    ich studiere gerade deinen Baubericht, auch wenn Schiffe und Fernost so gar nicht mein Metier sind. Deine Bauweise ist dennoch sehenswert, besonders das Spantengerüst. Zum Karton-Schneiden mit der Bandsäge würde ich versuchen, unter dem Karton ein festes (Verlust-)Material, z.B. Hartfaser- oder mdf-Platte, mitzuschneiden. Vielleicht gibt's dann weniger oder gar keine Nacharbeit.


    Und der Bordürenkleber: Ist die Haftkraft auch an den Kanten für unseren Zweck ausreichend? Und können damit auch kleinere Verklebungen (auf Kante kleben) gemacht werden?


    LG von Ewald aus Oberösterreich

  • Hallo Imogen, Grüezi Ewald...
    Schön das Ihr dabei seit und das Spantengerüst soweit gefällt.
    So in etwa hab' ich es auch beim "Roten Löwen" gemacht. Und auch dabei hab ich schon mit dem Bodürenkleber gearbeitet.
    Versuche mit Sprühkleber hatten bei mir nie so richtig geklappt. Also ich bin sehr zufrieden damit, gerade auch was die Kanten angeht.
    "kleinere Verklebungen (auf Kante kleben)"? Hmm, da wird das Portionieren schwierig und da gibt es doch Kittifix.
    Gruß, Renee

    Im Wald boten sich mir zwei Wege dar.

    Ich nahm den, der weniger betreten war!

  • Sehr schönes Modell hast Du Dir da ausgesucht. Ein Dschunkenplan liegt schon seit Jahren bei mir im Stapel, na ja in einem späteren Leben :whistling:


    Bekommt den Kittifix-Kleber nur Online oder gibt es den auch im Laden zu kaufen. Den habe ich noch nie gesehen.


    LG Michael

  • Hi Michael...
    Kittifix gibt es bei uns zu Hause auch im Tapetengeschäft.
    Einfach mal nachfragen.
    Gruß, Renee

    Im Wald boten sich mir zwei Wege dar.

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  • Tach auch zusammen...
    Die Böden sind drin und die Stringer verklebt.
    Und bis das alles trocken und zur Weiterverarbeitung abgebunden war, hab ich mir schon mal Gedanken um die Bemalung von Bug- und Heckschott gemacht.
    Dieser Dschunken-Typ ist nämlich einer von Zweien, die mitunter recht bunt bemalt werden. Laut Buch ziert das Bugschott ein verfremdetes traditionelles Tigermotiv,
    das allein durch seinen Anblick die bösen Wassergeister abschrecken soll. Ein ähnliches Zerrbild am Heck, soll den Dämonen nun völlig die Lust auf dumme Gedanken vertreiben.
    Also auch von hinten: Anschleichen gilt nicht. :D
    Während der Autor nun aber im Bildteil des Buches mehrere Fotos vom Bug seines Modells präsentiert, finde ich nichts über das Heck.
    Da wird er mich was das angeht doch wohl nicht einfach im Regen stehen lassen?
    Nach mehrmaligem, nun aber peniblem, hin und her blättern finde ich dann doch noch eine Abbildung auf der letzten Seite.
    Ok - so oder so ähnlich sollen sie ausschauen.
    Ich schwang also den virtuellen Pinsel und hab mich an die Bug- sowie die Heckversion gewagt. Nicht schlecht, wie ich finde.
    Inzwischen war nun aber auch, Gott sei's gelobt, mein Spantengerüst trocken, so das ich dem Boot mit Schmirgel auf den Leib rücken konnte.
    Und ab nun muß ich mir erstmal Gedanken zu den Planken machen. :huh:
    Gruß, Euer Renee

  • Hallo Reinhard,


    ein tolles , und vor allem seltenes Modell, um nicht zu sagen mal wieder ein typisches Fabisch Modell ;-)))
    Toll finde ich auch, wie es Dir immer gelingt, so eine tolle Holz Textur zu erzeugen, das ist mir bei Deiner Galleone schon aufgefallen.
    Könntest Du uns Normalsterblichen mal in Dein Gehimnis dieser wirklich echt wirkenden Holztextur einmal einweihen?


    Böötte , Bötte, Bötte ;-))


    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein schönes Wochenende und verbleibe mit freundlichen Grüßen


    Thomas

  • So Ihr Lieben...
    Die Holz-Textur ist Euer Begehr?
    Es gibt da im weltweiten Netz ein paar Seiten die Texturen für alle möglichen Oberflächen anbieten.
    So eben auch Holz-Texturen.
    Hier mal ein link:


    Code
    1. http://www.mayang.com/textures


    So etwas lässt sich nun mit z.B. Corel Draw einlesen und mit "Musterfüllung erstellen" als Vollfarben- oder Bitmap-Muster abspeichern.
    Diese wiederherum werden nun den ausgewählten Objekten zugewiesen.
    Der mögliche Nachteil dieser Methode liegt darin, das je nach Größe des Musters sowie Umfang des Objekts, ein Raster entstehen kann. :S


    Eine weitere, Möglichkeit besteht, zumindest mit Corel, auf Programm-interne Füllmuster zuzugreifen.
    Diese können nun mit etwas Übung und entsprechender Geduld, durch neu Zusammenstellen der Farben und anschließender Skalierung, in eine dem Holz ähnelnde Struktur umgewandelt werden.
    Der Vorteil dieser, zugegeben zeitaufwendigen Methode ist der, das Form und Ausmaß des zu färbenden Teiles weitgehend beliebig ist. :)


    Soweit mal, Euer Renee

    Im Wald boten sich mir zwei Wege dar.

    Ich nahm den, der weniger betreten war!

  • Die Planken erster Teil...
    Zunächst schien mir die Decks-Beplankung recht simpel und gut von der Hand zu gehen.
    Dann jedoch, als ich sie so ausgedruckt und fertig zum Verdoppeln auf Karton, vor mir liegen sah, wurde mir die Unsinnigkeit meines Vorhabens bewusst.
    Ja hab ich denn gar nichts gelernt in all der Zeit? X( Planken, die spitz zulaufen, sind ein Ding der Unmöglichkeit. :cursing:
    Flugs wurde der Rechner angeschmissen und es begann eine gewaltige Tüftelei. Spitz geht schon mal nicht und wenn schon, denn schon.
    Also wurden die Planken mit Stößen versehen, die günstigerweise immer auf den darunter liegenden Spanten liegen.
    Diese Konstruktion nahm 'ne Menge Zeit in Anspruch, doch als sie endlich gediehen war, blieb noch etwas um das schöne Wetter mit meiner Vespa zu begrüßen. :D
    Am Spätnachmittag hab ich mich dann noch mal hingesetzt und die Masthalterungen vorgefertigt. Zum schneiden der inzwischen aufgedoppelten Planken reichte es eh nicht mehr.
    Einen guten Start in die Woche wünscht Euch Renee

  • Die Planken zweiter Teil...
    Da ich meine Decksplanken mit 1 mm Finnpappe verstärkt hatte, ließ sich die Geschichte recht problemlos mit der Hand schneiden.
    Am Mittwoch war die erste Seite fertig und am Tag darauf kam die Zweite an die Reihe.
    Tja und dann galt es die Dinger aufzukleben. Immer schön einen links, einen rechts. Trocknen lassen!
    Seit heute Nachmittag ist das Deck nun beplankt und ich werde es nach dem Durchtrocknen an den Rändern noch etwas beschleifen können.
    Bis morgen also, Euer Renee

  • Danke Peter...
    Planken Teil 3 -
    Inzwischen hab ich mich auch schon etwas mit dem "Plattboden" meiner Dschunke beschäftigt. :rolleyes:
    Vor dem Aufkleben wollte ich aber erst noch das Bug- und Heckschott anbringen. Dazu wurden beide Teile noch einmal geschnitten und auf der später sichtbaren Seite mit Holz versehen.
    Vor dem Anbringen mußten nun noch die Überstehenden Planken gekürzt und die Stringer ein weiteres Mal gedoppelt werden. Dann ging's an's Kleben.
    Zunächst die Holzteile, danach die inzwischen zu Planken geschnittenen Außenseiten mit der Bemalung. Und dann nach dem Trocknen wurde der Plattboden des Bootes verleimt.
    Die dabei entstandene Lücke muß vor der Endbeplankung allerdings noch geschlossen werden.
    Das alles war aber bislang Kinderkram - wenn ich bedenke was ich nun vor der Brust habe! :huh:
    Die weitere Rumpfbeplankung - und das ohne Abwicklungswerkzeug. Schaut schlimm aus! ;(
    Na ja, mal schau'n was ich da mit "Corel", meinen Ideen und handwerklichem Geschick so machen kann.
    Bis die Tage, Euer Renee

  • So liebe Freunde der asiatischen Bootsbaukunst...
    Bevor ich Euch die Abwicklung der Rumpfbeplankung an meiner Dschunke präsentiere, möchte ich den Werdegang noch einmal Revue passieren lassen
    und aufzeigen zu welchen gedanklichen Klimmzügen ich mich hinreißen ließ. 8|
    Nach anfänglichem herumprobieren, ob es keinen einfachen Weg für diesen Bauabschnitt gäbe, begab ich mich auf den steinigen Boden der Tatsachen.
    Da mußten also zunächst einmal die Ist-Werte ermittelt werden.
    Die zu beplankende Länge, die Bogenlänge der einzelnen Spanten, die obere Bogenlinie der Deckskante, sowie die Linie vom Plattboden.


    Die Gesamtlänge ließ sich ebenso wie der Bogen der Spanten recht gut mit einem Schneider-Maßband ermitteln.



    Der Bogen der Deckslinie war da schon schwieriger. :huh:
    Dazu wurde der Rumpf auf zwei Rundhölzer platziert (wegen der überstehenden Stringer) und die jeweilige Höhe an den Spanten parallel dazu,
    mit der "Knipskiste" und einem Rollmaßband festgehalten.
    Umgekehrt ergibt sich daraus, nach Abzug der Hölzer eine Bogenlinie die mit meinem Boot identisch und mit der Zeichnung fast deckungsgleich war.



    Die Länge der Linie am Plattboden ließ sich wieder recht einfach aus meiner Konstruktion heraus ableiten.
    Wenn man nun die mit dem Maßband gemessene Bogenlänge der Spanten durch die gewünschte Anzahl der Planken teilt,
    ergeben sich daraus die Maße (Kreispunkte) für die Plankenhöhe am Bug, Mittschiffs sowie am Heck.
    Die einzelne Plankenhöhe hatte ich versuchsweise mit 6 mm angenommen, was bei einem Maßstab von 1:75 etwa 45 cm ergäbe.
    Das scheint mir (wider besseren Wissens) als durchaus realistisch.
    Nun wurde die obere Bogenlinie (Deck) auf Höhe der Spanten mit den Kreispunkten bestückt und eine weitere Linie, die sich mit den Kreispunkten schnitt, darunter gezogen.
    Ebenso verfuhr ich mit dem Bogen des Plattbodens und hatte so die ersten beiden Planken ermittelt.
    Für die nächsten bilden die beiden zuletzt gefundenen Linien mit der jeweiligen Ausgangskurve, ein Paar, welches ich mit dem „Überblend-Werkzeug“ von Corel auf die restlichen Planken erweiterte. :rolleyes:





    Nun mußten die Plankenstöße eingezeichnet werden, wobei ich darauf acht gab, sie über die Spanten zu legen.
    Und weil die Dinger nun mal nicht Spitz zulaufen dürfen, wurden am Bug noch ein paar verschmälernde Butten eingefügt.
    Beim Drucken gab es dann jedoch noch einmal Probleme. Die Ausmaße hatten die Länge eines DIN A4 Blattes nämlich erheblich überschritten.
    Meine erste (zugegeben X( dumme) Idee war, alles einfach mittig zu trennen. Den Fehler erkannte ich „Gott sei‘s gedankt“ aber noch vor dem Ausschneiden. :cursing:



    Flugs wurde noch einmal nach Corel Draw umgeschaltet und Versatz in die Plankenreihen gebracht.



    Und so schaut die Druckversion mittlerweile aus.



    Das wird heute noch auf 1 mm Finnpappe geklebt und damit soll's gut sein. :sleeping:
    So weit mal, Euer Renee

    Im Wald boten sich mir zwei Wege dar.

    Ich nahm den, der weniger betreten war!

    Edited once, last by Reinhard Fabisch ().

  • Hi Reinhard
    Ich verfolge gespannt deinen Baubericht. Handwerklich ist der vom Feinsten!
    Ich habe da aber noch eine Frage zu den Plankenstoessen: Machst du dir da nicht unnoetig Arbeit? Diese Ueberblattungen sehen ja toll aus, aber die sind mir bisher nur bei zusammengesetzten Kiel- oderBarghoelzern untergekommen. Die Stoesse innerhalb eines Plankenganges sind eigentlich immer stumpf, so dass die Enden genuegend Breite haben um mit mindestens 2 Trennels per Ende auf dem Spant fixiert zu werden . Machen das die Chinesen etwa anders?
    Danke fuer die Arbeit, die du dir mit dem Bericht machst. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
    Gruss
    Bernhard

    Ewig währt am längsten.

  • Hallo Bernhard...
    Zu meinem größten Bedauern bin ich, was Deine Frage der Plankenstöße betrifft nicht kundig. ?(
    Über die Plankenstöße schreibt der Autor des Buches sinngemäß folgendes:
    "Die Bodenbeplankung besteht aus breiten, dicken Planken größtmöglicher Länge.
    Zwei bis drei Plankenstöße immer als Laschungen ausgeführt, sollten reichen, da hier immer recht lange Plankenstücke genommen werden.
    Die Seitenbeplankung besteht aus Planken, deren Stöße ebenfalls als Laschungen ausgeführt werden müssen.
    Die Länge der der Seitenplanken ist beliebig. Man verwendet dazu Längen von 50 cm bis 8 m.
    Die Plankenstöße müssen dabei nicht zwingend über ein Schott gelegt werden.
    Denn bei der Chinesischen Methode der Holzverbindung hält auch eine schwebende Verbindung.



    Anbei eine Skizze der traditionellen Nagelung. Dabei werden die Planken in einer Art Kopflaschung
    auf den Schmalseiten zusammengefügt. Das macht den Rumpf sehr elastisch.
    Vielleicht hilft das etwas weiter. ;)

    Im Wald boten sich mir zwei Wege dar.

    Ich nahm den, der weniger betreten war!

    Edited once, last by Reinhard Fabisch ().

  • Planken die Dritte...
    In einem Gewaltakt sondergleichen, wurden heute die Streifen für die Seitenbeplankung geschnitten.
    Und die jeweils ersten zwei Teile wurden, weil ich's nicht mehr erwarten konnte, auch schon am Decksrand festgemacht.
    Das passt schon mal. Aber ob und wie weit ich da heute noch weiter mache ist ungewiss.
    Die Konzentration lässt schwer nach und im Haushalt muß auch noch so einiges erledigt werden.
    Aber spätestens morgen, da wissen wir alle mehr.
    Gruß, Euer Renee

  • Hallo Reinhard,
    wenn ich so Deinen Bericht lese, soll keiner kommen und sagen, die Arbeit mit Karton sei nur Bastelei. Nein, es ist ernsterhafter Modellbau der erste Güte.
    Ulrich

  • Moin Ulrich...
    Hmm, das tat jetzt gut!
    Besonders nachdem es mir heute Morgen gelungen ist, die restlichen Planken-Streifen an's Boot zu bringen.
    Und das schönste - es hat alles, na ja bis auf ein paar Kleinigkeiten gepasst. Das war aber wirklich nicht der Rede wert.
    Die ganze Zeit und Mühe mit der Konstruktion hat sich bislang gelohnt. Aber spannend war's trotzdem für mich. :S
    Vor allem als die unbeplankten Stellen immer enger wurden. Als dann die letzte Planke auch noch passte - ein Gefühl ^^ - kaum zu beschreiben!
    Und da der Kittifix-Leim doch sehr schnell trocknet, hab ich bereits angefangen die gröbsten Unebenheiten mit dem Messer zu entfernen.
    Anschließend werde ich noch mal mit feinem Schmirgel drüber gehen und das Boot für die Endbeplankung fit machen.
    Für den Rest des Tages ist aber jetzt erst mal Stadtfest angesagt. :D Das gönn ich mir mal nach diesem Erfolg.
    Euer, Renee

  • Die Barkhölzer...
    Im quasi letzten Moment fiel mir ein, das vor der Endbeplankung noch die Barkhölzer angebracht werden müssen. :cursing:
    Das bestehen im Grunde aus drei ziemlich dicken Plankengängen, die aus nur grob behauenen Baumstämmen gefertigt werden und am Übergang vom Deck zum Rumpf zu finden sind.
    Sie geben dem Boot neben den Stringern zusätzlich Steifigkeit und dienen neben dieser Aufgabe als Fender oder Scheuerleiste.
    Ich hab sie aus jeweils 1 mm dicken Streifen Finnpappe hergestellt, die zu den Endenden hin verjüngt und ansonsten Trapezförmig geschnitten wurden.
    Diese Form erreichte ich zunächst durch schräges Zuschneiden der Balkengänge, besann mich dann aber und schnitt sie gleich trapezförmig aus.
    Und jetzt endlich, nach diesem unvermeidbarem Akt, kann es mit der Endbeplankung los gehen. :)

  • Da wurden als Erstes die einzelnen Plankengänge des Decks gezeichnet, auf 160 Gramm Papier ausgedruckt und auf ein Blatt gleicher Stärke mit Sprühkleber gedoppelt.
    Darauf kam dann noch eine Lage Klarlack matt und dann ging's an's ausschneiden. Die ersten Planken liegen bereits vor mir
    und vor den nächsten nutze ich die kleine (willkommene ;) ) Pause um den Bericht für Euch fortzusetzen.
    Ich schätze mal ab morgen geht's dann an's Kleben.
    Bis dann also, Euer Renee

  • Sommerzeit...
    Dank der Zeitverdrehung (ob's das wirklich bringt?) bin ich heute Morgen etwas früher dran.
    Alle Decksplanken wurden inzwischen geschnitten und mittlerweile bin ich am Kantenfärben.
    Eine nervtötende Arbeit, kann ich Euch sagen, die aber gemacht werden muß. ;(
    Die Spannung steigt auf jeden Fall. Wie wird das fertige Deck wohl ausschauen?
    Bis später, Euer Renee

  • Geschafft...
    Na ja, zumindest das Deck und die Barkhölzer. :)
    Wobei die letzteren schon eine Herausforderung waren. Hier wurde wegen der Kurven auch mit dünnerem, nicht gedoppeltem Papier gearbeitet.
    Hält halt alles etwas auf. Zunächst das Zeichnen und mit Textur versehen. Wobei ich bestrebt bin, nicht jedes Teil mit der gleichen Maserung zu erstellen.
    Das nachfolgende Aufkleben gestaltete sich beim Deck dagegen recht gut. Und die Barkhölzer - wie beschrieben, sind einschließlich der Laschungen fest montiert.
    Für die nächste Woche hab ich die Restbeplankung vorgesehen. Aber die will erst wieder gezeichnet sein. Für heute reicht's mir erst mal. :sleeping:
    Eine gute Zeit wünscht Euch bis dahin, Renee