MS Europa, 1:250, Jade-Verlag [FERTIG]

  • Mein nächstes Modell wird die MS Europa sein, und zwar diejenige, die 1980 beim Bremer Vulcan vom Stapel lief. Ich besitze diesen Bogen schon sehr lange, hatte aber immer zu viel Respekt davor. Nachdem ich mich jetzt mit Alsaka, Augusta Victoria und Co. weiter gebildet habe, kann ich mir aber diesen Traum erfüllen ;).


    Bis 1999 tat die Europa (als Vierte mit diesem Namen) ihren Dienst für Hapag-Lloyd KF. 1998 wurde sie an Starcruises verkauft und in SuperStar Europe und später in Superstar Aries umbenannt. 2004 erwarb CDF Croisières de France das Schiff und vercharterte es bis 2008 an Pullmantur Cruises (Holiday Dream). Seit 2008 betreibt die Eignerin das Schiff selbst und benannte es um in MS Bleu de France. Ab Mai 2012 wird das Schiff für Saga Cruises unter dem Namen Saga Sapphire fahren. Dazu wurde es zuerst umgebaut (siehe hier).


    Im Original hatte die Europa 33819 BRT, war 199.6m lang und 28.5m breit. Sie konnte 758 Passagiere aufnehmen und hatte 300 Mann Besatzung. Als Saga Sapphire hat das Schiff 37301 BRT, kann 752 Passagiere befördern und hat eine Crew von 406 ("Mann" war wohl schon 1980 nicht richtig, heute aber mit Sicherheit weder richtig noch akzeptabel :)).

    Das Modell hat eine Länge von 80 cm (wen wundert's bei 200m Länge und einem Massstab von 1:250) und kommt als Offsetdruck auf 5 A3-Doppelbogen daher (also 5x A2), die von 1-10 nummeriert sind. Die Bauanleitung besteht aus handbeschrifteten Zeichnungen.





    Ich werde sicher die Fenster und Bullaugen verglasen (vor dem Ausschneiden graut mir schon jetzt) und die gedruckte Reling durch LC-Reling ersetzen. Sonst werde ich von Fall zu Fall entscheiden. Die Winden für die Davits scheinen gute Kandidaten für eine Verbesserung zu sein, während die übrigen Winden sehr detailliert sind (was auch kein Wunder ist, wenn wirklich Peter Brandt der Konstrukteur ist, wie ich irgendwo meine gelesen zu haben).


    Doch damit genug der Vorrede. Heute noch wird das Modell angeschnitten.

  • Hallo Andy,


    endlich mal ein Baubericht über dieses Modell. Es hatte mich schon gewundert, dass bisher nur wenig darüber hier zu lesen und zu sehen war. Guten Erfolg beim "Fensterln" wünscht


    mit freundlichen Grüßen


    Ulrich

  • Hey Andi


    Ich wünsche Dir viel Spass mit diesem, doch etwas ungewöhnlichen Modell. Tatsächlich findet man sehr wenig "moderne" Passagierschiffe. Umso interessanter wird sicherlich sowohl der Bau, als auch der Bericht werden.


    Für die Fenster wäre da schon fast die Konstruktion einer serien-Ausstanzmaschine gefragt :D


    Schönen Tag
    Peter

  • Hallo Andi,


    die MS Europa ist m. E. eines der schönsten Schiffe, das auch heute noch durch seinen schnittigen Bug leicht erkannt werden kann.


    Der Bau hat mir viel Freude gemacht und das Modell war mehrmals im Schaufenster des ehemaligen Reisebüros meiner Frau ausgestellt und war immer ein Hingucker.


    Das Modell habe ich auch auf der Homepage unseres Modellbauvereins vorgestellt. http://www.parkeisenbahn-naila…chifffahrt/ms-europa.html


    Dort ist auch ein Link auf das entsprechende Modellportrait.


    Diese Homepage ist mein erster Versuch in diesem Metier und wird mich noch einige Zeit beschäftigen, da ich bei den Fachbeiträgen außerhalb des Kartonmodellbaues die Unterstützung der entsprechenden Mitglieder brauche.


    Viele Grüße und ein schönes Osterfest


    Hans-Jürgen

    Viele Grüße


    Hans-Jürgen
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    Früher oder später, aber gewiss immer wird sich die Natur an allem Tun der Menschen rächen, das wider sie selbst ist. (Johann Heinrich Pestalozzi -1746 - 1827)

  • Moin Andi,
    super :) , da freu` ich mich aber sehr auf den Baubericht über diesen schönen, "modernen" Liner.


    Ja, die EUROPA - sie gehörte zu den letzten Projekten, die mein Vater als Maschinenbauingenieur beim Bremer-Vulkan (30 Jahre lang "Brötchengeber" der Familie Möllenberg in Vegesack....) bearbeitet hat, bevor er in den wohlverdienten Ruhestand ging. Vor der offiziellen Ablieferung, durfte ich sie dann besichtigen, was immer bleibende Eindrücke hinterlässt. Mein alter Herr hat übrigens 1958/59 auch die PASTEUR zur BREMEN mit umgebaut, insofern bin ich mit beiden Schiffen und mit dem Norddeutschen Lloyd (NDL) - für diese Reederei war der Bremer-Vulkan sozusagen über sehr viele Jahre lang die "Hauswerft" - überhaupt sehr verbunden. Hätte mich die Marine nicht genommen, war damals alternativ eine Ausbildung zum Reedereikaufmann bei Hapag-Lloyd mit anschl. BWL-Studium geplant gewesen. Aber das ist alles schon "Lichtjahre" her....


    Ein gutes Gelingen :thumbup: wünscht dir
    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • ...was auch kein Wunder ist, wenn wirklich Peter Brandt der Konstrukteur ist, wie ich irgendwo meine gelesen zu haben...


    Das stimmt. Konstrukteur ist Peter Brandt gewesen.


    Viel Glück mit dem Modell . Ich freue mich vor allem darauf, dass Du das Schiff verglasen wirst.

    Bis die Tage...


    Helmut



    "Dem Angriff auf die Menschlichkeit folgt der Angriff auf den Menschen!"

    (Claudia Roth)



    Fertig: CAP SAN DIEGO (roko)

  • Hallo zusammen. Danke für den Zuspruch. Es macht doch immer Spass, wenn das Modell nicht nur mir Freude macht. Dir, Hans-Jürgen, vielen Dank für die Bilder, die ich beim Bau immer wieder konsultieren werde und die mir eine grosse Hilfe sein werden. Ja, Helmut, auf das Verglasen bin ich auch gespannt. Es sind ja sehr verschiedene, z.T. auch sehr grosse Fensterflächen, die manchmal mit Antistatikfolie versehen, manchmal voll durchsichtig werden müssen.


    Hier nun die ersten Bilder. Beim Mittelspant ist als neckisches Detail das Bauteil 101 hinein gedruckt, das dann auch ein - in meinem Fall möglichst minimiertes - Loch hinterlässt. Aber ich denke, dass die Stabilität nicht wirklich leidet.



    In die Aussparung vom untersten Achterdeck ist noch ein Laufsteg eingedruckt, der aber keine Nummer hat und auch in der Anleitung nirgends vorkommt. Ich werde ihn mal bauen und dann wohl schon irgend einen passenden Platz dafür finden.



    Auf dieses Deck kommen auch schon einige Kleinteile, die wie häufig an dieser Stelle später praktisch völlig unter dem nächsten Deck verschwinden werden. Aber was soll's: das Bauen ist der Spass. Im Übrigen bin ich hier noch etwas behindert, da ich keinen geeigenten Stift für das Kantenfärben habe, und der Laden, indem ich diese jeweils gekauft habe, unterdessen dichtgemacht hat. Also muss ich zuerst eine neue Quelle finden.

  • Offenbar habe ich nach dem Bau des Fischadlers - unerkannt - an einem akuten Kleinteilemangel gelitten. Nur so kann ich mir erklären, dass noch vor allen anderen Teilen genau der nicht zugeordnete Steg in allen Details entstehen musste :).


  • Hallo deteringgase


    So sehe ich das auch. Es gibt aber noch zwei weitere Gangways, deren Positionen auch aus der Bauanleitung sichtbar sind. Daher bin ich unsicher, wo diese wohl hingehören könnte.



    Während ich auf meine Stifte warte, habe ich mal eine Aufbauwand gebaut und möchte hier zeigen, wie ich Türen aufdopple, die dafür nicht vorgesehen sind. Diese Methode habe ich schon vor langer Zeit "erfunden", als die Türen meistens nur einfach gezeichnet waren.


    Hat jemand von euch eine einfachere oder bessere Methode? Es gilt nämlich noch eine ganze Anzahl Türen so zu bearbeiten..


    Zuerst schneide ich die Türen aus.



    Dann werden sie verdoppelt. Falls sie ein Fenster oder Bullauge enthalten, wird dies mit einer Folienzwischenschicht verglast.



    Die verdoppelten Türen werden wieder ausgeschnitten und erneut auf Abfallkarton geklebt.



    Dann werden sie mit etwas Überstand nochmals ausgeschnitten.



    Die so vorbereiteten Türen (oder hier Schotts/Schotten (?), wie es wohl richtig heissen müsste) werden nun durch die ursprünglichen Ausschnitte gesteckt und festgeklebt.



    Zum Schluss werden noch die Scharniere und Klinken durch dünne Drahtstücke markiert. Diese sollten m.E. bei diesem Massstab ca. 0.1 mm Durchmesser haben und weiss sein. Aber 0.1 mm sieht man praktisch nicht und weissen Draht habe ich nirgends gefunden. Also verwende ich 0.2 mm blanken Eisendraht.


  • Hey Andi


    Das ist eine sehr aufwändige, aber zugegeben, sehr wirkungsvolle Methode.
    Ich mache einen Scan von den Teilen und schneide dort die Türen aus und steche die Bullaugen aus. Auf dem Originalbogen steche ich, je nach Sichtbarkeit auch die Bullaugen aus, oder niicht und klebe dort eine Folie drauf. Zum Schluss klebe ich die vom Scan ausgeschnittenen Türen exakt drauf. Fertig.
    Für meine Bedürfnisse reicht das, finde ich.


    Schönen Aben und
    Lg
    Peter

  • Hallo Andi,


    diese separate Stelling meine ich beim Original mal quer auf dem Achterdeck liegend gesehen zu haben.



    Gruß,
    Helmut

    Bis die Tage...


    Helmut



    "Dem Angriff auf die Menschlichkeit folgt der Angriff auf den Menschen!"

    (Claudia Roth)



    Fertig: CAP SAN DIEGO (roko)

  • Peter: Ja, meine Methode stammt ja noch aus der Zeit, als ich "Scanner" nicht mal buchstabieren konnte. Natürlich gab es schon Kopierer, aber das ergab das gleiche Problem, dass ich heute auch mit dem Scanner immer noch habe: die Farbanpassung. Das ist schon bei farbigen, z.B. Holztüren schwierig. Aber bei der Europa den leichten Gilbton zu treffen, den der Bogen unterdessen hat, scheint mir aussichtslos. Und wenn ich weisses Papier nehme sieht es so aus, als ob die Reederei nur alle Türen neu gestrichen hätte ;). Trotzdem vielen Dank für den Tipp. Übrigens war ich am Sonntag in der Nähe, aber der Schnee, der dir den Bastelsonntag beschert hat, hat meine Skitour auf die Äbeniflue auf dem Jungfraujoch jäh beendet bzw. gar nicht starten lassen.


    @Helmut: Vielen Dank. Jetzt habe ich nicht nur eine Idee, wo das Teil hinpasst (und dann macht ja auch die Positionierung auf dem Bogen Sinn), sondern habe wieder ein seemännisches Wort gelernt.

  • Hallo Andi!


    Bis jetzt sieht ja alles gut aus!


    Aber irgendwann wirst Du zum Ankleben der Bordwände kommen und Dich spätestens dann über die riesigen Spantabstände wundern oder ärgern.


    Als ich das Modell damals für den Jade-Verlag konstruiert hatte, wurde ich für das Modell pro DIN A3-Bogen bezahlt. Eigentlich hätte ich für dieses Modell gerne einen kompletten Bogen mit zusätzlichen Spanten gezeichnet. Der damalige Verleger Herr Pangerl hatte das aber abgelehnt. Das war ihm entschieden zu teuer.


    Zur Not tun es hoffentlich ein paar extra eingeklebte Pappstreifen als "Zwischen-Spanten".


    Frohes Weiterbauen


    wünscht


    Piet

  • ...Als ich das Modell damals für den Jade-Verlag konstruiert hatte, wurde ich für das Modell pro DIN A3-Bogen bezahlt. Eigentlich hätte ich für dieses Modell gerne einen kompletten Bogen mit zusätzlichen Spanten gezeichnet. Der damalige Verleger Herr Pangerl hatte das aber abgelehnt. Das war ihm entschieden zu teuer...


    Daher also... ;)


    Fiete

  • Hallo zusammen!



    Super, einen Baubericht zu sehen von dem Modell!
    Wird es von dieser Europa wohl auch eine Neuauflage geben? Leider ist es aus dem WHV-Programm verschwunden. Hatte früher mal die Europa von Schreiber in 1/200 nicht so detailliert. Fand allerdings den Bug etwas besser konstruiert, da aus einem Teil bestehend, wenn ich mich noch richtig erinnere.


    Viel Erfolg beim Bau!


    Gruß,


    Axel

  • Hallo Piet: Danke für den Hinweis. Auch wenn ich gar kein Freund der 1mm-Spanten bin muss ich doch gestehen, dass hier das Spantengerüst doch etwas wackelt. Aber mit den Decks und den Aussenwänden kann das ja noch ändern. Dann werde ich entscheiden, wo ich noch was einbauen muss. Auf jeden Fall:"forerwarned is forearmed!"


    Hallo Axel: dann will ich mal dafür sorgen, das es auch etwas zu lesen und zu schauen gibt.


    Nachdem ich endlich einen Stift zum Kantenfärben beschaffen konnte kann ich wieder etwas zeigen, nämlich das unterste Deck hinten. Da ist Einiges an Kleinteilen drauf, die alle problemlos waren. Nur die Kette der grossen Winde in der Mitte war irgendwie viel zu kurz. Da aber sowieso alles sofort unter dem nächsten Deck verschwindet, habe ich keine Übung zur Verbesserung gestartet



    Drum hier ein Foto, damit ich mich wenigstens später daran erinnern kann, wie es ausgesehen hat :).

  • Hallo Andi,


    die Schreiber Europa hat dieses Segment nicht ausgebaut. Auf der Außenhaut gibt es nur eine Schattenklante, die Tiefe imitieren soll.


    Und was den Form des Bugs angeht, bin ich heute noch erstaunt wie einfach der bei der Schreiber Europa von der Hand ging.


    Mit freundlichen Grüßen

  • Vom untersten zum zweituntersten Achterdeck führen zwei Treppen, die nur in der einfachen Darstellung und ohne Seitengeländer vorhanden sind. Diese habe ich nach folgendem Ablauf gebaut. Auf die Seitengeländer habe ich verzichtet, da man ja wie gesagt später kaum noch etwas sehen wird und diese Stellen für die Passagiere sowieso nicht zugänglich sind.



    Um die Treppenabgänge gibt es aber eine Reling. Ich habe, wie nachher für das ganze Modell vorgesehen, Standard-LC-Reling verwendet. Den hölzernen Handlauf stelle ich durch Bemalen mit einem Lackstift dar, wie sich das schon bei der Augusta Victori bewährt hat. Eigentlich sollte dann in jeder Ecke der Reling natürlich eine senkrechte Stütze stehen. Das liesse sich zwar durch zusammenschnippeln bewerkstelligen, generiert aber sehr viel Abfall der doch nicht ganz billigen Reling. Und weil bei mir der Spass im Bauen liegt, und die Originaltreue sekundär ist, kann ich gut damit leben.



    Beim Anbringen des Decks ist es ganz wichtig, am hinteren Rand die Mitte zu markieren und dann dafür zu sorgen, dass diese Stelle genau über die Mitte des darunter liegenden Decks zu liegen kommt. Eine andere Möglichkeit zur Ausrichtung gibt es nämlich bei diesem sehr flexiblen Spantengerüst nicht.



    Hier hat sich auch gezeigt, dass das durch das Herausschneiden der Teile 104 im Mittelspant entstandene Loch nicht toleriert werden kann, denn hier kann man die Grundplatte ohne weiteres nach oben biegen. Ich habe daher das Loch durch ein Stück Karton mit grosszügiger Zugabe verschlossen.


    .

  • ... Eigentlich sollte dann in jeder Ecke der Reling natürlich eine senkrechte Stütze stehen. Das liesse sich zwar durch zusammenschnippeln bewerkstelligen, generiert aber sehr viel Abfall der doch nicht ganz billigen Reling. Und weil bei mir der Spass im Bauen liegt, und die Originaltreue sekundär ist, kann ich gut damit leben.


    ...



    Hallo Andi.



    Es ist keineswegs so, dass in den Ecken immer eine senkrechte Relingstütze zu stehen hat.
    Es gibt genügend Beispiele, wo eine Reling "durch die Ecke gebogen" ist.


    Hier zum Beispiel auf einem Schiff der OLYMPIC-Klasse: (titanic-model.com)


    Weiterhin viel Spaß beim Bau Deiner EUROPA.

    Bis die Tage...


    Helmut



    "Dem Angriff auf die Menschlichkeit folgt der Angriff auf den Menschen!"

    (Claudia Roth)



    Fertig: CAP SAN DIEGO (roko)

  • Danke, Helmut, für den Hinweis. Da bin ich ja besser dran mit meiner Lösung als ich gedacht habe.


    Unterdessen ist mir in den Sinn gekommen, dass ich vor langer Zeit von den Azubis eine Lehre für Treppen herstellen liess, genauer gesagt 4 Lehren mit unterschiedlichen Steigungen (45°, 50°, 55° und 60°).



    Mit dem dünneren HMV-Karton hat das nicht besonders gut funktioniert, weshalb die Lehren etwas in Vergessenheit geraten sind. Mit dem vorliegenden WHV-Karton geht es aber perfekt, weil die Tritte leicht einzuschieben sind, aber dann genügend Reibung haben, dass sie sich nicht mehr verschieben. Und so läuft das Ganze ab:


    verdoppelte Tritte einlegen und erste Seitenwange ankleben,



    das Ganze durchschieben und die andere Seitenwange ankleben



    Und schon fertig, mit einer Gleichmässigkeit, die ich von Hand nie erreichen könnte.



    Ein Problem habe ich noch mit der Treppenreling. Die habe ich nicht als LC-Teile und konnte im Internet auch keine finden (1:250, 2 Durchzüge und Handlauf). Da die gerade Reling ja nur aus Rechtecken besteht, müsste sie sich entsprechend verformen lassen. Das geht zwar nur bedingt, scheint mir aber immer noch besser, als sie in die Einzelteile zu zerlegen und schief zusammenzubauen, was ich sicher nicht mit zufriedenstellender Präzision zu Stande bringen würde.





    Hat jemand eine bessere Lösung? Dann bin ich sehr interessiert.

  • Hallo Andi,


    ich hab nicht mal Worte, geschweige denn eine Lösung... 8|


    Von dieser Qualität bin ich noch Lichtjahre entfernt. Aber ich nehme solche Bauberichte immer als Ansporn, weiter zu üben - vor allem in Geduld :wacko::whistling:


    Gruß
    Riklef

    "Nein, ich bin nicht dumm. Ich habe nur Pech beim denken."


    ----------------
    Projekte:
    Fertig:
    Iljushin IL-14 1:33
    Lockheed L-1649 A 1:100 (1. Version fertig)
    SIBAJAK von Scaldis 1:250


    Im Bau:
    Hauptfahrwerk einer Boeing B777
    De Haviland Comet 4B 1:100


    Geplant: so vieles... :rolleyes:

  • Hallo Riklef


    Ja, Geduld ist praktisch alles. Bei mir sind immer noch weit mehr als die Hälfte der Fehler oder Unschönheiten darauf zurückzuführen, dass ich einfach nicht genug Geduld hatte. Schnell eine Abkürzung versucht... und schon ist es geschehen.


    Der heutige Tag hat mit einem grossen Schreck begonnen. Auf dem zuletzt montierten Deck gibt es 5 Stützen. Als ich das nächste Deck anbringen wollte stellte ich fest, dass es viel zu hoch war, um auf diesen Stützen aufzuliegen. Da im Moment ja noch alles sehr wackelig ist, dachte ich sofort an einen (massiven) Baufehler. Beim Nachmessen stellte sich dann aber heraus, das diese Stützen (22c) ganz einfach 2.5 mm zu kurz sind. Also abmontieren und längere anbringen und schon ist die Welt wieder in Ordnung.



    Auf das Deck mit dem hinteren Schwimmbad kommt eine Wand mit 4 grossen schwarzen Offnungen. Meine erste Reaktion war: Lüfteröffnungen. Das hätte dann eine schöne warme Brise am Schwimmbad und der Bar ergeben :D, schien dann aber doch zu unwahrscheinlich. Also bin ich von Schiebetüren ausgegangen und habe die Öffnungen entsprechend verglast und etwas nach hinten versetzt, damit man die Türen auch schieben kann:



    Man sieht auch, dass ich bereits mit dem "Fensterln" begonnen habe. Bei diesen Flächen, wo viel weggeschnitten wird und wenig stehen bleibt, verwendet ich Magic Tape als Verstärkung. Das macht die Wand dann zwar etwas dicker, sollte aber nicht zu Passproblemen führen, und etwas mehr Stabilität kann keinesfalls schaden.


    Da bei diesen Fenstern von aussen direkt die Bordwand anzukleben ist, warte ich noch mit dem Verglasen. Wenn die Öffnungen innen und aussen gut passen, werde ich eine klare Folie verwenden. Andernfalls wird wohl eine dunkle Folie zum Einsatz kommen.

  • Hallo Anid,


    ich schließe mich Helmut an.


    Vor allem auch deshalb, weil es von Scotch verschiedene Arten von Magic Tape gibt.


    Viele Grüße


    Hans-Jürgen

    Viele Grüße


    Hans-Jürgen
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    Früher oder später, aber gewiss immer wird sich die Natur an allem Tun der Menschen rächen, das wider sie selbst ist. (Johann Heinrich Pestalozzi -1746 - 1827)

  • Hallo Helmut, Hallo Hans-Jürgen


    Jetzt habt ihr mich kalt erwischt! Ich weiss nämlich nicht mehr genau, was sich auf dieser Rolle befindet, die ich schon sehr lange in Verwendung habe, da ja der Verbrauch sehr klein ist. Ich meine, sie mal als Scotch Magic Tape gekauft zu haben, kann aber nicht mehr dazu sagen.



    Dafür kann ich ganz genau sagen, warum ich dieses Tape verwende:
    - es ist nach dem sauberen Andrücken praktisch unsichtbar (ihr dürft auf dem folgenden Bild aus der Bauanleitung selber herausfinden, wo ich einen Streifen direkt ab Rolle drüber geklebt habe)
    - es verhindert beim Ausschneiden kleinster Teile und Öffnungen jedes Ausfasern des Kartons
    - an den (Schnitt-)Kanten tritt kein Leim aus, so dass da nichts hängen bleibt
    - mindestens mit meinem UHU kann ich auf der nicht klebenden Seite gut weitere Teile verkleben.



    Die Unsichtbarkeit ist deshalb wichtig, weil ich in speziellen Fällen auch mal ein Teil von vorne "beschichte".


    Also vielleicht mal eine Rolle kaufen und ausprobieren. Wichtig ist sicher, dass das Tape matt ist.

  • Hallo Gero


    Bravo!!! So unsichtbar ist das Tape also doch nicht.


    Zu deinem Vorschlag der Fadenreling:
    Ich habe früher die Reling aus Fäden gemacht, dabei als Stützen jedoch halbierte Heftklammern verwendet. Geht recht gut, sieht nicht mal schlecht aus, aber macht eine ungeheure Arbeit, auf die ich heute gerne verzichten kann. (Ich muss ja in den mir verbleibenden Jahren noch ca. 500 Modelle bauen. 300 habe ich schon im Schrank und da kommen sicher noch 200 dazu :D.)


    Danke trotzdem für den Tipp

  • gero: nein, kein Preis. War ja auch kein Wettbewerb :). Aber wenn du mal was gewinnen willst, bist du herzlich zur Teilnahme am nächsten Wettbewerb auf kartonbau.de eingeladen (oder du baust heute Abend noch schnell ein Schiffchen für den 6. JSP :D).


    Die hinteren und vorderen Decks der Europa sind angebracht. Dazu gibt es wenig zu sagen. Mühe gemacht hat mir die Umrandung des Schwimmbades, weil man da 1mm-Karton schneiden muss, was ich nicht kann und auch sehr ungern tue. Leider habe ich die Umrandung aus dem Bogen zuerst aufgeklebt und dann mit dem Karton ausgeschnitten, wobei sie ziemlich gelitten hat. Beim zweiten Schwimmbad werde ich den Karton mit einer kopierten Schablone ausschneiden und erst dann das Original aufkleben. Zudem soll nach Bauanleitung die Folie, welche die Wasseroberfläche bildet, unter dem Deck befestigt werden. Dann bleibt aber der seichte Beckenrand und vor allem das Kinderbad "trocken", was nicht gut aussieht. Deshalb habe ich die Folie entsprechend geschnitten und auf das Deck, aber unter den erhöhten Rand geklebt. Gefällt mir viel besser.



    Beim obersten Deck vorne ist es schwierig, dieses in der Längsachse genau auszurichten, weil das Spantengerüst nicht genug stabile Anhaltspunkte gibt. Daher am Besten zuerst das Deck hinten am Spant befestigen (1), dann die vordere Wand einbauen und das Deck hier in der Mtte ankleben (2). Am Schlus können dann Quer- und Mittelspant von unten in der richtigen Lage fixiert werden (3).


  • Die erste grosse Fensterfront ist ausgeschnitten. Die kleineren Fenster unten habe ich bereits verglast. Die oberen Fenster lasse ich noch frei, da ich noch nicht genau weiss, durch welche man am Schluss durchschauen kann (klare Folie) und durch welche nicht (graue Folie).


  • Hallo Freunde,
    die Arbeit ist nicht nur überzeugend wie Helmut schreibt sondern zeigt auch, was man aus den WHV Modellen herausholen kann.
    Mit vielen Grüßen
    Ulrich

  • Danke für die Blumen. Du hast natürlich recht, Ulrich, wenn man verrückt genug ist, deutlich über 1000 Fenster auszuschneiden :D.


    Da das seine Zeit braucht, wird es bis zum nächsten Fortschrittsbericht noch etwas dauern.

  • Hi Cris,


    Thank you for your generous offer :thumbup:. I did a rough count of the number of deck chairs to be built with the model and came to about 280.



    Plus some people in and around the pools would make it 300. Does this sound ok :D?


    Seriously, I am glad you enjoy my report. I actually thought about putting some figures on my Augusta Victoria, but once I had her finished I wanted to go on to the next model.

  • Gestern war ich noch kurz in der Ferienwohnung und habe dabei Ersatzrollen meines Klebebandes gefunden. Hier ist also, was ich genau verwende:


    Scotch Magic Tape, Nr. 8-1975R2 (unsichtbares Klebeband). Ich weiss nicht, inwieweit die Nummer wirklich etwas aussagt.


    Es gibt auch Fortschritte im Bau der Europa, aber ich musste zuerst viele Decks und Aufbauwände fertigstellen um genau zu wissen, welche Fenster wie zu verglasen sind. Hier mal ein Blick in die Werft.



    Auch an der Front hat sich etwas getan. Dabei kommt jetzt Piets Warnung über das instabile Spantengerüst zum Tragen. Die Tatsache, dass ich die Reling abschneide um für LC-Reling Platz zu machen, macht das Ganze noch etwas wackeliger, da die gegeneinander geklebte Reling als Stabilisator fehlt. Bis jetzt scheint es mit der Passgenauigkeit noch so zu funktionieren, aber mir graust etwas vor den Bordwänden.


  • Hi Andreas,


    die Europa habe ich vor 25 Jahren (so um den Dreh herum) von Schreiber in 1:200 gebaut. Ist ein echt schönes Schiff, dass Du Dir da ausgesucht hast.
    Was Du bisher dort gebaut hast, gefällt mir sehr gut! :thumbup:


    Den Rumpf würde ich auf jeden Fall versteifen. Ich würde diagonale Spanten (in meinen BB habe ich sie Torsionsdämpfer genannt) einsetzen, dann eine waagerechte "Platte" daraufkleben, die dann als Stringer wirkt uund die Bordwand in waagerechter Richtung führt und hält. Der Abstand zwischen den Platten würde, je nach Höhe der einzelnen Absteilung etwa 3-4cm betragen. Danach wieder ein Torionsdämpfer drauf, allerdings entgegengesetzt, und so weiter, bis die Abteilung gleichmäßig mit "Platten" verstärkt wurde.


    Zwar ein Haufen extra Arbeit, aber so kannst du ein Durchdrücken der wenigen Spanten quasi ausschließen und die Verwindungssteifigkeit wirkt exponentiell größer.


    Aber egal wie - ich bleibe gerne Gast auf der Seite und schaue dem Werden der MS Europa neugierig zu!


    Viele Grüße
    Peter

  • Moin Andreas,
    ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, dass Piet mal soooooooo sparsam mit Spanten war! Aber es klappte dann damals wohl doch - ich habe sie im letzten Jahrtausend gebaut, als sie gerade neu erschienen war. Ich hoffe, dass Piet bei der Überarbeitung etwas spendabler ist.
    Gruß aus FL
    Jochen