Linienschiff Thüringen, GPM, Maßstab 1:250

  • Hallo und guten Tag,


    schon vor einigen Wochen habe ich mit dem Bau der Thüringen begonnen. Der Baubogen ist im Maßstab 1:200 gedruckt; herstellen werde ich das Modell jedoch im Maßstab 1:250. Der passt besser zu meinen sonstigen Modellen aus dieser Zeit (v. d. T., Derfflinger, Lion).


    Vor Baubeginn habe ich ausführlich den Bericht der Thüringen von OLE gelesen (abgeschlossene Bauberichte)l, was mir bis jetzt auch gut geholfen hat.


    Doch zunächst einmal einige technische Daten der Thüringen. Die stammen alle aus dem Buch Koop/Schmolke "Von der Nassau- zur König-Klasse", Band 9:


    Länge 167,2 m
    Breite 28,5 m
    Tiefgang 8,84 m
    Einsatzverdrängung 24.700 t
    Maschinenleistung 28.000 PSi
    Geschwindigkeit 20,5 kn
    Fahrbereich 5.500 sm bei 10 kn
    Besatzung ca. 1.100 Mann
    Bewaffnung 12 x 30,5 cm, 14 x 15 cm, 14 x 8,8 cm, 6 Torpedorohre 50 cm
    Stapellauf 27. 11. 1909
    Indienststellung 1. 7. 1911
    Verbleib Auslieferung an Frankreich 29. 4. 1920, dort als Zielschiff verwendet, auf Abbruch verkauft 1923.


    So, doch genug der einführenden Worte. Jetzt folgen zwei Bilder vom Baubogen. Links die Titelzeichnung, rechts Risszeichungen.

  • Natürlich..., jetzt folgen Bilder vom Spantengerüst.


    Das Bild links zeigt die Spantenkonstruktion vom Baubogen. Die haben teilweise einen Abstand von über 6 cm. Von meinen bisher gebauten Modellen weiß ich, das dies einfach zu groß ist.


    Also..., die Spanten verdopllelt, auf dem rechten Bild zu sehen.


    Ausgerichtet habe ich alles auf einer Grudplatte.


    Hoppla!!! Da merke ich gerade, das bei allen folgenden Bildern (so ca. 15 Stück) die Datenmenge noch nicht reduziert wurde!


    Das mache ich und melde mich gleich wieder.


    So, alles mit Photoshop Elements verkleinert.

  • Hallo,
    vom Bau der Thüringen erinnere ich mich, dass der Karton sehr dick und deshalb schwer zu bearbeiten war, besonders wenn es "rund" ging.


    Mit freundlichen Grüßen


    modellschiff

  • Hallo Modellschiff,


    ich lese gerade deinen Kommentar zur Thüringen. Ja, der Karton des Originalbaubogens ist einfach grässsssslich!


    Da ich aber den Maßstab auf 1:250 verkleinert habe, wurden die Fotokopien auf 160 g/qm-Karton gemacht. Das ist die ideale Stärke.


    Doch jetzt gehts weiter mit dem Baubericht.


    Das angehängte Bild zeigt alle 8 Kasemattengeschütze. Dazu gibt es aber noch eine Anmerkung:


    Die Walzenblenden aller 14 Kasemattengeschütze habe ich gegenüber dem Baubogen etwas größer fotokopiert. Meiner Meinung nach sind die im Baubogen von GPM zu klein dargestellt. Ich habe die Größe dieser Geschütze der v.d.Tann und Derfflinger angepasst.

  • Jetzt ein weiteres Bild, das den Baufortschritt darstellt.


    Doch auch hierzu einige Bemerkungen:


    Den Rumpf meiner Schiffsmodelle baue ich stets sehr aufwendig. Mit dem Resultat, dass der fertige Rumpf eine schöne, dynamische Bauausführung hat. Abdrücke von Spanten oder Dellen zwischen den Spanten sind nicht vorhanden.


    Alos, wie gehe ich vor...


    Entlang der Grundplatte klebe ich zwei Streifen 160 g/qm-Karton. Unterschiedliche Dimensionen von Grundplatte und Spanten können so gut ausgeglichen werden. Dann befestige ich eine Fotokopie der Bordwand, damit das Modell für den Weiterbau eine gute Festigkeit hat. Ganz zum Schluss klebe ich dann die Original-Bordwand auf (auf dem angehängten Bild noch nicht zu sehen).


    Natürlich wird das Modell dann auf jeder Seite ca. 1 mm breiter. Da tue ich mich jedoch nicht schwer; das ist halt so.


    Das aufgeklebte Hauptdeck ist ebenfalls eine Fotokopie.

  • Jetzt ein weiteres Bild vom Baufortschritt. Sie stellt den derzeitigen Bauzustand dar. Die Bordwand wurde um einige Teile ergänzt.


    In dieser Baufase traten jedoch die ersten Differenzen auf. Die will ich kurz beschreiben; auch OLE hat bei diesen Bauteilen von Differenzen und Schwierigkeiten berichtet.


    Auf der Bordwand mittschiffs ist unten die Wasserlinie zu sehen. Nach vorne, zum Bug hin, verschwidet die jedoch ganz. Entweder ist das Spantengerüst in diesem Bereich zu niedrig konstruiert oder die entsprechenden Teile der Bordwand zu hoch. Das muss später vermittelt werden; ich habe mir auch schon (zumindest theoritisch) eine Lösung ausgedacht.

  • Damit ist die "Vorbeplankung" der Thüringen abgeschlossen. Darauf wird nun die endgültige Bordwand aufgeklebt.


    Das habe ich für den oberen Teil des Rumpfes auch gemacht; man sieht dies deutlich am Farbunterschied. Für den unteren Teil des Rumpfes habe ich das jedoch noch nicht gemacht, da bei der Herstellung des Unterwasserschiffs das Modell oft zur Hand genommen wird und ich Beschädigungen oder Verunreinigungen an diesen Stellen vermeiden will.


    Die entsprechenden Teile habe ich jedoch schon fertig gestellt. Es handelt sich hierbei um die Schiffspanzerung, die ich auf 1mm-Graupappe aufgezogen habe.

  • Jetzt kommt das Unterwasserschiff an die Reihe. Diese Teile nehme ich jedoch nicht vom Original-Baubogen. Zum Teil sind die Unterwasserplanken über 6 cm lang und ich weiß aus meiner Erfahrung, das damit nur schwer ein schöner, dynamischer Rumpf herzustellen ist. Da habe ich bei all meinen letzten Modellen (abgeschlossene Bauberichte) eine eigene Fertigungsmethode gefunden.


    Ich melde mich wieder, wenn es vorzeigbare Baufortschritte gibt.


    Bis dann, Gruß Wolfgang.

  • Hallo Wolfgang,


    schön, dass Du dieses relativ selten gesehene Modell angehst.
    Ich hatte mich erst erschrocken, als ich die letzten Fotos Deiner "Thüringen" gesehen habe. Wegen der dicken grauen Farbstriche an Deck. Aber Du schreibst ja, dass das Deck nur ne Fotokopie ist und das Deck des Bogens noch aufgeklebt wird. Puh, gut so :)


    Ich hoffe, dass es durch das "höhere" Deck (Kopie+Original) nicht zu einem Versatz mit der Rumpfwand kommt. Aber wie ich Dich kenne, hast Du das schon richtig mit bedacht =)


    Freue mich auf weitere Fotos und wünsche weiterhin viel Spaß!


    Grüße


    Lars

  • Hallo,


    jetzt geht es weiter mit dem Baubericht der Thüringen. Den Unterwasserrumpf habe ich fertig gestellt. Allerdings bin ich dabei etwas anders vorgegangen, als dies auf dem Baubogen dargestellt ist.


    Die Spantenabstände und die entsprechenden Unterwassersegmente sind zum Teil über 6 cm lang. Da habe ich den den vergangenen Jahren bei all meinen Schiffsmodellen eine eigene Methode gefunden, mit der ich auch gut zurecht komme. Zunächst habe ich die großen Spantenabstände verringert.


    Das linke Bild zeigt die Ausführung des Original-Baubogens, auf dem rechten Bild habe ich die Spanten verdoppelt. Im Bereich des Mittschiffs habe ich das jedoch nicht gemacht, da die Unterwasserform dort keine starken Wölbungen aufweist. Ich denke, das ist nicht weiter porblematisch.

  • Die erste von insgesamt drei (!!) Beplankungen ist fertig gestellt. Anbei zwei Bilder, die diesen Baustand zeigen sollen.


    Aber dazu noch einige Erklärungen. Die sind auch nötig, da der Unterwasserumpf jetzt fast wie ein "Streuselkuchen" aussieht.


    8o


    Bei der von mir gewählten Fertigungsmethode ist es halt so, dass sich immer wieder Dellen und leichte Vertiefungen zwischen den Spanten befinden. Die gleiche ich mit kleinen Kartonstreifen aus. Je nach Ausprägung dieser Differenzen meistens mit einem, manchemal aber auch mit zwei oder drei (!!) Kartonstreifen aus.

  • Bevor die zweite Beplankung aufgeklebt wird, schleife ich den Rumpf mit 100er-Schmirgelpapier, um die harten Kartonübergänge etwas abzumildern. Das klappt ganz gut und der Rumpf fühlt sich schon nicht mehr so unregelmäßig an.


    Jetzt das Bild des Unterwasserumpfes mit der fertigen zweiten Beplankung. Die habe ich ebenfalls in Längsrichtung erstellt.

  • Und so sieht der fertig beplankte Rumpf aus.


    Zugegeben..., sehr aufwendig, aber ich komme mit dieser Fertigungsmethode gut zurecht. Und mit dem Resultat bin ich - was meine Möglichkeiten betrifft - sehr zufrieden.


    Alle Stoßkanten der schmalen Klebestreifen habe ich zunächst mit 100er-, dann mit Microschleifpapier geschliffen. Da ich 200g/qm-Karton verwendet habe, braucht man bei der Schmirgelarbeit keine Bedenken zu haben. Manchmal habe ich ganz schön Kraft angewendet.

  • Das wars dann für heute. Zur Zeit bin ich dabei den Unterwasserrumpf zu lackieren. Dazu nehme ich Farbe von Revell, SM 330 rot. Das mache ich dann dreimal; erst dann ist der weiße Karton gut gedeckt.


    Ich denke, dass ich in den nächsten Tagen das fertige Resultat zeigen kann.


    Bis dahin, Gruß Wolfgang.

  • Hallo,


    bevor ich mit dem Baubericht fortfahre noch kurz einige Kommentare zu den textlichen Einschaltungen von einigen Modellbaukollegen.


    Hallo Modellschiff,
    ja, der Original-Karton von GPM ist für den Modellbau nur sehr schlecht geeignet. Der hat ca. 250 - 300 g/qm und damit lassen sich nur sehr schwer kritische Kartonteile verarbeiten. Da ich den Maßstab auf 1:250 verändert habe, wurden Kopien auf 160 g/qm-Karton angefertig. Das ist die ideale Stärke und - wie du gesagt hast - damit lassen sich alle runden Bauteile gut herstellen.


    Hallo Lars,
    du hast Recht, der Weg zum fertigen Unterwasserrumpf war - sicherlich für alle Kollegen - sehr gewöhnungsbedürftig. Vor allem das Bild mit den vielen kleinen Kartonteilen ließ wohl nichts Gutes vermuten. Aber mit dieser Herstellungsmethode bin ich bei all meinen letzten Schiffen gut zurecht gekommen und das Resultat ist doch vorzeigenswert. Das später noch aufzuklebende Hauptdeck habe ich inzwischen aus zwei Lagen 160 g/qm-Karton hergestellt. Das hat dann eine Stärke von ca. 0,4 mm und ich denke, dass das optisch auch vertretbar ist. Die kleine Kante fällt nur bei Makro-Aufnahmen auf (die kommen gleich).


    Hallo Peter,
    das Spantengerüst des Unterwasserschiffs habe ich um die Breite von drei Lagen Karton eingezogen. Ich hänge mal ein älteres Bild an, auf dem das gut zu sehen ist.


    Hallo Reinhard,
    als ich mir den Baubogen der Thüringen kaufte, war ich mir über den späteren Maßstab nicht im Klaren. Ich habe kurzzeitig mal überlegt, die Schiffe aus dieser Epoche in Zukunft in 1:200 zu bauen, obwohl ich andere Modelle (v.d.Tann, Derfflinger, Lion) in 1:250 habe. Aber es ist wohl besser - wie ich es dann auch gemacht habe - beim einheitlichen, vergleichbaren Maßstab 1:250 zu bleiben.


    So, doch nun geht es mit meinem Baubericht weiter...

  • Auch die drei Schrauben und zwei Ruder sind fertig.


    Was die Schrauben betrifft, so bin ich wie folgt vorgegangen:
    auf einen Zahnstocher habe ich einige Streifen Papier aufgeklebt, um so etwas mehr Volumen für die Schraubenflügel zu haben. Wenn ich mir das fertige Produkt anschaue, so muss ich sagen, dass ich bei meinem nächsten Schiffsmodell an dieser Stelle mehr Papierstreifen kleben werde, um so auch mehr Volumen zu erhalten.

  • Da habe ich so einiges gegenüber dem Baubogen verändert.


    Die Decksfarbe des Original-Baubogens hat mir einfach nicht gefallen. Das Gelb ist im Farbton der WHV-Schiffsmodelle aus den 1950er- und 1960er Jahren gehalten. Ich habe eine Fotokopie des Hauptdecks gemacht (das war dann schwarz/weiß) und neu gestrichen. Dafür habe ich Farbe von Revell, SM 382, holzfarben, genommen; zusätzlich ganz stark verdünnt und dann ist dieser Farbton herausgekommen. Ich finde, der sieht viel natürlicher aus, zumal ich bewusst nich gleichmäßig gestrichen habe.


    Diese Idee stammt übrigens von Dreilinden, der die Thüringen in 1:100 gebaut hat (abgeschlossene Bauberichte).


    Darüber hinaus habe ich die Planken in dem Bereich der Aufbauten und Geschütze verlängert. Falls da dann kleine Differenzen entstehen, fallen die nicht so sehr auf.