[Fertig] Carl Kämpf / Jade-Verlag / 1:250

  • Ich war lange unschlüssig, ob ich einen Baubericht machen soll. Schließlich war die CARL KÄMPF erst nur als Fingerübung gedacht, um der spätsommerlichen Baulethargie zu entrinnen.


    Nachdem dann einiger Baufortschritt zu verzeichnen war, regte sich in mir die Neugierde, inwieweit solch ein alter Bogen eigentlich noch heutigen Maßstäben gerecht wird. Ob man das Modell so vom Bogen weg bauen kann oder sollte, oder ob Superungen nötig sein würden (in den Augen des Erbauers) - oder solche überhaupt passend oder sinnvoll oder möglich sein würden.


    Diese Fragen stelle ich gern zur Diskussion im weiteren Verlauf dieses Bauberichts.


    Zum Vorbild hat Wilfried vor einiger Zeit einen wunderbaren Beitrag verfasst - siehe hier.

  • Alsdann, los geht's.


    Wie üblich startet der Bau mit dem Spantengerüst in traditioneller Ausführung. Auffällig mag die geringe Anzahl der über die Schiffslänge verteilten Spanten sein. Zumal auch nicht empfohlen wird, das Material zu doppeln - was ich im Übrigen bei kaum einem Modell in der Vergangenheit je getan habe, und alle sind sie stabil geworden ...


    Wunderbar die geschwungenen Zahlen im Stil der damaligen Zeit, hier besonders gut an der "2" zu erkennen.

  • Die Heckgestaltung ist ein kleines Kunstwerk für sich, gut zu erkennen die "Aufschleppe" als besonderes Merkmal eines Hecktrawlers.


    Achtung erste Superung: die Klüsen sind ausgeschnitten.


    Positiv anzumerken ist, dass der Bogen selbst etliche Skizzen enthält, die neben der üblichen Prosa-Beschreibung recht hilfreich sind.
    Davon hat man beim Verlag in späteren Jahren offenbar zeitweise Abschied genommen.

  • Da ich die Kartonreling (natürlich) nicht nutzen will, fehlen auf einer gewissen Länge die Klebelaschen zwischen Deck und Bordwand. Ich habe aber nicht stumpf verklebt, sondern die Kartonrelingteile etwas gekürzt (damit sie nicht von innen durch die Bullaugen sichtbar sind) und nach unten gebogen.


    Die Bordwände passen sehr gut, wobei ich wohl die eine Wand ca. einen Millimeter weiter nach hinten versetzt habe als die andere. Ob das sich noch nachteilig auswirken wird, wird sich zeigen.


    Zunächst mal passen Bordwände und Oberdeck gut zusammen.

  • Moin Wolfgang,
    ein sehr schönes Modell, dass du dir da ausgesucht hast - und etwas Superung tut diesem Modell sehr gut (z.B. die große Winde), da es von der "Grundsubstanz" her (für damalige Zeit) schon etwas detaillierter daher kam. Meine erste CK habe ich so ca. 1966 gebaut (da war ich 9 Jahre alt) - kam mir damals doch recht schwer vor und es war noch die LI-Version, die sich zur Jade-Verlag-Version in der Farbgebung leicht unterscheidet und auch noch im DIN A2-Format gedruckt wurde.


    Der Bau-Trend geht ja zur Zeit etwas hin zu den Fischereifahrzeugen - also viel Spaß dabei (Teilezahl ist ja sehr übersichtlich) und ich bin natürlich als alter Whv-Fan mit dabei.


    Gruß von der Ostsee
    HaJo


    PS: denkst du nächsten Samstag bitte an mein Paket.... =)...?

  • Was mir nicht so gut gefällt sind die hellen Dreiecke zwischen den Laschen der Innenschanz. Bin mir nicht sicher ob das konstruktions- oder eher baubedingt ist. Ich werde wohl noch mit etwas Farbe nachhelfen ...


    Auch vorn nicht ganz überzeugend, es klafft eine kleine Lücke zwischen Innenschanz und Deck. Hier wird es mit dem Nachfärben schon schwieriger.

  • Nachdem nun der vermeintlich schwerste Teil hinter einem liegt, kann man sich an die Aufbauten machen.


    Vor besagter Winde ist erst einmal ein Deckshaus (das vermutlich den Antrieb der Winde beherbergt) zu fertigen. Es hält baulich keine größeren Probleme bereit - auch wenn bei diesen und weiter folgenden Fotos ein paar Blitzer und krumme Wände zu erkennen sind (klares Problem des Erbauers, nicht des Bogens ...).

  • Moin, moin,
    super!


    Da das Schanzkleid fast geradeausläuft, hätten es achtern einfache Einschnitte wohl auch getan - trotzdem bleibt auch dann noch das Nachfärben. Vorne müsste man wohl den Mittelträger im vorderen Bereich (und die Spanten entsprechend) ein halbes Millimeterchen höher belassen, dann würde es am Schanzkleid aussen wohl passen.


    Aber bisher sehr sauber gebaut!


    Gruß
    HaJo

  • Nun aber - die große Winde, auch Netzwinde genannt.


    Sie ist als geschlossener Baukörper konstruiert, aus dem ein paar Teile herausragen. Beim ersten Betrachten dachte ich schon kurz daran, mehr daraus zu machen.
    Aber einerseits fehlt mir einfach das Wissen um das genaue Aussehen solch eines Teiles, und andererseits sieht man im Endzustand nicht mehr allzu viel von der Winde, da sie von Aufbauwänden und Decks "umzingelt" ist.


    Also habe ich sie so gebaut wie im Bogen vorgesehen.

  • So wird man die Winde nie wieder sehen - frei und offen steht sie an ihrem Platz auf der Gräting, verbunden mit dem Deckshaus durch so etwas wie einen Antriebstunnel.


    Damit sind wir nun in der "Echtzeit" angekommen, bis hierher hatte ich schon mal vorgebaut.
    Aber keine Angst, es ist zwar nur ein kleines Modell, aber ich werde mir wie üblich Zeit lassen ...


    Einstweilen wünsche ich einen schönen Abend,
    Wolfgang

  • Moin Wilfried,


    vielen Dank für Dein Reingequatsche - es kommt sehr gelegen und zum rechten Zeitpunkt! Klar, Schanzkleidstützen - das sollte meine Möglichkeiten nicht überfordern ...


    Falls Du noch Hinweise zur Verteilung selbiger im hinteren Bereich hast? Ich habe nur die Stützen auf dem Foto des Bugbereichs gefunden.


    Ansonsten an Dich wie alle Anderen die herzliche Aufforderung zum weiteren sachdienlichen Hineinquatschen ...!


    Gruß
    Wolfgang

  • Nice to see you back, Wolfgang. Looks like a good challenge to build a old timer to your usual standard.

    best regards
    mit herzlichen grussen


    Fred


    In Build:
    Panzerkreuzer Infanta Maria Teresa

  • Hallo Wolfgang,
    schön, dass du dir den Heckfänger vorgenommen hast. Mit den geplanten Superungen wird es wie so oft bei alten WHVern ein ansprechendes Modell. Hast Du die Absicht darzustellen wie das Netz über Heck eingeholt wird?
    Ich wünsche Dir viel Glück dabei und Erfolg bei der Recherche nach Einzelheiten.



    Mit freundlichen Grüßen
    modellschiff

  • Moin Wilfried,
    vielen Dank für den Anhaltspunkt, ich seh mal zu was daraus zu machen ist.


    Hi Fred,
    Many thanks, much appreciated!


    Genau Fiete,
    so ist es ...


    Hallo Ulrich,
    das Einholen des Netzes wäre sicher reizvoll in der Darstellung, danke für die Idee! Ob ich so weit komme weiss ich noch nicht; das geht zumindest weit über meine anfänglichen Intentionen hinaus. Dann müsste man auch das "maritime Umfeld" passend gestalten, mit bewegtem Wasser und so weiter ...


    Schönen Sonntag Abend
    wünscht Wolfgang

  • Nur knapp zwei Wochen her, und schon geht's weiter ...


    Ich habe mich mal an die Schanzkleidstützen Marke Eigenbau gewagt. Dazu habe ich einlagigen Karton aus dem Bogen benutzt und braun eingefärbt (einer meiner Aquarellstifte hat tatsächlich genau den richtigen Farbton).


    Beim Abschätzen der Größe der Stützen bin ich Pi mal Daumen vorgegangen, nach dem Motto "kleines Schiff und schmales Deck = kleine Stützen".
    Wirkt soweit ganz passend, finde ich.

  • Dann die Brückenwand, bei der ich die Fenster transparent gestaltet habe. Richtig gerundet passt das Teil eigentlich ganz gut.


    Allerdings hauen zwei Dinge nicht ganz hin:
    1. es tut sich eine Lücke auf (siehe roter Kreis), die ja eigentlich nicht sein muß
    2. mir ist dummerweise erst nach dem Zusammenbau aufgefallen, dass die schwarzen Linien an der Verbindungsstelle extrem störend wirken; ich hätte hier nicht wie üblich auf der Linie, sondern daneben schneiden sollen ...

  • Hi Wolfgang,


    ich habe eben Deinen Bericht gelesen und bin fasziniert von Deiner Umsetzung dieses "betagten" Bogens. Die Schanzstützen hast Du toll hin bekommen. Wie Wilfried schon anmerkte, verschönern sie ein Modell ungemein. Und wo sie fehlen... da werden sie halt selbst gemacht :D


    Wie hast Du die Folie für die Brücke gerundet bekommen? Antistatikfolie ist ja eigentlich eher widerspenstig, was enge Rundungen angeht... Mir steht das ja beim Aufbau der "Santa Inés" auch noch bevor.


    Viel Spaß weiterhin!


    Grüße


    Lars

  • Hallo Helmut,
    vielen Dank! "Alter Zossen" - tss tss tss ;)


    Hallo Lars,
    ich habe die Folie auf dem planen Bauteil verklebt und dann gerundet. Dabei löste sie sich in der Tat an einigen Stellen wieder ab. Da habe ich einfach 2 Schnitte gesetzt ausserhalb der Fensterflächen - auf Bild 18a oder 20a kannst Du die vielleicht erkennen. Dadurch passte wieder alles gut, ich habe nicht einmal nachkleben müssen.


    Gruß
    Wolfgang

  • Ahoi Wolfgang,


    schön, wie Du das betagte Modell aufwertest. Deine selbst erstellten Schanzkleidstützen sehen gut aus.


    Weiter so !!!



    Gruß
    Jo

    Meine bisher gebauten Modelle sind hier abgelichtet :)

  • Hallo Wolfgang,
    das mit den schwarzen Linien an der Brücke versuche ich zumindest zu minder, indem ich bei Bauteilen, deren Öffnungen symmetrisch angeordnet sind, diese Teile mit der Rückseite anbaue. Damit fallen einige schwarze Kanten weg.


    Mit freundlichen Grüßen


    modellschiff

  • Quote

    Original von modellschiff
    ...
    das mit den schwarzen Linien an der Brücke versuche ich zumindest zu mindern, indem ich bei Bauteilen, deren Öffnungen symmetrisch angeordnet sind, diese Teile mit der Rückseite anbaue. Damit fallen einige schwarze Kanten weg.


    Das mache ich auch so.

    Bis die Tage...


    Helmut



    "Dem Angriff auf die Menschlichkeit folgt der Angriff auf den Menschen!"

    (Claudia Roth)



    Fertig: CAP SAN DIEGO (roko)

  • Hallo Wolfgang,
    schön, dass du Bilder von der Winsche unterhalb und innerhalb der Brücke zeigst. Seit Jahrzehnten steht der Trawler bei mir im Keller. Aber ich hatte bis jetzt keine Erinnerung mehr, dass die Winde an dieser Stelle angebracht ist.


    Mit freundlichen Grüßen


    modellschiff

  • Hallo zusammen,


    danke für Eure Beiträge! Das Umdrehen des Bauteils hätte man bei der vorderen Brückenwand wahrscheinlich machen können, sie ist offenbar ziemlich symmetrisch gestaltet.



    Es folgt die hintere Brückenwand ... die Fenster sind wieder verglast. Auf dem 2. Foto erkennt man leider mal wieder meine unsaubere Arbeitsweise mit dem Skalpell - das geht besser, Fenster haben ja eigentlich parallele Seiten ...

  • Das Peildeck ist da ... zunächst allerdings noch solo, um zu demonstrieren wie "bissig" es ist -


    - da ich die Bretterzaumreling nicht baue, sind einige neue Lösungen gefragt, insbesondere hier am Peildeck. Quasi auf dem gesamten Deck steht eine Reling, die im Bogen als verbindendes Element von Deck und darunterliegender Bordwand konstruiert wurde.


    Wenn man sie abschneidet, fehlt diese Verbindung natürlich. Weil ich insbesondere im Bereich der gerundeten Vorderkante nicht stumpf verkleben wollte, habe ich also ein paar ehemalige Relingsegmente gekürzt und nach unten anstatt oben geknickt.
    So bekommt das Deck Zähne ...

  • Gerade im vorderen Bereich passte das Deck dann im Abschluß (eigentlich wider Erwarten) recht gut. Der hintere Decksbereich ist rundum durch eine "Mini-Schanz" rückseitig verklebt und damit stabilisiert.


    Zwei belebende Elemente sind ebenfalls auf Deck montiert, wobei beim vorderen (wohl ein Kompass?) aus der Bauanleitung nicht hervorging, ob die blaue Scheibe oben oder unten steht. Ich habe mich mal für oben entschieden, sah irgendwie besser aus ... :D


    Etwas enttäuscht bin ich von der Passgenauigkeit auf den Decksmarkierungen - die sind zu groß. Das Thema kommt gleich noch einmal ...

  • Wenn die Brücke das Gesicht eines Schiffes ist, ist der Schornstein vielleicht sowas wie der "Charakterkopf" ... der hiesige ist dann auch hübsch rund und farblich angenehm gedeckt gehalten.


    Übrigens fehlt eine Scheibe, die dem unteren Rand des Schornsteins die Form gibt, nur die obere schwarze ist im Bogen enthalten. Man muß also so gut wie möglich vorformen - ist mir nicht ganz gelungen, wie man an der Markierungslinie an Deck sehen kann (diesmal klar mein Fehler).

  • Moin Wolfgang,
    kommt alles sehr gut - die fehlende untere "Schornsteinscheibe" wäre doch leicht anzufertigen gewesen: Peildeck auf den Scanner, Ergebnis verdoppeln, Oval ausschneiden, in den Schornstein unten einpassen......fertig!


    Ansonsten bin ich auf das "Hexenhäuschen" am Wellenbrecher gespannt.... :D


    Gruß
    HaJo

  • Moin HaJo,


    Du hast recht, ich habe mit dem Gedanken gespielt die untere Scheibe selbst anzufertigen - aber dann passte die Rundung "im Trockenen" eigentlich ganz gut und ich habe auf weiteren Aufwand verzichtet. Im Grunde fällt die nun überstehende Markierung auch gar nicht so sehr ins Auge, ich wollte nur der Vollständigkeit halber darauf hinweisen ... ;)


    Und auf das Hexenhaus am Wellenbrecher bin ich selbst mal gespannt ... :]


    Schönen Montag
    Wolfgang