8. KBW – Erwischt! Diorama um Ford AA [FERTIG]

  • Name des Modells: Ford Modell AA 1929
    Herausgeber: Paderborner Kartonmodelle (Eigenkonstruktion)
    Bestellnummer: n/a
    Maßstab: 1:87 = H0
    Kurzbeschreibung der Bauweise: Konstruktion und Bau einer kleinen Szenerie unter Einbeziehung verfügbarer Bausätze; so viel wie möglich aus Karton
    Name und Alter des Teilnehmers: Felix Oppenhoff, 18

    Einer achts,
    ein andrer betrachts,
    der dritte verlachts,
    was machts.


    Inschrift am Wernigeröder Rathaus

  • Die Idee:
    Eine deutsche Kleinstadt in den späten 1930er Jahren. Ein Lastwagenfahrer ist mit seinem Ford Modell AA in eine Straße eingebogen, die für mehrspurige Kraftfahrzeuge gesperrt ist. Dummerweise hat das ein Gendarm bemerkt


    Die Modelle:
    Bereits im vergangenen Sommer habe ich das Modell des Fords konstruiert, jedoch nie fertiggebaut. Außerdem entstand letztes Jahr ein Bogen mit Ladegut, das auch in diesem Diorama zum Einsatz kommen soll. Siehe dazu den Bericht zum Oktober-Treffen in BHV.
    Als Hintergrund dient ein deutlich beschnittenes Altstadthaus aus dem Hause Schreiber (in der Skizze schraffiert dargestellt).
    Bodenplatte und Figuren (Gendarm und Fahrer) muss ich von Grund auf neu konstruieren. Bei den Silhouetten in der Skizze handelt es sich um schnell dahingehudelte Nachzeichnungen von Schnappschüssen einer Gliederpuppe nur um einen Eindruck von der Szenerie zu bekommen.
    Ebenfalls in der Skizze enthalten sind zwei fürs Geschehen wichtige Verkehrszeichen, dazu später mehr, sowie verschiedene Maßstäbe.
    Mit Sockel wird das Diorama voraussichtlich 11 cm breit und 5,3 cm hoch. Die Tiefe ist noch ungewiss. Der Maßstab des Ganzen ist 1:87.

  • Die Modelle (Forts.):
    Hier (Bild 1) der Prototyp für den Ford wie gesagt, nicht fertiggebaut.
    Die fehlenden Teile sind jedoch (fast) identisch beim PKW (Bild 2).
    Wie aus der Skizze ersichtlich ist, werde ich den Laster nicht in grün, sondern in beige bauen.


    Das Ladegut besteht aus verschieden großen Kisten, Säcken und Fässern. Hier die Probebauten (Bild 3).

  • Recherche:
    Die Idee zu diesem Diorama kam mir, als ich auf dieser Seite gelandet war. Hier werden die deutschen Vorkriegs-Verkehrszeichen erläutert. Hilfreich war auch diese Seite, wo man sich historische Verkehrszeichen als Schriftfont (!) laden kann. Diesen Font habe ich benutzt, um die beiden Zeichen Nur geradeausfahren und linksabbiegen erlaubt und Für mehrspurige Kraftfahrzeuge gesperrt zu erstellen, welche im Diorama zum Einsatz kommen werden. Die Schilder waren so ab 1934 gültig.
    Die Recherche zum Gendarm gestaltet sich etwas kniffliger. Im Ergebnis habe ich im Netz gutes Bildmaterial auftreiben können, um meinem Männeken eine korrekte Uniform mit Tschako verpassen zu können. Ich habe mich für eine Uniform entschieden, wie sie von 1936 bis 1939 getragen wurde. Bilder kann ich euch aufgrund der Sonnenzeichen nicht zeigen der Gendarm wird fürs Diorama natürlich entnazifiziert.

    Einer achts,
    ein andrer betrachts,
    der dritte verlachts,
    was machts.


    Inschrift am Wernigeröder Rathaus

  • Soweit die trockene Theorie, los gehts wenn mein Drucker wieder Tinte hat also frühestens morgen.


    Bis dann!


    Felix

    Einer achts,
    ein andrer betrachts,
    der dritte verlachts,
    was machts.


    Inschrift am Wernigeröder Rathaus

  • So, nach einer großen Schlacht mit dem Drucker und mehreren Drohungen, das blöde Ding mit einer großen Axt zu behandeln, ist es mir tatsächlich gelungen, die Teile für den Lastwagen auszudrucken.
    Sie befinden sich auf drei A6-Karten verteilt, passen also auf eine A4-Seite.


    Zuvor habe ich dem Laster jedoch zeitgenössische Nummernschilder (I = Preußen; X = Provinz Westfalen) verpasst. Das Rote sind Stempel, Vorgänger der heutigen Dienstsiegel-Plaketten.

  • Jetzt wirds ernst! Die zu verstärkenden Teile (in einem blauen Rahmen befindlich) werden auf 1 mm-Finnpappe geleimt. Namentlich sind das der Motor 1b, die Unterseite der Ladefläche 2 sowie insgesamt 14 Radscheiben 66g.
    Diese Teile dürfen jetzt trocknen.

  • Aus vier Teilen 1a (Bild 1) entsteht der Rahmen. Je zwei dieser Teile werden Rücken an Rücken zu zwei Längsträgern verklebt (Bild 2), die dann an Unterboden angebracht werden (Bild 3). Hier ist Obacht angesagt: die beiden Träger müssen unbedingt auf einer Ebene stehen, es darf also keiner weiter vorne sein als der andere. Sonst stehen später die Achsen schief!

  • Das letzte Teil der Baugruppe 1: Fahrgestell ist die Vorderachse 1c (Bild 1). Mit Ausnahme der halbrunden Ohren wird das Teil gedoppelt (Bild 2) und schließlich am Rahmen angebracht (Bild 3). Unbedingt ist darauf zu achten, dass die Achse mittig sitzt und keine Schlagseite hat.

  • Damit ist die erste von sieben Baugruppen fertiggestellt. Der Rahmen hat eine Gesamtlänge von 6 cm.
    Natürlich ist das ganze Fahrgestell stark vereinfacht dargestellt, zum Beispiel habe ich ganz auf die Auspuffanlage verzichtet. Das hat mehrere Gründe: So stellen Fahrwerke bei Modellen immer einen Kompromiss zwischen Originaltreue und Stabilität dar, wobei ich bei einem Standmodell wie diesem auf jeden Fall der Standfestigkeit Priorität einräume. Deshalb habe ich bei der Radaufhängung einige Luft-Bereiche als schwarze Flächen stehengelassen. Außerdem sieht man vom Unterboden später überhaupt nichts solange man den Laster nicht umwirft.


    Der nächste Schritt ist die Ladefläche. Hinterachse und Antriebswelle kommen erst dran, wenn die Ladefläche montiert ist, weil dann der korrekte Abstand der Träger auch hinten definiert ist.


    Im Bild: meine Futtfinger.


    Bis morgen!


    Felix

  • So, es hat dann doch etwas länger gedauert. Jedenfalls ist ein Fortschritt zu verzeichnen.


    Wie bereits angekündigt geht es mit der Ladefläche weiter. Die besteht aus zwei Teilen: Der Papp-Unterseite 2 und der Karton-Oberseite 2a. Das Bild, das beide Teile nebeneinander zeigt, ist leider verschütt.
    Die zwei Teile werden Rücken an Rücken zusammengeklebt, sodass ein Karton-Pappe-Karton-Sandwich entsteht.

  • Unter der Ladefläche befinden sich sechs Träger, 2b2g. Auf diesem letzten Träger befinden sich auch die Rücklichter und das Nummernschild.
    Zusammen mit einigen anderen Teilen werden die Träger gedoppelt, und nach dem Trocknen ausgeschnitten und kantengefärbt.
    Die so fertig vorbereiteten Teile werden dann der Reihe nach unter der Ladefläche auf den Markierungen montiert. Der Leim verbindet hier ausschließlich die Nasen an den Querträgern mit den Brettern der Längsträger wie beim Vorbild.

  • Das letzte Teil der Baugruppe Ladefläche Fahrwerk II ist die Antriebswelle 2i. Dieses Teil wird erst nur grob ausgeschnitten und anschließend gedoppelt. Nach dem Trocknen kann die Welle vorsichtig ausgeschnitten werden.

  • Die fertige Welle wird zwischen Motor und Hinterachse montiert. Leider ist das Teil 12 mm zu kurz: da muss ich die Bögen noch mal überarbeiten. Für dieses Modell werde ich es dabei belassen: Die Unterseite hat sich später ja sowieso keiner mehr anzugucken.


    Damit ist die zweite Baugruppe ebenfalls abgeschlossen. Als nächstes ist der Gartenzaun um die Ladefläche an der Reihe.


    Bis dann!


    Felix

  • Bei den Aufbauten auf und um die Ladefläche gab es eine große Fülle von Varianten oftmals Eigenbauten der Fahrzeugbesitzer. Bei meinem Modell habe ich mich für einen mittelhohen Gartenzaun entschieden.
    Dazu werden diese Teile, 33h, gedoppelt. Das jeweils unterste Brett hat unten noch einen Streifen in Wagenfarbe (hier: beige), der nicht gedoppelt werden soll. Deshalb habe ich die Teile wie auf Bild 1 zu sehen grob ausgeschnitten und erst dann verklebt.

  • Hier die Teile für die linke Seite. Das sind die drei Bretter 3l, 3al, 3bl sowie sechs Streifen 3i. Die wurden bereits zusammen mit den Trägern für die Ladefläche gedoppelt (siehe oben).

  • Das so fertiggestellte Stück Zaun kann an der Ladefläche angebracht werden. Dabei deckt der beigefarbene Streifen unten die Kanten ab.


    Bis gleich!


    Felix

  • Auf die selbe Weise entstehen auch die Zäune auf den anderen drei Seiten; hinten aus 3ce und vier Stützen, vorne aus 3fh und zwei Stützen.


    Damit ist dann auch die dritte Baugruppe fertiggestellt. Als nächstes geht es ans Fahrerhaus.


    Bis dann!


    Felix

  • Die Fahrgastzelle wird mit Dach/Rückwand 4d verschlossen. Nach gründlichem Vorformen wird zunächst die Lasche oberhalb der Windschutzscheibe befestigt. Nach dem Trocknen wird die FGZ dann komplett dichtgemacht. Das Loch in der Bodenplatte ermöglicht das Andrücken der Laschen.

  • Die Motorhaube besteht aus zwei Teilen, 4f und 4g. Auch diese Teile werden gründlich vorgeformt und anschließend vorsichtig in die Karosserie hineinoperiert. Zuerst die eigentliche Motorhaube f, dann der Übergang g zur Windschutzscheibe mit Tankdeckel. Bei diesen Teilen muss man besonders sorgfältig arbeiten, da sie äußerst wichtig für den Gesamteindruck des Modells sind.

  • Damit ist das Fahrerhaus dann fertig und es ist Zeit für die Hochzeit. Da die Bodenplatte des Fahrerhauses und der Unterboden auf dem Fahrgestell miteinander übereinstimmen, ist das kein großes Problem.


    Damit habe ich den selben Zustand erreicht wie beim Probebau. Neben der Farbe ist der wichtigste Unterschied die Art des Kühlers: den Chromrahmen hatte nur der PKW, beim Lastwagen war er schwarz.


    Als nächstes wirds kritisch: die Kotflügel sind die größte Herausforderung bei meinen Ford-A/AA-Modellen.


    Bis dann!


    Felix

  • Nach längerer Pause (war auf einem Seminar) gehts nun weiter, wie versprochen mit den Kotflügeln.


    Dafür werden die Teile 5l und 5r vorbereitet und gemäß eines Biegeschemas geformt. Dann werden sie am Lastwagen angebracht.: unter dem Fahrerhaus, hinten bündig abschließend.

  • Die Kotflügel müssen mit den Teilen 5al und 5ar vervollständigt werden. Hierbei ist besondere Vorsicht angebracht, denn sie sind die kniffligsten Teile des Modells. Zuerst werden sie sorgfältig vorgeformt.

  • Moin Felix!


    Ein sehr hübscher Laster, den Du da baust, und das nach den Fotos auch sehr sauber- gefällt mir gut. Eigenkonstruktionen finde ich sowieso immer besonders spannend. Und bei der Größe dürfte für Mikrochirurgen auch noch genug Raum zum Supern sein, etwa Scheibenwischer (oder Fliegen auf der Scheibe), wenn Du das nicht ohnehin schon mit konstruiert hast. Ich freue mich darauf, wie es weitergeht.


    Großes Lob auch für Teil 4a, keine weißen Blitzer mehr unter der Windschutzscheibe, weil Du die Farbe noch 1 mm hast weiterlaufen lassen.


    Einzige Anmerkung am Rande: ob man bei den Teilen 4f und 4g nicht die Klebelaschen lieber an den Seitenwänden vom Motorraum anbringen sollte und dafür die beiden Haubenteille von oben über die Seitenwände abdeckend aufbaut? Ich habe es nicht so mit Farben (oder auch: ich bin ziemlich farbenblind), und wenn ich von oben immer frontal genau auf eine Schnittkante sehen muss, die ich wahrscheinlich im Ton nicht gerade optimal getroffen habe (im Gegensatz zu Dir!), beunruhigt mich das. Bei Kanten, die an einer Ecke seitlich weggehen, verliert sich das immer ein bisschen besser. Ideal für mich wäre natürlich, die ganze Haube wie etwa einen Flugzeugrumpf aus ein oder zwei Rumpfsegmenten zu gestalten, die nur unten auf das Chassis geklebt werden, aber vielleicht ist da die Gefahr zu groß, dass eine schiefe "Boxernase" entsteht...


    Aber wie gesagt, das ganze rein akademisch; an Deinem Modell ist nichts auszusetzen. Ich freue mich, wie es weitergeht..

  • Hallo Heiner,


    erstmal dankeschön für dein Lob!
    Mit der Motorhaube hast du natürlich Recht: ein Aufsatz würde das Kantenfärben vereinfachen. Dass ich jedoch die Laschen an die Haube gesetzt habe, hat folgende Bewandtnis:
    Zum einen besteht bei der von dir vorgeschlagenen Methode die Gefahr, dass bei nicht-sorgfältigem Vorrunden die Haube sich entspannt und übers Ziel hinausschießt, sie also ihre Wölbung nicht behält. Bei meiner Taktik wird die Haube zwischen den Seitenteilen eingeklemmt und behält so ihre Wölbung.
    Zum anderen ließen sich die an den Seitenwänden angebrachten Laschen nicht andrücken, da im Boden des Motorraums keine dazu nötige Öffnung vorhanden ist. Und wenn doch, so wäre sie durch die Laschen der Seitenteile verdeckt. Bei meiner Methode dagegen werden die Laschen schon durch die Spannung des Materials angedrückt.


    Bezüglich deines Vorschlags mit den Rumpfsektionen hänge ich mal ein Bild an. Das ist der Chevrolet-Feuerwehrwagen von Tadeusz Dabrovski, ein wundervolles Modell. René Blank hatte mal einen Baubericht geführt. Ich verweise hier auf seine Ausführungen zur Motorhaube.
    Bei mir ist leider der gesamte Vorderbau etwas schief. Man muss also wahnsinnig sorgfältig vorgehen. Damit nichts schief wird habe ich beim Ford von dieser Methode Abstand genommen.


    Ich hoffe, meine Ausführungen sind verständlich geworden.


    Gruß


    Felix

  • Je zweimal entsteht das Rad 6-6a, das werden die Vorderräder. Sie sind so herum anzubringen, dass der Eindruck entsteht, die Felge sei konvex. Die Räder werden einfach an den Ohren der Achsen montiert.

  • Die Räder 6b-6c und 6d-6e werden mit einer gedoppelten Scheibe 6i (die zusammen mit den Trägern der Ladefläche gedoppelt wurde; s.o.) zu einem Doppelreifen verbunden. Macht man das zweimal, entstehen die Hinterräder. Beim Montieren ist darauf zu achten, dass zum einen die Felge einen konkaven Eindruck erweckt und zum anderen der Wagen nicht wackelt.

  • Schließlich fehlt noch das Reserverad, 6f-6g. Das wird in seine Halterung, 6j, geleimt.
    Anschließend wird es hinten unter dem Rahmen befestigt: Die beiden vorderen Beinchen der Halterung kommen an den dritten Ladeflächenträger von hinten, das hintere Beinchen mittig an den hintersten. Da diese Konstruktion in Karton nicht gut hält, habe ich das Rad mit zwei Leimtropfen auch am Rahmen befestigt.